Cover-Bild Die Unschärfe der Welt
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15,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Klett-Cotta
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 22.08.2020
  • ISBN: 9783608120004
Iris Wolff

Die Unschärfe der Welt

Roman
Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2020, den Bayerischen Buchpreis in der Kategorie Belletristik 2020 sowie den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2020.

»Eine Autorin mit einem traumsicheren Sprachgefühl« Denis Scheck

»So schön hat noch niemand Geschichte zum Schweben gebracht.« Stefan Kister, Stuttgarter Zeitung

Iris Wolff erzählt die bewegte Geschichte einer Familie aus dem Banat, deren Bande so eng geknüpft sind, dass sie selbst über Grenzen hinweg nicht zerreißen. Ein Roman über Menschen aus vier Generationen, der auf berückend poetische Weise Verlust und Neuanfang miteinander in Beziehung setzt.

Hätten Florentine und Hannes den beiden jungen Reisenden auch dann ihre Tür geöffnet, wenn sie geahnt hätten, welche Rolle der Besuch aus der DDR im Leben der Banater Familie noch spielen wird? Hätte Samuel seinem besten Freund Oz auch dann rückhaltlos beigestanden, wenn er das Ausmaß seiner Entscheidung überblickt hätte? In »Die Unschärfe der Welt« verbinden sich die Lebenswege von sieben Personen, sieben Wahlverwandten, die sich trotz Schicksalsschlägen und räumlichen Distanzen unaufhörlich aufeinander zubewegen. So entsteht vor dem Hintergrund des zusammenbrechenden Ostblocks und der wechselvollen Geschichte des 20. Jahrhunderts ein großer Roman über Freundschaft und das, was wir bereit sind, für das Glück eines anderen aufzugeben. Kunstvoll und höchst präzise lotet Iris Wolff die Möglichkeiten und Grenzen von Sprache und Erinnerung aus – und von jenen Bildern, die sich andere von uns machen.

Fragen und Antworten von Iris Wolff zum Roman finden Sie unter >> Zusatzinfos.

- Ernst-Habermann-Preis 2014
- Literaturpreis ALPHA 2018
- Otto-Stoessl-Preis 2018
- Thaddäus-Troll-Preis 2019
- Alfred-Döblin-Preis 2019 (Shortlist)
- Marieluise-Fleißer-Preis 2019

»Iris Wolff erzählt aus einer tiefen Ruhe heraus. Sie weitet dadurch die Zeit. Für ein Jahrhundert und etliche Menschenleben braucht sie nicht einmal zweihundert Seiten. Und nichts fehlt.«
Carsten Hueck, SWR2

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.03.2021

Heimat! Nur wo?

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Klappentext:
„...Hätten Florentine und Hannes den beiden jungen Reisenden auch dann ihre Tür geöffnet, wenn sie geahnt hätten, welche Rolle der Besuch aus der DDR im Leben der Banater Familie noch spielen ...

Klappentext:
„...Hätten Florentine und Hannes den beiden jungen Reisenden auch dann ihre Tür geöffnet, wenn sie geahnt hätten, welche Rolle der Besuch aus der DDR im Leben der Banater Familie noch spielen wird? Hätte Samuel seinem besten Freund Oz auch dann rückhaltlos beigestanden, wenn er das Ausmaß seiner Entscheidung überblickt hätte?...“

Autorin Iris Wolff hat mich mit ihrem Roman „Die Unschärfe der Welt“ sehr stark getroffen. Allein ihre Wortwahl und das gesamte Zusammenspiel zwischen den Personen, der Zeit und dem, was die Zeit eben bringt, was kommen wird, war einfach überwältigend gut. Wolff geht mit ihren Protagonisten gefühlvoll aber dennoch bestimmend vor und wir Leser erleben Menschen, die die Zeit leben in der die Geschichte spielt. Die Frage von „Hätte? Wäre? Wenn?“ ist hier der rote Faden der besonderen Art. Die Personen wurden sehr detailliert und emotional von Wolff gezeichnet. Das Leben der damaligen Zeit verschmilzt beim lesen in ein Gedankenkino, welches lange nachhallt und den Leser beschäftigt. 7 Generationen in 7 Geschichten und mit ganz besonderen Charakteren, die mal mehr oder auch gar nicht zu Wort kommen, wir aber dennoch so unheimlich viel erfahren, das die Geschichte unheimlich fesselt.
Eine ganz poetische Geschichte, die die Gedankenwelt der Leser nachhaltig beeindruckt - 5 von 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 27.08.2020

Ein eindrücklich erzähltes Zeitbild

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„Es gab eine Zeit, die vorwärts eilte, und eine Zeit, die rückwärts lief. Eine Zeit, die im Kreis ging, und eine, die sich nicht bewegte, nie mehr als ein einzelner Augenblick.“ (Zitat Pos. 390)

Inhalt
Der ...

