Cover-Bild Totenland

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11,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Aufbau TB
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 400
  • Ersterscheinung: 12.07.2019
  • ISBN: 9783746634609
Michael Jensen

Totenland

Ein Jens-Druwe-Roman
Von Opfern und Tätern.

Ende April 1945. Der Krieg geht zu Ende. Nachdem er schwer verwundet wurde, ist Jens Druwe aus Berlin nach Schleswig-Holstein abkommandiert worden. Hier soll er als Polizist für Ordnung sorgen. Als ein hoher Funktionär der NSDAP ermordet wird, wollen seine Vorgesetzten sogleich den ersten Verdächtigen, einen entflohenen Häftling, aburteilen. Doch Druwe stellt sich gegen die Profiteure des untergehenden Regimes. Ihm zur Seite steht allein die Schwester des Verdächtigen, die wie er voller Mut und Hoffnung den Kampf gegen einen übermächtigen Gegner aufnimmt.

Ein Mordfall vor einer ungewöhnlichen historischen Kulisse – und ein Ermittler, der dem Grauen des Krieges eines entgegenhält: die Liebe zur Wahrheit.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.11.2019

Spannender Krimi über die letzten Tage des Nazi-Regimes

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REZENSION – Beherrschten bislang eher die Vorkriegs- und Nachkriegsjahre das Genre aktueller historischer Romane, schlägt jener norddeutsche Arzt und Buchautor, der kürzlich sein Krimi-Debüt unter dem ...

REZENSION – Beherrschten bislang eher die Vorkriegs- und Nachkriegsjahre das Genre aktueller historischer Romane, schlägt jener norddeutsche Arzt und Buchautor, der kürzlich sein Krimi-Debüt unter dem Pseudonym Michael Jensen im Aufbau-Verlag veröffentlichte, ein neues und literarisch weit schwierigeres Kapitel deutscher Zeitgeschichte auf: Sein lesenswerter Roman „Totenland“ spielt in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs – also in der Zeit des Zusammenbruchs, als das Dritte Reich eigentlich schon untergegangen war, Hitler im Führerbunker Selbstmord beging, führende Nazi-Funktionäre sich vor den alliierten Siegermächten in Sicherheit brachten, Flüchtlinge aus dem Osten in Westdeutschland Zuflucht suchten, die dort in zerbombten Städten hilflos zurückgelassene Bevölkerung notdürftig zu überleben versuchte, viele Menschen aber in ihrer Verzweiflung den Freitod wählten. In diesen wirren Tagen des Untergangs beginnt Michael Jensens Krimi „von Opfern und Tätern“ mit einem „Mord in Deutschlands Stunde Null“.
Ein hoher Parteibonze wurde nahe einem Bauernhof ermordet. Der früher in der Berliner Mordkommission unter dem legendären Kripochef Ernst Gennat (1880-1939) ausgebildete, inzwischen aber nicht nur wegen seiner beim Fronteinsatz erlittenen Handamputation als Dorfpolizist in die Provinz abgeschobene Kriminalinspektor Jens Druwe nimmt die Ermittlungen auf. Seine für den Mordfall zuständigen Kripo-Kollegen aus der Stadt stempeln einen aus dem KZ Fuhlsbüttel entkommenen Häftling und „Volksschädling“, der auf dem Bauernhof untergetaucht war, schnell als Täter ab. Doch dem trotz Kriegseinsatz sowie beruflicher und menschlicher Erniedrigungen gedemütigte Druwe geht es um Gerechtigkeit. Er ermittelt trotz mancher Drohung seiner Vorgesetzten weiter und stellt sich den Profiteuren des untergehenden Regimes allein entgegen.
So spannend die Kriminalhandlung auch ist, geht es dem Autor in seinem Buch weniger um den Mordfall und die nachfolgenden Ermittlungen. Beides dient ihm vielmehr zur Darstellung der von den Menschen unter dem Nazi-Regime und im Krieg erlittenen seelischen Folgen – nicht nur bei Opfern, sondern auch bei Tätern, wobei die Grenzen zwischen beiden oft fließend sein können, wie wir im Roman an Beispielen erfahren. Jensen entwickelt ein genaues Psychogramm seiner charakterlich so unterschiedlichen Figuren und zeigt damit die Vielschichtigkeit der Gesellschaft auch in der Nazi-Diktatur. Die Menschen lassen sich eben nicht nur in Schwarz und Weiß einteilen, sondern es gibt auch ein in vielen Schattierungen nicht immer leicht erkennbares Grau. Parallel zur spannenden Kriminalhandlung sowie zur treffenden Charakterisierung seiner Protagonisten gelingt es dem Autor hervorragend, die düstere Stimmung im Alltag des untergehenden Deutschlands zu schildern.
Der Debütroman „Totenland“ von Michael Jensen ist nicht nur Liebhabern von [historischen] Krimis zu empfehlen, sondern ist in jedem Fall lesenswert, vielleicht gerade auch für die Generationen der Nachgeborenen: Der Roman zeichnet auf beeindruckende Weise ein genaues - wenn auch zeitlich und räumlich eingeschränktes - Bild Deutschlands gegen Ende des Zweiten Weltkrieges. „Totenland“ wurde vom Aufbau-Verlag als erster Band einer Jens-Druwe-Reihe angekündigt. Man darf also auf den zweiten Band „Totenwelt“ gespannt sein, dessen Veröffentlichung für Mitte Juni 2020 vorgesehen ist.

