Cover-Bild Palais Heiligendamm - Stürmische Zeiten

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9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Lübbe
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Generationenroman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 28.05.2021
  • ISBN: 9783751701389
Michaela Grünig

Palais Heiligendamm - Stürmische Zeiten

Roman

Palais Heiligendamm, 1922: Während der Währungskrise kämpft Elisabeth erneut um das Überleben des frisch renovierten Palais. Erst als ein berühmter Regisseur in der schönen Kulisse des Hotels einen Film dreht, gibt es neue Hoffnung. Während der berufliche Erfolg zum Greifen nah ist, steht Elisabeths Liebe zu Julius unter keinem guten Stern. Auch ihr Bruder Paul muss Abschied von seinen Träumen nehmen. Er ist zutiefst unglücklich. Als er in den Dunstkreis der NSDAP gerät, trifft er eine Entscheidung, die die ganze Familie in Gefahr bringt ...

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.06.2021

Spannende Fortsetzung

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Passend zum Titel geht es im Palais Heiligendamm in diesem Band stürmisch zu. Mit Rezession, Wirtschaftskrise, der Weimarer Republik und deren Untergang sind die Rahmenbedingungen schon für sich genommen ...

Passend zum Titel geht es im Palais Heiligendamm in diesem Band stürmisch zu. Mit Rezession, Wirtschaftskrise, der Weimarer Republik und deren Untergang sind die Rahmenbedingungen schon für sich genommen sehr dramatisch, aber auch die Entwicklung der einzelnen Mitglieder der Familie Kuhlmann ist nicht weniger aufregend. Mitreißend und spannend bis zum Schluss!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.06.2021

Gelungene Fortsetzung

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Mit dem zweiten Teil dieser opulenten Familiensage um die Hoteliersfamilie Kuhlmann kann Michaela Grünig nahtlos an den grandiosen ersten Teil anknüpfen. Es ist die Zwischenkriegszeit von 1922 bis zum ...

Mit dem zweiten Teil dieser opulenten Familiensage um die Hoteliersfamilie Kuhlmann kann Michaela Grünig nahtlos an den grandiosen ersten Teil anknüpfen. Es ist die Zwischenkriegszeit von 1922 bis zum Beginn des Jahres 1933 in der dieser Band spielt.

Eine ereignisreiche Zeit in Deutschland und für das Palais Heiligendamm. Die wirtschaftliche Situation nach dem ersten Weltkrieg ist von Entbehrungen und einer Rezession, die in der Inflation und einer Weltwirtschaftskrise mündet, gekennzeichnet. Zahlende Hotelgäste sind Mangelware, dennoch hat die Hotelchefin Elisabeth etwas mehr Glück als andere, da ihr Geschäftspartner Julius Falkenhayn in verschiedene Projekte investiert und Geld verdient. Auch in der aufstrebenden Filmbranche hat er ein Standbein und kann dem Hotel mit einem Imagefilm weiterhelfen.

Doch privat finden Elisabeth und Julius trotz der gemeinsamen Tochter lange nicht zu einander. Eifersucht auf angehende Filmsternchen machen sie für Julius ehrliche Absichten blind.

Auch bei ihrem Bruder Paul läuft es privat alles andere als gut. Seine Ehe mit Helene nähert sich einem neuen Tiefpunkt und er kann und will nicht zu seiner wahren Natur stehen. Erst ein Besuch in einem neu gegründeten Institut bei einem jüdischen Professor öffnet ihm die Augen, jedoch mit fatalen Folgen. In Carl findet er nicht nur eine neue Liebe, sondern lernt auch einen fanatischen Anhänger der neuen Bewegung des Nationalsozialismus kenn. Blind und fast hörig folgt er ihm nahezu bedingungslos. Er ahnt nicht wohin dieser Weg führen wird.

Michaela Grünig versteht es ausgezeichnet Geschichte lebendig und erlebbar zu erzählen. Ihr Personenspektrum bildet ein illustres Bild der verschiedenen politischen Richtungen und Strömungen jener Zeit. Durch die Einbeziehung von vielen Nebenfiguren und –handlungen wird das Historienbild komplex und vielfältig.

