Cover-Bild Yacht oder nicht Yacht
Band 6626 der Reihe "Beck Paperback"
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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: C.H.Beck
  • Themenbereich: Gesellschaft und Sozialwissenschaften - Gesellschaftliche Gruppen
  • Genre: Sachbücher / Politik, Gesellschaft & Wirtschaft
  • Seitenzahl: 315
  • Ersterscheinung: 20.02.2026
  • ISBN: 9783406844003
Evan Osnos

Yacht oder nicht Yacht

Nachrichten aus der Welt der Ultrareichen
Andreas Wirthensohn (Übersetzer)

Obszöner Reichtum, nie dagewesene politische Macht: So leben die 0,00001 Prozent

In Yacht oder nicht Yacht tauchen wir tief ein in die Welt der Superreichen, Amerikas Tech-Milliardäre und Oligarchen. Es geht nicht nur um deren Lebensstil, von den Yachten im ersten Kapitel bis zu einer Selbsthilfegruppe verurteilter Wirtschaftskrimineller im letzten, sondern auch um die immense Einflussnahme einer Handvoll von Ultrareichen auf die amerikanische Politik.

Evan Osnos schreibt enorm unterhaltsam und mit viel Liebe zum Detail von den sehr langen Yachten und extravaganten Partys, den Luxusbunkern und apokalypsesicheren Rückzugsorten, den Steuervermeidungstricks, dem Einfluss auf Kunst und Kultur, den Schneeballsystemen und anderen white collar crimes einer privilegierten Schicht von Menschen, die nicht nur ihre Bodenhaftung, sondern auch jegliches Wertesystem verloren haben. Noch nie zuvor hatten die Wall Street und das Silicon Valley so viel Einfluss auf die amerikanische Politik wie jetzt während Trumps zweiter Präsidentschaft. Das Resultat sind politische Entscheidungen, die sich auf unser aller Leben auswirken.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.02.2026

Aus der Parallelgesellschaft der Superreichen

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In seinem Buch "Yacht oder nicht Yacht" schildert Evan Osnos Alltag und Problemchen aus einer Parallelgesellschaft, zu der die Leser*innen höchstwahrscheinlich keinen Zugang haben und auch niemals haben ...

In seinem Buch "Yacht oder nicht Yacht" schildert Evan Osnos Alltag und Problemchen aus einer Parallelgesellschaft, zu der die Leser*innen höchstwahrscheinlich keinen Zugang haben und auch niemals haben werden. Das Buch ist eine Zusammenstellung von Artikeln, die der Autor in den vergangenen Jahren für den "New Yorker" geschrieben hat und handelt von der Welt der Superreichen, die nicht einfach nur Millionäre, sondern Mehrfachmilliardäre sind.

Die wachsende politische Bedeutung und Einflussmöglichkeiten der Tech-Milliardäre und Oligarchen in den USA werden hier eher gestreift, die einzelnen Kapitel ermöglichen eher den Blick in das Innenleben und die Denkweise der Menschen mit altem und neuem Geld, die immer noch nicht genug haben.

Bei den titelgebenden Yachten handelt es sich natürlich nicht um schnöde Segelboote, sondern um Super- und Megayachten. Osnos schreibt über Privatkonzerte, bei denen ein Hip Hop Star mal eben eine Gruppe 13-jähriger auf einer Bar Mitzwah bespielt, er zeigt ultrareiche Prepper und die Suche nach exklusiven Rückzugsräumen etwa auf Neuseeland, um Sicherheit vor den Folgen von Klimawandel und politischen Spannungen zu bekommen. Faszinierend auch das Kapitel über eine Selbsthilfegruppe von Wirtschaftskriminellen aus der Welt der Wall Street und der Hedgefonds, die bei Insiderhandel oder Anlagebetrug kein schlechteres Gewissen haben als Normalbürger beim Schwarzfahren oder Falschparken - nach dem Motto: Wenn es alle machen, kann es ja nicht so schlimm sein.