Veröffentlicht am 27.10.2019

lesbar, aber streckenweise langatmig

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Gerhard Lessing, stellvertretender NSDAP-Kreisleiter wird brutal ermordet auf einem Acker in Schleswig-Holstein gefunden. Alles deutet auf den geflüchteten KZ-Häftling Ludwig Steinfeld hin. Einzig Jens ...

Gerhard Lessing, stellvertretender NSDAP-Kreisleiter wird brutal ermordet auf einem Acker in Schleswig-Holstein gefunden. Alles deutet auf den geflüchteten KZ-Häftling Ludwig Steinfeld hin. Einzig Jens Druwe glaubt nicht daran, will den Fall näher untersuchen, Spuren sichern und im Fall weiter ermitteln. Doch leider ist er nicht zuständig. Kann ihn das abhalten?....Natürlich nicht!
Der Einstieg in den Krimi ist mir etwas schwergefallen. Da wird erst die Flucht des KZ-Häftlings geschildert, dann der Leichenfund und schließlich noch die Schilderungen der letzten wahnwitzigen Handlungen der Nazi-Größen. Da habe ich mich immer gefragt, wie soll dieses Globale mit dem Mord zusammenhängen. Das klärt sich aber auf, hier muss der Leser Geduld aufbringen.
Spitzfindig und mit viel Redegewandtheit sowie Schmeicheleien an den richtigen Stellen gelingt es Druwe immer wieder seine Fragen zielsicherer zu platzieren, überzeugte Kriminalbeamte zu beeinflussen und so an neue Erkenntnisse heranzukommen und die richtigen Leute für seine Zwecke zu nutzen, um nicht zu sagen: zu manipulieren. Diese Hauptfigur ist dem Autor wunderbar gelungen. Wider allen Umständen und angesichts dem Verfall des 3. Reiches, schließlich sind es die letzten Kriegstage und alle Nazi-Funktionäre haben nur noch ein Ziel: möglichst viel vor den Siegermächten in die eigene Zukunft zu retten, sich eine weiße Weste zu verschaffen und wenn das nicht geht, möglich unauffällig unterzutauchen.
Leider ist bereits sehr früh bekannt, wer hinter dem Mord an Gerhard Lessing steckt, so dass bei mir dann auch der Großteil der Spannung wegfiel. Schade! Im Weiteren geht es dann „nur“ noch darum ob und wie Druwe den Mörder doch noch zur Rechenschaft ziehen kann. Auf dem Weg dahin beweist Druwe mehrmals, dass er bereit ist gegen „noch“ geltendes Recht zu handeln, lieber konsequent seinem Gewissen folgt. Wobei er dabei auch nicht eben uneigennützig ist. Er versucht Schuld, die er auf sich geladen hat und die ihm noch immer Alpträume bereiten, zu sühnen. Das macht ihn in meinen Augen menschlich, sympathisch, vielleicht auch >ungewollt< zum Helden. Leider sind hier auch viele Ausführungen sehr langatmig, so dass ich insgesamt betrachtet auch nur 3,5 Lese-Sterne vergebe.

Veröffentlicht am 21.09.2019

verschiedenes Grau

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Klappentext:

Ende April 1945. Der Krieg geht zu Ende. Nachdem er schwer verwundet wurde, ist Jens Druwe aus Berlin nach Schleswig-Holstein abkommandiert worden. Hier soll er als Polizist für Ordnung sorgen. ...

