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16,00
inkl. MwSt
  • Verlag: FISCHER Krüger
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 26.08.2020
  • ISBN: 9783810530707
Hiltrud Baier

Tage mit Ida

Roman
Drei Frauen, ein tragischer Verrat, eine letzte Chance auf Versöhnung – ein neuer großer Roman von Hiltrud Baier, der Bestsellerautorin von „Helle Tage, Helle Nächte“

Lange weiße Haare zu einem Zopf gebunden, buntgemustertes Schultertuch, aufmerksamer Blick: Als Susanne Ida zum ersten Mal sieht, spürt sie gleich eine Verbindung. Doch was die ältere Dame mit dem merkwürdigen Akzent zu sagen hat, wird Susannes Leben gehörig durcheinanderwirbeln. Sie behauptet, die Schwester von Susannes Mutter zu sein. Doch diese hat die Existenz einer Schwester nie auch nur mit einem Wort erwähnt. Lügt Ida etwa? Oder hat Susannes Mutter ihr jahrzehntelang die Wahrheit vorenthalten?
Zusammen mit Ida beginnt Susanne, in ihre Familiengeschichte einzutauchen. Sie begibt sich auf einen Weg, an dessen Ende sie etwas findet, was sie gesucht hat – auch wenn es nicht das ist, was sie erwartet hätte.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.10.2020

Ein lang gehütetes Familiengeheimnis!

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"Tage mit Ida" beschreibt eine Famliliengeschichte, die sich um ein lang gehütetes Geheimnis dreht. Eines Tages taucht eine Frau bei Susanne auf und behauptet ihre Tante zu sein. Doch Susanne´s Mutter ...

"Tage mit Ida" beschreibt eine Famliliengeschichte, die sich um ein lang gehütetes Geheimnis dreht. Eines Tages taucht eine Frau bei Susanne auf und behauptet ihre Tante zu sein. Doch Susanne´s Mutter hat nie von einer Halbschwester erzählt. Was das zu bedeuten hat, möchte Susanne herausfinden und für beide Frauen beginnt eine Reise in die Vergangenheit.

Für mich ist Tage mit Ida das erste Buch der Autorin Hiltrud Baier. Gleich vorweg kann ich sagen, dass es sicherlich nicht das letzte Buch gewesen sein wird.

Mich hat die Geschichte der beiden Frauen von der ersten bis zur letzten Seite wirklich berührt.

Den Schreibstil habe ich durchweg als sehr angenehm und flüssig empfunden.

Hiltrud Baier hat durch das Zusammenspiel aus Gegenwart und Vergangenheit viele Fäden gespannt, die sich nach und nach zu einem Ganzen verwoben haben. Dieser Perspektivwechsel innerhalb der eher kurzen Kapiteln, hat mich stets dazu animiert, weiter zu lesen, denn man möchte unbedingt wissen, wie die Geschichte damals und heute endet. Für mich war hierdurch eine anhaltende Spannung gegeben.

Die Protagonisten wurden sehr authentisch und lebendig dargestellt, die schönen Momente, aber auch die, die nachdenklich machen, das Eintauchen in die unterschiedlichen Gefühlswelten war nachvollziehbar beschrieben.

Ausserdem hervorheben möchte ich noch die wundervollen Beschreibungen Lapplands, der Natur und des Lebens. Hierüber hätte ich gerne noch viel mehr gelesen, weil es einfach so interessant und anschaulich geschildert wurde. Die Autorin hat es spielend leicht geschafft, mir hierzu klare Bilder vor Augen zu führen.

So gerne hätte ich noch weitergelesen, aber jede Geschichte hat nun mal irgendwann ein Ende und dieses hier war einfach schön gewählt. Und dass letztendlich keine Fragen ungeklärt geblieben sind, hat mir umso besser gefallen.

Ein mitreißender Familienroman, der mich wirklich begeistert hat. Ich vergebe sehr gerne 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 09.10.2020

Überzeugende Verknüpfung des Schicksals zweier Frauen

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Susanne lebt seit 42 Jahren in Kirchheim unter Teck. Sie ist verheiratet, hat drei Kinder und hilft ihrem Bruder Martin in dessen Café als Bedienung aus. Eines Tages fällt ihr dort eine ältere Frau mit ...

Susanne lebt seit 42 Jahren in Kirchheim unter Teck. Sie ist verheiratet, hat drei Kinder und hilft ihrem Bruder Martin in dessen Café als Bedienung aus. Eines Tages fällt ihr dort eine ältere Frau mit einem langen weißen Zopf und buntem Schultertuch auf, die interessiert ihre Umgebung beobachtet. Es ist die in Lappland lebende Ida, die später behauptet, die Schwester von Susannes Mutter Christel zu sein. Doch Susanne, die schon zeit ihres Lebens im Ort wohnt, hat noch nie von Ida gehört, auch ihr Bruder nicht. Christel ist dement und lebt inzwischen in einem Seniorenheim und kann keine Auskunft geben. Der Roman „Tage mit Ida“ von Hiltrud Baier begleitet Susanne auf der Suche nach der Geschichte hinter der Behauptung Idas.

Die Autorin entwickelt ihren Roman zunächst auf zwei Handlungsebenen. Die Haupthandlung spielt im Jahr 1999 und wird später durchgehend fortgesetzt, eine weitere blickt zurück auf längst vergangene Ereignisse zwischen 1928 und 1939. Das Familiengeheimnis wird bis fast zum Ende bewahrt und erhält eine gewisse hintergründige Spannung aufrecht.

Im Laufe der Erzählung lernte ich Susanne und Ida näher kennen. Beide haben einige Gemeinsamkeiten, die aber auf den ersten Blick nicht augenfällig sind. Als Susanne Ida kennenlernt befindet sie sich gerade in einer Selbstfindungsphase. Sie stellt ihre Rolle als Hausfrau und Mutter in Frage, denn bald wird auch schon ihr jüngster Sohn flügge werden. Während ihr Ehemann beruflich bedingt in der Woche auswärts wohnt, bleibt ihr genügend Zeit ihr Leben zu überdenken. Mit viel Einfühlungsvermögen schildert die Autorin ein realistisches Szenario, das ich gut nachvollziehen konnte.

Hiltrud Baier bringt in ihren Roman nicht nur ihre Kenntnisse zu Kirchheim unter Teck ein, wo sie lange gelebt hat bevor sie nach Schweden auswanderte, sondern auch ihre Liebe für Lappland. Ihre Figur Ida transportiert einiges über die samische Lebensweise und auch Bräuche. Obwohl das lange zurückliegende Zerwürfnis zwischen Christel und Ida für eine angespannte Atmosphäre im Roman sorgt, wird diese doch immer wieder beschwichtigt durch Erinnerungen Idas, die sich mit ihrem Schicksal auseinandergesetzt und dieses akzeptiert hat. Anhand von Idas Suche nach ihren Kindheitswurzeln verdeutlicht die Autorin den Stellenwert der Familie.

Die „Tage mit Ida“ vergingen wie im Fluge. Hiltrud Baier gelingt eine geschickte, überzeugende Verknüpfung des Schicksals zweier Frauen, die angereichert ist mit Höhen und Tiefen und immer wieder überrascht, auch noch zum Ende hin. Ich fühlte mich bestens unterhalten und empfehle den Roman daher sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 09.10.2020

Spannende Generationen- und Familiengeschichte

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Susanne ist nicht wirklich zufrieden mit ihrem Leben. Ihr Mann arbeitet in einer anderen Stadt, die drei Kinder sind praktisch aus dem Haus und sie ist viel zu oft allein. Da taucht plötzlich eine ältere ...

