Cover-Bild Internationale Zone
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Picus Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 256
  • Ersterscheinung: 26.02.2025
  • ISBN: 9783711721549
Milo Dor, Reinhard Federmann

Internationale Zone

Roman
Wien, Nachkriegszeit – Nach den Jahren der Zerstörung und des Hungers werden die ersten Siegergestalten des Wiederaufbaus an die Oberfläche gespült. Es sind einheimische und zugewanderte Schieber, Schwarzhändler und Unterweltler, die Dor und Federmann in ihrem packenden Roman vorführen, und die atemlos dem schnellen Geld nachjagen. Sie sind es, die sich im noch unsicheren System der Besatzungszeit im aufgeteilten Wien am besten zurechtfinden, die sofort erfassen, mit welcher Besatzungsmacht sich welche Geschäfte abwickeln lassen. Vom Handel mit und dem Schmuggel von Zigaretten geraten sie so fast zwangsläufig in das Spiel der Spionage und schließlich des Menschenraubs. Die sowjetischen Besatzer helfen aktiv bei der Beschaffung des Schmuggelgutes: die erwartete Gegenleistung ist die Auslieferung von 'Feinden der Sowjetunion', die sich in nicht-sowjetischen Sektoren aufhalten.Dors und Federmanns negative Helden, die sich ohne Skrupel und Bedenken an dem Spiel im Wien des Dritten Mannes beteiligen, geraten allerdings bald selbst in das von ihnen ersonnene Netz, in dem sie sich verfangen und an dem sie zugrunde gehen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2025

Interessanter Blick in die Unterwelt der Wiener Nachkriegszeit

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Als der 43-jährige Boris Kostoff, in Bulgarien einst ein Doktor der Veterenärmedizin, nach dreieinhalb Jahren vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen wird, hat er nur ein Ziel. Er möchte sich das Geld holen, ...

Als der 43-jährige Boris Kostoff, in Bulgarien einst ein Doktor der Veterenärmedizin, nach dreieinhalb Jahren vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen wird, hat er nur ein Ziel. Er möchte sich das Geld holen, das sein ehemaliger und inzwischen toter Kompagnon im Wiener Schmuggelgeschäft auf einem Schweizer Bankkonto gebunkert hat und damit ein neues Leben beginnen. Während er die Vorbereitungen dafür trifft, wird die Geschichte des Schwarzhändlers Georgi Manius erzählt, dessen rechte Hand Kostoff vor seiner Verurteilung nicht nur beim Schmuggeln von Zigaretten, sondern auch beim Verkauf von Menschen an die sowjetischen Besatzer war …

Leicht und flüssig konnte ich diese in der dritten Person aus den Perspektiven verschiedener Protagonisten geschriebene Geschichte lesen. Die ersten und letzten Kapitel sind zeitlich ca. 1953 angesiedelt. Die dazwischen im Jahr 1949 oder 1950. Die Kapitelüberschriften sind in Versalien ohne Zeitangaben gedruckt. Als die Rückblenden begannen, war ich erst mal ein bisschen verwirrt, fand mich aber dennoch recht schnell wieder zurecht.

Insgesamt hatte ich persönlich ein bisschen das Problem, dass es nur ganz wenige sympathische Charaktere gab und ich die Hauptfiguren aufgrund ihrer menschlichen Gleichgültigkeit eher verabscheute. Trotzdem war die Geschichte insgesamt sehr interessant und teilweise auch spannend. Ich sah das Buch jedoch sowieso eher als historischen Roman und nicht wirklich als Krimi. Klassische Ermittler, die einen Fall aufklären, gibt es nicht. Dafür etliche gewissenlose Glücksritter auf der Jagd nach schnellem Geld und bei den Besatzern einen korrupten Sumpf.

