Profilbild von anette1809

anette1809

aktives Lesejury-Mitglied
offline

anette1809 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit anette1809 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.06.2026

Klug, einfühlsam, witzig - Coming-of-Age-Story im Comicstil

How It All Ends
0

"How it all ends" ist eine einfühlsame, aber auch freche und vor allem aus dem Leben gegriffene Story.

Emma Hunsinger erzählt von Tara, die ebenso wie zwei andere Schülerinnen eine Klasse überspringen ...

"How it all ends" ist eine einfühlsame, aber auch freche und vor allem aus dem Leben gegriffene Story.

Emma Hunsinger erzählt von Tara, die ebenso wie zwei andere Schülerinnen eine Klasse überspringen darf. So werden sie ein Jahr früher auf die High School versetzt.
Bereits im Vorfeld macht Tara sich viele Gedanken und Sorgen darüber, wie es ihr auf der High School ergehen wird. Hier gehört sie mit Abstand zu den jüngsten Schüler
innen. Das Verhalten der Schülerschaft auf der High School ist ein ganz anderes verglichen mit der Middle School.

Auf der High School geht es erwachsener zu. Jeder will cool sein und dazugehören. Mitschülerinnen daten sich und knutschen herum. Die Schülerinnen sind auf der Schwelle von der Kindheit zum Erwachsenwerden. Sie versuchen ihren Platz zu finden und sich dabei nicht selbst zu verlieren.
Dass das alles andere als einfach ist, merkt Tara spätestens an dem Zeitpunkt, als sie ihre neue Mitschülerin Libby kennenlernt und einfach gerne mit ihr befreundet sein möchte.
Mit Libby fühlt sich alles so herrlich leicht und normal an und vielleicht ist der Wechsel auf die High School letzten Endes doch nicht so schlimm wie zunächst befürchtet?

Die Geschichte der dreizehnjährigen Tara, die ein Jahr vorzeitig von der Middle auf die High School wechselt ist klug und nahbar erzählt mit einem ganz eigenen Comicstil, einer unverwechselbaren Bildsprache und einer sehr speziellen Farbgebung.
Es macht sehr viel Spaß Taras Schul- und Familienleben zu verfolgen. Auch, wenn die Geschichte in den USA und damit einem anderen Schulsystem spielt, erlebt man als (ehemalige) Schülerin sehr viele Aha-Momente.

Klug, einfühlsam, witzig und auf eine sehr eigene und unverwechselbare Art in Schrift und Bild erzählt, bietet "How it all ends" eine sehr empfehlenswerte Unterhaltung. Sogar, wenn die Schulzeit der lesenden Person bereits länger zurückliegt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.05.2026

Mehr Ratgeber als Kochbuch, dafür alltagstauglich und hilfreich

Cooking for Family
0

Als Kochbuch würde ich „Cooking for Family“ nur bedingt weiterempfehlen. Als Helfer, um Hektik und Stress aus der Essensplanung einer Familie herauszunehmen, ist es jedoch eine gelungene und alltagstaugliche ...

Als Kochbuch würde ich „Cooking for Family“ nur bedingt weiterempfehlen. Als Helfer, um Hektik und Stress aus der Essensplanung einer Familie herauszunehmen, ist es jedoch eine gelungene und alltagstaugliche Lektüre.

Das Buch enthält zahlreiche Alltagshacks, sowie kinder- und familienfreundliche Rezepte. Wobei einige Rezepte den Namen nicht wirklich verdienen. Resteverwertung würde ich eher den Hacks zuordnen. Manch anderes ist zu einfach in der Umsetzung, als dass man es tatsächlich als Rezept bezeichnen kann.
Voll überzeugen können der Wochenplan, sowie die Idee, aus diversen Zutaten mit einmaliger Vorbereitung mehrere unterschiedliche Rezepte für die laufende Woche umzusetzen.

Das Buch enthält unter anderem Sicherheitshinweise für kleine Küchenhelfer.
Auch Tipps und Tricks gegen die Verschwendung von Lebensmitteln fehlen nicht. Zumal Vorratshaltung im Sinne von eingefrorenen Resten oder Basics, oder die Kombination und Neuzusammenstellung von Resten, ebenfalls zur Zeitersparnis bei der Essenszubereitung beiträgt.

Die Gestaltung finde ich zwar zum einen erfrischend und modern, leider aber ab und an etwas unübersichtlich und durcheinander.

