Roman | Dystopisches Fantasy-Jugendbuch ab 16 über eine verlassene Welt
Was würdest du tun, wenn du der letzte Mensch der Welt wärst? Für alle, die eine Reise durch die Sterne machen wollen, um am Ende bei jemandem anzukommen, der es wert ist
»Meine Fotos wurden kurioser. Selfies im leeren Supermarkt. Ein „Hilfe“ aus Dosenravioli gebaut. Da war niemand. Niemand sah meine Bilder, egal wie viel Hashtags ich versuchte. Ich betitelte sie alle mit #iamunstoppable.«
Die freiheitsliebende Ariadne tut nur, was sie will: Sie versucht sich an Dingen, die ihr Spaß machen und umgibt sich nur mit Leuten, die ihr Freude bereiten – sowie mit ihrer Katze namens Katze. Doch dann sind alle Menschen in ihrer Umgebung von einem Moment auf den anderen verschwunden. Ariadne ist der letzte Mensch auf Erden und völlig allein. Bis sie eines Tages eine Nachricht von Sanghyun erhält – dumm nur, dass er in Shanghai und auf der anderen Seite der Welt ist ...
»Ich wurde prächtigst unterhalten und mochte das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen. Ich wünsche dieser abenteuerlichen und gefühlvollen Dystopie, die so herrlich erzählt ist, eine große Leserschaft!« ((Leserstimme auf Netgalley))
»Dieses Buch ist wirklich zu empfehlen und ein schöner und ungewöhnliche Zeitvertreib, der einen für einige Stunden in einer dystopischen Welt gefangen hält.« ((Leserstimme auf Netgalley))
»Eine sehr außergewöhnliche Geschichte mit Humor, Abenteuer und viel Spannung. Man möchte nicht als lesen, lesen, lesen, bangt aber davor, dass die Geschichte dann zu schnell endet.« ((Leserstimme auf Netgalley))
»Ein toller Mix aus Dystopie, Romantik und Survivalabenteuer!« ((Leserstimme auf Netgalley))
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Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Den Namen "Katze" fand ich besonders toll, da es so an die alten Columbo Zeiten erinnerte. Die Autorin schreibt flüssig und die Seiten fliegen nur so dahin. Einzig ...
Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Den Namen "Katze" fand ich besonders toll, da es so an die alten Columbo Zeiten erinnerte. Die Autorin schreibt flüssig und die Seiten fliegen nur so dahin. Einzig die Wortwahl störte mich gelegentlich, aber zum Charakter von Ariadne passte es. Ich muss nur leider immer an Tiere denken, wenn jemand von sich selbst sagt, dass er frisst oder säuft. Gelegentlich fand ich auch ihre Art etwas dämlich bzw. ihr Handeln unlogisch. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mehr Camping Erfahrung habe, aber ich glaube, dass ich sie einfach nicht wirklich leiden konnte. Nichtsdestotrotz gefiel mir die Geschichte ganz gut, aber wohl mehr wegen dem Abenteuer.
Wie schon der Klappentext fragt: Man stelle sich nur mal vor, dass man plötzlich alleine ist auf der Erde?! Eine unfassbar erschreckende Vorstellung. Dann noch etwa 4.500 km durch die Welt zu gondeln um den einzigen anderen Menschen auf der Welt zu treffen. Schon allein der Gedanke daran ist ein riesiges Abenteuer. So erlebt man auch allerlei mit den Beiden, wobei die Geschichte selbst nur aus der Sicht von Ariadne erzählt wird. Man kann lachen, sich aufregen, Nägel kauen, auch ein bisschen weinen und das Ende ist halbwegs rund - hier hätte man vielleicht noch ein wieso oder weshalb einfügen können. Es hat mir viel Freude bereitet das Buch zu lesen, denn es war eine leichte Lektüre für's Wochenende. Ich musste nicht viel nachdenken und konnte mich einfach berieseln lassen.
Fazit:
Eine spannendes Abenteuer um sich einfach berieseln zu lassen.
In diesem Buch geht es um Ariadne, die ihrem Leben bislang keinen Sinn geben konnte und nur in den Tag hineinlebte. Ihre engen sozialen Kontakte bestanden aus ihrer Schwester und ihren Freundinnen ...
Inhalt:
In diesem Buch geht es um Ariadne, die ihrem Leben bislang keinen Sinn geben konnte und nur in den Tag hineinlebte. Ihre engen sozialen Kontakte bestanden aus ihrer Schwester und ihren Freundinnen aus dem Badmintonclub. Und in letzterem passiert es: Plötzlich ist sie alleine, alle Menschen sind fort- einzig Tiere gibt es noch. Instagram sei dank lernt sie dann doch noch einen Menschen kennen, Sanghyun lebt in Shanghai. Beide beschließen sich auf der Hälfte des Weges zu treffen. Eine Reise beginnt.