Klappentext:

Ende April 1945. Der Krieg geht zu Ende. Nachdem er schwer verwundet wurde, ist Jens Druwe aus Berlin nach Schleswig-Holstein abkommandiert worden. Hier soll er als Polizist für Ordnung sorgen. Als ein hoher Funktionär der NSDAP ermordet wird, wollen seine Vorgesetzten sogleich den ersten Verdächtigen, einen entflohenen Häftling, aburteilen. Doch Druwe stellt sich gegen die Profiteure des untergehenden Regimes. Ihm zur Seite steht allein die Schwester des Verdächtigen, die wie er voller Mut und Hoffnung den Kampf gegen einen übermächtigen Gegner aufnimmt.

Meinung:

ein neuer Autor, eigentlich Arzt und Therapeut, vielleicht kommt daher diese Empathie die er seinen Lesern mitgibt.
Er verwendet Wörter die der eine oder andere nachschlagen muss, dazu Gedichtzeilen von teilweise heute unbekannten Dichtern, aber alles trifft ins Schwarze
Er gibt Opfern ein fiktives Gesicht um es uns leichter zu machen das Grauen zu sehen und Mitleid für die Opfer und Abscheu für die Täter zu empfinden. Denn wie er selber schreibt ist ein Schicksal das wir einer Person zu ordnen können besser zu verarbeiten als abstrakte Zahlen.
Wir werden mit dem Trauma von Kriegsverletzten, KZ Häftlingen, versteckten Juden und Flüchtlingen konfrontiert alles fiktive Personen aber ihr Schicksal geht uns nahe.
Das Buch hat sein Ziel erreicht, gleichzeitig ist es ein sehr spannender Krimi der gut unterhält obwohl man ab der Mitte den Mörder kennt. Die besondere Situation zum Ende des zweiten Weltkrieg macht es , dass es bis zum Ende sehr spannend bleibt.

Veröffentlicht am 03.09.2019

Lesenswert

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Ende April 1945: Kurz vor Ende des Krieges wird Jens Druwe, der im Krieg schwer verletzt wurde und daher nicht mehr kriegstauglich ist, als Polizist nach Schleswig-Holstein abkommandiert. Dann wird ein ...

Ende April 1945: Kurz vor Ende des Krieges wird Jens Druwe, der im Krieg schwer verletzt wurde und daher nicht mehr kriegstauglich ist, als Polizist nach Schleswig-Holstein abkommandiert. Dann wird ein NSDAP-Funktionär ermordet und seine Vorgesetzten haben schnell einen Täter zur Hand. Ob Schuldig oder nicht, das interessiert sie nicht. Doch Druwe glaubt nicht an die Schuld des verdächtigten Ludwig Steinfeld. Er will den wahren Täter finden und zur Rechenschaft ziehen. Unterstützt wird er bei den Ermittlungen von der Schwester Seinfelds.
Es ist ein interessanter und spannender Krimi, der in einer furchtbaren Zeit spielt.
Obwohl die Alliierten immer näher rücken und das Kriegsende vorauszusehen ist, haben die Nazis alles noch in der Hand. Sie bestimmen immer noch und sie entscheiden, wer als Täter in Frage kommt. Der aus dem Konzentrationslagers Fuhlsbüttel entflohene Häftling ist für sie der perfekte Schuldige.
Druwe bekommt es mit überzeugten Nazis zu tun, mit Menschen, die ihr Fähnchen nach dem Wind drehen und auch solchen, die anderen helfen in schrecklichen Zeiten. Er ist ein desillusionierter Mensch, der schon einiges hinter sich hat. Jens Druwe ist nie in die Partei eingetreten und es belastet ihn, dass er sich nicht energisch gegen das Regime gestellt hat. Daher war er einigen schon länger ein Dorn im Auge und nun stößt er mit seiner Meinung auf Widerstände. Doch dem ehemaligen Kriminalbeamten ist die Wahrheitsfindung immer noch wichtig.
Es ist eine sehr authentisch beschriebene Geschichte, bei der der Kriminalfall neben dem Zeitgeschehen fast schon eine Nebenrolle spielt.
Ein lesenswerter und spannender Krimi, der einen nicht so schnell loslässt.

Veröffentlicht am 31.08.2019

Ein Krimi, den es zu lesen lohnt

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MIchael Jensen entführt uns in den April 1945. Das Ende des Nazi-Regime steht kurz bevor. Nur die meisten Nazis glauben (noch) nicht daran. Die Alliierten rücken von allen Seiten auf die Hauptstadt Berlin. ...

