Thriller | Der düstere Krimi-Bestseller aus Italien
Verena von Koskull (Übersetzer)
Düster, wendungsreich und verstörend – der Bestseller aus Italien
Mitten in der Nacht wird in der toskanischen Provinz ein kleiner Junge aufgegriffen, nackt, unterkühlt und vollkommen verängstigt. Der Junge erzählt, dass er in der Gewalt eines fremden Mannes war, aber entkommen konnte. Kurz darauf wird in Bologna ein weiterer Junge entführt. Beide verbindet nichts, bis auf die Tatsache, dass sie einander zum Verwechseln ähnlich sehen. Ein Zufall scheint ausgeschlossen, aber warum sollte jemand identisch aussehende Kinder entführen? Valentina Medici, eine junge, zielstrebige Ermittlerin der italienischen Spezialeinheit, wird aus Rom nach Bologna geschickt, um den Fall zu untersuchen und den Entführer zu stoppen. Sie stößt auf eine Reihe von cold cases und einen grauenvollen Zusammenhang.
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Vorneweg. Der Autor Marco de Franchi ist im realen Leben Hauptkommissar u.a. bei einer Spezialeinheit in Italien. "Das zweite Kind" ist sein erster Kriminalroman und er hat angeblich Erfahrungen aus seinem ...
Vorneweg. Der Autor Marco de Franchi ist im realen Leben Hauptkommissar u.a. bei einer Spezialeinheit in Italien. "Das zweite Kind" ist sein erster Kriminalroman und er hat angeblich Erfahrungen aus seinem Berufsleben verarbeitet. Also gehe ich davon aus, dass viele Details so der Wahrheit entsprechen und auch die polizeilichen Ermittlungen realistisch beschrieben werden.
Und nochmal vorneweg. Das Buch ist sicherlich nicht für jedermann geeignet, denn es geht um Kindesentführung, Missbrauch und Mord. Und auch Korruption und Bandenkriminalität spielen eine Rolle. Also durchaus harte Kost an vielen Ecken.
Mir haben besonders die zwei Hauptdarsteller gefallen - eine Frau und ein Mann - die ihre Ecken und Kanten und schwarzen Flecke in der Vergangenheit - und Gegenwart - haben. Die Arbeit an dem Fall, bzw. eher den Fällen, schreitet mal langsam mal schnell voran. Darauf muss man sich einlassen, denn so machte es für mich auch Sinn. Ein vorläufiger Erfolg entlarvt sich als Spitze des Eisberges. Ich war sehr angetan für diesem Krimi und würde gerne mehr von diesem Autor lesen. Ich mochte auch das italienische Setting.
MEINE MEINUNG:
So düster und atmosphärisch Das Cover ist, so beklemmend beginnt auch dieser Thriller. Und dieses Gefühl zieht sich durch das ganze Buch. Ich liebe es. Es bleibt auch nicht nur bei dem ...
MEINE MEINUNG:
So düster und atmosphärisch Das Cover ist, so beklemmend beginnt auch dieser Thriller. Und dieses Gefühl zieht sich durch das ganze Buch. Ich liebe es. Es bleibt auch nicht nur bei dem düsteren Gefühl, denn es wird brutal und es wird grausam und es hat mich immer mehr in seinem Bann ziehen können. Man merkt, dass der Autor als ehemaliger Komissar weiss, wovon er hier spricht. Alles hat Hand und Fuss und wirkt trotz der Grausamkeiten realistisch. Der Schreibstil lässt sich sehr flüssig lesen und hat mich mit jeder Seite mehr gefesselt. In meinem Kopf entstanden Bilder, die mich verfolgten. Es gab hier viel Liebe zum Detail und es wurde alles genau beschrieben. So, wie ich es bei einem Thriller erwarte. Wir waren immer an der Seite der Ermittler und es faszinierend, wie uns der Autor in die Polizeiarbeit hat eintauchen lassen. Die Charaktere fand ich grossartig dargestellt. Besonders die Protagonisten haben Ecken und Kanten und sind speziell und ich fand die daher interessant und eine Bereicherung für den Thriller. Mit seinem Debüt konnte mich der Autor sehr begeistern.
FAZIT:
Düster, beklemmend, brutal, interessante Polizeiarbeit.
Es ist mitten in der Nacht in der toskanischen Provinz, als ein nackter Junge aufgefunden wird. Er ist verstört und erzählt, dass er einem Mann entkommen konnte, der in entführt hätte. Wenig später gibt ...
