Cover-Bild Wie die Karnickel
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18,99
inkl. MwSt
  • Verlag: SATYR Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Fantasy
  • Genre: Fantasy & Science Fiction / Fantasy & Science Fiction
  • Ersterscheinung: 01.09.2025
  • ISBN: 9783910775367
  • Empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Jasper Fforde

Wie die Karnickel

Roman
Miriam Neidhardt (Übersetzer)

In seinem »bisher ernüchterndsten und realistischsten Buch« (The Guardian) spielt der postmoderne Fantasy- und Bestseller-Autor Jasper Fforde alle Mechanismen von Rassismus und Xenophobie klug und unterhaltsam durch, und zwar in einer absurd-komischen Parallelwelt, die – abgesehen von vermenschlichten Kaninchen – der unseren doch erschreckend ähnelt.
Das britische Dörfchen Much Hemlock, nah an der walisischen Grenze, war immer ein Hort des Friedens. Sauber. Traditionell. Die Menschen aufrecht und beflissen. Doch dann kommen sie. Mit ihrer seltsamen Religion, ihrer aggressiven veganen Agenda und viel zu vielen Kindern. Zwar geben sie sich ruhig und friedliebend, aber wer weiß, wie lange noch? »Sie« sind eine Familie vermenschlichter Kaninchen – das Ergebnis eines unerklärlichen Ereignisses vor rund einem halben Jahrhundert.
Ihr Nachbar, der langjährige Dorfbewohner Peter Knox, muss sich entscheiden: Kann er Zaungast der Entwicklung bleiben und weiterhin eine ruhige Kugel bei der Rabbit Compliance Taskforce schieben oder soll er den neuen Nachbarn beistehen, denen, wie allen anderen 1,2 Millionen Kaninchen im Vereinigten Königreich, die Zwangsumsiedlung nach Wales droht?

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.01.2026

Jasper Ffordes Roman ist eine Satire über Xenophobie, Rassismus, die Macht des Stärkeren und Machtmissbrauch, welcher zu Zeiten des Brexits geschrieben wurde.

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Die Geschichte spielt in Großbritannien auf dem Land. In dem kleinen, noch heimeligen Dorf Much Hemlock ist es mit der Ruhe vorbei, als eine Kaninchenfamilie dort sesshaft wird, die außerhalb einer Kaninchenkolonie ...


Die Geschichte spielt in Großbritannien auf dem Land. In dem kleinen, noch heimeligen Dorf Much Hemlock ist es mit der Ruhe vorbei, als eine Kaninchenfamilie dort sesshaft wird, die außerhalb einer Kaninchenkolonie leben darf.
1965 fand in Großbritannien das Spontane Anthropomorphe Ereignis statt, bei dem u.a. 18 Kaninchen (Wildkaninchen, Laborkaninchen, Hauskaninchen), 6 Wiesel, 3 Füchse teil vermenschlicht worden waren.
Entsprechend ihrer Natur haben sich die Kaninchen mittlerweile derart vermehrt, dass mehr als 1 Million anthropomorphe Kaninchen in Großbritannien leben.
Peter Knox, Nachbar der neuen Dorfbewohner Connie und Doc Rabbit, früherer Studienfreund von Connie und Spotter bei RabCoT, werden von unterschiedlichen Seiten verschiedene Aufgaben auferlegt. Zum einen wollen die Dorfbewohner nicht von den Kaninchen unterwandert werden und wünschen sich ein kaninchenfreies Dorf, weshalb er diese, ggf. mithilfe einer Provision, zum Wegzug bewegen soll. Zum anderen erwartet sein Arbeitgeber RabCoT, Rabbit Compliance Taskforce, die Beobachtung der Kaninchen, in der Hoffnung, so den Untergrund der Kaninchenbewegung ausfindig machen zu können, der nicht nur eine angekündigte Zwangsumsiedlung aller Kaninchen an die walisische Grenze verhindern möchte.
Peter Knox ist ein zurückhaltender und nachgiebiger Zeitgenosse. Ihm sind Falschverdächtigungen und Denunziation zuwider. Er möchte eigentlich nur in Ruhe seiner Arbeit, die ihm ein gutes, auskömmliches Leben ermöglicht, nachgehen.
Durch die unterschiedlichen Erwartungshaltungen seiner Umgebung und der wieder aufkommenden Zuneigung zu seiner früheren Studienfreundin, wird er aus seiner Komfortzone gerissen.
Verrichtet er weiterhin gewissenhaft seine erfolgreiche Arbeit als Kaninchen-Identifikationsagent, die eine „ungesunde positive Haltung gegenüber Kaninchen“ untersagt, und unterstützt er die systematische Diskriminierung und Ausgrenzung der Kaninchen durch die Regierung und Teile der Bevölkerung? Oder soll er den neuen, liebgewonnenen Nachbarn Connie und Doc beistehen, den veganen, friedfertigen und freundlichen Kaninchen, die sich selbstverständlich gut in die Gesellschaft integrieren möchten?

