Cover-Bild Die Probe
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16,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser, Carl
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 22.07.2025
  • ISBN: 9783446285200
Katie Kitamura

Die Probe

Roman
Henning Ahrens (Übersetzer)

Wer wir füreinander sind und sein wollen – »Ein unheimliches Buch, so kühl, dass es heiß erscheint. Es hat sich in meinen Hirnwindungen festgesetzt wie eine Klette.« Lauren Groff

Zwei Menschen treffen sich zum Mittagessen in einem Restaurant in Manhattan. Sie ist eine gefeierte Schauspielerin, die für eine bevorstehende Premiere probt. Er ist attraktiv und beunruhigend jung. Was die Schauspielerin anfangs für den Annäherungsversuch eines Fans hält, nimmt bald eine erstaunliche Wendung: Xavier behauptet nämlich, er sei ihr Sohn – dabei hat sie nie Kinder bekommen. Als im selben Moment auch noch ihr Mann Tomas, ein erfolgloser Schriftsteller, im Restaurant auftaucht, wird ihr klar, dass Xavier ihr Leben aus den Angeln heben kann.
Katie Kitamuras psychologisch brillanter Roman stellt die Frage, wer wir füreinander sind. Ein Vexierspiel über den schmalen Grat zwischen Dichtung und Wahrheit.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.03.2026

Ein sehr komplexes, großartig durchdachtes Schauspiel

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„Die Probe“ von Katie Kitamura [aus dem Englischen von Henning Ahrens] war für mich im letzten Jahr ein ganz großes Lesehighlight und ich habe noch sehr lange nach der Lektüre über die beschriebenen Dinge ...


„Die Probe“ von Katie Kitamura [aus dem Englischen von Henning Ahrens] war für mich im letzten Jahr ein ganz großes Lesehighlight und ich habe noch sehr lange nach der Lektüre über die beschriebenen Dinge nachgedacht. Zunächst beginnt dieser Roman eher harmlos mit einem Treffen zwischen der Protagonistin und bekannten Schauspielerin, die am Theater für die Premiere eines Stücks probt, und einem jungen Mann. Sie sitzen zu Mittag in einem Restaurant - er muss ihr unbedingt etwas sagen. Sie hält es für einen Annäherungsversuch und möchte ihn möglichst auf Abstand halten, doch das was er dann sagt, hat eine deutlich größere Bedeutung. Xavier behauptet ihr Sohn zu sein. Er hätte nach seiner Mutter gesucht, alles genauestens recherchiert und sei sich bei ihr 100%ig sicher. Doch sie hatte nie ein Kind, sie könnte es aufklären, aber irgendwas hält sie zurück. Ihr erstes Treffen endet ruckartig, als Tomas, der Mann der Protagonistin das Restaurant durchschritt und wieder hinausging. Xavier bleibt da noch am Tisch sitzen, aber nach und nach nimmt er immer größere Räume im Theater und später auch in ihrem Leben ein. Oder doch nur in diesem Stück?

„Wir hatten Rollen gespielt, und eine Zeitlang - solange wir unsere jeweilige Rolle im Griff gehabt und in dem trügerischen Konstrukt mitgespielt hatten, das man Familie nennt, anders gesagt in der Geschichte, die einer dem anderen erzählt -, hatte alles reibungslos funktioniert. Doch je tiefer die Komplizenschaft geht, je länger sie währt, desto enger die Spielräume, desto strikter und bindender die Vereinbarung, und am Ende bedurfte es wenig, um alles zusammenbrechen zu lassen. Es war, als wäre eine Pause ausgerufen worden, als wäre uns beiden schlagartig aufgegangen, dass sein Text mangelhaft, meine Charakterisierung ungenügend, der gesamte Plot fehlerhaft und unplausibel war.“


