Zeitgeschichtlicher Roman über drei Frauen in Ost- und Westdeutschland vom 2. Weltkrieg bis zum Mauerfall | von SPIEGEL-Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann
Vera Teltz (Sprecher), Johanna Zehendner (Sprecher)
Vera Teltz
arbeitet in ihren Lesungen gekonnt Stimmungen und feine Nuancen heraus. Sie hat zuletzt Mechtild Borrmanns Roman
Feldpost
zu einem eindringlichen Hörerlebnis gemacht.
Zeitgeschichte trifft auf die verwobenen Schicksalsfäden dreier Frauen:
Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann in ihrem
großen zeitgeschichtlichen Roman
Lebensbande
die Lebensgeschichten dreier Frauen, deren Schicksale sich
zwischen dem 2. Weltkrieg und dem Fall der Berliner Mauer
kreuzen.
Vom Zweiten Weltkrieg bis zum Mauerfall verbinden die Fäden des Schicksals Lene, Nora und Lieselotte: Obwohl sie sich in einer Zeit der Angst und des Terrors als Fremde begegnen, werden sie zu Freundinnen, die einander Halt geben und große Risiken auf sich nehmen. Krankenschwester Nora tut alles, um Lene zu helfen, das Leben ihres kleinen Sohnes Leo zu retten. Denn wegen eines leichten Handicaps gilt Leo als »Reichsausschusskind«. 1942 lernt Nora Lieselotte in Danzig kennen. Drei Jahre später werden die Frauen in einen Gulag der Sowjetunion verschleppt – als Teil der 900.000 Arbeitskräfte, die Stalin unter anderem im Rahmen der Reparationszahlungen zugesichert worden waren. Als Adenauer 1949 beginnt, diese Deutschen zurückzukaufen, gibt Lieselotte alles auf, was sie noch hat, um Nora die Rückkehr in die Heimat zu ermöglichen. Viele Jahre später, kurz nach dem Mauerfall, erhält diese einen verstörenden Brief, der sie schlagartig in die Vergangenheit zurückkatapultiert ...
Zeitgeschichte, inspiriert von wahren Ereignissen und Schicksalen und so spannend erzählt wie ein Kriminalroman
Mechtild Borrmann versteht es meisterlich, zutiefst menschliche Geschichten ohne Pathos zu erzählen. Auch in
Lebensbande
lässt die Bestseller-Autorin auf zwei Zeitebenen große Spannung entstehen. Erschütternd und trotzdem voller Hoffnung zeigt sie, wie eng große Tragik und zartes Glück beieinander liegen können.
Die Geschichte befasst sich mit Ereignissen rund um den 2. Weltkrieg und geht bis zum Mauerfall. Nora erzählt rückblickend, wie es überhaupt zu der Freundschaft zwischen ihr, Lene und Lieselotte kam. Sie ...
Die Geschichte befasst sich mit Ereignissen rund um den 2. Weltkrieg und geht bis zum Mauerfall. Nora erzählt rückblickend, wie es überhaupt zu der Freundschaft zwischen ihr, Lene und Lieselotte kam. Sie beschreibt, was sie vor, während und nach dem Krieg erlebt haben. Am meisten berührt hat mich in ihrer Erzählung, was sie erlebt hat, als sie nach Russland deportiert wurden. Aber auch was Lene alles für ihren kleinen Leo gemacht hat, war sehr beeindruckend. Hier trifft man auf sehr mutige Charaktere, die stets von Hoffnung getragen wurden. Es gibt viele tragische, aber auch hoffnungsvolle Momente, die die Geschichte lebendig werden lassen. Das Hörbuch wird von zwei Sprecherinnen gesprochen. Dadurch kommen die verschiedenen Zeitebenen gut zum Ausdruck. Die Sprecherinnen waren sehr gut zu verstehen, sprachen mit sehr viel Gefühl und ich habe ihnen gerne zugehört. Das Buch erzählt ein Stück Zeitgeschichte, die man niemals vergessen darf.