„Es gab eine Zeit, die vorwärts eilte, und eine Zeit, die rückwärts lief. Eine Zeit, die im Kreis ging, und eine, die sich nicht bewegte, nie mehr als ein einzelner Augenblick.“ (Zitat Pos. 390)

Inhalt
Der junge Pfarrer Hannes erhält seine erste eigene Pfarrstelle und so zieht er mit Florentine, seiner Frau, in ein Dorf im Banat, wo auch ihr Sohn Samuel geboren wird. Das Leben der deutschsprachigen Bevölkerung im kommunistisch regierten Rumänien ist schwierig. Misstrauisch wird beobachtet, wer die Gastfreundschaft des Pfarrhofes für Übernachtungen in Anspruch nimmt, besonders, wenn es Reisende aus der DDR sind. Samuel beginnt spät zu sprechen und ist wie seine Mutter nachdenklich und schweigsam, ein Außenseiter. Nika, die sehr jung gestorben ist, war die beste Freundin von Florentine und Nikas Sohn Oswald „Oz“ ist jetzt der beste Freund von Samuel. Nach den Erfahrungen im Militärdienst will Oz Rumänien verlassen, doch er bekommt keine Ausreisegenehmigung. Was bedeuten seine Visionen von Drachen, die ihn immer wieder heimsuchen? Samuel erklärt es ihm, denn er hat die Lösung – Drachen fliegen…

Thema und Genre
In diesem zeitgeschichtlichen Generationenroman geht es um eine Familie und ihre Freunde und Bekannten, um das Leben und Schicksal von vier Generationen in einer politisch unsicheren Zeit, die geprägt ist von der Diktatur und Unterdrückung unter Nicolae Ceaușescu, und von den nachfolgenden Veränderungen. Es geht um Entscheidungen, Zufälle, und um die Liebe, vor allem aber um den uneingeschränkten Zusammenhalt einer Familie.

Charaktere
Im Mittelpunkt stehen die Mitglieder der Familie um Hannes und Florentine, das sind Karline und Johann, die Eltern von Hannes, sowie Samuel, der Sohn von Hannes und Florentine. Sie alle versuchen auf unterschiedliche Art, das Leben mit allen Höhen und Tiefen zu meistern.

Handlung und Schreibstil
Die Handlung spielt in Rumänien und Deutschland, in den Jahren vor und nach dem Fall der Berliner Mauer und der Grenzöffnung. Die Ereignisse im Leben der Familienmitglieder werden episodenhaft erzählt. Neue Begegnungen erweitern den Personenkreis, manche bleiben als Freunde, andere entfernen sich wieder, bis sich mit den Jahren und den Erinnerungen langsam der Kreis schließt. Teilweise fühlte die Handlung sich für mich zu bruchstückhaft an, wie Momentaufnahmen, die rasch vorbeiziehen. Was mich jedoch beeindruckte und immer wieder in die Geschichte zurückholte, war die auf eine leise Art sehr intensive, eindringliche Erzählsprache.

Fazit
Ein Roman von der Suche nach dem Platz im Leben, vom Aufbruch und von Menschen, die zwischen Heimat, Freiheit und Fremde entscheiden müssen, bevor die Grenzen fallen und sich der Kreis der Generationen wieder schließt. Ein Zeitbild, eindrücklich erzählt.

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Veröffentlicht am 25.08.2020

Einfach gut

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Die deutsche Schriftstellerin Iris Wolff ist in Hermannstadt in Siebenbürgen geboren.
Für ihre Werke hat sie schon einige Preise erhalten.
Dort ist auch teilweise der Schauplatz ihres Romans „Die Unschärfe ...