Gestaltung und Genre:
Cover samt Titel, Genre (Science-Fiction) und Klappentext haben mich neugierig auf dieses Buch gemacht. Allerdings sollte man dieses Buch meiner Ansicht nach eher als Jugendbuch deklarieren.
Schreibstil:
Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Ariadne. Die Erzählweise ist relativ flüssig, dennoch wurde der Lesefluss drei bis vier Mal aufgrund des Ausdrucks unterbrochen. Insgesamt betrachtet, war es sprachlich wahrlich kein Highlight, vielmehr finde ich es beispielsweise eher befremdlich, wenn beschrieben wird, dass Menschen „fressen“.
Story:
Der Plot klang ganz interessant. Die Idee ist zwar nicht neu, aber sie bietet Autoren viel Spielraum für die eigene, besondere Interpretation. Und die Geschichte, insbesondere die Verbindung, die Ariadne und Sanghyun aufbauen, hat die Autorin recht schön beschrieben. Was allerdings offen bleibt (und das ist das größte Manko im Bereich Science-Fiction), sind jegliche Erklärungen, wie „es“ passierte und warum es keine Menschen mehr gibt. Die fehlende Ursache ist nur ein Beispiel von Vielen. Das Buch lässt mich mit vielen Fragen zurück. Ich finde, dass unendlich viel Potenzial verschenkt wurde. Außerdem war das Buch vorhersehbar, je mehr ich gelesen habe, desto eher habe ich gehofft, dass es nicht ein solches Ende geben wird. Für mich persönlich war es ein enttäuschendes Ende und durch die fehlenden Erklärungen macht es wenig Sinn, zumindest so wenig, dass ich es nicht ernst nehmen kann. Es wirkt zu konstruiert und unlogisch.
Fazit:
Mir hat das Buch in Anbetracht des vorgegebenen Genres wenig gefallen, weil ich mehr erwartet habe. Allerdings war es auch nicht schlecht genug, um keine Empfehlung aussprechen zu können, wenn man denn die Zielgruppe beachtet: Es ist ein seichtes Jugendbuch. Ich kann es allen (Jugendlichen) empfehlen, die zwischendurch eine leichte Geschichte lesen möchten und sich damit zufrieden geben können, dass nichts, was zu dem Umstand einer menschenleeren Welt geführt hat, erklärt wird.
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Herzlichen Dank an den Piper Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars in Form eines eBooks.
Ariadne ist von einem Moment auf den nächsten völlig allein auf dem Planeten. Jedenfalls was die menschliche Bevölkerung betrifft. Online wird aber dann doch noch ein Mensch auf ihre Instagram Posts aufmerksam ...
Ariadne ist von einem Moment auf den nächsten völlig allein auf dem Planeten. Jedenfalls was die menschliche Bevölkerung betrifft. Online wird aber dann doch noch ein Mensch auf ihre Instagram Posts aufmerksam und nimmt Kontakt zu ihr auf. Die beiden wohnen nun aber leider 9000km voneinander entfernt, beschließen aber, den Weg auf sich zu nehmen und wollen sich in der Mitte - irgendwo in Russland - treffen. Denn eines wollen sie auf gar keinen Fall sein: allein.
Puh… ich stehe diesem Roman sehr ambivalent gegenüber. Die Idee hat mir gut gefallen und auch der Witz und Ariadnes Art, mit ihren Gefährten umzugehen mochte ich gerne. Sie ist plötzlich allein auf der Welt und verhält sich genauso, wie man das erwarten würde. Genauso wie ich es vermutlich auch gemacht hätte.
Aber schon den Einstieg fand ich furchtbar. Es beginnt mit belanglosen Gesprächen, unwichtige Charaktere und Hobbies werden eingeführt, sprachlich hat es mir auch gar nicht zugesagt. Ich habe mir wirklich Sorgen gemacht, wie das Buch wohl werden würde.
Der Moment als sie dann plötzlich allein war kam unerwartet. Ich wusste ja, dass es passieren wird, aber da war ich kurz überrascht. Gott sei Dank, denn das Teenager-Gequatsche hätte ich nicht mehr viel länger ertragen. Was mich schon zu meinem ersten Kritikpunkt führt: Offenbar ist Ariadne Studentin. Vom Schreibstil her und von ihren Gedanken und Handlungen hätte ich sie auf 13 geschätzt. Aber als 13-jährige wäre sie dann schon eine sehr junge Studentin gewesen… Das Bild, das die Autorin von der Protagonistin gezeichnet hat, war total widersprüchlich. Ich mein: wer sagt bitte „Hupen“ und „angearscht“... deswegen hab ich Ariadne ihre Mittzwanziger nicht abgekauft.
