Cover-Bild Die Klinge des Schicksals
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16,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Knaur
  • Themenbereich: Belletristik - Fantasy: Episch
  • Genre: Fantasy & Science Fiction / Fantasy
  • Seitenzahl: 576
  • Ersterscheinung: 01.03.2018
  • ISBN: 9783426654484
Markus Heitz

Die Klinge des Schicksals

Roman

Unheimlich, abenteuerlich und actionreich: der neue Dark-Fantasy-Bestseller von Markus Heitz!

Seit vor 150 Jahren der Wald in Yarkin begonnen hat, sich unaufhaltsam auszubreiten, sind die Menschen immer weniger geworden. Die letzten Überlebenden wurden auf eine Halbinsel zurückgedrängt. Immer wieder hat man Expeditionen ausgesandt, um ein Mittel gegen das Vordringen der Bäume zu finden – keine kehrte zurück. Bis die legendäre Kriegerin Danèstra auf Kalenia trifft, die eine schier unglaubliche Geschichte erzählt: von einer Siedlung im Wald und einem grausamen Überfall, der das wahre Böse offenbart habe; und von einer Verschwörung unter den Menschen, die nur sie, Kalenia, aufdecken könne. Sie bittet die Kriegerin um Hilfe. Doch kann Danèstra ihr wirklich trauen?

»Markus Heitz ist ein Phänomen im Bereich der Phantastischen Literatur« fantasybuch.de

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.06.2018

Eine fesselnde, neue Welt

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Im Interesse auch deutsche Autoren besser kennenzulernen, zumal Übersetzungen gefühlt den Markt überschwemmen und zum Teil einen anderen Schreibstil hervorbringen, griff ich nach dieser Neuerscheinung, ...

Im Interesse auch deutsche Autoren besser kennenzulernen, zumal Übersetzungen gefühlt den Markt überschwemmen und zum Teil einen anderen Schreibstil hervorbringen, griff ich nach dieser Neuerscheinung, die mich leider nicht nur begeisterte.



Als die Klinge des Schicksals wird Danèstra von größeren Mächten auf ihre neue Mission geschickt, um die Halbinsel Nankān, ihre Heimat und die vieler anderer, zu schützen und vor Unheil zu bewahren. Dabei trifft sie auf die junge, schwangere Kalenia, die ein bedeutsames Geheimnis in sich trägt, welches mit der unaufhaltsamen Wildnis zusammenhängt, die die Menschen aus Yarkin – im Westen von Nankān – vertreibt und Angst verbreitet. Während Danèstra und ihre Begleiter zusammen mit Kalenia versuchen, ihre Aufgabe des Schicksals zu erfüllen und das Land vor dem Untergang retten möchten, dringt die Wildnis immer weiter auf die Halbinsel vor, ohne dass jemand den Grund dafür kennt.



Aus der Sicht verschiedener Charaktere erzählt Markus Heitz seine Geschichte rund um Nankān und entwickelt dabei eine wundervoll komplexe Welt, die gefüllt ist mit Vielseitigkeit. Besonders ist mir dabei der bemerkenswerte Schreibstil aufgefallen, den man nicht oft auf diese Art antrifft. Die für manche möglicherweise anspruchsvollere Ausdrucksweise ist angenehm zu lesen und erfrischend anders, indem Heitz auch mit ungewöhnlicheren oder im normalen Sprachgebrauch nur selten benutzten Wörtern aufwartet und der Lektüre dadurch einen fremdartigen Klang gibt, passend zu einer sehr gut ausgebauten Fantasywelt. In dieser lässt sich eine für mich schöne Verflechtung der Hauptgeschichte mit vielen kleineren Erzählungen, Mythen und Sagen, Gerüchten und Legenden aus den unterschiedlichsten Gebieten Nankāns vorfinden. Ein weiterer Aspekt für den sehr interessanten Weltenaufbau, sind die gewählten Namen der Figuren, die je nach Herkunft bestimmte Merkmale aufweisen. Dabei ist es jedoch etwas verwunderlich, dass das Gefühl entsteht, fast alle sind einer einheitlichen Sprache mächtig, was eben nie erwähnt wird, abgesehen von Unterschieden in der Schrift, aber auch kein großes Manko ist.