Die deutsche Schriftstellerin Iris Wolff ist in Hermannstadt in Siebenbürgen geboren.
Für ihre Werke hat sie schon einige Preise erhalten.
Dort ist auch teilweise der Schauplatz ihres Romans „Die Unschärfe der Welt“.
Sie schreibt bewegend von einer Familie über vier Generationen aus dem Banat.
Mit poetische Stimme führt sie uns durch die Zeiten. Wir erfahren von dem Schicksal mehrerer Personen.
Die politischen Ansichten in Siebenbürgen war gefährlich. Nur weil zwei DDR Bürger sie besuchen, gibt es polizeiliche Befragungen, die nicht ohne Gewalt waren.
Die Kindheit Samuels wird erzählt und seine Flucht mit seinem Freund Oz.

Die Autorin braucht für diese große Geschichte gerade mal gut 200 Seiten. Es ist ein dichtes besonderes Werk.
Ich könnte mir den Roman als Film vorstellen.


Veröffentlicht am 24.08.2020

Poetisch

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Ein sehr gelungenes Familienportraits in einer beeindruckenden Sprachgewalt. Die Schicksale der Figuren sind alle miteinander verknüpft und eng umwoben. Entscheidungen werden. immer wieder hinterfragt ...

Ein sehr gelungenes Familienportraits in einer beeindruckenden Sprachgewalt. Die Schicksale der Figuren sind alle miteinander verknüpft und eng umwoben. Entscheidungen werden. immer wieder hinterfragt und die Konsequenzen daraus gezogen. Auch der geschichtliche Hintergrund ist interessant, denn es spielt zu Zeiten des zusammenbrechenden Ostens. Ich fand das Buch richtig gut und kann es nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 12.10.2020

Ein Familienalbum voller Poesie

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In ihrem Roman „Die Unschärfe der Welt“ überführt uns Iris Wolff nach verschneites Banat Ende sechziger Jahre, wo der Protagonist Samuel in einer Pfarrerfamilie zur Welt kommt. Samuel wächst sehr gut behütet ...

In ihrem Roman „Die Unschärfe der Welt“ überführt uns Iris Wolff nach verschneites Banat Ende sechziger Jahre, wo der Protagonist Samuel in einer Pfarrerfamilie zur Welt kommt. Samuel wächst sehr gut behütet auf. Das Pfarrhaus mit großem Garten und Obstbäumen, in dem er viel Zeit vor allem mit seiner Mutter verbringt, gleicht einer Idylle, die von der übrigen von Ceausescu regierten Rumänien abgeschnitten ist.

Der Roman ist, genauso wie ein Familienalbum voller diversen Fotos, eine Sammlung von Bildern aus dem Leben der Familie über vier Generationen hinweg. Bildern, die dem Betrachter, die Geschichte dieser Familie erzählen.

In kurzen Kapiteln vertrauen uns die einzelnen Familienmitglieder ihre Erinnerungen und Episoden aus ihrem Leben an, erzählen ihre persönlichen Geschichten. So lernen wir nicht nur den schweigsamen Träumer Samuel, der als Kind lange nicht sprechen will, später aber die Kraft und die Wirkung der Worte sehr zu schätzen wusste, aus der Perspektive des jeweiligen Erzählers kennen. Auch die anderen Familienmitglieder, sowie ihre Freunde und die Umgebung, werden uns auf diese Weise nähergebracht. Die unterschiedliche Erzählweise und die Zeitsprünge zwischen den einzelnen Erzählungen bewirken jedoch, dass die Protagonisten unnahbar bleiben, ihre Schicksale berühren nur selten. Vieles bliebt in dieser Geschichte verschwommen, unscharf.

Der Roman besticht jedoch durch seine wunderschöne dichterische Sprache und poetische Bilder der rumänischen Landschaft. Auch die emotionale Kritik der Diktatur von Ceausescu beeindruckt und beweist, dass diese Geschichte der Autorin sehr am Herzen liegt. Iris Wolff ist geboren und aufgewachsen im Banat und in Siebenbürgen.

Der Roman steht auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2020. Ich würde ihn allen Lesern empfehlen, für die ein Buch viel mehr als „nur Unterhaltung“ bedeutet.

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