Was tun, wenn plötzlich alles, woran wir glauben, auf der Kippe steht? Ein hochspannender Roman über eine Familie, die mit der Tochter auch den Zusammenhalt zu verlieren droht. Und von einer Gesellschaft, die immer weiter auseinanderdriftet.
Für die lebensfrohe Sofie ist ihre Familie ein Glücksfall. Sie, ihr Vater Markus und ihre Mutter Kerstin geben einander Sicherheit und wissen auch, was dem jeweils anderen wichtig ist. Als Markus seine Tochter mit Konzerttickets für ihre Lieblingssängerin überrascht, geht für diese ein Traum in Erfüllung. Der Abend nimmt jedoch eine schreckliche Wendung: Auf dem Konzert wird ein Anschlag verübt, auch Sofie ist unter den Opfern.
Das einst so glückliche Ehepaar verliert die Balance. Währenddessen spitzt sich die gesellschaftliche Situation zu und die Familie muss mitansehen, wie ihr Unglück politisch instrumentalisiert wird.
Im Moment tiefster Verzweiflung erinnert sich Markus an die soziale Lebenskraft seiner Tochter und beschließt, nicht aufzugeben. Er sucht weiterhin das Gespräch und fasst sogar den gewagten Entschluss, die Familie des Mörders aufzusuchen …
Cover:
Es gefällt mir. Sehr minimalistisch, die Farbgestaltung gefällt mir.
Inhalt und meine Meinung:
Markus überrascht seine 12jährige Tochter Sofie, mit Tickets zu einem ...
Eden, von Jan Costin Wagner
Cover:
Es gefällt mir. Sehr minimalistisch, die Farbgestaltung gefällt mir.
Inhalt und meine Meinung:
Markus überrascht seine 12jährige Tochter Sofie, mit Tickets zu einem Konzert auf das sie unbedingt gehen wollte. Die Freude ist riesig.
Doch genau auf diesem Konzert zündet ein Attentäter eine Bombe und Sofie stirbt.
Dies ist die Ausgangsposition.
Wir erleben wie die verschiedenen Personen im Umfeld von Sofie mit dieser Tragödie umgehen.
Wie die Eltern sich auseinanderleben, weil jeder anders trauert.
Wir erhalten Einblicke in das Leben des Täters und seiner Familie.
Auch die Emotionen des besten Freundes von Sofie und dessen Familie wird gestreift.
Es wird auf jedenfall deutlich, dass es so viele verschiedene Arten gibt mit der Trauer, ja mit dem ganzen Leben, umzugehen.
Es wird auch irgendwie keine Stellung dazu eingenommen, es wird recht neutral und von „außen“ gesehen erzählt.
Autor:
Jan Costin Wagner, Jahrgang 1972, lebt als Schriftsteller und Musiker bei Frankfurt am Main
Mein Fazit:
Kein leichtes Buch, und auch kein Buch das Antworten gibt.
Von mir 4 Sterne.
Eden ist ein ruhiges, aber sehr intensives Buch. Es beginnt mit einem Selbstmordanschlag und stellt die Frage, was danach kommt. Vor allem für die Menschen, die davon betroffen sind, auf ganz unterschiedliche ...
Eden ist ein ruhiges, aber sehr intensives Buch. Es beginnt mit einem Selbstmordanschlag und stellt die Frage, was danach kommt. Vor allem für die Menschen, die davon betroffen sind, auf ganz unterschiedliche Weise. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Eltern eines der Opfer, aber auch der Attentäter selbst. Diese Perspektivenvielfalt hat mich besonders beschäftigt.
Die Sprache ist reduziert, fast nüchtern. Vieles wird nur angedeutet. Das passt zum Thema, erschwert aber manchmal den Zugang zu den Figuren. Ich konnte nicht durchgängig eine emotionale Verbindung aufbauen, war aber stets sehr nah dran und wollte verstehen, was in diesen Menschen vorgeht.
Gut fand ich, dass der Autor sich nicht anmaßt, einfache Erklärungen zu liefern. Es gibt keine moralischen Wertungen, keine schnellen Antworten. Stattdessen bleibt viel Raum für Unsicherheit, Widerspruch und Leerstelle. Genau das regt zum Nachdenken an, auch über eigene Haltungen und Fragen, auf die es keine eindeutigen Antworten gibt.
Was mich jedoch gestört hat: Ich hatte stellenweise den Eindruck, dass eine gewisse Distanz zu manchen Figuren oder Ereignissen nicht nur durch den Stil, sondern auch durch eine Haltung des Autors entsteht, die mir zu einseitig war. Eine größere Offenheit hätte ich mir gewünscht.
Das Buch stellt unbequeme Fragen, lässt vieles offen und fordert dazu auf, genauer hinzusehen. Das richtige Buch zum Nach- und Mitdenken.
Das Buch behandelt ein sensibles Thema: Den Verlust des eigenes Kindes unter schrecklichen Umständen - und dem darauffolgenden Umgang damit. Die Familie ist am Boden zerstört, was verständlich ist, doch ...
Das Buch behandelt ein sensibles Thema: Den Verlust des eigenes Kindes unter schrecklichen Umständen - und dem darauffolgenden Umgang damit. Die Familie ist am Boden zerstört, was verständlich ist, doch sie gibt nicht auf und glaubt an das Gute in Menschen. So sehr, dass sie sich sogar an die Familie des Täters widmen. Unglaublich, wie sensibel ein so emotionales Thema aufbereitet werden kann. Aber das ist hier wirklich gelungen! Außerdem mochte ich, wie andere wichtige und politische Themen mit in die Story flossen.