Ebenfalls faszinierend ist die dargestellte Mischung aus einer mittelalterlich anmutenden Welt und konträr Technik in beeindruckender Ausführung, die schon fast an Waffen des Science Fiction erinnern kann. Auch dass Magie als ein Teil des Landes charakterisiert wird, der nicht absonderlich verehrt, verachtet oder ganz allgemein hervorgehoben, sondern wie etwas Normales betrachtet wird, schafft ein einnehmendes Empfinden für die Geschichte, in welcher sich die Verbindungen zwischen allen Handlungssträngen langsam zu etwas Großem aufbauen. Doch wird der Lesefluss zunehmend durch oftmals recht große Sprünge unterbrochen, die keine Entwicklung eines Zeitgefühls, vor allem bezüglich Entfernungen, zulassen. Außerdem liest sich dieser Band nach gewissen Hinweisen oder Auflösungen immer wieder etwas zäh.



Von den Charakteren gibt es viele durchaus interessante. Allem voran eine der wichtigsten Personen: Danèstra, welche nicht jung ist, sondern einmal abwechslungsreich bejahrt. Damit bietet sie ein großes Spektrum an Erfahrungen und Geschichten, die der Leser aus ihrer Sicht und der eines im Buche erwähnten Schriftstellers erfährt. Neben ihr gibt es auch andere Interesse weckende Figuren, für die ich mich hingegen nicht erwärmen konnte, da sie zwar alle prägende Eigenschaften haben, aber an sich nicht hervorstechen.



Schließlich lässt sich sagen, dass mir die Welt überaus gefallen hat, ebenso wie der Schreibstil. Heitz hat eine atemberaubend tiefgründige und vielschichtige Atmosphäre geschaffen mit einem Touch von etwas Herben und Markarberen, doch zum Schluss war ich eher froh dieses Buch beendet zu haben, denn schleppte sich die Erzählung mit der Zeit dahin. Obwohl alle Aspekte eines Vertreters dieses Genres vorhanden waren, konnte ich hiermit nicht ganz überzeugt werden. Das geschaffene Universum, die Handlungsorten fesselten mich, doch leider nicht so recht die Charaktere und die simple Grundhandlung, wobei das Ende wirklich ein gelungener Abschluss ist.

Veröffentlicht am 27.06.2018

Rache, Hass und Gerechtigkeit in einer neuen vielseitigen und vielfältigen Welt

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"Die Klinge des Schicksals" ist kein einfaches Buch für mich gewesen, obwohl Markus Heitz einer meiner absoluten Lieblingsautoren ist, tat ich mich an diesem Buch anfänglich etwas schwer, so dass ich es ...

"Die Klinge des Schicksals" ist kein einfaches Buch für mich gewesen, obwohl Markus Heitz einer meiner absoluten Lieblingsautoren ist, tat ich mich an diesem Buch anfänglich etwas schwer, so dass ich es zwischendurch einmal weggelegt habe.

Markus Heitz hat in diesem Buch eine neue vielseitige und vielfältige Welt erschaffen. Es ist also bislang ein Einzelband. Die Heldin des Buches ist die sogenannte Klinge des Schicksals genannt Danestra. Sie wird beim Eintreten in die Schlafphase vom Schicksal an den Ort im Land katapultiert, an dem sie Unrecht wieder gut machen oder ausgleichen soll. Ihre Geschichten und Heldentaten sind legendär, so dass sie, trotz ihres Alters, geachtet und gefürchtet ist.

An dieser Stelle hat sich der Autor den Spaß erlaubt und hat zwischen den Kapiteln kleine Textpassagen des fiktiven (?) Autors Mahetian Tintenfain eingefügt, der im besagten Land dafür bekannt ist, die Abenteuer der Klinge mit kleinen Groschenheftchen festzuhalten und zu verbreiten.

Danestra trifft auf die schwangere Kalenia, die von einem brutalen Überall auf eine Köhlersiedling im Wald berichtet. Eine Verschwörung soll das Land bedrohen. Denn das Land auf dem die Menschen leben, wird tagtäglich durch eine vorrückende Wildnis dezimiert. Kann die Klinge dem schwangeren Mädchen trauen? Ist dies wirklich ihre Aufgabe?

Trotz einer Auflistung der "Dramatis Personae" hatte ich anfänglich etwas Mühe mich zwischen den vielen fremden Namen und Orten zurecht zu finden. Nach meiner kleinen Pause, fand ich dann doch in die Geschichte hinein und musste um Danestra und ihr Gefolge, dass Seite um Seite durch eine Vielzahl an charakterstarken Nebenfiguren anwuchs, bangen. Gerade diese Vielzahl machte es unübersichtlich und spannend zugleich!