So verfolgt man als Leser nicht nur den allmählich Aufstieg Hitlers an die Macht, sondern erlebt auch dazu parallel die Diskriminierung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung. Johanna, die mit dem jüdischen Kinderarzt Samuel verheiratet ist, macht diese Erfahrungen ganz persönlich und nutzt mit Samuel die Möglichkeit Deutschland zu verlassen. Aber ist Paris wirklich ein sicheres Exil?

Auch Albert, Minnas Ehemann, sieht für sich als Kommunisten keine Perspektive in Deutschland. Genau wie der jüdische Arzt wurde er einer der NSDAP willfährigen Justiz ausgeliefert und sieht für sich nur die Flucht nach Moskau als Alternative.

Nein ehrliche und rechtschaffende Menschen können sich mit diesem Deutschland nicht identifizieren. Auch Elisabeth und Julius ziehen sich schweren Herzens aus dem Hotelgeschäft ins Privatleben zurück. Nicht die späte zweite Schwangerschaft ist der Grund, dass sie das Hotel in die Hände Pauls als Geschäftsführer geben. Mit den neuen Machthabern in Deutschland wollen und können sich nicht arrangieren. Mit diesen Leuten machen sie keine Geschäfte. Alle Versuche sich davon zu distanzieren sind fehlgeschlagen.
So bleibt man als Leser gespannt auf das weitere Schicksal der Familie Kuhlmann und des Palais Heiligendamm.

Fazit:
Mit dem Roman hat die Autorin eine gelungene Fortsetzung großen Familiensaga gestaltet. Die dargestellten Personen sind authentisch und ihre Persönlichkeiten mit differenziert ausgearbeitet. Verschiedene Handlungsstränge werden geschickt miteinander verknüpft. Alles ist in einem flüssigen Tempo sehr gut erzählt. Die weitere Entwicklung bleibt spannend und lässt viele Fragen offen.

Aus meiner Sicht ist das Buch eine klare Leseempfehlung. Gern vergebe ich fünf Sterne. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.


  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.06.2021

Hat mich bestens unterhalten

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Dieser zweite Teil der Trilogie rund um das Hotel Palais Heiligendamm beschäftigt sich mit der Zeit zwischen 1922 und 1933, also der Weimarer Republik bis zur Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. ...

Dieser zweite Teil der Trilogie rund um das Hotel Palais Heiligendamm beschäftigt sich mit der Zeit zwischen 1922 und 1933, also der Weimarer Republik bis zur Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Nach einem langsamen Aufschwung bremst die Weltwirtschaftskrise den Höhenflug des Hotels erneut.

Hoteldirektorin Elisabeth Kuhlmann muss abermals um die Existenz des Hotels fürchten. Doch dann scheint ein Lichtschimmer am Horizont auf: das Hotel wird zur Filmkulisse. Während sich zahlreiche Schauspiellegenden aufhalten, braut sich in der Weltgeschichte neues Unheil zusammen: der Aufstieg der Nationalsozialisten. Paul, in der unglücklichen Ehe mit Helene gefangen, verliebt sich in den SA-Mann Carl, tritt der Partei bei und bringt damit seine Schwester Johanna und ihren Mann, der Jude ist, in höchste Gefahr. Als er erkennt, dass er
von Carl ausgenützt und betrogen wird, ist es fast zu spät.

Dass die SA nicht unbedingt die elitäre Gruppe ist, für die sie sich hält, sieht man daran, wen sie als Mitglied aufnimmt. So gibt es ein Wiedersehen mit Konrad, dem ehemaligen Bediensteten des Hotels, der seinerzeit Minna beinahe vergewaltigt hat und deswegen entlassen wurde. Endlich kann er, als SA-Mitglied, Rache an Minna und den Kuhlmanns üben.

Meine Meinung:

Auch mit diesem zweiten Teil ist Michaela Grünig ein wundervoller historischer Roman gelungen, der dem ersten in nichts nachsteht! Sie schafft es, den Leser voll und ganz in die Goldenen Zwanziger Jahre mitzunehmen, die so golden gar nicht waren. Geschickt flicht die Autorin die politischen Verhältnisse in den Roman ein. Der Kampf der Sozialisten und Kommunisten gegen Monarchisten und Nationalsozialisten wird glaubwürdig dargestellt. Der Antisemitismus, bisher nur verhalten gelebt, kriecht aus allen Löchern. Kaum glaubt man als Leser, endlich ginge es wieder aufwärts, kommt der nächste Dämpfer.