Es ist mitten in der Nacht in der toskanischen Provinz, als ein nackter Junge aufgefunden wird. Er ist verstört und erzählt, dass er einem Mann entkommen konnte, der in entführt hätte. Wenig später gibt es einen weiteren Entführungsfall in Bologna. Außer dass sich die beiden Jungen total ähnlichsehen, gibt es keine Verbindung. Aus einer Spezialeinheit in Rom wird die Ermittlerin Valentina Medici nach Bologna geschickt, um die Sache aufzuklären. Was sie entdeckt, ist erschütternd und grauenhaft.
Mich hat dieser Thriller von Anfang an gepackt. Der Autor Marco De Franchi schreibt schnörkellos und gut lesbar. Die Atmosphäre in dieser Geschichte ist düster und die Spannung hoch. Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven, so dass man sich gut in den Fall hineindenken kann, doch immer wieder gibt es Wendungen, die einen nie sicher sein lassen, ob man sich auf der richtigen Fährte befindet. Dabei geht es ziemlich grausam zu.
Die Charaktere sind gut und glaubhaft gezeichnet. Ich mochte die junge und unbeirrbare Ermittlerin Valentina Medici. Dabei macht man es ihr nicht leicht, diese Ermittlung durchzuführen, aber sie geht beharrlichen ihren Weg. Sie stößt auf alte Fälle, die im Zusammenhang mit ihren aktuellen Ermittlungen stehen. Unterstützt wird sie dabei von Fabio Costa, der in die Provinz abgeschoben wurde. Die beiden sind gute Polizisten, die für Gerechtigkeit sorgen wollen, was nicht jedem gefällt. Was sie auch mithilfe des IT-Experten Loris Manna entdecken ist einfach perfide.
Ein sehr spannender, aber auch düsterer Thriller, der grausam und verstörend ist.
Mit diesem Thriller hat der Autor seinen Einstand als Krimiautor brillant gemeistert. Das Buch hat über 600 Seiten und über diese ganze Länge kommt keine Langweile auf. Es fängt mit einem seltsamen,wie ...
Mit diesem Thriller hat der Autor seinen Einstand als Krimiautor brillant gemeistert. Das Buch hat über 600 Seiten und über diese ganze Länge kommt keine Langweile auf. Es fängt mit einem seltsamen,wie schrecklichen Ereignis an und genau so geht es weiter. Der Leser wird in eine aufregende, unheimliche und seltsame Kette von Ereignissen hineingezogen. Wer schwache Nerven hat, sollte sich die detailreichen Schilderungen nicht so genau bildlich vorstellen, denn es ist grausam und unmenschlich. Wir erleben nun die Protagonisten auf der Suche nach den Schuldigen der ganzen brutalen Taten. Mir hat es gut gefallen, dass wir aber neben den unglaublichen Fällen, aber auch die Geschichte der Protagonisten, sprich der ermittelnden Beamten, erleben können. Es wird sehr authentisch geschildert, wie die Ermittler vorgehen und wie es durch Konkurrenzkampf und die strenge Hierachie zu erschwerten Bedingungen nicht nur für die Ermittlerin des Zentralen Operationsdienstes kommt. Valentina ist mir jedenfalls sehr sympathisch. Auch sie hat mich im Laufe des Buches positiv überrascht und ich fand ihr Verhalten sehr gut. Sie ist interessant und lässt sich nicht so leicht beeindrucken. Sie geht ihren eigenen Weg und ist sich immer treu geblieben. Sie muss ja auch einige Hindernisse überwinden, aber auch dabei setzt sie sich gut durch. Aber auch die anderen Personen aus ihrem Team finde ich interesssant. Jeder hat so seine eigene Geschichte und Persönlichkeit. Ihre Fähigkeiten sind sehr unterschiedlich und genau das braucht das Team auch, um diesen seltsamen Fall zu lösen. Ihr Engagement, ihr Zusammenhalt und Ideenreichtum und auch den Mut gegen Vorschriften zu verstoßen, helfen ihnen auf der Suche nach der Lösung für all das Übel, dass sie durch diesen Fall erleben, weiter. Es sieht manchmal so einfach aus, aber es kommt zu den seltsamsten Verwicklungen und es tauchen viele Ungereimtheiten auf. Zum Glück gehen die Ermittler dieser Spur nach - ob sie nun befugt sind oder nicht. Die nebenher privaten Erlebnisse und Probleme geben dem ganzen noch die richtige Würze, denn irgendwie spielt alles eine Rolle. Die Ermittler sind ja keine Maschinen und ihre Emotionen werden gut rübergebracht. Ich war wirklich überrascht über die dramatischen Entwicklungen und die grenzenlosen Ausmaße des ganzen Geschehens. Die Gegend ist ja auch nicht willkürlich gewählt, sondern passt gut ins Gesamtbild. Schönheit und Grausamkeit lassen sich dort gut verorten. Es ist ein aufregender und interessanter Thriller, der den Leser echt zum Staunen bringt. Spannung, Liebe, Leid, Träume, Neid, Hass - die ganze Vielzahl der Emotionen kommt hier zum Ausdruck. Mir hat auch der Schreibstil gefallen - man bleibt immer dicht am Geschehen und der Text lässt sich flüssig und gut lesen.