Seeschlangen, Augenfresser, Nebelaffen, Crocodyle und anderes Getier bedrohen die Helden der Geschichte und diese wurde immer packender.

Für Fantasy Fans ein Muss! Rache, Hass und Gerechtigkeit sind hier glaubhaft dargestellte Beweggründe. Doch ob dies alles ist, müsst Ihr selbst herausfinden. Ich vergebe 3,5 von 5 Punkten aufgrund meiner persönlichen Einstiegsschwierigkeiten.

Veröffentlicht am 20.04.2022

Rezension zu Die Klinge des Schicksals

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𝐃𝐢𝐞 𝐊𝐥𝐢𝐧𝐠𝐞 𝐝𝐞𝐬 𝐒𝐜𝐡𝐢𝐜𝐤𝐬𝐚𝐥𝐬

„𝓩𝓮𝓲𝓰 𝓶𝓲𝓻, 𝔀𝓮𝓼𝔀𝓮𝓰𝓮𝓷 𝓭𝓾 𝓶𝓲𝓬𝓱 𝓰𝓮𝓻𝓾𝓯𝓮𝓷 𝓱𝓪𝓼𝓽, 𝓢𝓬𝓱𝓲𝓬𝓴𝓼𝓪𝓵“

𝐑𝐞𝐳𝐞𝐧𝐬𝐢𝐨𝐧

𝐒𝐩𝐚𝐧𝐧𝐮𝐧𝐠 𝐮𝐧𝐝 𝐒𝐜𝐡𝐫𝐞𝐢𝐛𝐬𝐭𝐢𝐥
Nachdem ich den Titel nun endlich nach knapp einem Jahr begonnen hatte zu lesen, viel ...

𝐃𝐢𝐞 𝐊𝐥𝐢𝐧𝐠𝐞 𝐝𝐞𝐬 𝐒𝐜𝐡𝐢𝐜𝐤𝐬𝐚𝐥𝐬

„𝓩𝓮𝓲𝓰 𝓶𝓲𝓻, 𝔀𝓮𝓼𝔀𝓮𝓰𝓮𝓷 𝓭𝓾 𝓶𝓲𝓬𝓱 𝓰𝓮𝓻𝓾𝓯𝓮𝓷 𝓱𝓪𝓼𝓽, 𝓢𝓬𝓱𝓲𝓬𝓴𝓼𝓪𝓵“

𝐑𝐞𝐳𝐞𝐧𝐬𝐢𝐨𝐧

𝐒𝐩𝐚𝐧𝐧𝐮𝐧𝐠 𝐮𝐧𝐝 𝐒𝐜𝐡𝐫𝐞𝐢𝐛𝐬𝐭𝐢𝐥
Nachdem ich den Titel nun endlich nach knapp einem Jahr begonnen hatte zu lesen, viel mir der Einstieg etwas schwer. Ich glaube, das lag nicht nur an den vielen, auch fremd klingenden Namen, sondern auch, weil ich noch nichts Ähnliches gelesen habe. Während ich zumeist eigentlich Romantasy lese, war High Fantasy ohne Fokus auf Romantik, mal etwas Neues. Auch wenn zunächst alles etwas erschlagend wirkte, habe ich mich dennoch in die Geschichte und die verschiedenen Erzählperspektiven eingefunden. Deshalb war wohl auch zu Beginn die Spannung etwas gering… Allerdings änderte sich das nach einiger Zeit und mit dem Ende war wirklich nicht zu rechnen, was mich positiv überraschte!

𝐂𝐡𝐚𝐫𝐚𝐤𝐭𝐞𝐫𝐞
Dadurch, dass es wirklich so viele Charaktere gab, die auch in das Geschehen verstrickt waren, kann ich jetzt nicht auf jeden einzelnen eingehen. Aber, was mir zu sagen bleibt, ist, dass jeder seine Stärken und Schwächen hatte und so manch einer mich definitiv überrascht hat!

