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14,00
inkl. MwSt
  • Verlag: btb
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 352
  • Ersterscheinung: 14.08.2024
  • ISBN: 9783442774524
Fatimah Asghar

Als wir Schwestern waren

Roman
Yvonne Eglinger (Übersetzer)

Ein vielschichtiger Roman über den liebevollen Zusammenhalt dreier muslimischer Schwestern - nominiert für den National Book Award, ausgezeichnet mit dem Carol-Shields-Prize.

Was bedeutete es, heute als Muslimin in den USA aufzuwachsen? Wie finden junge Menschen neue Rollenvorbilder? Fatimah Asghar, preisgekrönt, erkundet in einem unverwechselbaren poetischen Ton die liebevolle Beziehung dreier muslimischer Schwestern. Nach dem Tod ihrer Eltern versuchen die Mädchen, sich gegenseitig Liebe und Halt zu geben. Sie suchen nach den eigenen Wurzeln, erforschen ihre weibliche muslimische Identität und wagen neue Wege abseits vom traditionellen Frauenbild. »Als wir Schwestern waren« ist ein Roman voll rauer Schönheit und wirft einen unerschrockenen Blick auf Herkunft, Identität Trauer und die Kraft der Zuversicht.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.08.2024

Eine außergewöhnliche Stimme

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Noreen, die Chefin des Spielplatzes und älteste, Aisha, die Stille und Kausar, die Jüngste, das sind die drei Schwestern, die schon früh die Mutter verloren haben und jetzt noch den geliebten Vater. Er ...

Noreen, die Chefin des Spielplatzes und älteste, Aisha, die Stille und Kausar, die Jüngste, das sind die drei Schwestern, die schon früh die Mutter verloren haben und jetzt noch den geliebten Vater. Er wurde auf der Straße erschossen. Nun sitzen viele Tanten im Wohnzimmer und weinen. Kausar liebt es zu weinen.

Ich weinte, begeistert von diesem Weinen, und die Erwachsenen, die mich sahen, weinten umso mehr, und so weinte ich auch umso mehr, weil ich wusste, dass ich gut darin war und niemand mich im Weinen schlagen, mich über-weinen konnte. S. 17

Sie beratschlagten lange, wohin mit den Mädchen? Wenn es Jungen wären, dann würde sich jemand finden, der sie aufnahm, aber Mädchen. Am nächsten Tag kam Onkel … Der pakistanische Bruder ihrer Mutter. Er hatte eine Gorra geheiratet, die zum Islam konvertierte, aber das interessierte seine Mutter und Cousinen nicht Maschallah. Dann ließ sie sich scheiden und behielt Häuschen mit Garten und die zwei Söhne.

Der Onkel … nimmt die Mädchen mit in seine Wohnung. Wer sich um ein Waisenkind kümmert, dem ist der Eintritt ins Dschanna sicher und das kann nie schaden. Sie bekommen ein Zimmer in der Nachbarwohnung, die sie sich mit einem muslimischen Paar teilen. Sie nennen die beiden Tante und Meemoo. Weil Onkel … oft vergisst den Mädchen den Kühlschrank aufzufüllen, kocht Tante für sie, von dem Geld, das Meemoo verdient, aber dann verlangt Onkel …, dass die Mädchen sich von den beiden fernhalten und weil das schwierig ist, droht Onkel … Kausar, dass er Meemoo anzeigt, weil er Sex mit Kausar hatte:

Was denkst du, wem sie glauben werden, dir oder mir?

Kurz vor Erhalt ihrer Greencard ziehen Tante und Meemoo aus. Sie nehmen weinend Abschied und schwören, dass sie sich wieder treffen werden.

Fazit: Fatimah Asghar hat ganze Arbeit geleistet. Sie nimmt ihre Leser:innen mit in ein Amerika der 90er – Jahre. Ihre Hauptprotagonistin und beide Schwestern verlieren alles und werden in eine fremde Welt gestoßen, in der es keine Stabilität gibt. Menschen, die ihnen ans Herz wachsen verschwinden wieder. Der Onkel ist weder zuverlässig noch vertrauenswürdig. Er hat die Mädchen aus reinem Eigennutz aufgenommen, das Verhältnis zwischen ihnen bleibt lieblos. Die einzige Konstante ist die schwesterliche Verbundenheit und der Zusammenhalt. Allerdings trägt jede von ihnen ihren Verlust anders, leidet anders darunter. Die Sprache ist außergewöhnlich. Die Autorin beherrscht die Kunst, Gefühle zu transportieren und für die Leser spürbar zu machen. Ich war stellenweise erschüttert und wütend, obwohl die Geschichte fiktiv ist. Die Ich-Erzählung aus Sicht Kausars, führt ganz nah an die Situation heran. Das Ende ist rührend und versöhnlich. Eine runde Geschichte, die ich zu gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 11.03.2025

Viele Aspekte wurden mir nicht differenziert genug beleuchtet!

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Fatimah Asghar überraschte mich mit einem poetischen, ungewöhnlichen Schreibstil. Gedankenfetzen reihen sich aneinander, hart, schmerzlich, anfangs konfus. Die Autorin bindet die drei Schwestern in das ...

Fatimah Asghar überraschte mich mit einem poetischen, ungewöhnlichen Schreibstil. Gedankenfetzen reihen sich aneinander, hart, schmerzlich, anfangs konfus. Die Autorin bindet die drei Schwestern in das zentrale Thema Verlust, einhergehende Ängste und Hilflosigkeit ein und spinnt daraus eine Geschichte über Liebe und Zusammenhalt.

Aber! Wo fand die Auseinandersetzung mit der Religion und Kultur statt? Wo erforschen sie ihre muslimische Identität und suchen nach ihren Wurzeln? Viele Aspekte wurden mir nicht differenziert genug beleuchtet und waren mir zu dünn. In anderen Büchern habe ich so viel mehr für mich mitnehmen können, habe die Religion und Kultur auf ganz neue Weise kennenlernen dürfen, ohne dass diese irgendwelche Klischees bedient haben.

Fazit: »Als wir Schwestern waren« von Fatimah Asghar erzählt in Gedankenfetzen von dem Aufwachsen dreier Mädchen, die unter Verlust, Schmerz und Vernachlässigung leiden. Leider wurde die Religion und Kultur nicht genug differenziert, sondern eher Klischees und Vorurteile bedient.

Zwischen 2,5 und 3 Sternen!

Die ganze Rezension gibt es auf unserem Blog!