Cover-Bild Das Ende vom Lied
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20,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Klett-Cotta
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 14.02.2026
  • ISBN: 9783608125344
Michael Wildenhain

Das Ende vom Lied

Roman
Fremde Welt Westberlin – und die Sehnsucht nach der Liebe und dem Leben
Mit 13 Jahren ist der Junge in diesem Alter: Das Leben hängt schief in den Angeln, der Alltag gerät zum Schwelbrand, die erste Liebe überwältigt ihn und lässt die Tage beben. 1969 steht die Zeit in Westberlin vielerorts noch still, und doch ändert sich für den Jungen alles. Von dieser Zerrissenheit erzählt Michael Wildenhain in seinem Roman so virtuos und episch, wie es nur einer kann, der dabei war. 
Weil der Vater eine neue Stelle antritt, muss auch der Sohn in die Belziger Straße ziehen, in eine Atmosphäre der Wut gegen die ganze Welt. Hier droht die von den Traumata des Krieges geprägte Familie – der versehrte Vater, die gezeichnete Mutter – zu zerfallen; dort lockt die Wirklichkeit der Straße, brutal und zärtlich, derb und schön, die den Jungen in eine Entscheidung von beträchtlicher Tragweite treibt. Was zählt: die Nähe zu Körschi, Bandenchef und bester Boxer der Belziger. Und Alina, die Angebetete, die Körschi als sein Eigentum betrachtet und von der der Junge dennoch nicht lassen kann. Manchmal, das erfährt er, musst du etwas riskieren, selten sogar das Leben.  »Das Ende vom Lied« erzählt von einem Westberlin jenseits der 68er Ereignisse, einer Stadt, wie es sie nie wieder geben wird, vom unstillbaren Durst nach der ungezähmten Realität und vom Licht, in dem wir träumen. 

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.02.2026

Wenn das Erwachsenwerden früh beginnt

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Ein dreizehnjähriger Junge steht zwischen Kindheit und einer Welt, die ihn viel zu früh erwachsen macht. Westberlin im Jahr 1969 wirkt rau und eng, und doch liegt in jeder Straßenecke ein Versprechen von ...

Ein dreizehnjähriger Junge steht zwischen Kindheit und einer Welt, die ihn viel zu früh erwachsen macht. Westberlin im Jahr 1969 wirkt rau und eng, und doch liegt in jeder Straßenecke ein Versprechen von Freiheit. In der Belziger Straße lernt er schnell, dass Zugehörigkeit Schutz bedeutet und Liebe ein Wagnis sein kann.
Der Umzug in die neue Wohnung bringt keine Erleichterung. In den Zimmern liegt eine Schwere. Der Vater ist vom Krieg gezeichnet. Die Mutter wirkt müde und oft abwesend. Zwischen den Eltern steht vieles unausgesprochen im Raum. Der Junge spürt, dass zu Hause etwas zerbricht.
Draußen auf der Straße ist alles direkter. Dort gelten klare Regeln. Wer stark ist, wird respektiert. Die Nähe zu Körschi gibt ihm Halt. Gleichzeitig fühlt er sich zu Alina hingezogen. Diese ersten Gefühle sind neu und verwirrend. Man merkt, dass diese Zeit ihn verändert.
Der Roman zeigt ein Westberlin, das hart wirkt und zugleich lebendig ist. Straßen, Hinterhöfe und Wohnungen werden so beschrieben, dass sie greifbar werden. Nichts wird beschönigt. Es gibt Gewalt, aber auch Nähe. Beides steht dicht nebeneinander.
Die Geschichte bleibt nah bei dem Jungen. Vieles erklärt sich aus dem, was er erlebt. Dadurch wirkt alles echt. Die Spannung entsteht nicht nur durch das, was passiert, sondern durch das, was er entscheiden muss. Es geht darum, dazuzugehören und nicht allein zu sein.
Der Roman bleibt ehrlich und klar. Er zeigt ein Westberlin, das eng und rau ist und doch voller Leben steckt. Große Worte braucht es dafür nicht. Die Zeit wird nicht verklärt, sondern so gezeigt, wie sie für den Jungen war.
Seine Unsicherheit, sein Wunsch dazuzugehören und seine ersten starken Gefühle stehen im Mittelpunkt. Die Spannungen in der Familie, die Nähe zu Körschi und die Beziehung zu Alina führen Schritt für Schritt zu einer Entscheidung, die Folgen hat.
Am Ende bleibt das Bild einer Jugend, die früh Verantwortung tragen muss. Die Geschichte zeigt sich vor allem durch das, was der Junge erlebt und fühlt.
Mein Fazit:
Eine eindringliche Geschichte, die von einem Jungen im Westberlin der späten 60er Jahre erzählt. Wer klare, ehrliche und unaufgeregte Romane über das Erwachsenwerden mag, wird dieses Buch gern lesen. Die Geschichte bleibt im Gedächtnis und fühlt sich sehr nah und echt an.
5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Kein Paradies

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Das Leben im geteilten Berlin in den späten sechziger Jahren war wohl auf beiden Seiten kein reines Vergnügen, zumindest für den Großteil der Bevölkerung.

Auch für die Familie des jugendlichen Helden ...

Das Leben im geteilten Berlin in den späten sechziger Jahren war wohl auf beiden Seiten kein reines Vergnügen, zumindest für den Großteil der Bevölkerung.