Dies ist ein kurzweiliger, in feinster Satire geschriebener, hochaktueller gesellschaftskritischer Roman.
Angesiedelt in Großbritannien, könnte sich die Geschichte ebenso auf dem Kontinent oder über dem großen Teich ereignen. Sie ist gespickt mit einer Fülle von Anspielungen an die reale Gegenwart. Der Umstand, dass einem zuweilen das herzhafte Lachen im Hals stecken bleiben mag, ist den Parallelen zu den derzeitigen, sich überschlagenden politischen Entwicklungen in der realen Welt geschuldet, insbesondere jenen nach Veröffentlichung des Romans.
Die rasante Vermehrung der Kaninchen steht der sich ebenso rasant entwickelnde Angst und Abwehr gepaart mit wachsender Aggression und Hass allem Fremden und Neuem gegenüber.
Für seine manchmal herzerfrischend überbordende und sehr zugespitzte Satire bedient sich der Autor der Welt der Fabeln.
Auf der eine Seite stehen die liebenswürdigen, friedlichen Kaninchen, die aufgrund ihrer kurzen Lebenszeit ein fröhliches, hedonistisches Lebensziel verfolgen. Sie gehen sehr aufrecht, ehrlich, direkt und ihre Umgebung genau einschätzend durchs Leben. Sie sind die moralische Instanz. Sie sind diejenigen, die zwar selbst Teil einer Nahrungskette sind, sich dies aber nicht zu eigen machen, sondern sich für ein veganes, friedvolles und rücksichtsvolles Leben entscheiden. Was keineswegs bedeutet, dass sie sich ihren ausgefuchsten, gewalttätigen Feinden einfach ausliefern.
Auf der anderen Seite steht eine große Zahl Menschen, unterstützt von den Füchsen an vorderster Front und den Geheimagenten, den Wieseln. Für sie bedeuten die Kaninchen mit ihrer anderen Lebensweise und -einstellung und ihrer raschen Vermehrung eine Gefahr für ihre Gesellschaft, die mit allen Regeln und Mitteln der Macht und Gewalt bekämpft werden muss. Andersdenkende in eigenen Reihen trifft dasselbe Schicksal.
Doch der Widerstand der Kaninchen wird stets aufs Neue intelligent geplant und ausgeführt, mit den überraschendsten Wendungen, ganz im Sinne Haken schlagender Kaninchen.
Dies wiederum führt zu sich überschlagender diskriminierender und fremdenfeindlicher Rhetorik, die immer mehr das Unsagbare nicht nur sagbar macht, sondern auch danach handeln lässt. Immer das Ziel vor Augen, den Widerstand der Kaninchen zu vernichten, oder auch mehr…
Es bleibt spannend bis zum Schluss.
Mit Begeisterung habe ich den Roman gelesen. Man taucht sofort ohne Einleitung in die Geschehnisse ein. Dies fand ich anfangs etwas schwer ob der Vielzahl der Personen und des Umstands, dass manche von ihnen teil vermenschlicht sind, was nicht immer gleich erkennbar ist. Hinzu kommt, dass der Roman nicht zu 100 Prozent in unserer Welt noch in einer Parallelwelt spielt. Doch der flüssige Schreibstil und die lockere Erzählweise des Peter Knox mit seinem trockenen britischen Humor fangen dies leicht wieder auf. Man merkt dem Autor an, dass ihm Peter Knox mit seiner Tochter und die Kaninchen sehr ans Herz gewachsen sind.
Äußerst gelungen finde ich auch die gewählte Erzählform sowie die Wahl Jasper Ffordes, einen „Kaninchen-Identifikationsagenten“ als Protagonisten zu wählen, der diesen Beruf nur ergriffen hat, weil er ein sehr guter Beobachter ist. Gerade die Erzählform des erlebenden Ichs kombiniert mit der überdurchschnittlichen Beobachtungsgabe des Peter Knox, die zuweilen den Eindruck eines auktorialen Erzählers vermittelt, hat mich gefühlt stärker in den Entwicklungsprozess des Peter Knox mit einbezogen und mich bei der Auseinandersetzung der Thematik nicht von der Leine gelassen.
Hier sei noch auf den deutschen Buchtitel bzw. Cover in Perfektion hingewiesen. Der Steckbrief eines „Karnickels“ lässt einen an die alte Redensart „Karnickel hat angefangen“ denken.
Der Autor führt uns erbarmungslos vor Augen, dass eine noch so tolerante und friedfertige Gesinnung allein nicht ausreicht, um gegen hasserfüllte Rhetorik und Taten bestehen, vielleicht auch überleben zu können. Wem trotz oder gerade in der heutigen Zeit dieses Thema am Herzen liegt und britischen Humor und Satire (as it‘s best) liebt, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Humor ist, wenn man trotzdem lacht…

