Gefangen im Winterparadies!
Ich wusste, dass es dramatisch wird, aber Winternacht hat mich trotzdem überrascht. Julie Kagawa führt uns im zweiten Band ihrer Feen-Reihe noch tiefer in das Nimmernie, und dieses Mal ist alles… kälter. ...
Ich wusste, dass es dramatisch wird, aber Winternacht hat mich trotzdem überrascht. Julie Kagawa führt uns im zweiten Band ihrer Feen-Reihe noch tiefer in das Nimmernie, und dieses Mal ist alles… kälter. Gefährlicher. Und irgendwie noch schöner.
Meghan steckt fest. Gefangen am Hof der Winterkönigin, umgeben von Intrigen, Abneigung und Misstrauen. Und obwohl sie eine Tochter des Sommerhofs ist, fühlt sie sich weder dort noch hier wirklich zugehörig. Dieses Gefühl des Dazwischen, zwischen zwei Welten, zwei Identitäten, zwei Herzen zieht sich wie ein stiller Schmerz durch das ganze Buch. Und gerade das macht es so berührend.
Ash… was soll ich sagen? Er ist kühl, kontrolliert, und doch blitzen zwischen all den distanzierten Worten Momente auf, in denen man spürt, wie viel ihm Meghan bedeutet. Und dann ist da noch Puck, charmant, witzig, loyal. Zwischen diesen beiden wächst nicht nur eine Rivalität, sondern auch ein stiller Kampf um Meghans Vertrauen und vielleicht ihr Herz. Auch wenn ich Dreiecksgeschichten sonst eher meide: Hier wirkt sie glaubwürdig, weil Meghan sich selbst erst finden muss, bevor sie irgendwen wählen kann.
Die Handlung? Rasant. Immer wieder wird Meghan ins kalte Wasser geworfen...Manchmal wortwörtlich. Sie muss Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen, Bündnisse schließen. Und während sie das tut, verändert sie sich. Wird stärker, reifer, mutiger. Das zu beobachten hat mir wahnsinnig gut gefallen.
Und dann ist da natürlich die Welt, die Julie Kagawa erschaffen hat: wild, wunderschön und bedrohlich zugleich. Sie beschreibt alles mit so viel Fantasie und Liebe zum Detail, dass ich manchmal das Gefühl hatte, selbst durch gefrorene Hallen oder über moosbedeckte Pfade zu wandern.