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26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Picus Verlag
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 504
  • Ersterscheinung: 24.02.2021
  • ISBN: 9783711721044
Felix Kucher

Sie haben mich nicht gekriegt

Roman
Eine Buchhändlerin wider Willen und eine Revolutionärin aus guten Gründen: zwei Frauen, deren Lebenswelten kaum unterschiedlicher sein könnten. Marie wächst behütet in Bayern auf und wird schon früh von ihrem Vater dazu bestimmt, eines Tages seine Buchhandlung zu übernehmen. Was sie zunächst als Zwang empfindet, entwickelt sich bald zu einer großen Leidenschaft und nach ihrer Flucht in die USA zur Lebensaufgabe. Tina wird als Arbeiterkind in bitterer Armut in Norditalien geboren und über den Umweg Hollywood zur Fotografin und kommunistischen Revolutionärin. Sie engagiert sich bis zur Erschöpfung, wo auch immer sie die Partei hinschickt: vom spanischen Bürgerkrieg bis ins revolutionäre Mexiko.
Welcher Lebensentwurf ist geglückter? Die Revolution zwischen Buchdeckeln oder die mit dem Einsatz von Leib und Leben? Souverän verknüpft Felix Kucher die sehr unterschiedlichen Lebenswege zweier Frauen, die jede auf ihre Art dem Faschismus überzeugend entgegentreten.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.03.2021

Zwei starke Frauen

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Sie haben mich nicht gekriegt
Inhaltsangabe: Picus Verlag
Eine Buchhändlerin wider Willen und eine Revolutionärin aus guten Gründen: zwei Frauen, deren Lebenswelten kaum unterschiedlicher sein könnten. ...

Sie haben mich nicht gekriegt
Inhaltsangabe: Picus Verlag
Eine Buchhändlerin wider Willen und eine Revolutionärin aus guten Gründen: zwei Frauen, deren Lebenswelten kaum unterschiedlicher sein könnten. Marie wächst behütet in Bayern auf und wird schon früh von ihrem Vater dazu bestimmt, eines Tages seine Buchhandlung zu übernehmen. Was sie zunächst als Zwang empfindet, entwickelt sich bald zu einer großen Leidenschaft und nach ihrer Flucht in die USA zur Lebensaufgabe. Tina wird als Arbeiterkind in bitterer Armut in Norditalien geboren und über den Umweg Hollywood zur Fotografin und kommunistischen Revolutionärin. Sie engagiert sich bis zur Erschöpfung, wo auch immer sie die Partei hinschickt: vom spanischen Bürgerkrieg bis ins revolutionäre Mexiko.
Welcher Lebensentwurf ist geglückter? Die Revolution zwischen Buchdeckeln oder die mit dem Einsatz von Leib und Leben?

Souverän verknüpft Felix Kucher die sehr unterschiedlichen Lebenswege zweier Frauen, die jede auf ihre Art dem Faschismus überzeugend entgegentreten.

Meine Meinung zum Autor und Buch
Felix Kucher ist mit seinem neusten Werk, eine sehr interessante und spannende Doppelbiografie über zwei sehr unterschiedliche, aber starke und mutige Frauen gelungen. Das Leben von Tina Modottis, ist sehr gut wiedergegeben , auch das Leben der Jüdin Marie geb. Rosenberg ( Burton) . Ihre Lebenswege kreuzen sich, eines haben beide gemeinsam sie Kämpfen für ihre Lebensträume und die dem Faschismus überzeugend bekämpften. Der Schreibstil ist sehr flüssig und Bildlich, die einzelnen Figuren und deren Charaktere, sind sehr schön heraus kristallisierte. Das einzige was mich gestört hat, ist das etwa alle 3 Seiten , er von Tina zu Marie wechselte. Der Biografische Roman ist sehr gut, aber kein Roman den man auf die Schnelle lesen kann, er fordert einem beim Lesen schon heraus.

