Endlose Fragen
Manchmal sind die wahren Monster nicht die mit Klauen, Zähnen oder Schuppen – sondern die Hauptfiguren, die pausenlos rhetorische Fragen stellen.
Shield of Sparrows ist so ein Fall. Eigentlich wollte ...
Manchmal sind die wahren Monster nicht die mit Klauen, Zähnen oder Schuppen – sondern die Hauptfiguren, die pausenlos rhetorische Fragen stellen.
Shield of Sparrows ist so ein Fall. Eigentlich wollte ich dem Buch fünf Sterne geben. Denn unter all dem Gedankenrauschen von Protagonistin Odessa steckt eine wirklich gute Geschichte – mit Sehnsucht, Action und cleveren Wendungen. Aber am Ende blieb ich gleichzeitig gefesselt und genervt zurück.
Odessas unaufhörliches Fragen dient hier eindeutig als erzählerische Krücke. Anfangs war das noch interessant, doch irgendwann hat es mich nur noch ausgebremst. Statt die Handlung voranzutreiben, drehte sich die Geschichte gefühlt im Kreis und blieb in ihrem Kopf stecken. Das ist schade, denn sobald der Fokus stärker auf die Handlung und weniger auf Odessas innere Monologe gelegt wurde, funktionierte das Buch richtig gut.
Positiv hervorheben möchte ich, dass die Mischung aus Fantasy und Romance für mich perfekt ausbalanciert war. Die Nebenfiguren (sogar die Antagonisten) haben Tiefe bekommen, es gibt sympathische tierische Begleiter und das Ende hat mich mehrfach überrascht – deutlich stärker, als ich es nach dem eher vorhersehbaren Start erwartet hätte.
Unterm Strich vergebe ich 3,5 Sterne. Denn trotz der Schwächen hat mir die Geschichte gefallen. Hätte Odessa nur halb so viele Fragen gestellt, wäre das locker eine Vier- oder sogar Fünf-Sterne-Lektüre geworden.