Cover-Bild Laufen
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16,99
inkl. MwSt
  • Verlag: E-Books im Verlag Kiepenheuer & Witsch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 12.09.2019
  • ISBN: 9783462350050
Isabel Bogdan

Laufen

Roman
Isabel Bogdan überrascht mit einem Roman über eine Frau, die nach einem Schicksalsschlag um ihr Leben läuft.

Eine Ich-Erzählerin wird nach einem erschütternden Verlust aus der Bahn geworfen und beginnt mit dem Laufen. Erst schafft sie nur kleine Strecken, doch nach und nach werden Laufen und Leben wieder selbstverständlicher. Konsequent im inneren Monolog geschrieben, zeigt dieser eindringliche Roman, was es heißt, an Leib und Seele zu gesunden. Isabel Bogdan, deren Roman »Der Pfau« ein großer Bestseller wurde, betritt mit diesem Buch neues Parkett.

Eine Frau läuft. Schnell wird klar, dass es nicht nur um ein gesünderes oder gar leichteres Leben geht. Durch ihre Augen und ihre mäandernden Gedanken erfährt der Leser nach und nach, warum das Laufen ein existenzielles Bedürfnis für sie ist. Wie wird man mit einem Verlust fertig? Welche Rolle spielen Freunde und Familie? Welche Rolle spielt die Zeit? Und der Beruf? Schritt für Schritt erobert sich die Erzählerin die Souveränität über ihr Leben zurück.

Isabel Bogdan beschreibt mit großem Einfühlungsvermögen und einem ganz anderen Ton den Weg einer Frau, die nach langer Zeit der Trauer wieder Mut fasst und ihren Lebenshunger und Humor zurückgewinnt.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.12.2019

Das Gefühl, in einen fremden Kopf hineinzusehen

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Inhalt & Handlung:
Vom tragischen Selbstmord ihres Lebensgefährten zutiefst erschüttert, versucht die Protagonistin, welche als Ich-Erzählerin auftritt, in ihrem Leben wieder Halt zu finden, indem sie ...

Inhalt & Handlung:
Vom tragischen Selbstmord ihres Lebensgefährten zutiefst erschüttert, versucht die Protagonistin, welche als Ich-Erzählerin auftritt, in ihrem Leben wieder Halt zu finden, indem sie sich dem Laufen zuwendet und durch ihre zunehmende Fitness zugleich auch wieder neuen Lebensmut findet.

Schreibstil:
Isabel Bogdan hat dieses Buch als inneren Monolog einer Ich-Erzählerin aufgebaut, die ihren Gedanken freien Lauf lässt, während sie sich auf den diesjährigen Alster-Lauf vorbereitet. Der Text schlingt sich in unzähligen, mäanderartigen Sätzen voran, die zum Teil bloße Gedankenfetzen beinhalten – unterbrochen vom ständigen Bemühen der Protagonistin, sich auf eine regelmäßige Atmung zu konzentrieren. Eine sehr interessante, wenn auch ungewöhnliche Erzähltechnik, die jedoch sehr schön die ungeordneten Gedankengänge der Person bei der sportlichen Aktivität widerspiegelt. Man hat dadurch beinahe das Gefühl, in ihren Kopf hineinsehen zu können. Nach und nach erfährt man die komplette Hintergrundgeschichte, die für ihren momentanen Gefühlszustand verantwortlich ist.

Charaktere:
Im Grunde geht es hier hauptsächlich um die Gefühlswelt der Ich-Erzählerin, deren Welt mit dem Selbstmord ihres depressiven Lebensgefährten, plötzlich zum Stillstand kommt. Durch regelmäßige Laufeinheiten beginnt sie sich mehr auf sich zu besinnen und kämpft sich dadurch - im wahrsten Sinn des Wortes - zurück ins Leben.

Cover:
Das Cover gefällt mir sehr gut, obwohl oder vielleicht auch weil es so spartanisch-schlicht gehalten ist. In gewisser Weise bildet es den Inhalt des Buches ab, indem es sich auf das Wesentliche reduziert, so wie sich die Protagonistin in ihrem Schmerz beginnt, sich wieder auf sich selbst zu konzentrieren.

Autorin:
Isabel Bogdan stammt gebürtig aus Köln, sie studierte Anglistik und Japanologie in Heidelberg und Tokyo. Mittlerweile hat sie sich einen Namen als deutsche Literaturübersetzerin gemacht und ist selbst unter die Autoren gegangen.