Für mich ist es ein besonderer Thriller, denn er hat mich wirklich über diese 600 Seiten in Atem gehalten und mit den Protagonisten mitfiebern lassen. Außerdem ist es ein außergewöhnlicher Fall mit ungeahnten Hintergründen bzw. Abgründen.
Spannung pur - man muss dieses Thriller einfach lesen.
Es beginnt wie ein normaler Krimi. Ein Autofahrer trifft in einer kalten Nacht auf einen rennenden , nackten Jungen. Valentina von der italienischen Spezialeinheit SCO wird in die Provinz geschickt, um ...
Es beginnt wie ein normaler Krimi. Ein Autofahrer trifft in einer kalten Nacht auf einen rennenden , nackten Jungen. Valentina von der italienischen Spezialeinheit SCO wird in die Provinz geschickt, um sich die Sache anzuschauen - reine Routine. Der Junge erzählt von einer Entführung und von einem weiteren Jungen, den er beim Entführer gesehen haben will. Nun gerät Bewegung in den Fall und entwickelt zunehmend Brisanz , als ein weiteres Kind entführt und ein Mord verübt wird. Valentina trifft bei ihren Ermittlungen auf den Vicequestore Fabio Costa, ein ehemaliger Mitarbeiter der SCO, der hier in der Provinz auf das Abstellgleist gesetzt wurde. Valentina fühlt sich Costa trotz übler Gerüchte über ihn verbunden und beide versuchen fieberhaft, das neue Opfer zu finden. Nur es fehlt jedlicher Ansatzpunkt - kein Motiv, keine Spur zum Täter, keine Verbindung zwischen den Taten. Dank ihrer akribischen Suche nach der Nadel im Heuhaufen und der wertvollen Unterstützung des IT-Mitarbeiters Loris ergibt sich eine heiße Spur und ich als Leser blicke in den Abgrund des Bösen. Als es erneut zu einer Entführung kommt, gelingt tatsächlich ein Ermittlungserfolg. Aber Valentina und Costa werden zu Bauernopfern. Ihnen werden sämtliche Ermittlungsfehler angelastet. Costa verfällt in Depression und beginnt zu trinken. Valentina soll ebenfalls in die Provinz abgeschoben werden , nachdem sie einen Abschlussbericht verfasst hat. Valentina sieht hier ihre Chance, den Fall erneut aufzurollen. Sie glaubt nicht an einen Einzeltäter. Wenn ich bisher glaubte der Schrecken könnte nicht größer werden, wurde ich gründlich vom Gegenteil überzeugt. Größenwahn und ein unfassbares Maß an Perversität zeigen ihr grausames Gesicht. Hinzu kommen Beamte, die weg schauen und sich gegen die eigenen Kollegen wenden. Wann immer Hoffnung aufkeimt, wird sie so gleich erstickt und das alles im tristen, nassen und dunklem italienischen Winter.
Der Fall entwickelt sich immer mehr zu einem Horrorszenarium. Sehr gut beschrieben wird die polizeiliche Ermittlungsarbeit, was gelegentlich auch zu einigen Längen führt. Erneut war ich schockiert über den hohen Grad an Korruption und Inkompetenz der Ermittlungsbehörden. Das hatte ich bereits in einem anderen Krimi so gelesen und neige dazu, es zu glauben.
Valentina und Costa sind Charaktere mit Brüchen. Besonders Costa hat Traumata aus der Vergangenheit nicht verarbeitet und leidet unter heftigen Schuldgefühlen. Ich fand sie beide dennoch sympathisch . Besonders für sich eingenommen , haben sie mich durch ihr tief empfundenes Bestreben, der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen und die Opfer zu rehabilitieren. Durch die Atmosphäre von Verrat, Hilflosigkeit und Vertuschen passt der Thriller mit seiner Düsternis perfekt in die dunkle Jahreszeit und erinnert mich stark an skandinavische Krimis. Die Idee für das Motiv fand ich sehr gelungen und ungewöhnlich und passt mit seiner Hybris perfekt. Wenn ich etwas kritisieren wollte, dann dass das Geschehen an einigen Stellen etwas unrealistisch wirkt. Am Ende regt sich dann doch erfolgreich ein Funken Hoffnung und das hat meinem Seelenfrieden gut getan.
Für mich war das Gesamtpaket ein toller lesenswerter Thriller, der mir Gänsehaut beschert, während ich gemütlich auf dem Sofa sitze.