𝐆𝐞𝐬𝐚𝐦𝐭𝐞𝐢𝐧𝐝𝐫𝐮𝐜𝐤
Wie bereits erwähnt, ist es mir etwas schwergefallen, in die Geschichte einzufinden. Außerdem hatte das Buch auch ein paar Punkte, die für mich als Schwachstellen gelten, wie beispielsweise die Kapitellänge. Die Kapitel waren für mich persönlich etwas zu lange und es wurde - zwar abgesondert - in verschiedenen Schauplätze und von verschiedenen Charakteren berichtet, was zunächst etwas verwirrend war. Dennoch hat vor allem das Ende mich positiv überrascht, weshalb ich dem Buch 3⭐️/5⭐️ gebe

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Veröffentlicht am 04.05.2018

Handwerklich Großartig aber der Funke flog nicht über

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Mich konnte „Die Klinge des Schicksals“ leider nicht gänzlich überzeugen. Der Schreibstil von Markus Heitz ist angenehm und ich kann ihm auch gut folgen aber leider konnte er mich hier nicht mitreißen. ...

Mich konnte „Die Klinge des Schicksals“ leider nicht gänzlich überzeugen. Der Schreibstil von Markus Heitz ist angenehm und ich kann ihm auch gut folgen aber leider konnte er mich hier nicht mitreißen. Ich kenne bereits „Des Teufels Gebetbuch“ und diesen Roman habe ich geliebt. Ebenso wie in „Wédora – Staub und Blut“ ist der Funke hier leider nicht übergesprungen, mir scheint, es soll einfach nicht klappen mit uns.

Die Protagonisten haben mir sehr gefallen, sie sind abwechslungsreich und gekonnt ausgearbeitet. Sie haben Tiefe und sind spannend.
Ich finde jeden für sich sehr gelungen, besonders konnte mich aber die Gruppe um Danèstra überzeugen. Sao unterschiedlich sie auch sind so passt die Truppe doch wirklich gut zusammen und ergänzt sich gekonnt.

Die Idee gefällt mir sehr. Die Umsetzung konnte mich nur leider nicht mitreißen, hier ist der Funke nicht übergesprungen. Die Geschichte ist interessant und Stellenweise konnte sie mich auch richtig fesseln aber das hielt sich leider nicht über den ganzen Roman. Es gab auch Passagen die ich etwas träge empfand und kaum ein fortkommen verspürte. Scheinbar sollte es einfach nicht klappen denn Handwerklich kann ich kaum was an „Die Klinge des Schicksals“ aussetzen. Die Beschreibungen sind sehr gelungen und großartig und ich konnte mich gut einfinden. Aber es fehlte einfach etwas das ich kaum in Worte fassen kann, es konnte mich nicht so richtig packen.

Das Cover und den Klappentext fand ich sehr gelungen und beides hat mich auch angesprochen daher konnte ich an diesem Buch kaum vorbei gehen.




Fazit:
„Die Klinge des Schicksals“ konnte mich nicht so richtig packen, handwerklich kann ich nichts aussetzen, die Beschreibungen sind großartig und ich konnte mich gut hinein finden allerdings sprang der Funke einfach nicht über. Auch wenn es mit uns nicht so klappte kann ich „Die Klinge des Schicksals“ sehr empfehlen.

Veröffentlicht am 18.01.2019

Nur etwas für Actionliebhaber – ansonsten herrscht trübe Grünödnis

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Danèstara von Tiamin ist die „Klinge des Schicksals“, die nächtens und im Schlaf an irgendeinen Ort des Kontinentes Nankan teleportiert wird, um dort für die Mächte des Guten einzugreifen. Dieses Mal geht ...

Danèstara von Tiamin ist die „Klinge des Schicksals“, die nächtens und im Schlaf an irgendeinen Ort des Kontinentes Nankan teleportiert wird, um dort für die Mächte des Guten einzugreifen. Dieses Mal geht es um nichts weniger, als die Rettung der Welt, denn Nankan wird von der Grünödnis bedroht, jenem menschenfeindlichen Urwald, der wildwuchernd bereits den Kontinent Yarkin verschlungen hat, an dem Nankan als Subkontinent hängt, zersplittert in viele sehr unterschiedliche Reiche mit sehr unterschiedlichen Merkmalen. Danèstara steht dem schwangeren Mädchen Kalenia bei, einem Zirkel von Dämonenbeschwörern auf die Spur zu kommen, die für das Vordringen der tödlichen Natur verantwortlich zeichnen. Ein Wettlauf der Klingen, Intrigen und des Blutes beginnt.

Soweit die Geschichte. Ab hier wird es ernst, und wer das Buch noch lesen möchte, sollte nicht weiterlesen.

Heitz schreibt ein aufschlussreiches Nachwort, in dem er zwei Motive für diesen Roman offenbart: Erstens präsentiert er seinen Grundgedanken für „Die Klinge des Schicksals“: „Was wäre, wenn wir eine ältere Heldin hätten […]?“ Zum Zweiten liefert er mit Yarkin/Nankan „[w]ieder eine neue Welt […], weil es […] sehr viel Spaß macht, neue Welten zu entwerfen.“

Damit sind schon die zwei Grundübel des Romans benannt.