Meinung und persönliche Kritikpunkte:
Dieses Buch ist sicher keine leichte Kost, man taucht in die Gedankenwelt der schwer erschütterten Ich-Erzählerin ein, die vor kurzem mit dem Selbstmord ihres Lebensgefährten konfrontiert wurde, und die nun versucht, ihre Gedanken zu sortieren und nach längerem Hadern mit ihrem Schicksal, nun langsam einen Weg in einen neuen, positiveren Lebensabschnitt findet.
Sehr gut gemacht ist hierbei die Wahl der Erzähltechnik, die das ständige Kreisen der Gedanken um das Kernthema, dem Freitod eines geliebten Menschen und die damit verbundenen Gefühle, toll widerspiegelt. Trotzdem hatte ich beim Lesen bis knapp vor dem Schluss des Öfteren den Eindruck, auf der Stelle zu treten, zumal ich die Thematik zusätzlich als sehr belastend empfand. Das Buch ließ den Leser schließlich mit gemischten Gefühlen zurück.
Nach dem heiteren Roman „der Pfau“, der mit jeder Menge schwarzem Humor aufwartete, eine gänzlich andere Seite der Autorin Isabel Bogdan, die damit ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellt.

Fazit:
Keine leichte Kost, die an manchen Stellen auch Längen zeigt, jedoch eine sehr interessante Darstellung der Trauerbewältigung.

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Veröffentlicht am 05.12.2019

Intensiver, berührender Roman

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INHALT
Eine Frau beginnt wieder mit dem Laufen. Sie hat mit jedem Schritt zu kämpfen bis sie schließlich immer größere Strecken schafft. Schnell wird klar, dass es ihr beim Laufen nicht um den gesundheitlichen ...

INHALT
Eine Frau beginnt wieder mit dem Laufen. Sie hat mit jedem Schritt zu kämpfen bis sie schließlich immer größere Strecken schafft. Schnell wird klar, dass es ihr beim Laufen nicht um den gesundheitlichen Aspekt geht, sondern ein existenzielles Bedürfnis für sie darstellt. Nach einem erschütternden, persönlichen Verlust wurde sie völlig aus der Bahn geworfen. Schrittweise wird das Laufen nun für sie wieder selbstverständlich und so erkämpft sie sich allmählich die Souveränität über ihr Leben zurück und fasst neuen Lebensmut ...

(Quelle: Kiepenheuer & Witsch)
MEINE MEINUNG
Nach ihrem Bestseller-Roman »Der Pfau« ist nun ein Roman von Isabel Bogdan erschienen, der überraschenderweise ganz neue Wege beschreitet und eine sehr ernste Thematik behandelt. Es ist ein außergewöhnlicher, äußerst eindringlich geschriebener Roman über eine Frau von Anfang vierzig, der es nach einem schweren Schicksalsschlag mit Hilfe des Laufens allmählich gelingt, ihre tiefe Trauer zu überwinden, an Leib und Seele zu gesunden und schließlich wieder ins Leben zurückzufinden.
Obwohl es anfangs etwas schwierig ist, sich in den ungewöhnlichen, aber sehr authentischen Schreibstil der Autorin hineinzufinden, dauert es nicht lange, bis man gebannt dem inneren Monolog und endlosen Gedankenkarussell der namenlos bleibenden Protagonistin und Ich-Erzählerin folgt und in ihren Laufrhythmus hineinfindet. Sehr unmittelbar nehmen wir Anteil an ihrer intensiven Innenansicht - ihrem Leid, ihrer Verzweiflung, Selbstvorwürfen und Wut – angesichts des unfassbar schmerzhaften Verlusts ihres depressiven Partners durch den für sie äußerst überraschenden Freitod. Faszinierend ist es mitzuerleben, wie sich allmählich eine gewisse Ordnung in ihre rastlosen, mäandrierenden Gedanken kommt, sich eine zunehmende Distanzierung zu dem traumatisierenden Ereignis einschleicht und langsam innere Heilungsprozesse einsetzen. Geschickt und äußerst überzeugend setzt Bogdan die allmählichen Entwicklungen in der angeschlagenen Psyche ihrer Hauptfigur und ihrer Auseinandersetzung mit ihrem Verlust durch subtile Veränderungen in ihrem Schreibstil um. Allmählich erweitert sich ihr gedanklicher Fokus weg von der reinen qualvollen Laufroutine, ihrer Trauer und ihrem Schmerz hin zu Gedanken über ihren Beruf als Musikerin, ihre Freunde und Familie und einer Auseinandersetzung mit ihren unerfüllten Träumen. Immer besser gelingt es ihr mit ihrer Trauer umzugehen, endlich „ihren Friesennerz“ abzulegen und die Dunkelheit hinter sich zu lassen – dank der unschätzbaren Hilfe einer hervorragenden Therapeutin und ihrer Freundin Rike. Schließlich kann auch die Ich-Erzählerin wieder die schönen Seiten des Lebens entdecken und einen zuversichtlichen Blick in die Zukunft richten.
FAZIT
Ein unglaublich intensiver, berührender und sehr authentisch geschriebener Roman, der einen noch länger beschäftigt! Sehr lesenswert!

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Veröffentlicht am 18.11.2019

Toller Schreibstil, aber der Inhalt....

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Abbruch-Rezension



Meinung:
Der Schreibstil ist einfach der Hammer! Richtig genial. Lange Kettensätze, die den Monolog der Frau richtig gut vermitteln; als würde man selbst diesen Monolog führen.

Und ...

Abbruch-Rezension



Meinung:


Der Schreibstil ist einfach der Hammer! Richtig genial. Lange Kettensätze, die den Monolog der Frau richtig gut vermitteln; als würde man selbst diesen Monolog führen.

Und genau hier wäre mein Problem und weshalb ich abgebrochen habe, denn ich selbst habe schon einiges an Trauer-Bewältigung hinter mich gebracht, etliche (innere) Monologe geführt; Geschehenes verarbeitet. Natürlich darf ich dies nicht mit der Geschichte der Frau vergleichen, das will ich auch gar nicht, aber ich habe gelernt, dass es keinen Sinn macht immer wieder das selbe zu denken; sich immer wieder im Kopf zu wiederholen. Genau das war mein Problem. Ich habe das erste Drittel des Buches geschafft und das ist weniger als ich einem Buch für gewöhnlich gebe, aber für mich war dies beinahe schon zu viel. Immer wieder dieselbe Leier, damit kam ich nicht klar. So hatte ich schon nach kurzer Zeit auch keine Lust mehr das Buch in die Hand zu nehmen.

Es macht den Eindruck, dass sie, die Läuferin,  sich wieder gut im Griff hat. Sie schafft es, dass es kein Kampf mehr ist sich überhaupt zum Laufen aufzuraffen, sie geht sogar arbeiten, aber dennoch wiederholen sich ihre Gedanken wieder und immer wieder. Hier fehlt mir der Fortschritt. Ich ging davon aus, dass wenn ein Buch über solche eine Thematik auf 208 Seiten komprimiert ist, wofür Menschen teilweise Jahre brauchen, es etwas "zügiger" voran geht, der Fokus auch anders verteilt ist. So schockierte es mich, dass das Denken nach einem Drittel immer noch auf der Stelle tritt und sie sich selbst, ihrer Zukunft, keine neue Perspektive angedeihen lässt. Deswegen muss ich sagen: Sorry, aber meins war es nicht.

Fazit:


Genialer Schreibstil, aber inhaltlich konnte es mich leider überhaupt nicht abholen.

Veröffentlicht am 27.10.2019

unbedingt lesen

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Wie verarbeitet man Trauer?
Wie geht man damit um, dass der Lebenspartner sich das Leben nimmt und einen mit all den unbeantworteten Fragen zurück läßt?

In „Laufen“ dem neuen Roman von Isabel Bogdan sind ...

Wie verarbeitet man Trauer?
Wie geht man damit um, dass der Lebenspartner sich das Leben nimmt und einen mit all den unbeantworteten Fragen zurück läßt?

In „Laufen“ dem neuen Roman von Isabel Bogdan sind es genau diese Fragen, die die Ich-Erzählerin umtreiben. Für sie ist da sein großes Loch, in dem vor allem erst mal ein WARUM? steht. Denn so recht verstehe und begreifen kann sie nicht, dass ihr Partner sich das Leben genommen hat. Und so beginnt sie zu laufen. Es fehlt ihr dafür der Atem, die Ausdauer, so wie sie auf all ihre Fragen keine Antwort hat. Doch sie kämpft, mit jedem Mal wird sie besser und so läuft sie sich stück für Stück zurück ins Leben…

Fazit:
Isabell Bogdan überrascht mit „Laufen“, denn diese ungewöhnliche Ich-Erzählerin läßt den Leser schon nach wenigen Seiten nicht mehr los. Einfühlsam begleitet man sie auf ihrem Weg durch die Trauer. Ist bei jedem ihrer Läufe dabei, während sich sich Schritt für Schritt ins Leben zurück kämpft, und dabei erzählt, was passiert ist, wie ihre Familie, Freunde und ihr fast Schwiegereltern damit umgehen.
Neben der Trauer gibt es die gesamte Bandbreite der Gefühle, von Fassungslosigkeit, über Wut bis hin zur einer Art Akzeptanz. Snoderig wird dabei der Leser direkt von der Erzählerin angesprochen mit in ihr Leben gezogen und man muss einfach mitlaufen.
Ich konnte schon nach wenigen Seiten nicht mehr aufhören zu lesen, denn trotz der traurigen Themas, leidet man mit der Erzählerin, weint und lacht mit ihr und spürt den Lebensmut den sie am Ende wieder fasst.
Das Ungewöhnliche wie Laufen erzählt wird, dass man zwar ganz nah an der Geschichte dran ist, und doch noch genug Distanz zur Erzählerin bleibt, berührt und macht dieses Buch für mich zu einem Highlight in diesem Jahr.
5 STERNE

Veröffentlicht am 24.10.2019

Sie läuft sich ins Leben zurück

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Laufen von Isabel Bodgan, erschienen im Kiepenheuer & Witsch Verlag am 12.09.19

Der Lebenspartner ist tot und die Protagonistin hat das erste Jahr ohne ihn hinter sich gebracht. Statt nun weiter über ...

Laufen von Isabel Bodgan, erschienen im Kiepenheuer & Witsch Verlag am 12.09.19

Der Lebenspartner ist tot und die Protagonistin hat das erste Jahr ohne ihn hinter sich gebracht. Statt nun weiter über Stunden Kügelchen in Computerspielen ab zu schießen, hat sie sich entschlossen wieder zu joggen.

Die 43-jährige Frau, in deren Gedanken wir uns befinden hat zu Beginn dieses Buchs nicht wirklich die Form, um zu laufen. Dies wird dadurch ausgedrückt, dass die Sprache sich dieser Situation anpasst und die ersten Seiten erfahren wir mehr über die Mechanik des Laufens und wie man atmen muss, wenn man läuft als über die Protagonistin, die bis zum Ende keinen Namen hat. Sie ist erst mehr auf ihren Körper fixiert, traut sich nichts zu und kämpft um jeden Schritt. Im Laufe der Geschichte erfahren wir in ihren Gedanken was passiert ist, wie es dazu gekommen ist und warum sie Schuldgefühle hat. Dabei werden ihre Laufstrecken interessant beschrieben und man hat fast das Gefühl mit ihr mit zu laufen.

Wir lernen sie kennen, an dem Punkt wo Außenstehende meist denken oder sagen, dass es doch jetzt bald gut sein muss, dass die Wunde heilen wird usw., dieses im Kopf der Hinterbliebenen zu sein gibt der Autorin Raum uns die ganze Geschichte, die Empfindungen die sie hat ungefiltert zu sagen. Dieses Buch ist unglaublich intensiv in seinen Gefühlen, wie wichtig selbst kleine Gesten von Freunden sind und wie groß Einsamkeit in einer großen Menge Leute sein kann. Im Laufe der Geschichte, mit jedem Kilometer den die Protagonistin mehr schafft, desto weniger spielt ihre körperliche Verfassung eine Rolle und mehr und mehr verdrängen die Gedanken über ihre Beziehungen die Gedanken an das Laufen. Das wir mit ihr laufen wird immer wieder durch das gezielte Atmen beim Joggen klar.

Ich weiß nicht, ob dieses Buch geeignet für Leute ist, die gerade selbst ein Tief durch den Verlust eines geliebten Menschen durchmachen müssen. Allen anderen empfehle ich dieses Buch soweit sie nicht depressiv und/oder selbstmordgefährdet sind.