Cover-Bild Barbarotti und der schwermütige Busfahrer

Klicken Sie hier, um den Weitersagen-Button zu aktivieren. Erst mit Aktivierung werden Daten an Dritte übertragen.

22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: btb
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Klassisch
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 416
  • Ersterscheinung: 28.09.2020
  • ISBN: 9783442758876
Håkan Nesser

Barbarotti und der schwermütige Busfahrer

Roman
Paul Berf (Übersetzer)

Inspektor Barbarotti ermittelt auf Gotland.

Gegen Inspektor Barbarottis Polizeikollegin - und neue Lebensgefährtin - Eva Backman wird in Stockholm intern ermittelt. Sie musste bei einem Einsatz zur Schusswaffe greifen, um Schlimmeres zu verhindern, was für einen der Beteiligten allerdings böse endete. Um Abstand zu gewinnen, beschließen Barbarotti und Backman, sich in die herbstliche Abgeschiedenheit Gotlands zurückzuziehen. Doch die Ruhe ist trügerisch. Barbarottis kriminalistische Instinkte werden geweckt, als er in einem Fahrradfahrer jenen rätselhaften Busfahrer zu erkennen glaubt, der vor sechs Jahren Opfer eines Verbrechens wurde, ohne dass man seine Leiche je gefunden hätte ...

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.01.2021

Leider nicht so gut wie erwartet

0

Aufgrund eines Schusswaffengebrauchs während eines dienstlichen Einsatzes wird gegen Eva Backman, nunmehr Barbarottis Lebensgefährtin, in Stockholm intern ermittelt. Um Abstand zu gewinnen und längst fälligen ...

Aufgrund eines Schusswaffengebrauchs während eines dienstlichen Einsatzes wird gegen Eva Backman, nunmehr Barbarottis Lebensgefährtin, in Stockholm intern ermittelt. Um Abstand zu gewinnen und längst fälligen Urlaub nachzuholen, ziehen sich Eva und Gunnar für einige Wochen nach Gotland zurück.
Die Abgeschiedenheit und die überwältigende Natur lassen sie etwas zur Ruhe kommen.
Bis, ja bis sie von einem alten, eigentlich abgeschlossenen Fall einholt werden.


Eigentlich hatte ich mich lange auf dieses Buch gefreut. „Der Verein der Linkshänder“ hatte mich begeistert und entsprechende Erwartungen in das neue Buch gesetzt.

Das, was mich am Vorgängerbuch begeistert hat, die ruhige, bedächtige Erzählweise und Ermittlungsarbeit, die philosophischen Gedankengänge und vor allem die ironischen und zum Schmunzeln anregenden Diskussionen und Gespräche, konnten mich in diesem Buch nicht packen.

Die ganze Geschichte erscheint mir zu skurril und konstruiert. Im Grunde sind die Kommissare während der vielen Jahre nicht in der Lage gewesen irgend etwas zu ermitteln. Sie haben die ganze Zeit hilflos zugesehen und wurden vom vermeintlichen Opfer manipuliert. Das war für mich kein Krimi.

Es ist mir durchaus klar, dass Hakan Nesser keine blutrünstigen, brutale Krimis schreibt, aber für mich ist dieser Krimi hart an der Grenze zur Langeweile.
Leider……. Schade.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.12.2020

Eher ein feinsinnig-philosophischer Roman als ein Krimi

0

REZENSION – Eigentlich hatte der schwedische Schriftsteller Håkan Nesser (70) seine erfolgreiche Reihe um Kriminalinspektor Gunnar Barbarotti mit dessen fünftem Fall „Am Abend des Mordes“ (2012) abschließen ...