Die Charaktere dürfen sich entwickeln. Nachdem Elisabeth mit den Nazis nichts zu tun haben will, wird Paul Hoteldirektor und macht seine Sache nicht ganz so schlecht wie befürchtet.

Gut gefällt mir, dass der Fokus nicht nur auf Elisabeth und Julius, also auf die Chefetage, liegt, sondern auch die Angestellten wie Minna genügend Platz bekommen.

Fazit:

Eine gelungene Fortsetzung, der ich gerne 5 Sterne gebe. Gespannt warte ich auf den dritten und letzten Teil, der ein endgültiges Ende des Hotels befürchten lässt.

Veröffentlicht am 05.06.2021

"Schwierige Zeiten lassen uns Entschlossenheit und innere Stärke entwickeln." (Dalai Lama)

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1922. Die NSDAP ist auf dem Vormasch, während die Währungskrise Deutschland fest im Griff und auch das Palais Heiligendamm erfasst hat. Gerade erst hat das Hotel mit der Renovierung ein neues Gewand bekommen, ...

1922. Die NSDAP ist auf dem Vormasch, während die Währungskrise Deutschland fest im Griff und auch das Palais Heiligendamm erfasst hat. Gerade erst hat das Hotel mit der Renovierung ein neues Gewand bekommen, da muss Elisabeth erneut die Ärmel hochkrempeln, um das schleppende Geschäft zum Laufen zu bringen. Als das Hotel als Hintergrundkulisse für einen Film dient, sieht es fast so aus, als würden die dunklen Wolken am geschäftlichen Horizont verschwinden und der Kampf ums Überleben Geschichte. Elisabeth ist Julius Falkenhayn schon allein durch die gemeinsame Tochter eng verbunden, aber zwischen den beiden kriselt es. Und Elisabeths Bruder Paul, der sich als Musiker einen Namen machen wollte, gerät durch eine verhängnisvolle Affäre mit einem ambitionierten Politiker in den Dunstkreis der NSDAP…
Michaela Grünig hat mit „Palais Heiligendamm-Stürmische Zeiten“ den zweiten Teil ihrer historischen „Palais Heiligendamm“-Reihe vorgelegt, der dem Auftakt an Spannung und Dramatik in Nichts nachsteht. Der flüssige, bildgewaltige und einnehmende Schreibstil lässt den Leser durch eine Zeitreise im Jahr 1922 landen, wo er im „Palais Heiligendamm“ eincheckt, sich häuslich einnistet und sodann an die Fersen von Elisabeth heftet, um ihr Treiben hautnah mitverfolgen zu können. Durch die akribische Recherche der Autorin wird dem Leser gleichzeitig die politische und gesellschaftliche Lage in Deutschland sehr nahe gebracht. Über den Zeitraum von 11 Jahren erfährt der Leser nicht nur von den horrenden Reparationskosten des Ersten Weltkrieges, unter denen das Land ächzt, sondern darf die Golden Zwenties ebenso miterleben wie die Geldentwertung oder die immer mächtiger werdende NSDAP mimt ihrem menschenverachtenden Judenhass. Während der Leser durch Zeit und Raum gleitet, erlebt er Elisabeths berufliche Sorgen und ihren Kampf gegen den Untergang, Pauls Scheinehe und seine Gefühle für einen NSDAP-Anhänger, die ihn Kopf und Kragen kosten können. Grünig lässt den Leser tief eintauchen in das Leben ihrer Protagonisten und vermittelt nicht nur das Bild der Privilegierten, sondern gibt auch einen spannenden Einblick in die unteren sozialen Schichten. Gerade diese gelungene Mixtur lässt den Leser an den Seiten kleben und während der Lektüre ein wahres Kopfkino vor dem inneren Auge abläuft. Die zwischenmenschlichen Beziehungen und die unterschiedlich geknüpften Bande verheißen nicht nur einige Dramen, sondern türmen durch die sich immer mehr verändernde politische Lage dunkle Wolken am Horizont auf, die nicht nur den Leser, sondern auch die Protagonisten durch ein Wechselbad der Gefühle laufen lassen.
Die Charaktere wurden glaubhaft und facettenreich weiterentwickelt, so dass sie den Leser sofort wieder in ihre Mitte nehmen, der regen Anteil an ihren Aktivitäten nimmt. Elisabeth ist zu einer starken, klugen und verantwortungsvollen Geschäftsfrau herangereift, die dazu noch einiges an Empathie und Fürsorge mit in die Waagschale wirft. Nur mit dem persönlichen Glück will es noch nicht so ganz klappen. Julius ist ein Mann mit Prinzipien und Anstand, der Elisabeth in ihrem Tun unterstützt. Paul ist neben seiner Neigung, die er zu verbergen sucht, viel zu gutmütig und will es jedem recht machen, dabei geht er selbst fast unter. Minna kommt zurück ins Palais und hofft auf ein Leben mit Albert. Aber auch Protagonisten wie Johanna, Samuel, Margot, Helene oder Luise haben ihre Auftritte in dieser abwechslungsreich gestalteten Geschichte.
„Palais Heiligendamm-Stürmische Zeiten“ schlägt den Leser mit einer tollen Mischung aus bildhaftem Erzählstil, unterhaltsamer Familiengeschichte, Liebe, Dramatik sowie einem akribisch recherchiertem historischen Hintergrund sofort in seinen Bann. Die Seiten rinnen dem Leser regelrecht durch die Finger. Eine Geschichte, die süchtig macht. Absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 29.05.2021