„Cooking for Family“ erfindet weder Rad neu, noch hält es viel Neues in der Rezepteecke bereit. Das Buch ist jedoch ein alltagstauglicher Ratgeber für junge Familien. Manche Hacks können sogar versierteren Köchinnen und Köchen noch als Augenöffner dienen.
Mit Mental Load und Erwerbsjob ist man für jeden Lifehack dankbar, der Zeit und Arbeit in der Küche spart. Denn selbst, wer Spaß am Kochen hat, weiß wie schnell dieser in Stress ausarten kann, wenn das Kochen zur täglichen Pflicht verkommt und man nicht ausschließlich sich selbst verköstigen muss, sondern mehrere Münder mit unterschiedlichen Vorlieben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.04.2026

Fantasievolle Hommage an Klassiker der Kinderliteratur

Flora Brimble und der verlorene Frühling
0

Das Cover und die Innenillustrationen passen sehr gut zum zauberhaften und magischen Inhalt dieses Buches.
Flora Brimble lebt in dem kleinen englischen Dörfchen Rye, in dem der Winter nicht weichen will. ...

Das Cover und die Innenillustrationen passen sehr gut zum zauberhaften und magischen Inhalt dieses Buches.
Flora Brimble lebt in dem kleinen englischen Dörfchen Rye, in dem der Winter nicht weichen will. Zu ihrem Geburtstag bekommt sie eine magische Tinte geschenkt. Die Figuren, die Flora durch ihre Geschichten zum Leben erweckt, könnten den Frühling nach Rye zurückbringen. Dafür muss sie sich jedoch auf eine abenteuerliche Quest begeben. Mit einem sprechenden Eichhörnchen und einem klugen Kobold an ihrer Seite bietet sie den kommenden Abenteuern die Stirn. Die merkwürdigste oder fantastischste Weggefährtin entpuppt sich jedoch als ein Mädchen, welches viel mit Flora gemein hat. Während Flora der Herbst ist, verkörpert Harriet die Leichtigkeit des Frühlings.

Marcus Raffels Roman liest sich wie ein moderner Klassiker und durch das Spiel zwischen Floras Realität und der Geschichte ihrer Romanfiguren zeitweise wie eine Hommage an Michael Endes „Die unendliche Geschichte“. Denn wie dort, existieren auch in „Flora Brimble und der verlorene Frühling“ Passagen, in denen Realität und Fiktion miteinander verschmelzen und die Romanfiguren gewahr werden, dass sie nur ersonnen sind.
Das Buch ist voller Fantasie und darüber hinaus auch sehr philosophisch. Ich finde zwar nicht, dass junge Leserinnen damit überfordert sind, für den begrenzten Umfang der Geschichte will das Buch dennoch manchmal zu viel. Ideen und Figuren bieten Stoff für eine tiefere Ausarbeitung oder einen Zweiteiler statt eines in einem Band abgeschlossenen Romans.

Das Buch ist eine bunte, abenteuerliche, manchmal leicht düstere Geschichte über Freundschaft, Familie, Fantasie und Mut. Neben dunklen Passagen kommen aber auch Humor und Sprachwitz darin vor. Die Sprache ist sehr schön und die Geschichte damit ein Lesegenuss nicht nur für jüngeres, sondern ebenso für älteres oder erwachsenes Lesepublikum.
Eine Hommage an Klassiker der Kinderliteratur, der sich für versierte junge Leser
innen oder zum gemeinsamen Lesen anbietet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.03.2026

Voll tiefsinniger Symbolik

Heartbreak Hotel
0

Vier Jugendliche treffen sich im „Heartbreak Hotel“, einer Art Zwischenwelt.
Ein Mädchen hat die Liebe ihres Lebens verloren, ein Junge wurde bloßgestellt von seinem Crush. Ein weiteres Mädchen wurde von ...

Vier Jugendliche treffen sich im „Heartbreak Hotel“, einer Art Zwischenwelt.
Ein Mädchen hat die Liebe ihres Lebens verloren, ein Junge wurde bloßgestellt von seinem Crush. Ein weiteres Mädchen wurde von ihrem Freund und ihrer besten Freundin betrogen, während ein zweiter Junge sich die Schuld am Tod seiner Freundin gibt.
Die Leserinnen erfahren nacheinander die Geschichten der vier Protagonistinnen, die sie ins Heartbreak Hotel geführt haben. Die Schicksale der vier überschneiden sich miteinander, was am Ende sehr interessant aufgelöst wird.