Susanne ist nicht wirklich zufrieden mit ihrem Leben. Ihr Mann arbeitet in einer anderen Stadt, die drei Kinder sind praktisch aus dem Haus und sie ist viel zu oft allein. Da taucht plötzlich eine ältere Frau mit einem langen grauen geflochtenen Zopf und einem auffälligen bunten Schultertuch auf, die behauptet, die Schwester von Susannes Mutter zu sein. Susanne fällt aus allen Wolken, denn ihre demente Mutter, die inzwischen im Altenheim lebt, hat nie eine Schwester erwähnt…


Meine Meinung:
Dies war das erste Buch, das ich von Hiltrud Baier gelesen habe, und ich war gleich begeistert. Dank des wunderbar flüssigen Schreibstils und der sehr klar und glaubwürdig gezeichneten handelnden Personen bin ich direkt gut in die Handlung gekommen.
Sehr gelungen fand ich, dass sich Kapitel aus der Gegenwart mit Rückblenden abwechselten, wodurch man als Leser(in) ein sehr rundes Bild vom Geschehen bekam.

Die Handlung hat einen wirklich gelungenen Spannungsbogen – und es kamen im Laufe der Geschichte mehrere sehr überraschende Informationen, die Vergangenheit betreffend, heraus. Dabei waren die Wendungen immer sehr glaubwürdig und stimmig gehalten.
Ich fand es sehr interessant, wie hier wichtige Kapitel der deutschen Geschichte (rund um das Dritte Reich und die Judenverfolgung) in eine Familiengeschichte eingebettet wurden.

Neben den historischen Zusammenhängen fand ich auch die Orte der Handlung sehr authentisch beschrieben. Hierdurch konnte ich mir das Geschehen und die dazugehörigen Schauplätze sehr gut vorstellen. Oft war die Erzählung wie ein guter Film, das Kopfkino hat gut funktioniert.


Fazit:
Ich lese sehr gerne Familien- und Generationengeschichten und diese war eine besonders gelungene. Gerne würde ich noch mehr über die Familie von Susanne und Ida erfahren!

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Veröffentlicht am 07.10.2020

Ruhiger, melancholischer Roman mitten aus dem Leben, der mit authentischen Figuren überzeugt

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Susanne steckt gerade in einer Krise. Ehemann Udo hat eine neue Stellung, arbeitet nun unter der Woche in München und wenn er die Wochenenden zu Hause in Kirchheim an der Teck verbringt, zeigt er sich ...

Susanne steckt gerade in einer Krise. Ehemann Udo hat eine neue Stellung, arbeitet nun unter der Woche in München und wenn er die Wochenenden zu Hause in Kirchheim an der Teck verbringt, zeigt er sich desinteressiert und es kommt häufig zu Streit. Außerdem leidet Susannes Mutter an Demenz und erkennt ihre eigene Tochter nicht mehr. Susanne flüchtet sich immer öfter in den Alkohol, um die Realität zu verdrängen. Ausgerechnet jetzt taucht eine fremde, merkwürdig anmutende Frau, Ida, im Café von Susannes Bruder Martin auf, in dem Susanne als Bedienung aushilft. Sie behauptet, die Halbschwester von Susannes Mutter zu sein.

Hiltrud Baier schreibt flüssig, klar und angenehm lesbar aus Susannes Perspektive und in Rückblicken aus der von Ida. So werden langsam immer mehr Umstände aus der Vergangenheit enthüllt, die zur aktuellen Entwicklung geführt haben. Diese Erzählweise sorgt für Abwechslung und Spannung.

Die Figuren in „Tage mit Ida“ überzeugen durch ihre Authentizität. Sie wirken sehr glaubwürdig und einfach „menschlich“. Susanne z.B. reagiert oft nicht rational und vernünftig, sondern aus dem Bauch heraus und kann dabei auch ziemlich ungerecht und verletzend werden. Während sie für Ida Verständnis hat, zeigt sie z.B. Udo gegenüber weniger Geduld und Nachsicht. Sie selbst ist durchaus verletzlich und manchmal schwach, das wird von Hiltrud Baier sehr eindrücklich ausgeführt.
Auch Ida hat ihre Ecken und Kanten und ist nicht unfehlbar. Sie wirkt sehr sympathisch und zurückhaltend. Ihr Werdegang, ihr Leben in Lappland, ihre Prägung durch die samische Kultur
-Exotik der anderen Art- machen sie zu einem sehr interessanten Charakter. Susannes Mutter Christel wird ebenso differenziert betrachtet. Während manche Figuren Probleme im Umgang mit ihr haben, hat sie sich für andere Personen wiederum sehr engagiert und mit Herzblut eingesetzt. Die Darstellung der mehrdimensionalen, ambivalente Figuren, die nicht eindeutig in „schwarz“ und „weiß“ einzuordnen sind, sondern auch „Graustufen“ haben, imponiert mir.