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Veröffentlicht am 21.12.2025

Auch Kaninchen haben Gefühle

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Ein Unfall in einem Labor war wohl die Ursache, als 1965 in Großbritannien plötzlich einige Kaninchen auftauchten, die menschliche Gewohnheiten annahmen und sogar sprechen konnten. Nachdem sie anfangs ...

Ein Unfall in einem Labor war wohl die Ursache, als 1965 in Großbritannien plötzlich einige Kaninchen auftauchten, die menschliche Gewohnheiten annahmen und sogar sprechen konnten. Nachdem sie anfangs toleriert wurden kamen doch bald Bedenken auf, da sie sich rasant vermehrten. Die Menschen befürchteten, sie würden in absehbarer Zeit in der Überzahl sein und gar England beherrschen wollen. Als dann in dem bisher ruhigen Dorf Much Hemlock eine Kaninchenfamilie einzieht, bekommt ihr Nachbar Peter Knox gewaltigen Ärger. Er kennt die „Zibbe“ Connie von früher und ist auch in bisschen verliebt in sie – doch Mensch-Kaninchen-Beziehungen sind streng verboten. Zudem arbeitet er bei der Rabbit Compliance Taskforce, deren Aufgabe es ist, die mittlerweile 1,2 Millionen Kaninchen nach Wales zwangsumzusiedeln …

Jasper Fforde, geb. 1961 in London, ist ein britischer Schriftsteller und Kameramann. Seinen ersten Roman veröffentlichte er bereits 2001. Es folgten zahlreiche Buch-Reihen der Genres Kriminalliteratur, Fantasy und Komik, sowie zwei Kinderbücher. Seine Romane spielen meist in einer fiktionalen Parallelwelt, in der sich Wirklichkeit und Fantasie mischen. Jasper Fforde lebt und arbeitet in Wales.

In seinem für ihn bekannten eigenwilligen Stil hält uns der Autor auf humorvolle Weise den Spiegel vor, indem er vermenschlichte Kaninchen als Sinnbild für Fremdenfeindlichkeit und Misstrauen gegen alles Andersartige benutzt. Kritik an Politik und Gesellschaft ist dabei durchaus gewollt. Um uns das Geschehen näher zu bringen und in die Geschichte einzubinden, lässt er den Protagonisten Peter Knox als Ich-Erzähler auftreten. Ich muss gestehen, dass es bei mir geraume Zeit dauerte bis ich die komplexe Geschichte richtig erfasste, doch dann entwickelte sie einen Sog, der mich vollständig in ihren Bann zog. Man muss die friedvollen vermenschlichten Kaninchen einfach mögen und kann deshalb die Feindseligkeit der Menschen, ihr Misstrauen und ihre Angst vor der anderen Lebensweise nicht verstehen. Ein kluges, gut gemachtes Ende rundet das Geschehen gekonnt ab und lässt uns darüber nachdenken, sich nicht vom vermeintlich Andersartigen abzuwenden, sondern auf ein menschliches Miteinander zu achten.