Die NSDAP hält Einzug im Palais

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Nahtlos schließt sich dieses Buch dem ersten Band an. Das Palais wurde nach den Vorstellungen Elisabeths renoviert und die kleine Tochter lebt bei ihrem Vater Julius. Bereits im Jahr 1922 stehen aber die ...

Nahtlos schließt sich dieses Buch dem ersten Band an. Das Palais wurde nach den Vorstellungen Elisabeths renoviert und die kleine Tochter lebt bei ihrem Vater Julius. Bereits im Jahr 1922 stehen aber die Zeichen auf Sturm. Eine heftige Währungskrise beutelt nicht nur das Hotel. Deutschland leidet unter den Reparationszahlungen aus dem Ersten Weltkrieg und Parteien der Rechten sind auf dem Vormarsch. Leider kann auch Bruder Paul sich nicht dagegen wehren.

In „Palais Heiligendamm – Stürmische Zeiten“ schreibt die Autorin, wie es den Menschen mit den Wunden des Ersten Weltkriegs ging. Die waren entweder körperlich, also für jedermann sichtbar, oder psychisch. Die seelischen Schäden wurden damals noch nicht als Krankheit gesehen. Die Versorgung mit Therapien gab es nicht in dem Maße, wie heute. Viele Menschen waren arbeitslos und der Verfall der Währung konnte nicht aufgehalten werden. Ist es da verwunderlich, dass es geradezu ein vorbereiteter Boden für die Ansichten der Nationalsozialisten war?

Deutlich wird in diesem Buch auch, dass der Kampf gegen Juden und Kommunisten von vielen mitgetragen wurde. Die Angst vor dem Konzentrationslager oder schmerzenden Repressalien verleitete dann auch zur Denunziation von Nachbarn oder sogar Freunden. In diesem zweiten Band werden auch die Ereignisse des ersten Buches immer wieder erwähnt. Und zwar immer dann, wenn es für den weiteren Verlauf des Geschehens wichtig ist. Aber ich empfehle trotzdem, dass Sie das erste Buch über das Palais Heiligendamm vorher lesen sollten. Es lohnt sich auf jeden Fall. Die Sprache ist lebendig und die Recherche umfangreich. Ich empfand es als sehr angenehm, dass die Autorin ihre eigene Meinung nicht äußerste. So konnte ich mir als Leser ohne Beeinflussung ein Bild der Jahre rund um die „Weimarer Republik“ und das Erstarken Hitlers machen.

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