Wenn drei starke Frauen etwas anpacken ...
In diesem ersten Band einer für mich neuen Trilogie von Lena Johannsen geht es um drei Frauen, die zu einer Zeit, als Frauen hinter den Herd oder bestenfalls stickenderweise auf das Sofa gehörten, versuchen ...
In diesem ersten Band einer für mich neuen Trilogie von Lena Johannsen geht es um drei Frauen, die zu einer Zeit, als Frauen hinter den Herd oder bestenfalls stickenderweise auf das Sofa gehörten, versuchen ihren Mann zu stehen. In Teil eins geht es primär um das Ehepaar Oskar und Gerda Troplowitz. Oskar ist es gelungen das Labor des Herrn Paul Carl Beiersdorf zu erwerben und beginnt nun selbst an so manchem Produkt zu tüfteln. Beliebt macht er sich jedoch bei den Hanseaten nicht. Er denkt zu sozial den Angestellten gegenüber und ist zudem ein zugezogener Jude, eine denkbar ungünstige Konstellation. Doch die beiden Troplowitzs geben so schnell nicht auf. Oskar ist es gelungen den Erfinder des Pflasters auszumachen, hinter dem sich aufgrund eines tödlichen Unfalls inzwischen dessen Witwe Antonia versteckt. Und die ehrgeizige Gerda hat inzwischen die malende und leider auch trinkende Irma kennengelernt, die sie gleich mit einspannt, sodass schlussendlich allen geholfen wird.
Wie immer bei Romanen mit wahrem Hintergrund, fand ich es auch diesmal spannend, nebenher ein wenig im Internet zu recherchieren und mich zur Firma Beiersdorf und seinen heute noch weltweit bekannten Produkten ein wenig schlau zu lesen. Wer kennt sie nicht, die blaue Cremedose mit dem weißen Schriftzug? Aber ich greife damit schon ein wenig vor, den in diesem Band durfte ich erstmal alle Protagonisten kennenlernen und mich mit ihnen vertraut machen. Meine Bewunderung geht an Oskar, der ist mit seiner ruhigen Art nicht aus der Spur bringen lässt, natürlich immer mit der Unterstützung seiner Gerda. Zudem lernen wir die beiden Damen Irma und Antonia kennen, die mit ihrem Kampfgeist beeindrucken. Irma kämpft um ihr Recht nicht „nur“ Hausfrau und Mutter sein zu müssen, während es bei der armen Antonia tatsächlich ums Überleben geht.
Gut gefallen haben mit auch die Einblicke in die Hamburger Politik und das Leben der „Pfeffersäcke“. Nun habe ich direkt Lust bekommen mich bald mal wieder auf eine kleine Reise in meine Geburtsstadt aufzumachen. Alles in allem bekommt der Roman selbst von mir vier Sterne aber ein extra kleiner funkelnder Stern geht and die Hörbuchsprecherin Julia von Tettenborn, die ihre Sache ganz großartig gemacht hat. Kurzum, von mir eine Empfehlung verbunden mit fünf Sternen und große Freude auf den nächsten Band.