Informativ und interressant, kann aber nur eine Anregung sein
Das Cover des Büchleins ist sehr schön gestaltet, dezent und natürlich, und passt mit den Zeichnungen von Kräutern und Pflanzen gut zum Inhalt.
Die "Glaubenssätze" und Zitate finde ich interessant, aber ...
Das Cover des Büchleins ist sehr schön gestaltet, dezent und natürlich, und passt mit den Zeichnungen von Kräutern und Pflanzen gut zum Inhalt.
Die "Glaubenssätze" und Zitate finde ich interessant, aber irgendwie auch schwer verdaulich, so aus dem Zusammenhang gerissen. Aber so manches hat mich zum Nachdenken angeregt, auch wenn vieles natürlich sehr fremd in unserer Zeit wirkt, sei es das Religiöse, wenn man nicht religiös ist, sei es, die Mann-Frau-Aussagen zum Teil. Anderes, gerade zum letztgenannten Thema, finde ich sehr erfrischend.
Spannend finde ich auch, dass Hildegard zum Thema Ernährung und Trinken teilweise Ratschläge gibt, die mich an Ayurveda erinnern, z.B. warmes Wasser und Speisen warm zubereiten. Anderes wie der Rat zum absoluten Verzicht auf Rohkost lässt mich etwas ratlos zurück; war manches vielleicht auch einfach den hygienischen Zuständen ihrer Zeit geschuldet? - Insgesamt hatte ich auch eigentlich mehr Rezepturen und gesundheitliche Ratschläge erwartet.
Permanent habe ich bei der Lektüre zwischen, Staunen, Bewunderung, Entsetzen und vielen Fragezeichen geschwankt. Vieles ist nur sehr kurz abgehandelt, manches passt exakt zu modernen Seelen- und Ernährungswissenschaften /-erkenntnissen, anderes ist völlig konträr. Z.B. die positive Wirkung, die Alkohol, wie Wein und Bier, auch haben soll. Dinkel wird ja aktuell wieder sehr gehyped. Und Frühstücken nach 12 h hat mich an Intervallfasten erinnert. Die heilende Wirkung von Dachsfell fand ich faszinierend und würde ich gerne ausprobieren - aber was machen Veganer?
Insgesamt fand ich das kleine Buch sehr informativ und interessant, aber es werden viele Themen einfach nur angerissen. Will man sich wirklich mit Hildegard von Bingen und ihren Gedanken und Lehren beschäftigen, dann muss man sich anderweitig weiter informieren, sei es in Literatur oder beispielsweise in dem wirklich tollen, ihr gewidmeten Museum in Bingen.