Fazit: Eine meisterhaft komische Satire gegen Rassismus und Diskriminierung – aktuell und spannend.

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Veröffentlicht am 21.12.2025

Menschenähnlich

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Henry Knox ist ein Kaninchenspotter, denn es gibt menschenähnliche Kaninchen, die registriert werden sollen, aber sich nicht offiziell zeigen. Die Kaninchen sind den Menschen ähnlich, werden aber nicht ...

Henry Knox ist ein Kaninchenspotter, denn es gibt menschenähnliche Kaninchen, die registriert werden sollen, aber sich nicht offiziell zeigen. Die Kaninchen sind den Menschen ähnlich, werden aber nicht anerkannt, ja sogar gehasst. Es gibt nur wenige Plätze, wo sie willkommen sind. So hat Henry ein Problem, als er in der Bibliothek Conny wiedertrifft, die er schon von der Universität kennt, und auch ein wenig verliebt in sie ist. Sie wohnt mit ihrer Familie direkt neben Henry, der dort mit seiner Tochter lebt. Doch eine Verbindung zwischen Kaninchenmenschen und Menschen ist nicht erlaubt und wird verfolgt. Als Henry eine Einladung bei seinen Nachbarn annimmt lernt Pippa auf einer anschließenden Party Harvey kennen und lieben. Henry hat Befürchtungen, dass jetzt Probleme auf ihn zukommen.
„Wie die Karnickel“ von Jasper Fforde ist eine Satire auf das Zusammenleben von unterschiedlichen Spezies. In diesem sind es nicht nur Menschen und menschenähnliche Kaninchen, sondern auch andere menschenähnliche Lebewesen baut der Autor in die Story ein. So ist der Vorgesetzte von Henry in der RabCoT ein Fuchs, der auch not Ffox heißt in Anlehnung an den Namen des Autors, aber auch ein Wiesel. Aber die Kaninchen sind wohl bedrohlicher für die Menschen, da sie auch sehr intelligent sind. So entsteht eine Gesellschaftssatire, die es in sich hat. Mit Hass auf die Neubewohner, mit Demütigungen und immer der Gefahr ausgesetzt von Füchsen straffrei ermordet zu werden. Hier wird der tägliche Rassismus beim Namen genannt. Dargestellt wird das auch auf dem Cover, das Markierungen in den Ohren der Kaninchen zeigen, von Bestrafungen. Es ist eine tiefgreifende Satire, die manchmal nicht leicht zu verstehen ist und es erfordert schon intensives Lesen, um hinter alle Andeutungen zu kommen. Natürlich hat das Buch einen Höhepunkt, der sich natürlich schön bis zum Ende zieht und immer wieder durch Andeutungen geschürt wird. Es gibt auch Fußnoten, die der Autor sehr gut einbaut und so dem ganzen auch einen pseudowissenschaftlichen Anstrich gibt. Interessant sind auch die Erklärungen, die der Autor jedem Kapitelanfang an den Anfang stellt.
Ich finde diese Satire sehr interessant und unterhaltsam. Manchmal habe ich versucht mir die Szenen bildlich vorzustellen und das hat dann schon ein tiefes Lächeln ausgelöst. Also ich möchte dieses Buch auch wegen seiner Aktualität gut empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 21.01.2026

Jasper Fforde halt ;-)

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Jasper Fforde halt

„Wie die Karnickel“ erschien im September 2025 im Satyr Verlag. Und wie könnte es da anders sein: Bei dem recht kurzweiligen Roman handelt es sich um eine feine Satire auf unsere Gesellschaft. ...

Jasper Fforde halt

„Wie die Karnickel“ erschien im September 2025 im Satyr Verlag. Und wie könnte es da anders sein: Bei dem recht kurzweiligen Roman handelt es sich um eine feine Satire auf unsere Gesellschaft. Dabei verwendet Jasper Fforde viele Anspielungen auf ältere Werke der Literatur oder Filmbranche. Alle habe ich wahrscheinlich gar nicht entdeckt, aber das ist überhaupt nicht schlimm. Es gibt auch so genügend Stellen zum Schmunzeln. Ich liebe ja diesen trockenen und schwarzen Humor.