REZENSION – Eigentlich hatte der schwedische Schriftsteller Håkan Nesser (70) seine erfolgreiche Reihe um Kriminalinspektor Gunnar Barbarotti mit dessen fünftem Fall „Am Abend des Mordes“ (2012) abschließen wollen. Doch nach vier anderen Romanen und einem Gastspiel Barbarottis in Nessers Krimi „Der Verein der Linkshänder“ (2018) aus seiner Van-Veeteren-Reihe veröffentlichte er mit „Barbarotti und der schwermütige Busfahrer“, im September im btb-Verlag erschienen, nun doch nach acht Jahren noch einen weiteren Band. War es der Zwang des Erfolges oder die Liebe des Autors zu seinem liebenswerten Protagonisten?
Fast möchte man Letzteres vermuten. Der Tod seiner Frau und einige Jahre erfolglos verheimlichter Liaison mit seiner Kollegen Eva Backman – beide um die 50 Jahre alt, er etwas drüber, sie etwas jünger – liegen schon länger zurück. Beide leben seit drei Jahren in seiner Villa in Kymlinge zusammen. Nach einem missglückten Einsatz, bei dem Eva einen Jugendlichen erschoss, hat sich das Paar während der internen Ermittlung eine zweimonatige Auszeit in der herbstlichen Abgeschiedenheit der Insel Gotland genommen, um seelischen Abstand zu gewinnen. Doch selbst in dieser Einöde werden Barbarottis kriminalistischen Instinkte geweckt, als er eines Abends in einem Fahrradfahrer jenen rätselhaften Busfahrer Albin Runge zu erkennen glaubt, der fünf Jahre nach seinem Verkehrsunfall im Januar 2007, bei dem 17 Schüler und eine Mutter starben, nach mehrwöchiger Erpressung das Opfer eines Verbrechens wurde. Barbarotti und Backman rollen diesen geheimnisvollen Mordfall des Jahres 2012 nun erneut auf, um nach möglichen Ermittlungsfehlern zu suchen.
Ist es die Abgeklärtheit seines Alters? Im sechsten Barbarotti-Band des mittlerweile 70-jährigen Håkan Nesser spielt jedenfalls der eigentliche, irgendwann vom Leser sogar durchschaubare Kriminalfall eine eher hintergründige Rolle. Wichtiger scheint dem Autor sein Protagonist zu sein – der inzwischen zum Kommissar beförderte Gunnar Barbarotti, den Nesser mit liebevollen und gelegentlich auch ironischen Charakterisierungen bei seinen Ermittlungen auf Gotland mit Rückblenden ins Jahr 2012 begleitet. Nessers Barbarotti ist keineswegs der knallharte Ermittler, sondern „das blinde Huhn, das links und rechts und wo kein anderer sie wahrnahm wertvolle Körner findet“, und manchmal auch hilfloser Mann, der hin und wieder mit Gott spricht. Denn „wenn die Körner weit auseinanderliegen, braucht auch ein blindes Huhn Verbündete“. Barbarotti ist ein durch den Tod seiner geliebten Ehefrau ein vom Leben geprüfter, im Leben erfahrener und nachdenklich gewordener Mann geworden.
Wer also in „Barbarotti und der schwermütige Busfahrer“ einen spannungsgeladenen Krimi erwartet, wird enttäuscht. Aber gerade die scheinbar leichten und leisen Töne in Barbarottis philosophischen Betrachtungen und der mal fast albern klingende, mal lebenskluge Humor in den Zwiegesprächen mit Eva Backman machen diesen Roman so lesenswert, wenn Barbarotti zum Beispiel überlegt: „Die eigene Bestattung erlebt man ja nicht so wirklich, was wahrscheinlich ganz gut ist.“
Für diese feinen, ironischen Töne muss man als Leser offen sein, um Håkan Nessers Roman richtig wertschätzen zu können. Wobei sogar der Autor sich selbst nicht schont, wenn zum Beispiel sein Protagonist fragt, wieso und wovon Menschen auf Gotland das ganze Jahr über lebten, „wenn sie nicht schon das Rentenalter erreicht hatten oder gut verkäufliche Kriminalromane schrieben“. Denn auch der schriftstellernde Rentner Håkan Nesser gehört mit zweitem Wohnsitz zu diesen Menschen auf Gotland.

Veröffentlicht am 12.11.2020

Barbarottis grandioser 6. Fall

0

INHALT
Inspektor Barbarotti ermittelt auf Gotland.

Gegen Inspektor Barbarottis Polizeikollegin - und neue Lebensgefährtin - Eva Backman wird in Stockholm intern ermittelt. Sie musste bei einem Einsatz ...

INHALT
Inspektor Barbarotti ermittelt auf Gotland.

Gegen Inspektor Barbarottis Polizeikollegin - und neue Lebensgefährtin - Eva Backman wird in Stockholm intern ermittelt. Sie musste bei einem Einsatz zur Schusswaffe greifen, um Schlimmeres zu verhindern, was für einen der Beteiligten allerdings böse endete. Um Abstand zu gewinnen, beschließen Barbarotti und Backman, sich in die herbstliche Abgeschiedenheit Gotlands zurückzuziehen. Doch die Ruhe ist trügerisch. Barbarottis kriminalistische Instinkte werden geweckt, als er in einem Fahrradfahrer jenen rätselhaften Busfahrer zu erkennen glaubt, der vor sechs Jahren Opfer eines Verbrechens wurde, ohne dass man seine Leiche je gefunden hätte ...


