Cover-Bild Working Class Girl
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25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Kjona Verlag
  • Themenbereich: Gesellschaft und Sozialwissenschaften - Soziale und ethische Themen
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 272
  • Ersterscheinung: 16.09.2025
  • ISBN: 9783910372528
Katriona O'Sullivan

Working Class Girl

Aufstieg einer Frau von ganz unten. Der Nummer-1-Bestseller aus Irland
Sylvia Spatz (Übersetzer)

Wie viele junge Mädchen ist Katriona klug, neugierig und zukunftsfroh. Wie immer mehr Mädchen wächst sie in Armut auf. »Hosenpisserin« wird sie in der Grundschule von ihren Klassenkameradinnen genannt. Weil sie stinkt. Weil es bei ihr zu Hause keine Seife und keine Handtücher gibt. Armut beschämt und macht einsam. Und Armut bedeutet auch Armut an Sicherheit. Mit fünfzehn wird Katrina schwanger und obdachlos. Mit der Hilfe von zwei Lehrerinnen und einem Sozialarbeiter schafft sie dennoch den Aufstieg von ganz unten. Heute ist sie eine vielfach ausgezeichnete Psychologin und Aktivistin. »Working Class Girl« erzählt davon, was es bedeutet, alltäglich in existenzieller Armut zu leben. Und von unbedingter Solidarität und Hoffnung.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2025

Können wir unser Schicksal ändern?

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Können wir unser Schicksal ändern?

Ein Buch, das mich sehr mitgenommen hat. Die Autorin beschreibt hier autobiografisch ihre Kindheit, Jugend und wie sie es geschafft hat, dem Teufelskreis der Armut zu ...

Können wir unser Schicksal ändern?

Ein Buch, das mich sehr mitgenommen hat. Die Autorin beschreibt hier autobiografisch ihre Kindheit, Jugend und wie sie es geschafft hat, dem Teufelskreis der Armut zu entkommen.

Katriona wächst in Armut auf, wird von Mitschülerinnen verspottet und erlebt früh Scham und Einsamkeit. Ihre Eltern sind drogen- und alkoholabhängig. Mit fünfzehn Jahren wird sie schwanger und obdachlos, ihr Leben scheint aussichtslos. Bis engagierte Lehrerinnen und ein Sozialarbeiter ihr neue Wege eröffnen. Heute ist sie eine erfolgreiche Psychologin und Aktivistin.

Zu Beginn des Buches zeichnet sich schon ab, dass es keine leichte Kost wird. Als dann jedoch noch Missbrauch und ein Jugendamt, das sich nicht darum kümmert, dazu kommt, musste ich Pausen einlegen. Es ist ungeschönt, explizit, aber dennoch so wichtig zu lesen. Nicht nur Katriona erging es so. So viele Kinder leiden unter Erwachsenen, die sie ausnutzen, vernachlässigen und wie Dreck behandelt werden.

Man muss sich beim Lesen bewusst sein, dass es hier nicht um eine leichte Geschichte geht. Wer Themen wie oben beschrieben nicht lesen kann/möchte, dem würde ich davon abraten. Allen anderen kann ich es nur sehr ans Herz legen. Sich bewusst machen, wie es hinter verschlossenen Türen laufen kann. Und dass es Menschen, wie zum Beispiel ihre ersten Lehrerinnen braucht, um Kindern eine helfende Hand zu reichen. Menschen, die nicht wegsehen und da sind, wenn man sie braucht.

Ich kann mir gut vorstellen, dass es für die Autorin eine Befreiung war, ihre Geschichte zu erzählen. Zu erzählen, wie sie und andere Kinder in Armut aufwachsen müssen und was das mit ihnen machen kann. Denn oft bleiben sie es. Doch Katriona hat es geschafft. Und das wünsche ich allen.

ISBN: 978-3910372528
Autorin: Katriona O´Sullivan
Verlag: Kjona
Veröffentlicht. 16.09.25
Umfang: 256 Seiten

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Aufstieg einer Frau von ganz unten

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“Der Buchtitel Working Class Girl. Aufstieg einer Frau von ganz unten soll einem unter die Haut gehen”, sagt die Autorin Katriona O`Sullivan im Epilog.

Nicht nur der Buchtitel, sondern das ganze Memoir ...

“Der Buchtitel Working Class Girl. Aufstieg einer Frau von ganz unten soll einem unter die Haut gehen”, sagt die Autorin Katriona O`Sullivan im Epilog.

Nicht nur der Buchtitel, sondern das ganze Memoir mit der Geschichte der irischen Psychologin und Aktivistin geht mir unter die Haut.

Die letzten Tage gab es im Fahrwasser von Carolines Wahls neuem Roman einige mediale Diskussionen, wer genau eigentlich wie über Armut schreiben darf.
Diese Diskussion wird es bei „Working Class Girl“ nicht geben, denn wenn jemand über Armut Bescheid weiß und darüber schreiben sollte, ist es Katriona O`Sullivan. Sie wuchs als Kind suchtkranker Eltern am Rande der Gesellschaft in Hill Fields, Coventry, auf.
In „Working Class Girl“ beschreibt sie, wie der Untertitel „Aufstieg einer Frau von ganz unten“ suggeriert, den Weg von der verspotteten „Hosenpisserin“ aus prekärsten Verhältnissen bis zur Promotion in Psychologie am Trinity College.

„Wir lieben Geschichten von Menschen, die es von ganz unten nach oben geschafft haben. Wir bewundern es, wenn jemand mit Mut und Entschlossenheit viel erreicht. In Wahrheit liegen die Dinge selten so einfach, Mut und Entschlossenheit reichen nie aus. Bei mir jedenfalls nicht.”

Und wenn O`Sullivan „von ganz unten“ schreibt, dann meint sie damit eine Kindheit und Jugend, die sich die meisten von uns (zum Glück) wohl eher nicht vorstellen können. Ihre Schilderungen sind drastisch und es geht mir sehr nahe, wenn ich an diese vernachlässigten und zum Teil missbrauchten Kinder denke, die eigentlich keine wirklich Chance auf gesellschaftlichen Aufstieg hatten.

Doch bei der kleinen Katriona O‘Sullivan legte die Zuwendung zweier aufmerksamer und offenherziger Lehrerinnen den Grundstein für ihren Glauben an ihren eigenen Selbstwert.

“Ich hatte mehr verdient, als mir gegeben war, denn ich war mehr als das, was mir gegeben war.
Mrs Arkinson sah es, Miss Hall ebenfalls, und irgendwann sah ich es selbst.”

Es wird allerdings noch länger dauern, bis O‘Sullivan sich der Nachteile ihrer Herkunft überhaupt bewusst wird und noch viel länger wird es dauern, bis sie die übergroße Scham darüber ablegen kann.
Als sie mit 15 schwanger wird, scheint ihr Weg vorbestimmt und ein Leben in Abhängigkeit vom Sozialstaat vorgezeichnet.

Neben der bewegenden Geschichte dieser jungen Frau, die es trotz der schwierigen Umstände an die Universität und in ein geregelt Leben schafft, beeindruckt mich vor allem der Epilog des Memoirs.
O`Sullivan lässt keine Zweifel daran, dass ihr Aufstieg nicht allein durch Willenskraft und Leistungsbereitschaft erreichbar war, wie es neoliberale Narrative gerne vermittelt.
Sondern, “dass Entscheidungsfreiheit ins Reich der Mythen gehört: Unser Weg ist durch unsere Herkunft vorgezeichnet, und nur sehr selten schafft es jemand, diesem Weg eine andere Richtung zu geben.”

Sicher sind ist das Klassensystem in Irland und England nicht mit dem in Deutschland vergleichbar, dennoch gibt es bei uns eine ähnliche Trennung der sozialen Schichten in der Bevölkerung.

Ich finde, dass „Working Class Girl“ (anders als vielleicht ein fiktiver Roman) ein wichtiger Beitrag zur soziologischen und politischen Debatte über Armut sein kann und auch ein Appell für mehr Solidarität und weniger Abgrenzung von oben.
Das Buch verknüpft biografische Erfahrungen mit strukturellen Fragen und es freut mich, dass das erste Buch von Katriona O`Sullivan in Irland ein Bestseller ist. Ich hoffe, dass es sich auch in Deutschland gut verkauft und diskutiert wird!

Wenn du authentisch über Armut, gesellschaftlichen Aufstieg und eine schwierige Familienbande lesen willst, ist „Working Class Girl“ auf jeden Fall ein Buch für dich.

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Eine berührende Lebensgeschichte!

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. Eine Lebensgeschichte, die unter die Haut geht und einen anderen Titel als „Working Class Girl“ verdient hätte! Der original Titel lautet: „Poor, Grit, Courage and the life- changing value of selfbelive“ ...


. Eine Lebensgeschichte, die unter die Haut geht und einen anderen Titel als „Working Class Girl“ verdient hätte! Der original Titel lautet: „Poor, Grit, Courage and the life- changing value of selfbelive“ und dieser Tiel passt so viel besser. Denn Katriona O’Sullivan beschreibt hier nicht das Leben eines Mädchen aus der Arbeiterklasse, sie beschreibt das Leben eines Mädchen aus der untersten Klasse der Gesellschaft. Ihr Leben zwischen Drogen, Alkohol, Elend, Verwahrlosung und Missbrauch! Jedoch zeigt sie in ihre Geschichte auch, das man niemals den Glauben an sich selbst verlieren sollte!
Es ist ein Buch, das mich sehr wütend und sprachlos gemacht hat. Es ist definitiv eine Lebensgeschichte, die dich zum nachdenken bringen wird. Dies ist kein Film, keine Fiktion sondern das wahre Leben! 4/5 ⭐️

. Katriona O’Sullivan wird in eine Familie geboren, die geprägt durch ihr Suchtverhalten zur untersten Schicht Englands gehört. Von Beginn an ist es kein einfaches Leben, trotz aller Widrigkeiten fühlt sie sich zunächst sogar sehr geliebt. Jedoch nicht außerhalb der eigenen vier Wände. Sie erlebt schon in jüngsten Jahren Ausgrenzung, Unverständnis und Hass nicht nur ihr, sondern ihrer ganzen Familie gegenüber.
Auch wenn es Menschen in ihrem Leben gab, außerhalb ihrer Familie, die ihr helfen wollten, war dies nie wirklich von langer Dauer und sie fiel immer wieder in ein Loch aus Selbstzweifel und Selbstzerstörung. Bis sie dann doch an einen Punkt in ihrem Leben kam und wirklich etwas ändern wollte. Sie schafft es ihr Leben auf die Reihe zu bekommen und sich aus dem Elend zu befreien.

. Diese Lebensgeschichte zeigt ganz deutlich, wie sehr das eigentliche Auffangsystem versagt. Wie zutiefst gespalten die Gesellschaft ist. Einerseits möchte man helfen, andererseits aber nur so lang, wie es angenehm ist. Wird es kompliziert hört sie Nächstenliebe auf.

. Katriona O’Sullivan ist eine bemerkenswerte Frau, die es aus dem Elend heraus geschafft hat und dafür verdient sie vollsten Respekt!

. Schade, dass sie nicht mehr darauf eingeht,
wie sie ihre Vergangenheit heute empfindet/sieht!

. Nichtsdestotrotz ein sehr lesenswertes Buch, wobei man sich der Schwere der Themen bewusst sein sollte!
Drogen- und Alkoholmissbrauch, Verwahrlosung und sexuelle Gewalt.

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Hier geht es NICHT um die Arbeiterklasse

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Von diesem Buch habe ich mir anhand des Titels, der Beschreibung und der bisherigen begeisterten Rezensionen so einiges erwartet. An dieser Stelle gleich vorweg: ich kann das Buch nur mit großem Vorbehalt ...

Von diesem Buch habe ich mir anhand des Titels, der Beschreibung und der bisherigen begeisterten Rezensionen so einiges erwartet. An dieser Stelle gleich vorweg: ich kann das Buch nur mit großem Vorbehalt empfehlen und ich rate, sich vorher genau damit zu beschäftigen, worum es sich hier handelt. Es geht um die wahre Geschichte von Katriona O'Sullivan, einer Frau, die sich aus dem tiefsten Elend herausgekämpft hat, studiert hat und Psychologin geworden ist. Dafür hat sie meinen tiefsten Respekt und dafür gebe ich dem Buch auch drei Sterne.

Das Milieu, aus dem die Autorin kommt, ist NICHT ein typisches Arbeiterklassemilieu, sondern eines des tiefsten Elends. Hier ist der deutschsprachige Titel "Working class girl" - auf Englisch heißt das Buch einfach "poor" - ziemlich irreführend. Ihre Eltern sind beide schwer heroinabhängig, dealen mit Drogen, die Mutter prostituiert sich und die mindestens fünf Kinder, zum Teil im Abstand von weniger als einem Jahr geboren, werden völlig verwahrlost und allein gelassen. Die Autorin und Ich-Erzählerin erlebt die Hausgeburt ihrer jüngsten Schwester als Kind mit, davon wird noch jahrelang ein Blutfleck am Boden zeugen. Die Mutter ist auch bei der Geburt völlig auf Drogen und bekommt nichts mit, auch der Vater und weitere anwesende Erwachsene sind komplett zugedröhnt, es ist ein Wunder, dass das Baby die Geburt überhaupt überlebt. Der Blick der Autorin geht aber hauptsächlich auf die Verachtung der Sanitäter gegenüber diesen Menschen und den Zuständen, in denen sie leben. Das zieht sich überhaupt durch das Buch: sehr viel Kritik gegenüber herabwürdigenden Blicken und vermeintlich unzureichenden Hilfsangeboten von Seiten aller, die nicht in diesem völligen Elend leben und immer wieder in-Schutz-nehmen der verantwortungslosen Eltern und ihres Milieus. Die Autorin wird selbst als 7-jähriges Kind von einem Freund der Eltern in der eigenen Wohnung brutal vergewaltigt und für immer traumatisiert. Als sie das ihrer Mutter erzählt, meint die nur lapidar, auch sie sei von diesem Mann vergewaltigt worden.

Diese Beispiele zeigen hoffentlich: nein, in diesem Buch kann man nichts über die Arbeiterklasse und ihre Themen lernen, hier geht es nicht um die Arbeiterklasse (und ehrlich gesagt finde ich, diese, die aus vielen ehrlich hart arbeitenden Menschen besteht, wird durch so einen Titel eines Buches einer Drogenfamilie eher in den Dreck gezogen), sondern um eine Familie in den tiefsten Abgründen, in einem Sumpf aus Drogen, Gewalt und Vernachlässigung, der ausgiebig beschrieben wird. Zugleich sind für mich aber die beschriebenen Personen charakterlich sehr blass geblieben: sowohl die Ich-Erzählerin selbst als auch ihre Familie und weitere Figuren. Gelegentliche Lichtblicke gibt es zwischendurch, zum Beispiel, als der Ich-Erzählerin klar wird, dass auch ihr Englischlehrer aus ganz schwierigen Verhältnissen kommt und es offensichtlich möglich ist, sich aus diesen herauszuentwickeln. An diesen Stellen wird das Buch auch deutlich interessanter, wenn auch immer noch in Bezug auf die Reflexionstiefe weit unter dem Niveau, das es haben hätte können. Literarisch und sprachlich ist es insgesamt kein besonderes Werk und auch inhaltlich konnte ich nicht viel daraus lernen, dafür empfinde ich selbst die Ich-Erzählerin als nicht reflektiert genug.

Empfehlen kann ich es somit nur jenen, die gerne ausführlich über das Elend einer Familie mit zwei drogenabhängigen Eltern lernen möchten, vieles an dem Buch grenzt für mich schon an Elendsvoyeurismus und der Lerneffekt kann für Menschen, die sich grundsätzlich schon viel mit den Themen Sucht, Armut und Verwahrlosung beschäftigt haben, eher gering sein.

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