Nach einem etwas schwierigen, ein bisschen trockenen und dabei sehr anspruchsvollen Anfang bekam ich eine herrliche Dystopie zu lesen. Fforde hält uns quasi mit einer Parabel einen Spiegel vor. Zwar geht es in dem Buch um Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gegenüber Kaninchen, doch das lässt sich leicht auf unsere Gesellschaft übertragen, wenn man denn offen dafür sein will.

Vor 55 Jahren geschah DAS ANTHROPOMORPHENDE EREIGNIS. Dabei nahmen verschiedene Tierarten menschliche Körpergröße und andere Eigenschaften an. Während Füchse und Wiesel gut in die Gesellschaft integriert wurden, machten die vermenschlichten Kaninchen den Menschen im Vereinigten Königreich Angst, vermehrten sie sich doch sprichwörtlich und besaßen sogar einen höheren IQ als die Menschen. Die meisten Kaninchen lebten in abgeschlossenen Kolonien, einige aber auch in Freiheit unter den Menschen. Jetzt steht eine Zwangsumsiedelung aller Kaninchen an, die sich das aber nicht so einfach gefallen lassen wollen. Peter Knox gerät zwischen alle Fronten, als Connie Rabbit mit ihrer Familie in seine Nachbarschaft zieht. Peter und Connie verbindet die Vergangenheit, und sie fühlen sich immer noch zueinander hingezogen. Das Dumme dabei: Peter arbeitet für eine Organisation, die gegen die Kaninchen ist. Er tut es nicht aus Überzeugung, sondern weil er irgendwie sein Brot verdienen muss. Doch das Wiedersehen mit Connie bringt ihn in eine echte Zwickmühle.

Die Charakterentwicklung von Peter fand ich wirklich stark. Er ist kein Held im eigentlichen Sinne, wächst aber nach und nach weit über sich hinaus. Und die Kaninchen haben es faustdick hinter den langen Ohren! Vordergründig wirken sie fast ein bisschen naiv, doch die Pläne, die sie schmieden, führen um manche Ecke, die man nicht erwartet hätte. Sie sind immer für eine Überraschung gut.

Ein absolut lesenswertes Buch! Leider werden es diejenigen, die es nötig hätten, es wohl nicht lesen.

★★★★☆

Veröffentlicht am 17.01.2026

Großartige Gesellschaftssatire

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Der Einstieg in dieses Buch ist mir ehrlich gesagt nicht ganz leicht gefallen. Es ist schon anspruchsvoll und voller Bezüge und satirischer Spitzen, die den Finger genau auf die aktuellen Themen unserer ...

Der Einstieg in dieses Buch ist mir ehrlich gesagt nicht ganz leicht gefallen. Es ist schon anspruchsvoll und voller Bezüge und satirischer Spitzen, die den Finger genau auf die aktuellen Themen unserer Gesellschaft legen und dabei nachdenklich machen. Ob ich alles verstanden habe? Keine Ahnung.

In einem alternativen Großbritannien leben die Menschen neben einer Reihe vermenschlichter Tiere, die durch ein „Ereignis“ zu dem wurden, was sie sind. Während Füchse und Wiesel im Rechts- und Polizeiapparat ihren Platz finden, wird die Kaninchenpopulation mit Argwohn sowie offenem Rassismus beäugt und ausgegrenzt.

Auf unfassbar kreative Weise versteht es der Autor, die Mechanismen von Rassismus aufzuzeigen und überzeugt dabei mit scharfer Satire, trockenem Humor und durchaus auch sehr sympathischer Selbstironie.

Er beleuchtet so viele Dinge, wie die Willkür der Justiz, Geschlechterrollen, Mitläufertum, Ausgrenzung … auf eine geniale Art und hat mit dem Kaninchen hier ein stellvertretendes „Hassobjekt“ ins Zentrum gestellt, das auf überraschend passende Weise für eine ganze Reihe bekannter Vorurteile herhalten kann.

Das Buch erfordert schon Aufmerksamkeit - ist aber inhaltlich wirklich Wert gelesen und beachtet zu werden.

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