MIchael Jensen entführt uns in den April 1945. Das Ende des Nazi-Regime steht kurz bevor. Nur die meisten Nazis glauben (noch) nicht daran. Die Alliierten rücken von allen Seiten auf die Hauptstadt Berlin. In diesem historischen Umfeld ist dieser Krimi eingebettet.

Jens Druwe, ein Kriegsversehrter und ehemaliger Kriminalkommissar, ist als Polizist von Berlin in das kleine Dorf Glücksburg (Schleswig-Holstein) abkommandiert worden. Obwohl nunmehr nur einfacher OrPo erwacht sein kriminalistischer Instinkt wieder, als er zur Leiche eines hochrangigen NSDAP-Funktionärs gerufen wird. Gerhard Lessling, so der Name des Toten, ist alles andere als ein angenehmer Zeitgenosse. Davon kann sein Bruder Paul, der in der Nähe des Tatorts eine Landwirtschaft betreibt, ein Lied singen.

Bei seinen ersten Erkundigungen stößt Druwe unter den Fremdarbeitern auf Lesslings Hof auf Ludwig Steinfeld, einen Sozialisten, der bei der Evakuierung des Konzentrationslagers Fuhlsbüttel, abgehauen ist. Doch nicht nur Steinfeld hat sich dort versteckt sondern mehrere Juden. Druwe sieht darüber hinweg und holt sich nur Steinfeld zur Befragung.

Inzwischen sind die zuständigen Ermittler aus Flensburg eingetroffen. Ausgerechnet Hans Oberbauer, Druwes früherer Mitarbeiter, leitet die Morduntersuchung. Ihm zur Seite steht Peter Jünger, ein junger, ehrgeiziger Mann, der ein eingefleischter Nazi ist. Der „Rote Ludwig“ istfür die beiden der ideale Mörder.

Druwe glaubt nicht so recht an Steinfelds Schuld und recherchiert auf eigene Faust weiter. Er stellt sich damit gegen das Regime. Jens Druwe will nur eines: Den wahren Täter finden und der Gerechtigkeit zum Erfolg helfen.

Meine Meinung:

Dem Autor ist hier ein beklemmender Krimi gelungen, der den Fanatismus, den die Nazis an den Tag legen, aufzeigt. Obwohl Deutschland in Trümmern liegt, die Alliierten von allen Seiten auf Berlin marschieren, glauben viele der verblendeten Menschen noch immer an den „Endsieg“. Das wird eindrücklich durch Sidesteps nach Berlin in den Regierungsbunnker dargestellt.

Jens Druwe selbst ist mit seinen fünfzig Jahren ein gezeichneter Mann. Er hat den Kaiser, den Ersten Weltkrieg, die Weimarer Republik, Stalingrad und den Zweiten Weltkrieg überlebt. Obwohl es ihm beruflich geschadet hat, ist er niemals der NSDAP beigetreten. Allerdings hat er, wie er später den Steinfelds erzählen wird, Schuld auf sich geladen, weil sich dem Regime (wie viele andere) nicht entgegen gestellt hat.

Peter Jünger ist ein indoktrinierter junger Mann, der nichts anderes als die Propaganda der Nazis kennt. Anders hingegen Hans Oberbauer, der sein Mäntelchen immer in die richtige Richtung zu hängen weiß. Hauptsache, seine Karriere schreitet zügig voran.

Der Autor zeigt, dass nicht alles schwarz oder weiß ist. Es gibt allerlei Graustufen dazwischen. Das erkennt auch Ludwig Steinfeld, den der Autor folgendes zu Druwe sagen lässt: “... Druwe, durch dich habe ich gelernt, dass die Welt nicht nur Schwarz, oder Weiß ist. Durch dich habe ich ein großes Grau kennenlernen dürfen...“

Sehr gut hat mir gefallen, dass nicht nur die Aufklärung des Mordfalls im Mittelpunkt steht, sondern die Darstellung des sich in Auflösung befindenden 1.000 jährigen Reiches, das glücklicherweise nur 12 (wenn auch dramatische) Jahre angedauert hat.

Dem Autor ist ein Buch gelungen, dass spannend und verstörend zu gleich ist. Es regt zum Nach-und Umdenken an. Michael Jensen hat penibel recherchiert und erklärt im Anhang, was Fakt bzw. Fiktion ist.

Fazit:

Ein Kriminalfall mit Tiefgang, den es zu lesen lohnt. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.