Vom Zweiten Weltkrieg bis zum Mauerfall verbinden die Fäden des Schicksals Lene, Nora und Lieselotte: Obwohl sie sich in einer Zeit der Angst und des Terrors als Fremde begegnen, werden sie zu Freundinnen, ...
Vom Zweiten Weltkrieg bis zum Mauerfall verbinden die Fäden des Schicksals Lene, Nora und Lieselotte: Obwohl sie sich in einer Zeit der Angst und des Terrors als Fremde begegnen, werden sie zu Freundinnen, die einander Halt geben und große Risiken auf sich nehmen.
Krankenschwester Nora tut alles, um Lene zu helfen, das Leben ihres kleinen Sohnes Leo zu retten.
Denn wegen eines leichten Handicaps gilt Leo als »Reichsausschusskind«.
1942 lernt Nora Lieselotte in Danzig kennen. Drei Jahre später werden die Frauen in einen Gulag der Sowjetunion verschleppt - als Teil der 900.000 Arbeitskräfte, die Stalin unter anderem im Rahmen der Reparationszahlungen zugesichert worden waren.
Als Adenauer 1949 beginnt, diese Deutschen zurückzukaufen, gibt Lieselotte alles auf, was sie noch hat, um Nora die Rückkehr in die Heimat zu ermöglichen.
Viele Jahre später, kurz nach dem Mauerfall, erhält diese einen verstörenden Brief, der sie schlagartig in die Vergangenheit zurückkatapultiert ...
Mechtild Borrmann hat mit "Lebensbande" erneut einen großartigen Roman geschaffen, der von Beginn an fesselt.
Mit ruhigem Erzählfluss schafft die Autorin es, die schicksalhaft verbundenen Leben von sich drei zuerst fremden Frauen, gleichermaßen empathisch wie dramatisch zu beschreiben.
Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen: 1993 in Kühlungsborn und 1931 bis 1953 am Niederrhein, in Danzig und Workuta
Witwe Nora erhält kurz nach der Wende einen Brief der sie zwingt, sich der Vergangenheit und einer Lebenslüge zu stellen.
Als Krankenschwester arbeitet sie in den 1930er Jahren in einem Krankenhaus und trifft dort auf den kleinen Leo und dessen Mutter Lene.
Lene hatte sich in den Niederländer Joop verliebt, aber das Schicksal meint es nicht gut mit den beiden.
Nach einem kurzen Techtelmechtel wird die von Joop enttäuschte Lene von Franz schwanger und die beiden heiraten.
Die Ehe ist unglücklich und der seit seiner Geburt entwicklungsverzögerte Leo belastet die Beziehung zusätzlich.
Lene, mittlerweile Witwe, wird gezwungen Leo in ein Heim zu geben. Der Begriff "unwertes Leben" fällt nicht, aber die Leser-, bzw. Hörer(innen) ahnen schlimmes.
Nora erkennt erst spät was mit einigen Kindern im Heim passiert und trifft eine folgenreiche Entscheidung um Leo zu retten.
Durch eine Versetzung nach Danzig versucht Nora den NS-Schergen, die ihr auf den Fersen sind, zu entkommen.
Lene ist zurück am elterlichen Hof und versucht Leo zu verstecken. Um Nora zu schützen muss sie ihre Familie belügen.
Nora hat sich in Danzig mit Lieselotte angefreundet, wiegt sich vorsichtig in Sicherheit.
Die zwei Frauen werden aber später auf der Flucht vor der Roten Armee von russischen Soldaten gefasst, vergewaltigt und gefoltert.
Aber ihr Martyrium beginnt damit erst, denn sie werden in einen Gulag in der russischen Tundra verschleppt, wo sie ganze 8 Jahre Schwerstarbeit leisten müssen.
Lene lebt in ständiger Sorge, dass man Leo bei ihr findet, auch kommt der Krieg immer näher.
Sie hat wieder Kontakt zu Joop, die beiden treffen sich heimlich immer in der Gefahr erwischt zu werden.
Und warum hört sie nichts mehr von Nora?
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Lene und Nora erzählt und ist auf beiden Ebenen ausgesprochen spannend, man möchte gar nicht aufhören zu lesen, bzw. zu hören.
