Wenig Spannung, aber dafür mit Plottwist
1949 liegt ein großer Teil von Berlin immer noch in Trümmern. Bei Aufräumarbeiten wird eine mutmaßliche Hinrichtungsstelle gefunden, die einer aufstrebenden jungen Bande gehören soll, die Berlin in Chicago ...
1949 liegt ein großer Teil von Berlin immer noch in Trümmern. Bei Aufräumarbeiten wird eine mutmaßliche Hinrichtungsstelle gefunden, die einer aufstrebenden jungen Bande gehören soll, die Berlin in Chicago 2.0 verwandeln wollen und deren Einfluss bis in den Polizeiapperat von West-Berlin reicht. Wem kann Kommissar Oppenheimer noch vertrauen?
Band 7 der Oppenheimer-Reihe ist gewohnt stark darin, die konfusen Zeiten in den späten 40ern aufzudröseln. Der Zerfall in Ost und West, das Leben unter Besatzungsmächten, der unglaubliche Berg an Bürokratie im Kompetenzendschungel wird bildhaft vor Augen geführt und mit einer Prise Lokalkolorit aufgehübscht.
Leider enttäuscht mich diesmal die eigentliche Handlung, denn wirklich Spannung kommt bei mir nicht auf. Das Auflösen des Falles ist von zu vielen Zufällen abhängig, es wirkt hier und da etwas einfallslos und der Antagonist Jo löst bei mir keine weiteren Gefühle aus. Ein Jugendlicher, der zu viele Krimis gesehen hat und eine Gangsterbande nach dem Vorbild von Al Capone gründen möchte könnte unglaublich spannend sein, ist es aber irgendwie nicht.
Ein kleiner Plottwist hat für mich das Ruder dann zum Glück noch etwas herumgerissen, sodass ich am Ende halbwegs zufriedengestellt war, dennoch konnte dieser Teil für mich nicht an die vorherigen anknüpfen. Außerdem habe ich ein Exemplar erwischt, was auch noch über einige Rechtschreibfehler verfügt, die den Lesefluss nochmal anders beeinträchtigt haben.