Im Laufe des Romans ergibt sich ein zunehmend komplettes Bild von der Handlung, aber auch von den einzelnen Charaktere, dadurch wird der Spannungsbogen hochgehalten. Die Geschichte endet schlussendlich stimmig und rund.
Hiltrud Baier beweist, dass es sich lohnt, Personen und Situationen intensiver zu betrachten, einen zweiten Blick auf sie zu riskieren und nicht vorschnell zu urteilen. Menschen machen Fehler, aber es ist nie zu spät, ihnen zu verzeihen. Wer sich selbst eigene Fehler ein- und zugesteht, wird es leichter haben, die Schwächen der anderen zu vergeben. Außerdem ist es wichtig und bereichernd, auch andere Sichtweisen anzunehmen. Denn oftmals machen verschiedene Perspektiven auf und individuelle Betrachtungsweisen eines Menschen diesen erst richtig aus.

Tage mit Ida“ ist ein leiser Roman mit ganz viel Menschlichkeit. Melancholisch, aber an keiner Stelle kitschig, eher „skandinavisch klar“. Ich habe Idas und Susannes Geschichte sehr genossen. Für mich ein authentischer, glaubwürdiger, ruhiger Roman, nicht auf Hochglanz poliert, sondern realistisch und einfach nah dran am und trief drin im Leben.

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Veröffentlicht am 28.09.2020

Tragische Familiengeschichte

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„Wir wissen doch manchmal selber nicht, wer wir sind. Wie sollen wir dann wissen, wer unsere Liebsten sind?“



Das Mädchen oder die junge Frau auf dem Titelbild, von der nur der geflochtene dicke Zopf ...

„Wir wissen doch manchmal selber nicht, wer wir sind. Wie sollen wir dann wissen, wer unsere Liebsten sind?“



Das Mädchen oder die junge Frau auf dem Titelbild, von der nur der geflochtene dicke Zopf mit den eingebundenen Schneeglöckchen zu sehen ist, hat meine Neugier auf das Buch geweckt. „Tage mit Ida“ von Hiltrud Baier ist erschienen im Verlag Krüger und erzählt eine wunderbar einfühlsame Geschichte über drei Frauen.

Als sich Susanne und Ida im Jahr 1999 über den Weg laufen, kennen sie sich noch nicht. Aber sie scheinen wie mit einem unsichtbaren Band verbunden zu sein. Sie treffen sich wieder. Bei dieser Begegnung erfährt Susanne, dass Ida die Schwester ihrer Mutter Christel ist. Susanne kann es nicht glauben, denn ihre Mutter hat nie von einer Schwester gesprochen. Warum nicht? Wenn sie es von ihrer Mutter nicht mehr erfahren kann, wird Ida ihre Frage beantworten?

Das Buch spielt in zwei Zeitebenen und geht dabei zurück bis in das Jahr 1927. Mir gefallen nicht nur die kurzen Episoden mit den Wechseln zwischen Zeit und Ort außerordentlich gut, sondern auch die Selbstverständlichkeit, mit der es der Autorin gelingt, mich als Leserin mit hineinzunehmen in die Geschichte, in der Susanne und Ida versuchen, Licht in das Dunkel ihrer Familiengeheimnisse zu bringen.

Für mich waren es großartige Tage mit Ida, die viel zu schnell zu Ende gegangen sind. Der außergewöhnliche Schreibstil, die spannende und emotionsgeladene Handlung und die vielen überraschenden Momente, die nicht immer nur schön waren, sondern manchmal den Atem stocken ließen, haben mir ganz besonders wertvolle Lesestunden bereitet. Dabei sind mir die Protagonisten so sehr ans Herz gewachsen, dass ich von einer Fortsetzung der Geschichte – hinein in die Gegenwart – träume. Sehr gern gebe ich meine Leseempfehlung für dieses besondere Buch.

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