Es war schön diese beiden so unterschiedlichen Frauen auf ihren Wegen zu begleiten. Marie wächst in wohl behüteten Verhältnissen in Nürnberg auf, ihr Vater betreibt eine gut gehende Buchhandlung. Die Jüdin Marie Traum ist es nach dem Lyzeum zu studieren, sie möchte Ärztin werden. Obwohl ihre Familie, den jüdischen Glauben nicht praktizierte, soll er ihr später zum Verhängnis werden . Tina dagegen die in Italien unter ärmlichsten Bedingungen aufwächst und mit ihrem Verdienst die Familie durchringen muss, träumt von einer besseren Zukunft. Ihre Wege kreuzen sich zum ersten mal auf einem Bahnhof, wo Tina nach Amerika aufbricht zu ihrem Vater, Marie mit ihrem Vater zu einem Verwandtenbesuch in Venedig. Was keine von Ihnen ahnt das beide Jahre später sich ihre Wege in Amerika erneut kreuzen werden. Marie führt ihre Revolution zwischen den Buchdeckeln, bis zu ihrer Flucht aus Deutschland vor den Nazis. Tina macht eine Karriere als Fotografin in Hollywood, wir begegnen mit ihr vielen berühmten Persönlichkeiten. Sie wir zur Revolutionärin, und geht vom Spanischen Bürgerkrieg bis nach México . Eine sehr spannende und ergreifende Geschichte.

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Veröffentlicht am 08.03.2021

Fesselndes Doppelportrait zweier faszinierender Frauen

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INHALT
Eine Buchhändlerin wider Willen und eine Revolutionärin aus guten Gründen: zwei Frauen, deren Lebenswelten kaum unterschiedlicher sein könnten. Marie wächst behütet in Bayern auf und wird schon ...

INHALT
Eine Buchhändlerin wider Willen und eine Revolutionärin aus guten Gründen: zwei Frauen, deren Lebenswelten kaum unterschiedlicher sein könnten. Marie wächst behütet in Bayern auf und wird schon früh von ihrem Vater dazu bestimmt, eines Tages seine Buchhandlung zu übernehmen. Was sie zunächst als Zwang empfindet, entwickelt sich bald zu einer großen Leidenschaft und nach ihrer Flucht in die USA zur Lebensaufgabe. Tina wird als Arbeiterkind in bitterer Armut in Norditalien geboren und über den Umweg Hollywood zur Fotografin und kommunistischen Revolutionärin. Sie engagiert sich bis zur Erschöpfung, wo auch immer sie die Partei hinschickt: vom spanischen Bürgerkrieg bis ins revolutionäre Mexiko.
Welcher Lebensentwurf ist geglückter? Die Revolution zwischen Buchdeckeln oder die mit dem Einsatz von Leib und Leben?
Souverän verknüpft Felix Kucher die sehr unterschiedlichen Lebenswege zweier Frauen, die jede auf ihre Art dem Faschismus überzeugend entgegentreten.

(Quelle: Picus Verlag - Erscheinungsdatum: 2.3.20 - ISBN: 9783426282328)

MEINE MEINUNG
MEINE MEINUNG
In seinem beeindruckenden historischen Roman „Sie haben mich nicht gekriegt“ hat sich der österreichische Autor Felix Kucher den faszinierenden Lebensgeschichten zweier starker Frauen angenommen, die kaum gegensätzlicher sein könnten und die zeitgleich im 20. Jahrhundert völlig unterschiedliche Lebensentwürfe lebten. Während die Revolutionärin und überzeugte Kommunistin Tina Modotti als bekannte historische Persönlichkeit in die Zeitschreibung einging, die als armes Arbeiterkind aus Italien eine schillernde Karriere als Schauspielerin in Hollywood, Avantgarde-Fotografin begann und als Komintern-Agentin für Stalin um die halbe Welt reiste und für die Gleichheit aller Menschen, eine klassenlose Gesellschaft und gegen den Faschismus kämpfte, ist die jüdische Buchhändlerin Marie Rosenberg aus Fürth kaum jemandem ein Begriff, obwohl auch sie nach ihrer Flucht vor den Nazis in den USA eine erstaunliche Erfolgsgeschichte aufzuweisen hat.
Kucher ist es hervorragend gelungen, uns mit auf eine ereignisreiche und schicksalhafte Reise in die erste Hälfte des 20. Jahrhundert zu nehmen und uns die in den historischen Kontext hervorragend eingebetteten Biografien der beiden Frauen sehr abwechslungsreich und anschaulich näher zu bringen. Hierbei verknüpft er geschickt ihre bewegten Lebensläufe und zeigt in verschiedenen Episoden auf, wie jede auf ihre ganz eigene Art – ob nun mit Mut und Beharrlichkeit oder Kampfeswillen, Wagemut und Rebellion – ihren eigenen Weg beschritten, sich den vielfältige Widrigkeiten jener Zeit entgegen gestellt und dem Faschismus in verschiedensten Ausprägungen widersetzt hat.
Nach einer packenden, im Jahr 1937 während des Spanischen Bürgerkriegs angesiedelten Szene zum Einstieg setzt die chronologisch erzählte Handlung im Jahr 1902 ein und wird in zeitlich entsprechend gekennzeichneten Kapiteln fortgeführt. Der Autor hat die äußerst faszinierende Gegenüberstellung der so gegensätzlichen Biografien seiner beiden Protagonistinnen sehr fesselnd umgesetzt. Gekonnt verzahnt er die beständigen Wechsel der Erzählperspektiven zwischen seinen Charakteren Tina und Marie, indem er die Worte des letzten Satzes in der neu beginnenden Szene mit aufgreift. Die so geschaffenen fließenden Übergänge haben mir aber hervorragend gefallen und sind äußerst raffiniert gewählt; sie sorgen anfangs zwar für eine gewisse Irritation beim Lesen, doch schon nach wenigen Sätzen wird klar, aus welcher Sichtweise die Geschehnisse erzählt werden.
Man merkt deutlich, dass der Autor sich eingehend mit den Biografien der beiden außergewöhnlichen Frauen beschäftigt hat. Zudem hat er ihr Umfeld sowie das politische und zeitgeschichtliche Geschehen jener Zeit sehr gründlich recherchiert und diese äußerst anschaulich und authentisch in die jeweilige Handlung eingebaut. Neben historisch verbürgten Begebenheiten gibt es aber auch viele Episoden, in denen er sich dramaturgische Freiheiten in Bezug auf Schauplätze, Figuren und zeitliche Abläufe genommen hat. So schildert er in seiner Geschichte beispielsweise drei kurze Begegnungen der Frauen miteinander, die sich in Realität sicherlich nicht zugetragen haben werden. Schade finde ich allerdings, dass der Autor auf ein ausführliches Nachwort mit einigen Anmerkungen zu Fakten und Fiktion verzichtet hat.
Mit seinem ansprechenden und recht ruhigen Schreibstil gelingt es Felix Kucher sehr schnell uns in seine faszinierende, vielschichtige Geschichte hineinzuziehen und uns die so unterschiedliche Welt der beiden Protagonistinnen nahezubringen.
Sehr abwechslungsreich und einfühlsam portraitiert er in sorgfältig ausgewählten Episoden nicht nur den außergewöhnlichen Lebensweg von Marie und Tina, in dem er uns an bedeutsamen Stationen ihres wechselvollen Lebens teilhaben lässt, sondern gewährt uns auch sehr aufschlussreiche Einblicke in ihre so konträre Persönlichkeit, ihr Innenleben und ihren Ambivalenzen.
Zwar ist es mir nicht leicht gefallen, Bezug zu den ihnen aufzubauen, doch haben mich die überzeugend und authentisch gezeichneten Frauenschicksale mit ihren faszinierenden Lebensentwürfen schließlich sehr in den Bann gezogen. Die außergewöhnlich schöne, selbstbewusste kommunistische Revolutionärin Tina Modotti führt ein umtriebiges Leben an der Seite vieler berühmter Gefährten, hat sich voller Leidenschaft, Todesmut und ideologischer Verblendung ganz dem Klassenkampf verschrieben und schreckt auch vor Gewalt nicht zurück. Die behütet aufgewachsene, eher unpolitische Fürther Buchhändlerin Marie Rosenberg hingegen, die aus einer assimilierten jüdischen Familie stammt, verkriecht sich angesichts der antisemitischen Repressalien der Nazis und dem zunehmenden Judenhass in ihre Welt der Bücher und hofft noch lange auf bessere Zeiten. Erst 1939 flüchtet sie schließlich fast in letzter Sekunde vor den Nazis nach New York und eröffnet der finanziellen Notlage gehorchend als Mary S. Rosenberg in ihrem Wohnzimmer am Broadway eine Buchhandlung, die schon bald zu einer Institution für alle an deutschsprachiger Literatur Interessierten, Anlaufstelle für berühmte Emigranten in Amerika und eine beeindruckende Lebensaufgabe wurde.

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Veröffentlicht am 06.03.2021

Zwei Frauenschicksale

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Zwei Frauen begleite ich in diesem Roman von Kindheit an bis hin zu ihrem Erwachsenenleben. Die eine, Marie Rosenberg, lebt als nicht praktizierende Jüdin mit ihrer Familie in Nürnberg. Dort betreibt ihr ...

Zwei Frauen begleite ich in diesem Roman von Kindheit an bis hin zu ihrem Erwachsenenleben. Die eine, Marie Rosenberg, lebt als nicht praktizierende Jüdin mit ihrer Familie in Nürnberg. Dort betreibt ihr Vater eine gut gehende Buchhandlung, die sie weiterführen soll, auch wenn ihr Lebenswunsch als Ärztin zu arbeiten sich nicht erfüllt. Die andere – Tina Modotti – geboren in Italien, wächst in Armut auf, geht mit ihrer Familie nach Österreich, nach Deutschland, um dann wieder in Italien mit der Mutter und einigen Geschwistern ums Überleben zu kämpfen. Ihr Vater sucht in Amerika mit einer Tochter sein Glück, will alle nachholen. Der Lebensweg von Marie und Tina führt beide ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wobei Marie ihren Büchern treu bleibt und Tina als Fotografin erfolgreich wird. Tina trifft viele Größen ihrer Zeit, unterstützt die Revolution, wird nicht müde, für die Kommunisten dahin zu reisen, wo ihr Einsatz vonnöten ist.

Felix Kucher zeichnet den Lebensweg der Tina Modotti gut nach, ich habe gestaunt, mit welchen Berühmtheiten sie verkehrte. Auch Maries Leben schildert er gut nachvollziehbar. Bemängeln muss ich den schnellen Wechsel zwischen den beiden Lebensgeschichten. Da las ich von Marie und im nächsten Augenblick war ich in Tinas Leben. Zunächst wusste ich gar nicht, wo ich bin, wessen Geschichte gerade erzählt wird. Diese abrupten Übergänge – da bin ich kaum in einer Geschichte, möchte mit den jeweiligen Charakteren weitergehen, mehr erfahren - cut. Brutal zuweilen, es tut dem Lesefluss nicht gut. Des Öfteren wechseln diese im Seiten-Takt. Die beiden Storys – jede für sich – sind durchaus interessant. Aber es entsteht sehr viel Unruhe durch den ständigen Wechsel. So konnte ich nie ganz abtauchen, mich auf keines der beiden Leben einlassen. Schade.

Zwei Frauen, zwei ganz unterschiedliche Lebenswege. Die eine bekommt als Jüdin den Nationalsozialismus in seiner Härte zu spüren, die andere kämpft engagiert gegen den Faschismus an, richtet ihr Leben danach aus.

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Veröffentlicht am 05.03.2021

Geschichte aus der Sicht einer Kommunistin

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Zwei Frauen und die Revolution

Tina und Marie sind beide etwa gleich alt. Während Tina schon mit 13 Jahren beginnen muss, in einer Fabrik zu arbeiten, kämpft Marie mit ihrer Rolle als Nachfolgerin in ...

Zwei Frauen und die Revolution

Tina und Marie sind beide etwa gleich alt. Während Tina schon mit 13 Jahren beginnen muss, in einer Fabrik zu arbeiten, kämpft Marie mit ihrer Rolle als Nachfolgerin in der Buchhandlung ihres Vaters. Beide Frauen sind engagiert und intelligent. In "Sie haben mich nicht gekriegt" begleiten wir sie über 40 Jahre hinweg und rund um die Welt durch ihr Leben.
Der Roman beginnt dabei im Jahre 1902 und endet 1942, sodass er sowohl den ersten und zweiten Weltkrieg, als auch die goldenen Zwanziger und die Weimarer Republik dazwischen behandelt. Beide Frauen nehmen in dieser Zeit immer wieder Außenseiterrollen ein, denn Tina ist Kommunistin und Marie ist Jüdin. Während Tina im Auftrag ihrer Partei um die Welt reist, um die Revolution zu unterstützen und gegen den Faschismus zu kämpfen, erlebt Marie dessen Aufstieg in ihrer Buchhandlung in Fürth.

Ein ständiges Wechselspiel

Felix Kucher erzählt die Geschichte der beiden Frauen zeitgleich nebeneinander. Das Buch hat relativ lange Überkapitel, die jeweils einem Jahr zugeordnet sind. Innerhalb dieser wechselt etwa alle zwei Seiten in Unterkapiteln die Erzählperspektive. Die Übergänge zwischen den Abschnitten sind dabei oft bewusst so fließend gestaltet, dass die Geschichten verschwimmen. Das ist ein schöner literarischer Kunstgriff, der beim Lesen aber manchmal für Verwirrung sorgt. Auch der Schreibstil als Ganzes passt dazu. Die Sätze sind meist sehr kurz, elliptisch, es entsteht ein teilweise etwas abgehackt wirkender, an anderen Stellen aber sehr mitreißender Erzählstil.

Eine oft übersehene Perspektive

Seinen großen Pluspunkt erhält dieser Roman meiner Meinung nach durch die sehr detaillierte, eindringliche und realistische Darstellung der kommunistischen Idee und ihrer Umsetzung in den verschiedenen Regionen der Welt. Durch Tinas Augen sehen wir die europäische Geschichte aus einem anderen Blickwinkel, dessen Fokuspunkt nicht der Faschismus, sondern der Kommunismus ist. Diese Perspektive ist sehr bereichernd und macht das Buch lesenswert.

Gleichzeitig verliert sich aber gerade Tinas Erzwählzweig zwischendrin in wiederkehrenden Szenen und endlosem Gepklänkel um Beziehungen, Affären und Trinkgelage in bildungsbürgerlichen Kreisen. Obwohl ich glaube, dass das zu einer realistischen Darstellung der real existierenden Person Tina Modotti beiträgt, hätte ich auf einige Passagen aus dem mittleren Teil des Buches verzichten können. Es hat sich gelohnt durchzuhalten, weil das Buch zum Ende hin wieder deutlich schneller und interessanter wurde, aber insgesamt waren die 500 Seiten dann doch ziemlich lang.

Ich habe lange überlegt, wie viele Sterne ich an dieses Buch verteile. Denn ich bin insgesamt sehr angetan von der Thematik und dem Erzählstil, musste mich durch die Mitte aber ein wenig durchbeißen. Ich empfehle das Buch auf jeden Fall für alle, die sich für die europäische Geschichte in den 20er und 30er Jahren interessieren. Wenn man darüber wirklich etwas erfahren möchte, erhält man hier ein sehr eindrückliches Bild. Das Buch hat mir in vielen Aspekten die Tür zu neuen Fragen und Interessensgebieten geöffnet. Bei mir heißen 3 Sterne: Das Buch hat mir gefallen, 4 Sterne: Das Buch hat mir gut gefallen. 5 Sterne vergebe ich nur für absolute Lieblingsbücher. Dieses hier erhält von mir 3,75 Sterne.

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Veröffentlicht am 03.03.2021

Eine Geschichte über Rebellion

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„Sie haben mich nicht gekriegt“ ist ein beeindruckender Roman des österreichischen Autors Felix Kucher. Wie schon in seinem Buch „Malcontenta“ hat er auch dieses Mal wieder unterschiedliche Lebenswege ...

„Sie haben mich nicht gekriegt“ ist ein beeindruckender Roman des österreichischen Autors Felix Kucher. Wie schon in seinem Buch „Malcontenta“ hat er auch dieses Mal wieder unterschiedliche Lebenswege gegenüber gestellt. Während es in seinem Debüt um drei Männer ging, sind es hier zwei Frauen, die Fotografin Tina Modotti und die Buchhändlerin Mary Rosenberg.

Nach dem Prolog im Jahr 1937 beginnt die Handlung 35 Jahre zuvor im Jahr 1902 und entwickelt sich im Anschluss chronologisch weiter.

Das Leben der beiden Protagonistinnen könnte kaum kontrastreicher sein.

Marie wird in Bayern groß und ihr Weg zur Buchhändlerin ist vorbestimmt. Sie ist Jüdin und schafft es gerade noch rechtzeitig nach New York.

Tina wächst in ärmlichen Verhältnissen in Norditalien auf und erkämpft sich ihren Weg als Fotografin nach Hollywood.
In ihrem Ursprung haben sie nicht viel gemeinsam, aber beide kämpfen für ihre Ziele und rebellieren gegen den Faschismus.

Es ist ein vielschichtiger Roman, in dem die historischen Hintergründe gut eingebunden wurden. Der Schreibstil von Felix Kucher ist ruhig und recht poetisch. Durch den permanenten Wechsel zwischen Tina und Marie entsteht ein Sog, der in mir das Bedürfnis hervorgerufen hat immer weiterzulesen.

Mich hat das Leben der beiden Frauen beeindruckt und wer gerne Bücher über starke und mutige Frauen liest, liegt hiermit genau richtig.

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