Erstens ist Danèstra nicht alt. Sie hat nur weiße Haare, ansonsten agiert sie wie eine Frau in den besten Jahren. Sie könnte alles zwischen 30 und 50 sein. Nicht umsonst steht auf Seite 556 (von 571): „Zum ersten Mal wirkte sie erschreckend alstund zerbrechlich.“ Genau! Hätte Heitz eine ältere Heldin haben wollen, hätte Danèstra auch älter sein sollen. Weiße Haare und Runzeln als Merkmale des Alters machen noch keinen alten Helden (der wirklich mal reizvoll wäre, aber sich eher im englischen Landhauskrimi antreffen lässt). Zum "Helden" unten mehr.

Zweitens ist es einerseits eine tolle Sache, Welten zu entwerfen, es ist aber andererseits noch toller, wenn diese Welten auch stimmig funktionieren. Nankan aber ist eine Mixtur von lauter mehr oder weniger guten Ideen, die anfangs vielleicht gut klangen, aber nicht über 500 Seiten tragen. Beispielsweise die Natur als „das Böse“ (TM). Das ist ein witziger Gedanke, den aber auch Heitz nicht zu Ende denken mag, denn schließlich ist es doch nicht die Grünödnis (was für ein verqueres Oxymoron), die auf der Gegenseite steht, sondern die von bösen Menschen bedrohte „gute Natur“. Oder die Binnensee Meerwasser/Süßwasser, die ein maroder Damm trennt. Das Szenario ist ein pfiffiger Gedanke, zumal sich eine echte Bedrohung für den Subkontinent ergibt, wenn der Damm bricht. Aber dass die Crokodyle des Süßwassers sich später in der salzigen See ganz im Osten tummeln, ist eine entlarvende Inkonsistenz. Auch die Merkmale der einzelnen Reiche – Elektriker, Bodenschürfer, Stierwahlkönige, Dammwächter und superreiche Verschwender sind Gedanken, die keine tragfähige Basis für einen im Gesamten funktionierenden Kontinent erschaffen. Die zum Teil unaussprechlichen Namen und sinnlosen Akzente tun ihr Übriges, mich mit den Ideen fremdeln zu lassen („Danèstara“, „Nankan“ hat über dem zweiten A einen langen Strich, den meine Textverarbeitung nicht einmal unter den Sonderzeichen kennt).

Nankan ist wie ein Kramladen, in dem es ein paar echte Entdeckungen, aber vor allem sehr viel Ramsch gibt.

Und nun zur Handlung, da wird es dann noch schlimmer.

Heitz hat in diesem Fantasy-Roman keine Helden erschaffen, sondern jede Menge naiver Meuchelmörder, angefangen bei unserer Supergreisin Danèstra, die ihre Interpretation des Schicksals stets sehr schnell zu fassen scheint, um sie anschließend nicht mehr zu hinterfragen. Eigentlich handelt sie stets nach dem ersten Augenschein, ohne über Alternativen nachzudenken. Erst auf Seite 396 fängt sie einmal an, ihre leisen Zweifel auch zu formulieren („Es stimmt überhaupt nichts überein. Was übersehe ich?“), aber zu diesem Zeitpunkt sind schon jede Menge Menschen einfach abgemessert worden. Dass es sich um Scheusale handelt, mildert es nicht, da viele, viele Unbeteiligte ebenfalls über die „Klinge des Schicksals“ springen mussten. Noch ärger treibt es der Schütze Iridian, der für ein Schiffsticket eine ganze Familie abknallt (S. 404). Ist vielleicht deshalb nicht so schlimm, weil es sich um Reiche handelt? Jedenfalls droht Heitz im Nachwort an, dass Danèstras Truppe wiederkommen könnte, dann aber bitte nicht mit solchen Mördern.