Mich hat die Enwickung der zuerst fast ein wenig naiven Nora berührt.
Die Beschreibungen von Workuta gingen mir, obwohl die ganze Härte und Grausamkeit nur angedeutet wurden, sehr nah.
Ich hatte gar nicht gewusst, dass auch Frauen in den russischen Arbeitslagern waren, bei den berühmten Bildern der Adenauer-Rückkehrer z.B. sieht man immer nur Männer.
Die Protagonist(inn)en sind fiktiv, die Geschichte selbst aber basiert auf historischen Dokumenten und Erinnerungen von Zeitzeugen.
Im Hörbuch passen die Stimmen von Vera Teltz und Johanna Zehendner ausgesprochen gut zum empathischen Schreibstil der Autorin.
Nachdem ich bereits "Trümmerkind" und "Feldpost" von Mechtild Borrmann gelesen habe, hat mich auch "Lebensbande" sehr interessiert. Diesmal habe ich zum Hörbuch gegriffen, eingelesen von Vera Teltz und ...
Nachdem ich bereits "Trümmerkind" und "Feldpost" von Mechtild Borrmann gelesen habe, hat mich auch "Lebensbande" sehr interessiert. Diesmal habe ich zum Hörbuch gegriffen, eingelesen von Vera Teltz und >Johanna Zehendner.
In diesem auf Tatsachen beruhenden Roman geht es um drei Frauen: Nora, Lene und Lieselotte. Nora lebt 1993 in Mecklenburg-Vorpommern und erhält eines Tages Post. Sie soll ihre Rentenansprüche für die Zeit vor 1953 nachweisen. So beginnt sie, ihr vergangenes Leben Revue passieren zu lassen und schreibt alles in einem Heft auf. In den 30er Jahren lernen wir zunächst Lene kennen. Lene ist Tochter eines Gutsbesitzers und Bauern, der nicht begeistert davon ist, als Lene sich in den niederländischen Tischler Joop verliebt. Ihre Eltern verbieten ihr den Umgang mit ihm und verbringen sie als Angestellte in einen Haushalt. Als sie glauben muss, dass Joop tot ist, heiratet sie und bringt erst ein behindertes Kind und dann Zwillinge zur Welt. Als ihr mittlerweile gewalttätiger Mann tödlich verunglückt, wird ihr das Sorgerecht für Leo entzogen und dieser in ein Heim verbracht. In diesem Heim arbeitet auch Nora als Krankenschwester. Ihr fällt auf, dass immer mehr der Kinder in ein anderes Heim verlegt werden, in dem auffällig viele Kinder an Lungenentzündung sterben. Sie will Leo retten und begeht einen schrecklichen Fehler. Sie wird nach Danzig versetzt, lernt dort Lieselotte kennen und kommt mit dieser in einen Gulag.
Auch dieser Roman von Mechtild Borrmann lässt sich gut lesen oder hören. Ihre lebendige und einfühlsame Sprache lässt einen ins Geschehen abtauchen. Sie verzichtet auf allzu brutale Schilderungen aus der damaligen Zeit. Ihr Schwerpunkt liegt bei den Frauen, ihrem Mut, ihrer Freundschaft und ihrem Zusammenhalt.
Für meinen persönlichen Geschmack hat Borrmann in diesen Roman allerdings zu viele Themen gepackt: Auf knapp 300 Seiten und grade mal 7,5 Stunden erfahren wir über Euthanasie, russische Gefangenschaft im Gulag, häusliche Gewalt, Krieg und die Zeit nach der Wende in der (Noch)DDR. Diese unterschiedlichen Themen tragen zwar zur Abwechslung bei, der Tiefgang bleibt aber auf der Strecke. Schade!
Die Sprecherinnen haben den Roman gut eingelesen. Zwischendurch hatte ich manchmal Schwierigkeiten, die beiden auseinanderzuhalten, was aber dem Hörvergnügen nicht geschadet hat.
Trotz meines persönlichen Eindrucks der Themenüberfrachtung empfehle ich den Roman gerne weiter. 4 Sterne für diesen Roman, in dem es überwiegend um Frauen geht!