Auch für die Familie des jugendlichen Helden waren die Zeiten im westlichen Teil ziemlich hart. Letztendlich hatten die Menschen damals mit ähnlichen Problemen wie heutzutage zu kämpfen. Arbeitslosigkeit, die Suche nach einer bezahlbaren Wohnung und Kriminalität waren nur einige davon.

Leider brodelt es innerhalb der Familie fast ununterbrochen. Die Kinder wachsen lieblos und ohne Geborgenheit oder Harmonie auf. Trotzdem versucht der Protagonist sein Bestes, um diesen prekären Verhältnissen irgendwann zu entfliehen.

Keine leichte Lektüre, denn der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Nicht meins

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Das Buch hat mich nach einer Leseprobe sehr angesprochen. Leider hat es mich am Ende aber nicht abholen können, was vor allem an der Sprache und am Schreibstil liegt. Dieser ist für mich verworren und ...

Das Buch hat mich nach einer Leseprobe sehr angesprochen. Leider hat es mich am Ende aber nicht abholen können, was vor allem an der Sprache und am Schreibstil liegt. Dieser ist für mich verworren und sprunghaft und mit vielen eingeschobenen Gedanken und Aussagen. Es gibt sehr viele Personen, die am Ende absolut farblos bleiben wie z.B. den bombenbauenden Georg oder selbst die Mutter unseres pubertären Protagonisten. Den wir immerhin zwei Jahre lang im westdeutschen Teil Berlins am Ende der 60ziger Jahre begleiten. Im Angesicht der wechselseitigen politischen Intrigen innerhalb der geteilten Stadt, im Angesicht von traumatisierten und versehrten Kriegsüberlebenden, Gewerkschaften, radikalen Grupppierungen, Jugendgangs und erster Liebe. Auf der Straße gilt das Recht der Stärkeren und unser namenloser Protagonist trainiert fleißig Boxen, um dazu zu gehören, was ihm innerlich bis zum Ende nicht gelingt. Außerdem hat er eine Affinität zu ekeligen Gerüchen, Rosenduft stattdessen riecht er nicht, und Libellen, die ebenfalls als ekelige und beängstigende Tiere dargestellt werden. Es gibt extrem viele ekelige Szenen und Aussagen, z.B. Knutschen trotz vorherigem Erbrechen und ein häufig erwähnter, nach Ammoniak riechender Beinstumpf. Ich weiß nicht, wofür das gut sein soll. Gewalt und Manipulation auf allen Ebenen nimmt auch einen großen Stellenwert ein und am Ende ist für mich allenfalls der "Vater" des Protagonisten einigermaßen sympathisch, wenngleich auch nur oberflächlich, da er scheinbar noch die gute alte Ordnung vermisst. Manches erscheint mir auch sehr phantastisch, denn ich glaube nicht Achtung Spoiler, dass ein Chemiestudent mal eben den Inhalt einer vergrabenen Urne analysiert.

Was mir in Erinnerung bleiben wird, ist, dass ich mich als geübte Viel- und Gerneleserin verschiedenster Genre durchquälen musste und am Ende nicht das Gefühl habe, für mich etwas rausziehen zu können.

Ich vergebe trotzdem 3 Sterne, weil ich grundsätzlich immer Achtung vor dem Schaffen der AutorInnen habe und immer berücksichtige, dass es einfach sein kann, dass die Chemie zum jetzigen Zeitpunkt nicht stimmt und sich dies erfahrungsgemäß im Leben später nochmal ändern kann

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Veröffentlicht am 06.03.2026

In weiten Teilen wird leider Potenzial verschenkt…

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Michael Wildenhains Roman 'Das Ende vom Lied' überzeugt zunächst mit einer dichten Atmosphäre und einem Gespür für den damaligen Zeitgeist, den ich selbst nur aus ähnlichen Erzählungen kenne.

Der Autor ...

Michael Wildenhains Roman 'Das Ende vom Lied' überzeugt zunächst mit einer dichten Atmosphäre und einem Gespür für den damaligen Zeitgeist, den ich selbst nur aus ähnlichen Erzählungen kenne.

Der Autor schafft es, Szenen eindringlich zu schildern und seinen Charakteren eine glaubwürdige innere Zerrissenheit zu verleihen. Gerade die ruhigen, beobachtenden Passagen gehören zu den stärkeren Momenten des Buches.

Allerdings wirkt die Handlung über weite Strecken mäandernd. Es werden zahlreiche Themen, Konflikte und Nebenschauplätze angedeutet, die durchaus spannend sein könnten – doch viele davon bleiben letztlich unaufgelöst. Mehrere Erzählstränge werden eingeführt, ohne dass sie am Ende wirklich zusammengeführt oder konsequent zu Ende erzählt werden. Dadurch entsteht der Eindruck, dass wichtige Entwicklungen nur an der Oberfläche tangiert werden, anstatt sich zu einem Gesamtbild zu fügen.

Gerade gegen Ende macht sich diese Schwäche besonders bemerkbar. Statt eines klaren erzählerischen Abschlusses bleiben viele Fragen offen, was möglicherweise als Sprungbrett in den Nachfolge-Band dienen soll, dem jetzigen Roman aber meines Erachtens keinen guten Dienst erweist.

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