Graue Helden sind eine feine Sache, aber Helden zeichnet in allen guten Büchern des Genres aus, dass sie niemals so werden wie ihre Gegner, niemals. Im Angesicht der Gefahr bleibt ein Held immer seinen Prinzipien treu, und diese sind niemals beliebig. Einzelne für „das größere Ganze“, ein „höheres Ziel“ oder „ad maiorem dei gloriam“ zu opfern, ist ein vornehmes Vorrecht der Bösewichte. Denn wahre Helden sind immer dem Individuum verpflichtet, auch die „Klinge des Schicksals“, zumindest am Beginn ihrer Queste, als es noch um Kalenias Wohl ging. Danèstra gilt als Kämpferin für „Das Gute“ (TM), und ich frage mich: warum? Ihre dümmlich-naive Handlungsweise legt das nicht nahe, sondern ist kriminell fahrlässig. Eine Einteilung in „Das Gute“ (TM) und „Das Böse“ (TM), die auch noch innerweltlich vorgenommen wird, zeugt nicht gerade von der Bemühung um Grauschattierungen, korrespondiert aber auf unangenehme Weise mit der Naivität der Handelnden.

Im Übrigen: Wenn Kalenia sagt, sie sei das Instrument zur Rettung der Welt – wieso ist dann das Gegenteil richtig, wenn sich dies Aussage als Lüge entpuppt? Wieso also hält man Kalenia dann für das Instrument der Zerstörung der Welt und nicht – wie es am Ende geschieht – schlicht für eine übergeschnappte Lügnerin? Hanebüchen.

Passt aber zu der blindwütigen Jagd, zu der Danèstra mit ihrer Truppe aufbricht. Dieser über das Knie gebrochene Aufbruch samt Auftrag ist wahrscheinlich auch der Grund, warum man so schwer in den Roman hineinkommt. Die ersten 100 bis 150 Seiten sind nicht spannend – wie auch viele Rezensionen bemerken. Überdies führt die Meucheljagd über den Kontinent auch dazu, dass im Vorbeirauschen Teile der Handlung wie Fremdkörper wirken (etwa der Sonderauftrag der beiden Ingeniae im Köhlerdorf oder die folgenlose Tötung des Königs Horneus). Was das Figurenkonzept betrifft, formuliert es Ilreen dem Schützen Vytain gegenüber ausgesprochen treffend (S. 509): „Aber bei der ganzen Rennerei blieb keine Zeit, dich näher kennenzulernen.“ Genau! Uns Lesern auch nicht! Alle Figuren sind platt, eindimensional und austauschbar.

Ein Tiefpunkt der Handlung ist der Moment, in dem der Bösewicht seinen Plan zu einem unpassenden Zeitpunkt enthüllt, zu dem eigentlich keine Zeit für lange Erklärungen ist, nach denen überdies niemand gefragt hat (S. 439).

Das Ende in einem Völkerbund der Kriegsparteien ist überraschend seicht. Man fragt sich auch, wie es dazu kommen kann, nachdem die hinter dem Wald stehenden Treyden zuerst alle Menschen getötet haben, die in ihrem Wald herumgingen, und selbst während der diplomatischen Phase zum Schluss noch Erpressung, Mord und Totschlag geschehen. Das sind Handlungsmomente bar der Logik, in denen man dem Autor einfach nicht folgen kann.

Das betrifft insbesondere die Idee des „Grünen Herzens“, also des Edelsteins, um den es am Ende den Waldgeistern geht: Es ist ausweislich der im Buch erzählten Geschichte entstanden, nachdem der Wald bereits wucherte. Es ist zudem der Rest eines Magiers, keines Waldbewohners. Wie kann es dann zum zentralen energetischen Kern des Waldreiches geworden sein?

So wie der holprige Einstieg des Erzählers bisweilen wie eine schlechte Übersetzung einer fremdsprachlichen Urfassung des Textes wirkt, wirken viele Ideen und Wendungen wie plötzliche Einfälle, die nachträglich eingefügt wurden und auch nachträglich mit der Handlung verknüpft werden.

Ist denn gar nichts gut an dem Roman?

Doch, natürlich. Er liest sich nach anfänglichen Schotterstrecken schnell und flüssig und ist einer seichten Serie im Fernsehen allemal vorzuziehen. Die Fülle an Einfällen des Autors liefert auch immer wieder tolle Momente – so ist es kaum möglich, den armen Tropf Quent nicht zu mögen. Auch die Elektrotechnik aus Izozath ist eine stimmige Idee. Und mit dem seltsamen UN-Hochgericht in der Causa Kalenia versöhnt einen fast vollständig der Satz „Rache kennt keine Gerechtigkeit.“ (S. 464)

Das war mein erster Heitz. Und es wird mein letzter bleiben. Wer es aber mit den Details nicht so genau nimmt und rasante Action einem kniffligen Plot vorzieht, der kommt hier auf seine Kosten.