Ich habe den Schmerz beim Lesen gut verstehen können und war auch sehr bewegt. Das Buch spielt geradezu mit dem Wunsch, zu berühren und gleichzeitig auch Hoffnung zu machen. Denn was wie ein Ende aussieht, kann manchmal erst der Anfang eines Hoffnungsschimmers sein. Und das Buch hilft einem dabei, das zu verstehen. Wenn die Menschen darin nicht aufgeben, warum sollte man dann selbst aufgeben? (Wo die eigenen Probleme viel nichtiger erscheinen.) Der Leser wird zum Nachdenken angeregt und daran erinnert, wie kostbar unsere Zeit auf Erden ist und dass wir sie mit Liebe füllen sollten, aber auch mit Vergebung.
Das Thema selbst verdient viel Lob, denn es ist nicht einfach, so etwas zu schreiben oder zu lesen. Der Schreibstil selbst hat es mir leider nicht besonders angetan. Auch wenn man das Buch schnell lesen konnte, auch wenn es mal beklemmend war, blieb ein Gefühl von: Das ist nicht sonderlich gut geschrieben. Es sind nicht mal die Details oder konkrete Anhaltspunkte, aber die Handlung ist besonders zu Beginn sehr vor sich hin geplätschert und ich konnte keine Spannung in dem Buch sehen. Schade.
Cover: Das Cover ist sehr schlicht aber edel gehalten und die weisse Farbe erinnert ein wenig an Frieden und Stille. Darin ist ein Schemen zu erkennen und der groß gedruckte Titel "Eden", der ...
Cover: Das Cover ist sehr schlicht aber edel gehalten und die weisse Farbe erinnert ein wenig an Frieden und Stille. Darin ist ein Schemen zu erkennen und der groß gedruckte Titel "Eden", der sofort ins Auge springt. Das Cover passt mit seiner Schlichtheit gut zum Inhalt der Geschichte und der Titel konnte mich sofort in den Bann ziehen.
Inhalt: Die Geschichte dreht sich um die lebensfrohe Sofie, ihre Familie ist ein Glücksfall, denn sie selbst, ihr Vater Markus und ihre Mutter Kerstin geben einander Sicherheit und wissen auch, was dem jeweils anderen wichtig ist. Als Markus seine Tochter mit Konzerttickets für ihre Lieblingssängerin überrascht, geht für diese ein Traum in Erfüllung. Der Abend nimmt jedoch eine schreckliche Wendung: Auf dem Konzert wird ein Anschlag verübt, auch Sofie ist unter den Opfern. Das einst so glückliche Ehepaar verliert die Balance. Währenddessen spitzt sich die gesellschaftliche Situation zu und die Familie muss mitansehen, wie ihr Unglück politisch instrumentalisiert wird. Im Moment tiefster Verzweiflung erinnert sich Markus an die soziale Lebenskraft seiner Tochter und beschließt, nicht aufzugeben. Er sucht weiterhin das Gespräch und fasst sogar den gewagten Entschluss, die Familie des Mörders aufzusuchen!
Meine Meinung: In das Buch hat ich gut reingefunden, der Schreibstil ist zwar ungewöhnlich und für manche etwas abgehakt, denn die Sätze sind immer sehr kurz, aber ich fande, dieser Schreibstil hat gut zur Geschichte gepasst und die ganze ohnmächtige Situation gut unterstützt und getragen. Ich hatte das Buch in nur zwei Tagen durchgelesen, da ich sehr gefesselt war und immer wissen wollte wie es weiter geht! Gerade die erste Hälfte des Buches ist nur so dahingeflogen und konnte mich sehr packen. Das Buch wird aus verschiedenen Sichten erzählt, anfangs kommt sogar noch kurz Sofie selbst zum Zug, aber auch aus Sicht von Markus, Kerstin und dem Schulfreund von Sofie, Tobias, wird erzählt. Ein paar kurze Kapitel kommt auch der Täter zur Sprache. Dadurch ist das Buch abwechslungsreich zu lesen und man kann gut in die Gedanken und Gefühle der einzelnen Personen eintauchen. Die erste Hälfte hat mir sehr gut gefallen, man lernt die Familie kennen, das Konzert erlebt man mit und auch die Tat. Die Ohnmacht und die Trauer der Eltern sind auf jeder Seite sehr sichtbar und bedrückend dargestellt. Die Trauerarbeit wirkt immer authentisch und echt. Die zweite Hälfte dreht sich vorallem um Markus und wie er das Gespräch mit der Familie des Täters sucht. Teils wurde mir die Handlung hier etwas zu abstrus und ich habe nicht alle Handlungen von Markus nachvollziehen können. Das Buch endet dann doch sehr abrupt und viele Fragen bleiben offen. Von dem "Gespräch" zwischen Markus der Familie des Täters hätte ich mir mehr erhofft, dieses führt Markus mehr oder weniger im Monolog und die anderen hören ihm zu. Da hätte ich mehr erwartet und auch warum es überhaupt zur Tat gekommen ist und wer vielleicht eine Mitschuld trägt wird nur am Rand behandelt. Dafür wird immer mal wieder auf die AFD eingegangen und ich hatte ehrlich gesagt etwas den Eindruck, dass dies von der Tat und dem Motiv ablenken soll, schade! Ich lasse das Buch etwas ratlos zurück, der Anfang war so einnehmend und toll, das Ende wirkt auf mich nicht rund und der Autor scheint sich etwas verloren zu haben. Viele Fragen bleiben zurück und ich hätte mir ein anderes, runderes Ende gewünscht.