Dass sich die Handlung in der Realität tatsächlich so abgespielt haben könnte und was den beiden Autoren als Ideengeber zu dem Buch diente, erklärt das überaus interessante Nachwort von Günther Stocker. Ich habe dieses Buch über eine Zeit, in der ich noch nicht geboren war (und die ich so auch keinesfalls jemals erleben möchte) auf jeden Fall sehr gern gelesen und kann die Lektüre, obwohl sie schon mehr als 70 Jahre alt ist, mit gutem Gewissen weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 02.03.2025

Als auch Wien einmal in Besatzungszonen eingeteilt war

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Die 30-seitige Leseprobe des mit einem gut zum hier erzählten Geschehen passenden, auf einem Schwarz/Weiss-Foto eine Schwarzmarkt-Szene zeigenden Cover versehenen 256 Seiten umfassenden (historischen) ...

Die 30-seitige Leseprobe des mit einem gut zum hier erzählten Geschehen passenden, auf einem Schwarz/Weiss-Foto eine Schwarzmarkt-Szene zeigenden Cover versehenen 256 Seiten umfassenden (historischen) Romans "Internationale Zone" von Reinhard Federmann und Milo Dor gefiel mir recht gut.

Diese führt uns nach Wien, welches einst ganz ähnlich wie Berlin - nur kürzer! - in Besatzungszonen der Alliierten des Zweiten Weltkrieges aufgeteilt war, und hat mein Interesse für den weiteren Verlauf der Geschichte geweckt!

Das am 26. 02. 2025 unter der ISBN 978-3-7117-2154-9 vom Picus Verlag veröffentlichte Buch erfüllte weitgehend meine Erwartungen.

Ich fühlte mich in die Zeit zurückversetzt, in welcher der nach Graham Greenes Roman entstandene Film "Der dritte Mann" spielt, der mit Stars wie Orson Wells, Joseph Cotten, Trevor Howard, Paul Hörbiger, Annie Rosar, Ernst Deutsch, Erich Ponto, Siegfried Breuer sowie Hedwig Bleibtreu besetzt war und nicht zuletzt durch die Zither-Musik Berühmtheit erlangte.
Der Schwarzmarkthandel blüht und die Geheimagenten der Besatzer belauern sich gegenseitig, was wiederum ein wenig an den Roman von Johannes Mario Simmel "Es muss nicht immer Kaviar sein" erinnert, in dem der deutsche Bankier Thomas Lieven, der im Zweiten Weltkrieg und Kalten Krieg versucht, sich den Geheimdiensten zu entziehen.

Das Buch von Federmann und Dor verfügt über ein rotes Lesebändchen und ein interessantes Nachwort von Günther Stocker.

Protagonist ist der Doktor der Veterinärmedizin Boris Kostloff, der wegen Mordes und fahrlässiger Tötung von einem amerikanischen Militärgericht eigentlich zu 7 Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, von denen er jedoch aufgrund guter Beziehungen nur viereinhalb hatte absitzen müssen.
Frisch entlassen hat er eigentlich nur zwei Probleme.
Problem Nr. 1: Er hat - auch wieder wegen seiner Beziehungen - sehr zugenommen, sodass ihm seine beiden Anzüge nicht mehr passen.
Nr. 2: Es mangelt ihm an Geld, nicht nur für neue Bekleidung.

Seiner Geldnot versucht er mit allerlei Mauscheleien zu entfliehen, zumal er der Meinung ist, dass ihm der Inhalt des schweizer Kontos seines verstorbenen ehemaligen "Geschäftspartners" 'Georges Maine zusteht.
In Rückblenden erfahren wir Details aus beider Leben.
Vermutlich ist es Graham Greene geschuldet, dass "Internationale Zone" nicht meinen vollen Zuspruch finden konnte.
Interessant war es aber auf jeden Fall!

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Veröffentlicht am 13.03.2025

Vergangene Zeiten

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Spannend, aber etwas langatmig hat mich das Buch zeitweilig nicht mitgenommen. Zudem habe ich zwischendurch den Überblick verloren, was der Lesefreude nicht gerade entgegengekommen ist.

Der Autor nimmt ...

Spannend, aber etwas langatmig hat mich das Buch zeitweilig nicht mitgenommen. Zudem habe ich zwischendurch den Überblick verloren, was der Lesefreude nicht gerade entgegengekommen ist.