(Quelle: btb Verlag - Erscheinungsdatum: 28.09.2020 - ISBN: 9783442758876)


MEINE MEINUNG
Mit seinem neuen Roman „Barbarotti und der schwermütige Busfahrer“ hat der schwedische Erfolgsautor Hakan Nesser bereits den sechsten Band seiner Gunnar Barbarotti-Reihe vorgelegt, der sich auch ohne Vorkenntnisse der vorangegangenen Bände problemlos lesen lässt.
Mit großem erzählerischem Können hat Hakan Nesser eine anspruchsvolle, äußerst faszinierende und sehr tiefgründige Geschichte mit bewegenden Charakterstudien angelegt, bei welcher der eigentliche Kriminalfall bisweilen fast in den Hintergrund rückt.
Im Mittelpunkt der auf verschiedenen Zeitebenen angelegten Handlung steht die Aufklärung eines länger zurückliegenden, ungelösten Falls, den Inspektor Barbarotti und seine Lebensgefährtin und langjährige Kollegin Eva Backman wegen seiner mysteriösen Umstände nicht losgelassen hat. Eine Zufallsbegegnung während ihrer Auszeit auf dem abgeschiedenen Gotland veranlasst die beiden nun den alten, sehr ungewöhnlichen Fall als Privatermittler erneut aufzurollen - in der Hoffnung endlich den Hintergründen des höchst verwickelten Verbrechens und der Wahrheit auf die Spur zu kommen.
Geschickt wechselt Nesser zwischen den verschiedenen Handlungssträngen und Perspektiven, führt uns zu unterschiedlichen Schauplätzen und Zeiten. So erhalten wir schrittweise Einblicke in die Vergangenheit, erfahren in Rückblicken über die Hintergründe des folgenschweren Busunfalls und die Vorgeschichte, die schließlich in dem mysteriösen Verschwinden des bedrohten Unfallfahrers Albin Runges mündet. Zugleich erleben wir die Geschehnisse in der Gegenwart und die Nachforschungen der beiden Ermittler mit. Eingestreut werden zudem die mit „Kleckse und Späne“ betitelten Tagebuchaufzeichnungen, die uns  aus Sicht des rätselhaften Busfahrers und Erpressungsopfers Runge die Geschehnisse zusammenfassen. Die Geschichte braucht allerdings viel Zeit, um in Fahrt zu kommen, denn die Spannung baut sich erst sehr langsam auf. Trotz der sehr bedächtigen, ruhigen Erzählweise und einiger Längen gelingt es Nesser aber schließlich doch, seine Leser zunehmend zu fesseln. So ist es sehr spannend mitzuverfolgen, wie in den sich abwechselnden Perspektiven immer neue Einzelheiten enthüllt werden und sich aus den verschiedensten Puzzleteilchen allmählich ein Gesamtbild zu formen beginnt. Geschickt werden wir aber auch auf so manche falsche Fährte geschickt, beginnen langsam die Wahrheit zu erahnen und fiebern gebannt der Auflösung entgegen. Eine für mich zwar nicht sehr überraschende, aber dennoch zufriedenstellende und schlüssige Aufklärung, an der wie im wirklichen Leben einige Zufälle, Umwege und ein wenig auch Gottes Hilfe beteiligt waren.
Hervorragend gefallen hat mir wieder Nessers einfühlsame und vielschichtige Figurenzeichnung. Insbesondere die sehr sympathischen und psychologisch sorgsam ausgearbeiteten Protagonisten konnten mich begeistern, denn ihre etwas eigenwilligen, unverwechselbaren Charaktere machen den Roman zu etwas Besonderem. Ihre Gefühls- und Gedankenwelt, die tiefgründigen Gespräche sowie die eindrucksvolle Beziehung der beiden Protagonisten zueinander sind äußerst glaubwürdig und lebensecht eingefangen.
Nessers grandioser Schreibstil mit seinem subtilen Humor und interessanten philosophischen Betrachtungen zu Gott, dem Leben und den Tod konnte mich wieder sehr überzeugen. Er versteht es hervorragend, Stimmungen und Bilder mit viel Feingefühl einzufangen und sehr anschaulich zu beschreiben, so dass sich man sich der besonderen Atmosphäre des Romans schon bald nicht mehr entziehen kann.

FAZIT
Ein ruhiger, tiefgründiger Roman – eloquent erzählt, mit raffiniert angelegtem Fall und faszinierenden Charakterstudien.
Definitiv kein typischer skandinavischer Krimi, aber anspruchsvolle Krimi-Leser kommen hier dennoch voll auf ihre Kosten!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.11.2020

Lüge oder Wahrheit?