Dass Osnos überhaupt Zugang zu seinen Gesprächspartner erhielt, mag auch an dem richtigen Stallgeruch liegen - er wuchs in Greenwich auf, der immer wieder zitierten "Hedgefond Capital" im südlichen Connecticut und stammt mütterlicherseits aus einer WASP-Familie mit altem Geld. Das dürfte bei Interviewanfragen geholfen haben. Noch erhellender ist der Blick in die Welt der Superreichen allerdings durch die Gespräche mit den Menschen aus dem Dienstleistungssektor, der sich um sie herum gebildet hat: Immobilienmakler und Bau-Developer für die Menschen, die schon alles Haben, Musikagenten und Yacht-Personal, Menschen, die viel Geld damit verdienen, den ganz besonderen Service zu bieten, den ihr Klientel rund um die Uhr erwartet. Trotz mancher Verschwiegenheitsklausel ist das eine recht erhellende Lektüre.

Osnos schreibt unterhaltsam, ohne sich den Porträtierten anzubiedern. Er zeigt auch, wie sich der Umgang mit dem Ultrareichtum verändert hat und welche Einflussmöglichkeiten für die Superreichen bestehen, aber auch, wie die Wohlstandsschere und die Diskrepanzen im Einkommen von CEOs und Mitarbeitern immer weiter auseinanderklaffen.

Veröffentlicht am 09.03.2026

Die Welt der Ultrareichen

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Das Buch enthält eine Zusammenstellung von Reportagen, die der Autor in den Jahren 2017-2024 für den „New Yorker” geschrieben hat. Sie handeln von der Welt der Multimillionäre und Milliardäre vor allem ...

Das Buch enthält eine Zusammenstellung von Reportagen, die der Autor in den Jahren 2017-2024 für den „New Yorker” geschrieben hat. Sie handeln von der Welt der Multimillionäre und Milliardäre vor allem in den USA. Osnos gibt Einblick in die Denkwelt von Menschen, die einerseits so viel Geld haben, dass sie nicht genau zu wissen scheinen, was sie damit anfangen sollen (gerade im Trend zum Beispiel Megayachten kaufen und sich Privatkonzerte von Weltstars gönnen), und die andererseits in ständiger Angst vor Vermögensverlust leben (hier en vogue sich Bunker einzurichten, und sich, mit mehr oder weniger Eigeninteresse, philanthropisch zu engagieren).
Der Autor beschreibt unter anderem exemplarisch die Entwicklung von Greenwich, dem Ort, aus dem er stammt. Greenwich gilt traditionell als Wohnort der Reichen, darunter vor allem Hedgefonds-Manager. Er beschreibt den Wandel des politischen Klimas und der Moralvorstellungen im republikanischen Umfeld. Er interviewt Marc Zuckerberg und zeigt dessen Visionen für eine veränderte Gesellschaft, unterhält sich aber auch mit Dienstleistenden, die sich auf die Bedürfnisse von Milliardären eingestellt haben. Zudem beschäftigt er sich mit Betrügern und Profiteuren, die das Finanz- und das politische System ausnutzen und aushöhlen.
Wie es bei Artikelsammlungen nun einmal so ist, sind manche Artikel interessanter und manche weniger interessant. Die Reportagen wurden für ein US-amerikanisches Publikum geschrieben, sodass einiges an Wissen vorausgesetzt wird. Da ich mich nicht tiefgreifend mit der Politik in den USA beschäftige, hatte ich manchmal Schwierigkeiten, den Überblick zwischen all den Namen zu behalten und die Verflechtungen zu verstehen. Einige Artikel sind auch etwas älter, manche Fakten schon aus anderen Zusammenhängen bekannt. Zwar findet sich am Ende der Texte immer ein kurzer Abriss zu neuen Entwicklungen, ich hätte mir jedoch einen zusammenfassenden Text am Ende gewünscht. So fehlte mir mitunter der rote Faden.
Trotz dieser kleinen Kritikpunkte ist es ein lesenswerter Einblick in eine Welt, die dem Normalbürger eigentlich verschlossen bleibt.

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