Cover-Bild Jella Lepman
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30,00
inkl. MwSt
  • Verlag: NordSüd Verlag
  • Genre: Kinder & Jugend / Biografien
  • Seitenzahl: 112
  • Ersterscheinung: 09.07.2025
  • ISBN: 9783314107429
  • Empfohlenes Alter: ab 10 Jahren
Katherine Paterson

Jella Lepman

und ihre Bibliothek der Träume
Alexandra Rak (Übersetzer), Sally Deng (Illustrator)

Die inspirierende Biografie einer Frau, die ihr Leben dem Kinderbuch widmete

Vertrieben von den Nazis, kehrte Jella Lepman an der Seite der US-Armee als Beraterin für Frauen- und Jugendfragen 1945 nach Deutschland zurück. Beim Wiederaufbau Deutschlands setzte sie ihre ganze Hoffnung in die Kinder, denen sie durch Bücher Weltoffenheit und Toleranz vermitteln wollte. Auf ihre Initiative gehen die Entstehung der Internationalen Jugendbibliothek in München, das International Board on Books for Young People (IBBY) und der Hans-Christian-Andersen-Preis zurück. Jella Lepman hat dem Kinderbuch in Deutschland und international entscheidende Impulse gegeben.

Katherine Paterson und Sally Deng erzählen das abenteuerliche Leben von Jella Lepman mit ermutigenden Texten und eindrücklichen Illustrationen, die junge Leserinnen und Leser in den Bann ziehen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.09.2025

Bücher als Friedensboten

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«Wenn der Krieg wirklich zu Ende ist, wenn man an ein friedliches Zusammenleben der Völker glauben darf, so werden diese Kinderbücher die ersten Friedensboten sein!» - aus Jella Lepman und ihre Bibliothek ...

«Wenn der Krieg wirklich zu Ende ist, wenn man an ein friedliches Zusammenleben der Völker glauben darf, so werden diese Kinderbücher die ersten Friedensboten sein!» - aus Jella Lepman und ihre Bibliothek der Träume -

Jella Lepman glaubte ihr Leben lang an die Macht der Bücher und Geschichten, sie war davon überzeugt, dass Kinderbücher Friedensboten sein können für die geschundenen deutschen Kinderseelen nach dem zweiten Weltkrieg – Kinder die am allerwenigsten für diesen Krieg konnten und doch so gelitten haben. Jella war Jüdin und wie unzählige andere zusammen mit ihren Kindern aus ihrer Heimat Deutschland vertrieben worden. Nach Ende des zweiten Weltkrieges kam Jella nach Deutschland zurück, aus London und als Majorin. Ihre Mission war, vor allem Kindern «Nahrung für den Geist» nach diesen traumatischen Jahren zu geben – in Form von freien und unzensierten Büchern mit dem Ziel den Kindern eine offene, entnazifizierte Denkweise auf ihren Lebensweg mitzugeben. Die Bücher waren dafür die Brückenbauer, jedoch in der Nachkriegszeit schwer zu bekommen, fehlte es an allem. Zusammen mit höheren Militärs und Eleanor Roosevelt entstand ein einzigartiger Sammelaufruf für Kinderbücher welcher gleichzeitig der Startschuss der heutigen Internationalen Jugendbibliothek war.

Ein beeindruckendes Bilderbuch über eine bemerkenswerte Frau, die ihren Weg niemals aus den Augen liess, mochte er noch so steinig sein. Genau solche Kämpferinnen brauchte es damals, braucht es heute und wird es immer brauchen.

Ich bin beeindruckt und habe das Buch sehr gerne gelesen und mit ihm eine weitere starke Frau aus der Vergangenheit kennengelernt, deren Schaffen bis heute Bestand hat.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Ein großartiges Buch

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Bei diesem Buch ist alles wirklich exzeptionell: die Geschichte der Hauptfigur, Jella Lepman. Aus jüdischer Familie muss sie mit Aufstieg der Nazis aus Deutschland fliehen und wird nach dem Krieg von den ...

Bei diesem Buch ist alles wirklich exzeptionell: die Geschichte der Hauptfigur, Jella Lepman. Aus jüdischer Familie muss sie mit Aufstieg der Nazis aus Deutschland fliehen und wird nach dem Krieg von den Engländern beauftragt, bei der Umerziehung der Frauen und Kinder in Westdeutschland zu helfen. Daraus entsteht ihre Idee einer Internationalen Kinder- und Jugendbuchsammlung, da sie geistige Nahrung für genauso wichtig erachtet wie leibliche und da sie mit den Büchern zu Verständigung und Frieden beitragen möchte.
Der Schreibstil, der sowohl den jungen Leser gut da abholt, wo er mit seinen Kenntnissen steht, als auch den erwachsenen Leser noch immer anspricht.
Und natürlich die expressiven Illustrationen, die dem Buch Züge einer Graphic Novel verleihen und den Inhalt auf beeindruckende Art und Weise illustrieren. Der Zeichenstil ist sehr kunstvoll und beeindruckend und zugleich sehr ausdrucksstark, gleichgültig ob farbig oder schwarz-weiß. Oftmals ergänzen Originalaufnahmen das Gezeigte und bereichern das Buch.
Wer Bücher liebt, wird Jella Lepman sehr zugewandt sein und ihre Geschichte mit Faszination lesen und sich an diesem Bücherschatz in seinem Regal sicher lange erfreuen.

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Geschichte wird lebendig

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Dieses Buch ist in jeder Hinsicht ein kleines Kunstwerk. Schon die Gestaltung begeistert – vom besonderen Format über die intensiven, zugleich sanften Farben bis hin zu den liebevollen Zeichnungen. Man ...

Dieses Buch ist in jeder Hinsicht ein kleines Kunstwerk. Schon die Gestaltung begeistert – vom besonderen Format über die intensiven, zugleich sanften Farben bis hin zu den liebevollen Zeichnungen. Man kann sich darin verlieren, die Illustrationen still zu betrachten, und entdeckt dabei immer wieder neue Details. Die Kombination aus Zeichnungen und ergänzenden Fotografien macht die Zeit, in der Jella Lepman lebte und wirkte, auf eindrückliche Weise lebendig.

Die Texte sind ebenso gelungen: klar, einfühlsam und passend formuliert – für Leser*innen jeden Alters. Beim Lesen fühlt es sich an, als würde man eine Zeitreise unternehmen und Jella Lepman persönlich begegnen. Man erfährt nicht nur viel über die deutsche Nachkriegsgeschichte, sondern auch über diese bemerkenswerte Frau, die mit ihrem Wirken so viel Gutes in die Welt gebracht hat.

Für mich war es ein Geschenk, Jella Lepman auf diese Weise kennenlernen zu dürfen. Dieses Buch ist ein wundervolles Projekt, das historische Fakten mit einer warmen, erzählerischen Gestaltung verbindet. Es macht neugierig, selbst die Internationale Jugendbibliothek in München zu besuchen – ein Ort, dessen Geschichte nun für mich eine ganz besondere Bedeutung hat.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Jella Lepman - Brückenbauerin der Hoffnung

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Jella Lepman war eine reale Person: eine deutsche Journalistin, Übersetzerin und Gründerin der Maison d’Amérique Latine in Stuttgart, die später zur Leiterin des Internationalen Jugendbuchzentrums in München ...

Jella Lepman war eine reale Person: eine deutsche Journalistin, Übersetzerin und Gründerin der Maison d’Amérique Latine in Stuttgart, die später zur Leiterin des Internationalen Jugendbuchzentrums in München wurde. Sie ist bekannt für ihr Engagement für die Förderung von Verständigung, Bildung und kulturellem Austausch nach dem Zweiten Weltkrieg, insbesondere durch die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie durch Projekte im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur.
Das Buch regt sehr zum nachdenken an und hinterlässt bei mir einen bleibenden Eindruck. Lange habe ich über eine Stelle im Buch nachgedacht in der Jella Lepman von einer Universitätsprofessorin gefragt wurde: „Wie können Nazi-Eltern solche Kinder haben?“ Die Szene, in der die Kinder die Bibliothek lieben – von dem Malstudio, in dem sie alles malen durften, bis zur Vorlesestunde – zeigt, wie wichtig Freiheit, Bildung und liebevolle Zuwendung für junge Menschen sind. Lepmans Antwort auf diese Frage: „Jedes Kind beginnt ein neues Leben“, wirkt ermutigend und hoffnungsvoll auf mich. Trotz dunkler Vergangenheit gibt es für jedes Kind die Möglichkeit, neu zu beginnen und zu wachsen.
Insgesamt wirkt das ganze Buch sehr beeindruckend. Es vermittelt eine starke Botschaft über Heilung, Bildung und Chancen für die Jugend. Es inspiriert mich persönlich, neue Orte zu besuchen: Mein neues Ziel ist die Kinder- und Jugendbibliothek in München, die ich unbedingt besuchen möchte.

Auf jeden Fall sollte man die Geschichte dieser Frau weitererzählen.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Die Kinderbuchbrücke

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„Die Kinder aus Deutschland, denen Jella helfen wollte, brauchten also ganz offensichtlich Lebensmittel, Kleidung und eine sichere Unterkunft. Elly Heuss-Knapp, deren Ehemann später Bundespräsident von ...

„Die Kinder aus Deutschland, denen Jella helfen wollte, brauchten also ganz offensichtlich Lebensmittel, Kleidung und eine sichere Unterkunft. Elly Heuss-Knapp, deren Ehemann später Bundespräsident von Westdeutschland wurde, erklärte Jella, dass Suppenküchen und Carepakete zwar gut und wichtig seien, die »Nahrung für den Geist« aber sogar noch wichtiger.“

Jella Lepman, Kriegswitwe und Jüdin, war aus Deutschland geflohen, als die Nazis die Schreckensherrschaft übernahmen. Nach Kriegsende kehrt sie zurück, da sie als anerkannte Journalistin und Autorin in London von der amerikanischen Armee den Auftrag erhält, sich um die Belange der Frauen und Kinder in Deutschland zu kümmern.
Sie nimmt diesen Auftrag mit gemischten Gefühlen an, findet vor Ort aber in dieser Aufgabe schnell ihre Lebensaufgabe.
Sie erkennt, dass es besonders den Kindern nicht nur Kleidung und Lebensmitteln mangelt, sondern auch an geistiger Nahrung. Und so versucht sie auf ihre sehr findige und charmante Art, Kinderbücher aus aller Welt nach Deutschland zu holen. Sie übersetzt selbst Geschichten, organisiert den Druck dieser Übersetzung und verschenkt die Geschichten. Sie organisiert einen Bücherbus, der zu den Kindern kommt und dessen Bücher die Kinder anfassen, lesen, benutzen dürfen. Auch ermuntert sie die Kinder kreativ zu werden und lässt sich Bilder von Kindern aus anderen Ländern nach Deutschland schicken. Diese Werke finden in kostenlosen Ausstellungen Platz. Auch Hörfunk-Lesungen werden von Lepman veranstaltet, an denen die Kinder aktiv teilnehmen dürfen und zu den Hauptgestaltern werden.

Bald wächst aus diesen anfänglichen Ideen der Gedanke, dass eine Kinder- und Jugendbibliothek gegründet werden sollte. Ein Ort, an dem all das stattfinden kann und einen Platz findet, das Lepman bereits ins Leben gerufen hat. Und ein Platz, an dem ein internationales Kinderbucharchiv aufgebaut werden kann.

Wer sich diesen zauberhaften Ort einmal anschauen möchte, kann die IJB in der Blutenburg besuchen.

„Jella Lepman und ihre Bibliothek der Träume“ erzählt die Lebensgeschichte Lepmans als Kinderbuch nach. Das Buch ist vielleicht eher ein Vorlesebuch als ein Bilderbuch, auch wenn es sehr zart und wunderschön illustriert und bebildert ist. Die Geschichte dieses Kinderbuchortes und seiner Gründerin zu erzählen, war doch eigentlich schon längst überfällig! Endlich können auch Kinder selbst sich damit auseinandersetzen und sie lesen.
Kinder ab 10 Jahren können das Buch vielleicht bereits selbst lesen, Grundschulkindern sollte es vorgelesen werden.

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