Vermutlich hätte das Buch eine bessere Bewertung verdient, wenn ich mit den richtigen Erwartungen in die Geschichte hineingegangen wäre, aber leider wird das Buch irgendwie überall als komisch/lustig und romantisch und amüsant beschrieben, und mit keinem Wort wird irgendwo erwähnt, dass es sich eigentlich mit häuslicher Gewalt und Alkoholismus und solchen Dingen auseinandersetzt, und entsprechend war ich eigentlich nicht in dem richtigen Mindset für die Geschichte, weil ich nicht damit gerechnet habe. Hätte ich es von Anfang an gewusst, hätte ich das Buch vermutlich gar nicht erst gelesen, weil ich mich einfach überhaupt nicht dafür interessiert habe, so habe ich es erst erfahren, als ich schon so einige Seiten hinter mir hatte, und dann wollte ich es irgendwie auch bis zum Ende durchziehen.
Vielleicht etwas ironisch, angesichts des Themas, dass ich nicht aufgeben konnte, anders als in Beziehungen mit häuslicher Gewalt kann ich hier aber sagen, dass ich es insgesamt nicht bereut habe. Ich hatte nicht wirklich Spaß an der Geschichte, von amüsant oder "urkomisch" ist das alles auch meilenweit entfernt gewesen, und besonders Lola ging mir extrem auf die Nerven, so wie sie geschrieben wurde, einfach weil ich mit den ganzen unvollständigen Sätzen so gar nicht klar kam, aber inhaltlich war es durchaus spannend, das Ende fand ich überraschenderweise doch zufriedenstellend (womit ich irgendwann zwischendurch echt gar nicht mehr gerechnet hatte), und während das Buch mir insgesamt einfach viel zu lang war und ich in der Zeit lieber ein paar andere Geschichten gelesen hätte, kam mir (als nicht betroffener Person) die Aufarbeitung von allem doch ziemlich gut vor, und ich hatte durchaus das Gefühl, dass Keyes wusste, was sie hier tut.
Ich denke, wenn ich die richtige Zielgruppe für das Buch gewesen wäre, wäre es echt super gewesen, so eher im Mittelfeld für mich (aber auf keinen Fall fand ich's schlecht).