0

"Barbarotti und der schwermütige Busfahrer" von Hakan Nesser erschien (HC, 412 Seiten, gebunden) im List-Verlag, 2020 und ist für mich der nunmehr vierte Kriminalroman dieses begnadeten Autors (weitere ...

"Barbarotti und der schwermütige Busfahrer" von Hakan Nesser erschien (HC, 412 Seiten, gebunden) im List-Verlag, 2020 und ist für mich der nunmehr vierte Kriminalroman dieses begnadeten Autors (weitere werden folgen). Auch dieses Mal habe ich mich, wie bereits bei den hervorragenden Vorgängern (Der Fall Kallmann, Der Verein der Linkshänder) mehr als gut unterhalten gefühlt und empfehle ihn gerne den Fans von Kriminalromanen, die subtile Spannung, Atmosphäre, Gesellschaftskritik und psychologische Tiefe den eher blutigen Thrillern den Vorzug geben.

Schweden 2013 und 2018:

Albin Runge, der in der Ich-Form erzählende Hauptprotagonist, zieht mit seiner Frau nach Uppsala, da sie dort Karrierechancen hat (beide arbeiten im Universitätsbetrieb) und wird Busfahrer. Er übt nach jahrelangem Wirken als Wissenschaftlicher auch diesen Beruf gerne aus - bis es 2013 zu einem folgenschweren Unfall kommt, bei dem viele Insassen seines Busses, die sich auf dem Weg in den Skiurlaub befanden, ums Leben kommen.
Runge bleibt unverletzt und unterzieht sich einigen Therapien, lebt jedoch mit den Schuldgefühlen fortan, die ihn sehr bedrücken. Eines Tages, über 5 Jahre sind vergangen, erhält er einen Brief mit dem Absender 'Nemesis': Wieso er noch am Leben sei, habe er doch 18 Menschen umgebracht....
Eine Weile überlegt er, wer sich hinter dem Drohbrief verbergen könnte und zögert, sich an die Polizei zu wenden. Als sich jedoch die Drohungen häufen, sitzt er eines Tages Gunnar Barbarotti und Eva Backman, einem Ermittlerduo, das seit über 25 Jahren gemeinsame Polizeiarbeit ausübt und auch privat seit Kurzem ein Paar wurde, gegenüber.
Barbarotti und Backman haben von Beginn an ein Gefühl, dass dies ein fragwürdiger Fall sein könnte - nichtahnend, dass er sie so schnell nicht loslassen sollte. Zeitgleich stapeln sich handfestere Delikte auf deren Schreibtischen im Revier - und in einem Fall macht Eva Backman Gebrauch von ihrer Schusswaffe, um Schlimmeres zu verhüten. Dies zieht eine interne Ermittlung nach sich und Barbarotti/Backman entscheiden sich, eine Auszeit in Gotland zu nehmen, bis sich die Wogen glätten werden. Doch die Ruhe ist trügerisch....

Meine Meinung:

Die sehr subtile Spannung, die Hakan Nesser hierbei aufzubauen weiß, hat mir interessante und atmosphärische Lesestunden beschert. Der Autor versteht es, den Leser zu fesseln und die Handlung auf zwei Zeitebenen mit einigen Jahren dazwischen vielschichtig zu gestalten; Details zu eruieren und mit dem Ermittlerduo, das sich teils herrliche Dialoge liefert, der Lösung des Falles nach und nach näher zu kommen.

Köstlich fand ich auch die gelegentlich eingestreuten Zwiesprachen Barbarottis mit Gott - oder seiner verstorbenen Frau Marianne - wenn er nicht weiter weiß. Oder die Beschreibung Eva Backmans von ihrem Partner im Dienst:

"Gunnar Barbarotti ist wie das blinde Huhn, das die ganze Zeit Körner findet. Mehr Körner als alle zusammen" (Zitat S. 111)

Das Schöne: Der Leser darf ihm während des Körner Findens über die Schulter schauen und - miträtseln, wie der Puzzlestein zu werten ist. Welche Rolle spielen die Eltern der Jugendlichen, die damals bei dem Busunglück ums Leben kamen, auch wenn Runge freigesprochen wurde? Wie sieht bzw. sah sein Sozialgefüge aus und wie ist die Beziehung zwischen seiner attraktiven Ehefrau und dem eher unscheinbaren Albin Runge?