Der Autor nimmt den Leser mit auf eine Reise in das Wien der Nachkriegszeit. Interessant und direkt beschreibt er die Aufteilung der Bezirke unter den Besatzungsmächten. Der Schwarzmarkt blüht, Spionage, Kriminalität und Korruption sind an der Tagesordnung. Diejenigen die sich auf diese Machenschaften einlassen, leben gefährlich. Da jeder Besatzer zudem auch eigene Interessen verfolgte, musste man sehr aufpassen, nicht in deren Blickfeld zu geraten, da mit unlauteren Mitteln Menschen verschleppt und wenn es schlimm kam, auch zu Tode gebracht wurden.

Ein Buch, das sicherlich lesenswert ist und Aufschluss über eine schwere Zeit gibt.

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Veröffentlicht am 09.03.2025

Zäh

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Wien, internationale Zone, in der unmittelbaren Nachkriegszeit, Sammelpunkt für Besatzer, Besetzte, Flüchtlinge, Schmuggler, Geschäftsleute, Klein- und Großkriminelle. Jeder sucht, sein Leben zu meistern, ...

Wien, internationale Zone, in der unmittelbaren Nachkriegszeit, Sammelpunkt für Besatzer, Besetzte, Flüchtlinge, Schmuggler, Geschäftsleute, Klein- und Großkriminelle. Jeder sucht, sein Leben zu meistern, der Vergangenheit zu entkommen, Geschäfte zu machen mit dem Wiederbeginn eines neuen Lebens nach Jahren des Krieges, der Not, des Hungers, des Mangels. So auch Georges Maines, der mit dem Zigarettenschmuggel sein Geld verdient. Aber ein illegales Geschäft zieht das andere nach sich. Und man weiß nie, wer Freund und Feind ist, weil jeder bereit ist, für den eignen Vorteil den anderen zu verraten. Und neben dem Geldgeschäft spielt auch das politische eine Rolle. Aber auch bei den vermeintlichen Siegern wird schnell zum Verlierer, wer nicht mehr passt oder stört. Es sind noch immer unsichere Zeiten, in der ein kleiner Fehler oder ein blöder Zufall das eigene Leben schnell in Gefahr bringen kann. Und wer könnte da noch helfen, muss sich auch Georges Maines fragen.
Ich bin nicht warm geworden mit der Lektüre. Zu verwickelt und kompliziert am Anfang, zu viele Figuren und Nebenfiguren. Noch in der zweiten Hälfte werden neue Figuren eingeführt und verschwinden genauso schnell, wie sie aufgetaucht sind. Die Figuren, aber auch das Wien der Nachkriegszeit bleiben farb- und gesichtslos. Der Schreibstil ist spröde. Mir fehlt etwas, das mich mit in die Geschichte nimmt. Erst im letzten Drittel fügt sich so etwas wie ein roter Faden zusammen, mit dem es sich etwas flüssiger lesen lässt. Ich hatte aufgrund von Cover, Titel und angekündigter Story mehr erwartet.

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Veröffentlicht am 09.03.2025

Zeitdokument

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Der Roman ist eine Neuausgabe, die Autoren waren Zeitzeugen. Das Werk spielt in Wien der 1950er. Thematisiert werden die unterschiedlichen Besatzungszonen und daraus einhergehend die Schwierigkeiten ...

Der Roman ist eine Neuausgabe, die Autoren waren Zeitzeugen. Das Werk spielt in Wien der 1950er. Thematisiert werden die unterschiedlichen Besatzungszonen und daraus einhergehend die Schwierigkeiten nach dem Krieg wieder Fuß zu fassen. Schwarzhandel mit Zigaretten und Spirituosen aber auch Menschenhandel und Prostitution waren an der Tagesordnung. Man erlebt die Welt der Schmuggler und Kriminellen. Der Schreibstil war mir etwas zu zäh und langatmig. Aber die Wortwahl beamt einen ziemlich gut in diese Jahre. Daher ein gelungenes Zeitdokument, das mich aber nicht fesseln konnte. Vielleicht liegt das auch an der dargestellten Rolle der Frau oder an den Charakteren, die bis auf einen Schriftsteller, für mich nicht empathisch gezeichnet waren. Teilweise ein Verwirrspiel, manchmal steigt man nicht mehr durch, wer jetzt auf welcher Seite steht. Spion oder Gangster?

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