Ich habe aufgrund dieses Romans sehr viel über die Wirkung, die Diskrepanz zwischen eigener und äußerer Wahrnehmung, über zwischenmenschliche Beziehungen und die Literatur an sich nachgedacht. Für mich ist dieser Roman mit diesen ganzen feinen, geschilderten Beobachtungen und Gedanken, sowie dem Plot sehr große Kunst, denn nicht nur durch die Aufteilung in zwei Teile, wird man plötzlich in eine ganz andere Realität geworfen, in der man sich als Lesende*r neu zurechtfinden muss, auch die Interpretationsmöglichkeiten und Perspektiven (ohne nun zu viel verraten zu wollen) innerhalb einzelner Szenen sind sehr vielfältig. Bereits die Anfangsszene fasziniert mich, denn von außen betrachtet, könnte es fast wie ein Date aussehen, während ihr selbst dieses Treffen eher unangenehm ist. Und als der Mann der Protagonistin zufällig auch in dieses Restaurant tritt und sie gar nicht wahrnimmt… so als würden ihre Leben scheinbar aneinander vorbei laufen… hatte es bildlich schon sehr viel von einem inszenierten Theaterstück. Auch während des Lesens fragte ich mich häufig, ob es dieses Stück, dieses Buch ist, für das die Figuren die ganze Zeit proben oder es einfach so ein geniales Abdriften ins Chaos ist, mit dessen Ende auch der Vorhang fällt und das Stück endet. Wer besetzt eigentlich welche Rollen, nimmt plötzlich neue Rollen ein und ist das ganze Leben vielleicht ein komplexes Rollenspiel? Wir nehmen wir andere? Welche Funktionen erfüllen wir? Dieses Buch hat so etwas sehr philosophisches, man könnte ewig darüber reden, rätseln, deuten… und das… woah. Ich war schon von „Intimitäten“ sehr begeistert, aber hiermit legt Kitamura noch einmal so eine Schippe drauf. Sehr, sehr toll!

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Veröffentlicht am 04.08.2025

Leies, irritierend und sehr besonders

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Der Klappentext hat bei mir sofort Interesse geweckt: Eine Schauspielerin trifft auf einen jungen Mann, der behauptet, ihr Sohn zu sein. Das ist unmöglich – sie hat nie ein Kind zur Welt gebracht. Und ...

Der Klappentext hat bei mir sofort Interesse geweckt: Eine Schauspielerin trifft auf einen jungen Mann, der behauptet, ihr Sohn zu sein. Das ist unmöglich – sie hat nie ein Kind zur Welt gebracht. Und trotzdem beginnt diese Begegnung, in ihr etwas in Bewegung zu setzen.

Katie Kitamura erzählt in einem reduzierten, klaren Stil, ohne Anführungszeichen, mit viel Raum für Zwischentöne. Die Figuren bleiben oft auf Distanz, vieles wird nur angedeutet, verschoben oder umkreist. Als Leserin war ich immer wieder unsicher: Ist das, was ich lese, tatsächlich passiert? Oder nur gedacht, inszeniert, imaginiert?

Vor allem im zweiten Teil verschiebt sich die Realität spürbar. Man hat das Gefühl, in eine andere Welt geworfen zu werden – ohne Erklärung, ohne Rückblick. Das irritiert, aber es hat auch etwas sehr Reizvolles.

Ob mir das Buch gefallen hat? Ich bin mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher. Es hat mich nicht auf eine klassische Art berührt oder begeistert, aber es hat mich beschäftigt – und tut es noch immer. Es ist ein Buch, das sich nicht leicht einordnen oder abhaken lässt. Vielleicht ist genau das seine Stärke.

Die Probe ist ein leiser, irritierender und sehr besonderer Roman – einer, der sich konventionellen Erwartungen entzieht und gerade dadurch lange nachhallt. Lesenswert!

Veröffentlicht am 14.07.2025

Ein eindrücklicher Roman, der teilweise etwas verwirrend wirkt.

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Katie Kitamuras Roman „Die Probe“ erzählt von einer berühmten Schauspielerin mittleren Alters, deren Alltag durch die Begegnung mit dem jungen Schauspielschüler Xavier aus den Fugen gerät. Xavier behauptet, ...

Katie Kitamuras Roman „Die Probe“ erzählt von einer berühmten Schauspielerin mittleren Alters, deren Alltag durch die Begegnung mit dem jungen Schauspielschüler Xavier aus den Fugen gerät. Xavier behauptet, ihr Sohn zu sein, obwohl die Protagonistin sicher ist, nie ein Kind bekommen zu haben. Diese verstörende Behauptung wirft sie aus der Bahn und zwingt sie, ihre Vergangenheit, ihre Ehe mit dem erfolglosen Schriftsteller Tomas und ihr Selbstbild zu hinterfragen. Kitamura inszeniert ein zunächst etwas seltsam anmutendes Kammerspiel, in dem die Grenzen zwischen Realität und Fiktion, zwischen Schein und Sein verschwimmen. Die Autorin legt dabei besonderen Wert auf die Ambivalenz und Offenheit der Erzählung: Was ist Interpretation, was Realität? Wer sind wir füreinander, und wie sehr bestimmen Erwartungen von außen unser Selbstbild. Die Atmosphäre ist von subtiler Spannung geprägt, die Figuren agieren wie auf einer Bühne, stets auf der Suche nach Authentizität und Wahrheit. Insgesamt ist Kitamuras Stil präzise und eindringlich, die Figurenzeichnung nuanciert, auch wenn die Atmosphäre teilweise etwas verwirrend wirkt. 

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Veröffentlicht am 20.07.2025

ein ruhiges, aber starkes Buch

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Das Buch „Die Probe“ wurde von Katie Kitamura geschrieben. Es geht um eine Schauspielerin, die sich auf ein neues Theaterstück vorbereitet. Dabei lernt sie einen jungen Mann kennen, der sagt: ...

Das Buch „Die Probe“ wurde von Katie Kitamura geschrieben. Es geht um eine Schauspielerin, die sich auf ein neues Theaterstück vorbereitet. Dabei lernt sie einen jungen Mann kennen, der sagt: „Ich bin dein Sohn.“ Doch sie weiß: Sie hat nie ein Kind bekommen.
Dieses Treffen bringt vieles durcheinander. Auch ihr Mann taucht wieder auf. Was ist echt? Was ist nur gespielt?

Das Buch ist ruhig geschrieben, aber trotzdem spannend. Man weiß nie genau, was wirklich passiert. Die Sprache ist einfach, aber mit viel Tiefgang. Es geht viel um Identität, also wer man ist, wie man sich vor anderen zeigt.
Das Buch lässt aber auch sehr viel Interpretationsspielraum zwischen den Zeilen offen - manchmal eine Spur zu viel für meinen Geschmack.

„Die Probe“ ist ein besonderes Buch. Es ist nicht laut oder voller Action. Aber es bringt einen zum Nachdenken. Von mir gibt es eine Empfehlung für das Buch.

Veröffentlicht am 25.09.2025

Verwirrend

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In Die Probe wird die Geschichte einer Schauspielerin mittleren Alters erzählt, die von dem jungen Schauspielschüler Xavier kontaktiert wird. Er glaubt, sie sei seine Mutter. Einige Hinweise scheinen das ...

In Die Probe wird die Geschichte einer Schauspielerin mittleren Alters erzählt, die von dem jungen Schauspielschüler Xavier kontaktiert wird. Er glaubt, sie sei seine Mutter. Einige Hinweise scheinen das zu bestätigen, doch die Schauspielerin weiß mit Sicherheit, dass sie nie ein Kind hatte. Trotz dieses Irrtums entsteht eine ungewöhnliche Verbindung zwischen den beiden, beruflich und zeitweise auch persönlich.



Die namenlose Hauptfigur bleibt bis zum Ende anonym, was irritiert, da alle anderen Figuren klar benannt werden. Besonders im Fokus stehen ihre Arbeit auf der Bühne sowie die ambivalente, aber von Zuneigung geprägte Beziehung zu ihrem Mann Tomas.



Der Schreibstil ist anspruchsvoll und erfordert etwas Geduld, entfaltet aber eine gewisse Sogwirkung. Insbrsondere fällt es oft schwer zuzuordnen wer gerade spricht. Leider verliert der Roman im zweiten Teil deutlich an Klarheit. Er wird zunehmend abstrakt, wodurch sich vieles nicht mehr erschließt.



Ein Buch mit spannendem Ansatz und atmosphärischer Dichte, dessen Potenzial sich letztlich jedoch nicht vollständig entfaltet.

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