Manche Geschichte hat mich mehr, manche weniger berührt. Insgesamt haben mich jedoch die Bildsprache und die passende Farbgestaltung beeindruckt, vor allem aber die vielen gelungen in die Geschichte eingearbeiteten Anspielungen auf Popkultur, seien es Filme oder auch Musikstücke.
Eine relativ große Rolle spielt hier „Alice im Wunderland“. Nicht nur werden den Teenagern die vier Karten Herz, Karo, Kreuz und Pik zugeordnet, auch das weiße Kaninchen und die Raupe spielen im Heartbreak Hotel eine Rolle.
Die in der Geschichte erwähnten Filme sind wahrscheinlich eher erwachsenen Leser*innen ein Begriff. „Heartbreak Hotel“ bietet einen Stoff, der weit über ein jugendliches Lesealter hinaus ansprechend ist, auch wenn die Akteure allesamt Teenager sind.

„Heartbreak Hotel“ klingt lange nach. Die Geschichten von Maya, Martin, Fiona und Finn, vor allem aber auch das Ende.
Die Geschichte ist tief und vielschichtig, nicht zuletzt wegen der verwendeten Symbolik.
Eine Graphic Novel, einerseits zart, anderseits sehr kraftvoll, die mit einem Inhalt aufwartet, der weit über ein jugendliches Lesealter fesseln und beeindrucken kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.02.2026

Äußerst spannend und leider nicht allzu fern von der Realität

Happy Head
0

Seb wird ein Platz in einem Mental-Health-Programm angeboten. In diesem sollen unglückliche Jugendliche in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt werden.
Er ist ein Jugendlicher mit wenig Selbstvertrauen. Geprägt ...

Seb wird ein Platz in einem Mental-Health-Programm angeboten. In diesem sollen unglückliche Jugendliche in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt werden.
Er ist ein Jugendlicher mit wenig Selbstvertrauen. Geprägt von dem Gefühl, seine Eltern nicht stolz zu machen, nie genug zu sein, es keinem recht machen zu können.
Im Programm wirkt er wie ein Peoplepleaser. Dies lässt ihn zeitweise unsympathisch wirken, aber es ist sehr authentisch in Bezug auf seine Unsicherheit. Er ist ein junger Mensch mit Zweifeln und Ängsten, wirkt nahbar und bietet Identifikationspotential.
Auch das andere Personal des Buches ist interessant und facettenreich ausgearbeitet.

Insgesamt nehmen einhundert Jugendliche am ersten Camp von Happy Head teil. Vorrangig lernt man diejenigen der Jugendlichen besser kennen, die in einer Gruppe mit Seb eingeteilt sind.
Darunter der rebellische Finneas, zu dem Seb sich im Laufe der Geschichte immer mehr hingezogen fühlt. Außerdem Eleanor, die mehr über das Programm zu wissen scheint als die anderen teilnehmenden Jugendlichen.

Mich hat die Geschichte sehr gefesselt und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Der Schreibstil ist flüssig und modern, durch den Blickwinkel des Ich-Erzählers ist man mitten im Geschehen. Die Handlung ist durchgehend spannend und stellenweise brutal.
Ich habe lange Zeit nicht geahnt, in welche Richtung sich das Geschehen entwickelt und war überrascht über die Hintergründe einiger Figuren, die im Laufe der Zeit offengelegt werden.

Josh Silver schreibt spannend, zeitgemäß und jugendlich. Zudem hat er autobiografische Züge in seinen Roman einfließen lassen.
Nach seiner Schauspielausbildung und Auftritten im West End und am Broadway, entschloss er sich zu einem Berufswechsel und arbeitet nun als Krankenpfleger für psychische Gesundheit.
Wie sein Protagonist Seb ist Josh homosexuell und gibt der queeren Community mit seinem Roman Happy Head Sichtbarkeit.
Doch nicht nur diese Aspekte machen seinen Roman so nahbar und authentisch. Die Schilderungen sind leider gar nicht so realitätsfern und auch, dass ein ursprünglich positiver Gedanke eine negative Entwicklung nimmt, ist alles andere als undenkbar.

Happy Head endet mit einem Cliffhanger und ungelösten Fragen, welche hohe Erwartungen an den zweiten und abschließenden Band Dead Happy schüren.
Zum Glück soll dieser bereits im Herbst erscheinen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere