Cover-Bild Die Schwimmerin
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: HarperCollins
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 352
  • Ersterscheinung: 24.11.2020
  • ISBN: 9783959675574
Gina Mayer

Die Schwimmerin

Mitten im Wirtschaftswunder stellt sich eine starke Frau den Schatten ihrer VergangenheitEssen 1962: Betty heiratet ihren Martin und ist fest entschlossen, ihr lang ersehntes Glück mit aller Macht festzuhalten. Zu viele Entbehrungen hat sie schon hinnehmen müssen. Der zweite Weltkrieg hat Betty nicht nur ihre Heimat, ihre Familie und ihre erste Liebe genommen, sondern ihr auch ein düsteres Geheimnis aufgebürdet. Seit jener Zeit ist das Schwimmen Bettys Halt und Trost. Eine Überlebensstrategie, den Kopf immer über Wasser zu halten, komme was wolle. Ausgerechnet beim Schwimmen trifft sie nun auf ein junges Mädchen, das ihr eigenartig vertraut erscheint. Und dieses Mädchen hat entschieden, sich ein Stück von Bettys Glück zu greifen. Es beginnt, sie zu verfolgen, zu erpressen. Betty erkennt, dass die Vergangenheit sie hinabzureißen droht, wenn sie sich ihr nicht endlich stellt.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2021

empfehlenswerte Lektüre

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Nach langem habe ich mal wieder ein Buch von Gina Mayer gelesen. Mein Lieblingsbuch von ihr ist „Maikäfermädchen“, welches 1945 spielt. Das Buch „Die Schwimmerin“ spielt etwa zwischen 1942 und 1962 in ...

Nach langem habe ich mal wieder ein Buch von Gina Mayer gelesen. Mein Lieblingsbuch von ihr ist „Maikäfermädchen“, welches 1945 spielt. Das Buch „Die Schwimmerin“ spielt etwa zwischen 1942 und 1962 in zwei unterschiedlichen Handlungssträngen, deren Hauptperson aber dieselbe ist. Die Zeitenwechsel waren leicht erkennbar, u.a. dadurch, dass Elisabeth als Erwachsene Betty genannt wird. Außerdem rechne ich dem Buch hoch an, dass beide Ebenen ausgewogen im Umfang und beide spannend waren, so dass ich dem Wechsel gerne gefolgt bin. Schnell ist klar, dass die erwachsene Elisabeth in ihrer Jugend etwas erlebt hat, was sie versucht zu verdrängen und tief drinnen zu verschließen. Dies hat zu einem Trauma geführt, welches sie irgendwann bewältigen muss, wenn sie mit ihrem Mann und in ihrem Leben glücklich werden will.

Nach und nach erfährt man, was passiert ist. Dabei werden die Schrecken einer Flucht quer durch Deutschland, die Fremde, die Unsicherheit, die Ablehnung der Mitbürger ebenso anschaulich geschildert wie das Erwachsenwerden, Probleme mit der instabilen Mutter, Ängste vor Menschen, die sie bedrängen und ihr schaden wollen und vieles mehr. Natürlich spielen vor allem im Vergangenheitsteil der Krieg und die Nazis eine große Rolle. Die Dramatik und den Ernst muss man verkraften können. Es ist keine leichte oder gar seichte Lektüre aber die Darsteller wachsen einem ans Herz und man spürt in allem Elisabeths Kraft, die immer wieder gewinnt auch in schlimmen Zeiten. Das stimmt zuversichtlich, dass sie auch in der Gegenwart ihren Weg finden wird.

Empfehlenswerte Lektüre.

Veröffentlicht am 07.02.2021

Der Roman „Die Schwimmerin“ von Gina Mayer

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Der Roman „Die Schwimmerin“ von Gina Mayer ist im HarperCollins Verlag erschienen. Es hat ein wunderschönen Schutzumschlag um das Meerblaue Hardcover. Sogar mit Lesebändchen. Ja gut, sowas optisches, haptisches ...

Der Roman „Die Schwimmerin“ von Gina Mayer ist im HarperCollins Verlag erschienen. Es hat ein wunderschönen Schutzumschlag um das Meerblaue Hardcover. Sogar mit Lesebändchen. Ja gut, sowas optisches, haptisches nimmt mich immer ganz in den Bann. Doch hierbei vor allem auch der Inhalt, es hatte mich von Anfang an gereizt dieses Buch zu lesen, da es einmal um eine Protagonistin aus dem Ruhrgebiet stammt (wo meine eine Famiilienhälfte weg ist) und zum anderen das Topic ‚schwimmen‘ beinhaltet, was eine Leidenschaft von mir ist. Somit schonmal gute Vorraussetzungen…=)

Wir begegnen in dem Buch Elisabeth/Betty, ihre Geschichte wird von einem allwissenden Erzähler in zwei Hauptsträngen erzählt. Zum einen ihre Kindheit bzw. Jugend, was den Zeitraum vom Ende des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit beinhaltet. Als auch ihre erwachsenen Jahre um die Zeit des Wirtschaftswunders rum. In dieser Zeit heiratet Betty Martin und ist mit ihm sehr glücklich, doch trägt auch in sich einige Geheimnisse, die sie ihm verschweigt.Dieses Glück hält bis zum dem Zeitpunkt, wo sie im Schwimmbad auf ein Mädchen stößt, dass ihr wage bekannt vorkommt. Genau dieses Mädchen fängt nun an sie zu verfolgen und zu erpressen. Bei Betty wird dadurch ein Traumata ausgelöst, das sich in Panikattacken und immer wiederkehrenden Minderwertigkeitsgefühlen äußert. Doch um nicht komplett darin zu ertrinken, muss sie sich ihrer Vergangenheit stellen.

Nun es ist ein sehr realistisches Buch, es behandelt Facetten sowohl des Holocaust und des NS-Regimes, als auch der erbärmlichen, brutalen Zustände in Jugendheimen der Nachkriegszeit. Es ist kein Buch, dass man so ohne weiter drüber nachzudenken weglegen kann. Es hat mich so in seinen Sog gezogen, dass ich es in einem Flutsch durchlesen wollte. Selbst die einzelnen Dialoge, die teilweise in Dialekt (schwäbisch und ruhrdeutsch) geschrieben sind, waren die ersten Male gewöhnungsbedürftig, doch mit der Zeit hab ich mich immer mehr darauf gefreut. Es hat mich erschrocken und gleichzeitig erstaunt, wie selbstständig Betty in ihrer Kindheit und Jugend war, wie sie sich durchgeschlagen hat um zu überleben. Eine sehr starke Frau, die dennoch ihre Schwachpunkte hat und mit Unterstützung es schafft damit besser leben zu können.

Es kommen einige Charaktere in dem Roman vor, jeder ist auf seine weise einzigartig, mal abstoßend mal anziehend, mal gesichtslos. Kennt ihr das? Einige Charaktere kann ich mir einfach nicht mit Gesicht vorstellen. Wie dem auch sei, von allen war mit Betty schnell am sympathischsten und Xaver auch von seiner ruhigen bodenständigen Art her. Am grausigsten fand ich die Schwester Edeltraud doch auch Bettys Mutter, sie hat leider wenig Rückgrat gezeigt und es bevorzugt, sowenig selbst Entscheidungen im Leben treffen zu müssen wie möglich.


Mein Resümee zu diesem Roman, ist durch weg positiv. Jeder der sich nicht scheut auch den schlechten Dingen im Leben ins Auge zusehen und zu erkennen, dass es Hoffnung gibt, ist mit diesem Roman gut beraten. Es behandelt auf eine leichte und angenehme Art tiefklingende Probleme, die damals aktuell waren und heute auch noch sind.

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Veröffentlicht am 03.02.2021

Schatten der Vergangenheit

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Gina Mayer hat hier einen authentischen Roman über das Schicksal einer jungen Frau geschrieben, die im Krieg bzw. der Nachkriegszeit aufgewachsen ist und durch traumatische Erlebnisse geprägt wurde.

Bettys ...

Gina Mayer hat hier einen authentischen Roman über das Schicksal einer jungen Frau geschrieben, die im Krieg bzw. der Nachkriegszeit aufgewachsen ist und durch traumatische Erlebnisse geprägt wurde.

Bettys Leben wird in zwei Erzählsträngen geschildert, einer schildert ihre Kindheit in der Zeit von 1942-46, ein weiterer ihr Leben als junge Ehefrau 1962.

Der Autorin ist es gelungen für beide Zeitabschnitte authentische und lebhafte Bilder zu erschaffen. Die Angst im Krieg, die Kälte und Not der Nachkriegsjahre werden spürbar, ebenso wie die Euphorie der Wirtschaftswunderjahre mit ihrem klassischen Gesellschaftsbild und der üblichen Rollenteilung von Mann und Frau.

1962 ist aus dem Mädchen Elisabeth die junge Ehefrau Betty geworden, die ihre Vergangenheit fest unter Verschluss hält. Ihr Geheimnis nagt an ihr, doch sie möchte es auf keinen Fall preisgeben. Halt und Kraft findet sie in dem täglichen Ritual zu schwimmen, Brust, Rücken, Kraul, in jeder Bahn wechselt sie den Schwimmstil und kommt dabei so zur Ruhe, als ob sie untergetaucht wäre, dorthin, wo Ruhe und Frieden herrscht.

Betty wird von einem jungen Mädchen, die angeblich um ihre Geschichte weiß, erpresst.

In der Vergangenheit erlebt der Leser, wie Elisabeth heranwächst. Ein aufgewecktes und kluges Mädchen, dass sich den grausamen Situationen, die der Krieg mit sich bringt, kraftvoll stellt. Ihr Vater ist gefallen und die Mutter aufgrund des labilen Charakters keine Stütze. Sie kämpft sich als Flüchtlingskind gut durch und gerät doch unverhofft in Schwierigkeiten, die sie zu lange ausblendet, so holt das Schicksal sie ein.

Um was es sich hier handelt, mag ich nicht spoilern, um niemanden das Lesevergnügen zu nehmen. Es ist kein unübliches Schicksal in dieser Zeit, aber auch diese Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten sollten immer wieder erzählt werden, damit für derart Traumatisierte Verständnis geschaffen wird und damit man daraus lernen kann. Unter den Tisch kehren hilft bei solchen Tatbeständen nicht weiter, wie wir an Bettys Schicksal erfahren.

Die Autorin deutet die traumatischen Ereignisse nicht zu ausführlich an, dennoch bleibt der Leser betroffen zurück. Der Lichtblick, mit dem Betty weiterleben wird, ist nachvollziehbar und so kann man die Lektüre positiv abschließen. Das Hauptaugenmerk liegt auf Elisabeth / Betty, die sehr eingehend vorgestellt wird, man kann sich ein sehr genaues Bild von ihr machen. Aber auch die anderen Charaktere sind detailliert angelegt, selbst Nebenfiguren haben besondere Züge, die sie individuell wirken lassen. Der Erzählstil ist angenehm und fesselnd, man kommt zügig durch das Buch.

Mir hat das Buch sehr gefallen. Eine spannende Geschichte, die auch zwei Zeitabschnitte unserer Geschichte gut vorstellt und einen Nachhall hinterlässt.

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Veröffentlicht am 02.02.2021

Berührende Geschichte über eine Frau mit einer bewegten Vergangenheit, von der sie eingeholt wird und der sie sich stellen muss, um endlich neu anzufangen

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Elisabeth - Betty - Strissel ist 32 Jahre alt und wohnt frisch verheiratet mit ihrem Ehemann Martin in Essen. Die schrecklichen Ereignisse der Vergangenheit haben sie geprägt und sie dachte, dass sie nie ...

Elisabeth - Betty - Strissel ist 32 Jahre alt und wohnt frisch verheiratet mit ihrem Ehemann Martin in Essen. Die schrecklichen Ereignisse der Vergangenheit haben sie geprägt und sie dachte, dass sie nie wieder glücklich sein könnte. Das Kennenlernen von Martin war für sie ein neuer Anfang. Er ist ein guter Ehemann, der sie begehrt und bei Krupp eine gute Arbeit hat. Betty muss deshalb nicht mehr als Verkäuferin arbeiten und geht vormittags schwimmen. Das Gefühl von Freiheit im Wasser ist seit der letzten Weltkriegsjahre ein Segen für sie. Dort kann sie die Vergangenheit ausblenden und auch ihr düsteres Geheimnis vergessen - bis eines Tages Claudia an der Kasse im Schwimmbad sitzt und Betty seitdem zu verfolgen scheint.

"Die Schwimmerin" ist ein Roman, der auf zwei Zeitebenen handelt. Die Vergangenheit erzählt die Jahre von 1942 bis 1946, als die junge Elisabeth zusammen mit ihrer Mutter von Düsseldorf in das schwäbische Weilerbach flieht, wo sie nach kurzen Anpassungsschwierigkeiten tapfer ihren Weg geht. Ihre Mutter ist eine ängstliche Frau, um die sich Elisabeth mehr kümmert, als umgekehrt. Durch die Freundschaft zu Susanne, der Pfarrerstochter, findet Elisabeth eine Gemeinschaft, in der sie sich wohlfühlt. Sie verliebt sich in Susannes Bruder Rüdiger, mit dem sie die Liebe zur Literatur verbindet, der jedoch in den Krieg eingezogen wird.
1962 verdrängt Betty ihre Vergangenheit, die sie in Träumen und Erinnerungen jedoch immer wieder einholt. Insbesondere die Angst vor einer Diakonisse, die ihr die Luft zum Atmen nimmt, sitzt tief und lässt vermuten, dass Betty auch nach Kriegsende noch Schlimmes widerfahren sein muss.

Die Zeit während des Zweiten Weltkriegs, wobei der Krieg an sich in dem schwäbischen Dorf nicht so vordergründig ist, sondern mehr Elisabeths Erwachsenwerden, ihre Einsamkeit und ihr Drang nach Freiheit und Selbstständigkeit sowie der Wunsch nach Unabhängigkeit von ihrer schwachen Mutter, im Fokus der Handlung stehen, wird lebendig beschrieben. Aber auch die Lebenswirklichkeit einer Hausfrau in den 1960er-Jahren ist bildhaft und authentisch erzählt. Unterstrichen wird dies durch den mundartlichen Dialekt der schwäbischen Landbevölkerung, aber auch der städtischen Rheinländer, der in den Dialogen Verwendung findet.
Sowohl in die junge Elisabeth als auch die erwachsene Betty kann man sich als Leser*in gut hineinversetzen, auch wenn zunächst nicht bekannt ist, welche Ereignisse und welches Geheimnis Betty noch in der Gegenwart quält. Das Schwimmen als Symbol für ein Abtauchen und Flucht aus der Wirklichkeit ist sowohl auf beiden Zeitebenen präsent und als Bettys Schutzanker gut gewählt.

"Die Schwimmerin" ist ein Roman über eine junge Frau mit einer bewegten Vergangenheit, die ein Trauma verdrängt hat, dass sie nach der Heirat mit ihrem Mann, dem gegenüber sie sich nie geöffnet hat, einholt, und dem sie sich stellen muss, um tatsächlich endlich neu anzufangen.
Es ist eine berührende Geschichte, bei der der Wechsel zwischen den Zeitebenen wunderbar gelungen ist und bei der sich allmählich immer mehr Puzzleteile zusammenfinden, um Bettys Persönlichkeit und ihre verdrängten Ängste in Gänze zu erfassen.

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Veröffentlicht am 14.02.2021

Die Vergangenheit schläft nie

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Gina Mayer's neuer Roman "Die Schwimmerin" gebührt weit mehr Beachtung, als ich bisher in den Medien darüber gelesen und gesehen habe. Titel und Cover stimmen zwar überein und das Schwimmen spielt auch ...

Gina Mayer's neuer Roman "Die Schwimmerin" gebührt weit mehr Beachtung, als ich bisher in den Medien darüber gelesen und gesehen habe. Titel und Cover stimmen zwar überein und das Schwimmen spielt auch eine Rolle in diesem Roman, aber nicht so, wie man vor der Lektüre denken mag.

Der Roman wird auf zwei Zeitebenen erzählt und beginnt im Jahre 1962 in Essen. Betty steht kurz vor ihrer Hochzeit mit Martin Riessel, der bei Krupp einen gutbezahlten Job gefunden hat. Sie ist glücklich und freut sich auf ihre neue Wohnung, die sogar eine dieser modernen Einbauküchen hat. Wie es in den Sechziger Jahren gang und gäbe war, gibt sie ihren Beruf in der naheliegenden Bäckerei auf und bleibt als Hausfrau zuhause. Bald schon fühlt sie sich einsam und unterfordert. Sie freundet sich mit ihrer Nachbarin an und beginnt wieder zu schwimmen. Die Stunden im Schwimmbad tun ihr gut. Hier fühlt sie sich wohl und sie kann ihre Vergangenheit ausblenden, die nicht einmal ihr Ehemann kennt. Bis eines Tages ein Mädchen vor ihr steht und ihr mitteilt, dass sie weiß, was sie getan hat und Betty mit ihrem Wissen erpresst.....

Im zweiten Handlungsstrang befinden wir uns in den Jahren von 1942-1946 in Düsseldorf und danach im schwäbischen Weilerbach. Dort auf dem Land kommen Elisabeth und ihre Mutter an, nachdem der Vater im Krieg gefallen und ihr Haus ausgebombt wurde. Sie sind Flüchtlinge im eigenen Land. Während Elisabeths überängstliche Mutter in Depressionen verfällt, muss Elisabeth wohl oder übel sich selbst versorgen. Die gute Schülerin ist in der Dorfschule unterfordert und wird auf das naheliegende Gymnasium geschickt. Gemeinsam mit der Pfarrerstochter Susanne, mit der sie sich anfreundet und deren Familie sie unterstützt und liebevoll umsorgt, lebt sie anfangs noch unbeschwert in der ländlichen Umgebung. Sie verliebt sich in Susannes Bruder Rüdiger, mit dem sie die Liebe zur Literatur verbindet, der jedoch in den Krieg eingezogen wird. Doch der Krieg holt Elisabeth auch auf dem Lande ein und ihre Mutter lässt ihre Tochter postwendend im Stich.....

Gina Mayer erzählt abwechselnd aus den beiden Zeitebenen. Die bildhafte Sprache der Autorin habe ich bereits in einem anderen Roman kennengelernt, der mich ebenfalls überzeugt hat. Gina Meyer gelingt es meisterhaft die Spannung fortlaufend anzuheben. Die Geschichte gewinnt sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart immer mehr an Fahrt. Ich konnte den Roman nur schwer aus der Hand legen, denn ich wollte wissen um welches Geheimnis es sich dreht und wie und ob Betty/Elisabeth aus dem Dilemma und der Erpressung wohl herauskommen wird.

Betty/Elisabeth ist eine sehr interessante Protagonistin. Als junges Mädchen ist sie unbeschwert und intelligent. Sie ist eine Kämpferin und lässt sich auch von den furchtbaren Kriegserlebnissen nicht unterkriegen. Sie lehnt sich auf und versucht das Beste aus ihrer Situation zu machen. Bis sie an eine Grenze stößt, die sie zerbrechen lässt....
Danach verschließt sie die Erlebnisse und versucht nach vorne zu blicken und sich ihr Glück selbst zu nehmen, was ihr jedoch nicht gelingt.

Ihre Gefühlswelt hat die Autorin sehr authentisch und gekonnt dargestellt. Ich habe mit Betty gelitten, aber auch manchmal voller Unverständnis den Kopf geschüttelt. Betreffend dem Geheimnis in der Vergangenheit möchte ich nicht allzu viel preisgeben, aber meiner Meinung nach hat die Autorin die Leser mit den schlimmsten Grausamkeiten verschont. Wenn man zu diesem Thema allerdings noch nichts gelesen hat, wird man schockiert sein.

Fazit:
Ein wunderbarer Roman, den ich sehr gerne gelesen habe. Ich bin durch die Geschichte gerauscht, denn ich konnte sie nur sehr schwer aus der Hand legen. Ein Frauenschicksal, das zu dieser Zeit leider nicht ungewöhnlich war - gefühlvoll erzählt. Ich empfehle diesen Roman sehr gerne weiter!

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