Auch Sozialkritik ist zwischen den Zeilen zu finden, was mir persönlich sehr gefallen hat, da sie in einen guten Kriminalroman hineingehören sollte. Wer Nesser kennt und bereits gelesen hat, weiß, dass er keinen Thriller zu erwarten hat: Jedoch gefällt mir gerade die subtile Spannung, die er in jedem seiner Romane meisterlich aufbauen kann. Unaufgeregt und in die Tiefe der Figuren gehend. Atmosphärisch und kritisch. Auch zuweilen humorvoll, z.B. wenn man erfährt, dass Barbarotti es nicht lassen kann, bei jedem neuen Fall das Aktenzeichen auswendig zu lernen - und etwas gegen "clevere Mistkerle" hat.

Fazit:

Ein intelligent geschriebener, atmosphärischer, unaufgeregter Kriminalroman mit einem sehr gelungenen "Coup", in dem das Fließen von Blut Mangelware ist; subtile Spannung mit durchaus humoristischen Einlagen eher den Ton angibt. Nesser hat einen ganz eigenen, wohltuenden Schreibstil, leuchtet seine Figuren gekonnt bis in den letzten Winkel aus und schickt auch hier wieder ein sympathisches Ermittlerduo ins Rennen, das viele sicher noch besser kennen als ich es tue (bisher): Gunnar Barbarotti und Eva Backman. Entweder man liebt Nessers Romane - oder man liest Anderes. Gehört man jedoch zur ersten Gruppe, so kommt man nicht umhin, sich bereits auf den nächsten zu freuen! Eine Krimi- und Leseempfehlung von mir mit 5 * und 96° auf der Krimi-Couch!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.11.2020

Ich bin begeistert!

0

Mein erstes Buch von Hakan Nesser. Das Buch ist der sechste Band der Gunnar Barbarotti Reihe, kann aber durchaus unabhängig von der Reihe gelesen werde, wie ich es getan habe.
Trotz des Einstiegs mitten ...

Mein erstes Buch von Hakan Nesser. Das Buch ist der sechste Band der Gunnar Barbarotti Reihe, kann aber durchaus unabhängig von der Reihe gelesen werde, wie ich es getan habe.
Trotz des Einstiegs mitten in der Reihe, habe ich alles gut verstehen und verfolgen können, da Nesser immer wieder Auszüge aus der Vergangenheit mit einbaut.

Wir starten im Oktober 2012, wo wir mit einem Auszug von Kleckse und Späne starten, was es damit auf sich hat, erfahren wir zum Ende des Buches hin. In den Auszügen lernen wir den Ehemaligen Busfahrer Albin Runge genauer kennen, der dann auch den Weg zu Kommissaren Gunnar Barbarotti und Eva Backman findet.
Albin Runge erhielt Briefe die als Drohungen zu verstehen sind, unterzeichnet mit Nemisis - der Griechischen Rachegöttin. Anfänglich wollte Runge die Polizei nicht mit hinein ziehen, doch seit den beiden letzten Briefen wurde der Ton etwas schärfer und nicht mehr unmissverständlich, denn Nemisis möchte Albin Runge Tot sehen, da Runge ca. fünf einhalb Jahre zuvor ein Busunglück verursachte, wo achtzehn Personen ums Leben kamen, Runge als Busfahrer blieb unverletzt. Aber wieso kommen die Drohbriefe und teils auch Anrufe erst nach einer so langen Zeit?
Abwechselnd werden wir ins Jahr 2018 versetzt, wo wir vor allem von Kommissaren Eva und Gunnar mehr erfahren und wie es Privat bei Ihnen aussieht. Leider überschlagen sich die Ereignisse und Eva hat stark zu kämpfen, weswegen Gunnar entschließt zwei Monate mit seiner Kollegin in Beurlaubung zu gehen.. Was das mit dem Fall von 2012 zu tun hat, das müsst Ihr selber lesen.

Ich war voll und ganz in der Geschichte vertieft und habe die Art und Weise von Gunnar Barbarotti, sowie Eva Backman voll und ganz genossen, beide Charaktere haben mich überzeugt und mir sehr gut gefallen. Die Art Ihrer Ermittlungen ist zwar nicht ganz die feine Art, hat aber zur Story gepasst und wurde 2018 gut aufgegriffen.
Der Schreibstil von Hakan Nesser ist einfach und gut übersetzt worden, ich habe das Buch schnell ausgelesen, sowohl durch den Schreibstil als auch durch der guten, spannenden Story.
Das Cover ist für mich stimmig und beruhigend und schön gewählt, auch zu den anderen Büchern die erschienen sind, passend.
Probleme hatte ich, wie gesagt, keine gehabt, weil ich die Reihe nicht von vorne begonnen habe, allerdings sind bei mir bereits drei andere Bücher von Hakan Nesser eingezogen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere