Cover-Bild Such a Fun Age

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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Ullstein Buchverlage
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 352
  • Ersterscheinung: 03.05.2021
  • ISBN: 9783550201240
Kiley Reid

Such a Fun Age

Roman
Corinna Vierkant (Übersetzer)


»Eine extrem komische, unbequeme und unbedingt lesenswerte Geschichte über Rassismus und Klassenunterschiede.«  TIME

Nominiert für den Booker Prize

Alix Chamberlain ist eine Frau, die bekommt, was sie will, und die ihr Geld damit verdient, anderen Frauen genau das beizubringen. Als ihrer Babysitterin Emira Kidnapping vorgeworfen wird, weil sie sich kurz vor Mitternacht mit Alix‘ weißer Tochter in einem Supermarkt aufhält, ist Alix schockiert und will den Vorfall wiedergutmachen.
Doch Emira hat andere Sorgen: Kurz vor ihrem fünfundzwanzigsten Geburtstag hat sie immer noch keinen richtigen Job, sie ist ständig pleite und misstrauisch gegenüber Alix‘ Wunsch zu helfen. Je verzweifelter Alix Emira zu einem Teil ihrer Familie machen will, desto mehr verrennt sie sich. Dann geht ein Video online und stellt alles in Frage, was sie zu wissen glaubten: über sich selbst, einander, und die komplexe Dynamik von Privilegien.

»Reid erkundet das weiße Gewissen in Zeiten von Black Lives Matter und erzählt vom Scheitern guter Absichten.« The New Yorker

»Ein messerscharfes Debüt über Armut, Privilegien und Rassismus.« The Guardian


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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.02.2021

Such A Fun Read!

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Obwohl sie bereits 25 Jahre alt ist, weiß Emira Tucker immer noch nicht genau, welche berufliche Laufbahn einschlagen soll. Ihr Abschluss führt nicht wirklich zu irgendetwas und deshalb erledigt sie gerade ...

Obwohl sie bereits 25 Jahre alt ist, weiß Emira Tucker immer noch nicht genau, welche berufliche Laufbahn einschlagen soll. Ihr Abschluss führt nicht wirklich zu irgendetwas und deshalb erledigt sie gerade zwei Jobs: sie transkribiert Aufzeichnungen und passt auf die kleine Briar Chamberlain. Briars Eltern sind neu in Philadelphia und freuen sich, jemanden zu finden, der sich um ihre kleine Tochter kümmert. Eines späten Abends muss Emira mit dem kleinen Mädchen zum Supermarkt. Doch dort wird sie beschuldigt, das Mädchen mitten in der Nacht entführt zu haben. Ein Zeuge filmt die ganze Situation, wie sie als schwarzer Babysitter mit einem weißen Kleinkind angegriffen wird. Nachdem alles geklärt ist, möchte Emira diesen Abend nur noch verdrängen. Allerdings rechnet sie nicht damit, dass es ein entscheidender Moment in ihrem Leben wird.

Manchmal beginnt man einen Roman und taucht völlig in ihn ein. Kiley Reids "Such A Fun Age" gehört zu dieser Art von Geschichte. Ich war von der ersten Seite begeistert. Der Schreibstil ist sehr locker und thematisiert ganz beiläufig verschiedene Themen anspricht, über die man nachdenken sollte. Situationen, die Spannung erzeugen wechseln sich mit Szenen ab, die viel zum Lachen bieten. Gleichzeit nimmt der Roman viele gesellschaftliche Perspektive auf, behandelt Themen wir Rassismus oder Feminismus.
Was mir am besten gefallen hat, war, wie das mangelnde Vertrauen der beide Protagonistinnen dargestellt wird. Dies wird von der Autorin wunderbar transportiert, da sie die Lücke zwischen dem äußeren Bild und den Gefühlen von innen aufdeckt. Alix ist eine sehr erfolgreiche, selbstsichere Frau, die genau weiß, was sie will und was sie tut. Doch wenn ihre Gedanken geschildert werden, wird deutlich , dass es kaum einen Aspekt in ihrem Leben gibt, mit dem sie nicht zu kämpfen hat. Emira scheint auch mit ihren Jobs zufrieden zu sein, doch beneidet sie ihre Freundinnen um ihr Leben. Sie fühlt sich als die diejenige in ihrem Freundeskreis, die nie wirklich erwachsen geworden ist. Briar ist zu jung, um wahres Selbstbewusstsein auszudrücken, doch sie scheint sich der Tatsache bewusst zu sein, dass sie irgendwie anders ist. Ich habe die Lektüre sehr genossen, die sich damit beschäftigt, dass man nie zu sicher sein kann, dass das, was man sieht, wirklich so ist, wie sich die andere Person fühlt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.05.2021

Hat gute, aktuelle Aspekte, ist aber auch etwas unrund.

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SUCH A FUN AGE war ein Roman, der mich, um ganz ehrlich zu sein, etwas ratlos zurücklasst.

Kiley Reid erzählt in ihrem Debüt, die Geschichte von Emira, die als Babysitterin für die Familie von Alix Chamberlain ...

SUCH A FUN AGE war ein Roman, der mich, um ganz ehrlich zu sein, etwas ratlos zurücklasst.

Kiley Reid erzählt in ihrem Debüt, die Geschichte von Emira, die als Babysitterin für die Familie von Alix Chamberlain arbeitet.
Emira ist eine junge Schwarze, die ein bisschen struggled, was sie mit ihrem Leben anfangen soll und will, Alix ist eine weiße Privilegierte, erfolgreich, gut betucht, der man zunächst ein Helfersyndrom zuschreiben möchte, was aber eigentlich keines ist, sondern sich eher als ein "Sich selbst in den Mittelpunkt stellen" entpuppt, was einem einerseits recht schnell klar wird, sich in der Geschichte aber erst so richtig entwickelt, als Kelley Copeland auftaucht.

Kelley wird in einem Supermarkt Zeuge, wie man Emira versucht dort festzuhalten, weil sie nach 21 Uhr mit Briar, der älteren Tochter der Chamberlains unterwegs ist. Vom Sicherheitsmann und einer Kundin, wird ihr, nur aufgrund ihrer Hautfarbe unterstellt, das Kind gekidnappt zu haben, obwohl Emira tatsächlich einfach nur ihren Job macht. Kelley filmt das Ganze, doch Emira macht ihm schnell klar, dass sie nicht will, dass dieses Video öffentlich gemacht wird.

Die Wege der Beiden kreuzen sich einige Zeit später wieder und sie werden zu einem Paar. Emira ahnt allerdings nicht, dass auch Alix und Kelley sich kennen und plötzlich beginnt eine sehr leise Schlacht um Emiras "Gunst", die aber im Kern überhaupt nichts mit ihr selbst zu tun hat, sondern eher ein Kampf um den jeweils eigenen Stolz ist.
Emira ist für Beide nur ein sehr praktischer Spielball.

Natürlich geht es aber nicht nur um Privilegien und um den eigenen Status, sondern auch um Rassismus, der unterschwellig in den Protagonisten verankert ist. Sie handeln sehr oft, ohne nachzudenken oder auch nur zu erahnen, was das in Emira auslöst. Die Eine will sich als guter Mensch darstellen, was ansich schon völlig absurd ist, weil man dazu keinen schwarzen Babysitter braucht, was total rassistisch ist, hallo ?! Der Andere hingegen fetischisiert das Ganze, ist fixiert darauf, sich als Weißer immer mit schwarzen Freunden und Freundinnen zu umgeben, seine Freundinnen mit Miss anzusprechen und Dinge zu mögen, die man ganz offensichtlich schwarzen Menschen zuzuschreiben.

Ich saß beim Lesen mehrfach fassungslos da und dachte mir nur so: What the F***?

Den Aspekt, wie sich die eigenen Figuren sehen, darstellen und zu Rassismus stehen, obwohl sie selbst offensichtlich rassistische Gedanken haben, die sie gar nicht checken, fand ich spannend und interessant. Regt auf jeden Fall auch zum Nachdenken und zur Selbstreflektion an.

Auch den Schreibstil mochte ich sehr, doch es fehlte mir deutlich an Spannung, an mehr offensichtlichem Fingerzeig und an Emiras Aktivität. Sie wirkt oft so passiv, nimmt Vieles hin, um Konflikten aus dem Weg zu gehen. Einerseits sicher verständlich, andererseits hat mir ihr Schweigen aber auch manchmal wütend gemacht.

Und auch mit dem Ende bin ich nur so halb glücklich, weil ich einfach das Gefühl habe, dass keine der Figuren irgendetwas gelernt hat. Ich hoffe dafür, dass die künftigen Leser:innen dafür umso mehr daraus mitnehmen. Mir ging es jedenfalls so.


  • Cover
  • Erzählstil
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