Hinzu kamen leider auch noch einige Schreibfehler, über die ich gestolpert bin. Ich weiß nicht, ob das bei der Print-Version anders ist. Das elektronische Format hatte dahingehend noch Luft nach oben.
Trotzdem kam mir die geschilderte Situation realistisch vor. Nicht die Details, wie Stromversorgung, Internet etc. Es gab da für mein Verständnis schon einige Logiklücken und teilweise dürftig recherchierte Patzer, auch was den Weg zwischen Lille und Shanghai anbelangt, aber darüber kann man hinwegsehen oder vielleicht irre ich mich da auch. Egal. Was ich meine, sind Ariadnes Gedanken und Gefühle und die Art, zu handeln. Ganz alleine zu sein. Unvorstellbar. Ohne die Tiere, die wenigstens den Anschein von Gesellschaft vermitteln, wäre sie bestimmt nach wenigen Tagen schon durchgedreht. Einsamkeit ist einfach nichts für die Menschen. Das konnte die Autorin gut vermitteln.
Ariadnes Umgang mit ihren Wegbegleitern hat mich auf der anderen Seite wieder sehr berührt. Ich konnte mich so gut hineinversetzen. Ich mochte, dass sie so ein großes Herz für Tiere hat. Die innige Freundschaft, die man zu Tieren haben kann, wird so unterschätzt. Ich würde auch niemals ohne meine Vierbeiner losstiefeln. Nirgendwohin.
Die Geschichte bleibt recht unspektakulär, kratzt nur an der Oberfläche und lässt nur wenig Spielraum für Charakterentwicklung, Spannung oder echte Gefühle. Wobei es schon einen Moment gab, der mich berühren konnte.
Eine richtige Auflösung gibt es nicht, damit muss ich jetzt wohl zurechtkommen. Aber mit dem Ende bin ich trotzdem einigermaßen zufrieden, denke ich. Vielleicht. Ich bin mir nicht sicher ^^
Ich glaube, dieses Buch ist eher was für jüngere Leser:innen. Mir hat es an allen Ecken an irgendwas gefehlt. Tiefe, Schreibstil, Entwicklung etc. Ich hätte mir von allem ein bisschen mehr gewünscht. Am Ende hat es mich aber ganz gut unterhalten und das ist ja mit das Wichtigste.
Das tolle Cover und der interessante Titel haben mich neugierig gemacht. Die Aufmachung des Buchkleides traf direkt meinen Geschmack. Jedes Detail harmonierte richtig gut miteinander. Als ich mir dann ...
Das tolle Cover und der interessante Titel haben mich neugierig gemacht. Die Aufmachung des Buchkleides traf direkt meinen Geschmack. Jedes Detail harmonierte richtig gut miteinander. Als ich mir dann den Klappentext durchlas, war meine Neugierde geweckt.
Ehrlich muss ich sagen, dass es hier keinen anspruchsvollen Schreibstil gibt und auch keine übermäßig bildhaften Beschreibungen. Für mich ist das ganze Buch leider viel zu oberflächlich geblieben, sei es von der Story, als auch von den handelnden Personen. Eine Entwicklung der Charaktere kann ich jetzt nicht wirklich ausmachen. Die Schreibweise war mir manchmal zu abgehackt vor mit kurzen Sätzen und ganz einfallslosen Namen, z.B die Katze heißt Katze.
Außerdem muss ihr ehrlich sagen, dass mir, nachdem ich das Buch beendet habe, immer noch die Erkenntnis fehlt, wie es zu all dem gekommen ist. Eine Erklärung der Situation hätte ich mir doch sehr gewünscht.
Die Idee der Story ist jetzt keine Neuheit, aber das muss nicht ja an sich nicht schlecht sein. Nur leider hat die Autorin Potenzial liegen lassen. Es war für mich nichts besonders oder absolut lesenswert oder mal was ganz anderes. Es wurde eine nette Dystopie, aber kein Highlight, was mich umgehauen hat.
Ariadne bemerkt auf einmal Veränderungen um sich herum. Nichts ist mehr, wie es scheint. Ihre Freunde sind Weg, die Straßen leer usw. Plötzlich ist sie die letzte Person auf Erden, völlig allein. Was anfangs sehr viel Anreiz hat, wird irgendwann langweilig. Dennoch findet sich Ariadne schnell damit ab und kommt gut mit ihrem Leben zurecht. Als sie dann aber zufällig eine weitere Person auf Instagram entdeckt, welche auch ein Lebenszeichen abgesendet hat, beschließen beide sich auf den Weg zu machen und sich zu treffen. Nur dumm, das Sanghyun am anderen Ende der Welt ist.
Diese Dystopie ist etwas für das jüngere Publikum als seichte Geschichte zwischendurch. Mich konnte die Handlung und alles einfach nicht umhauen.
Ich habe mir eine tiefere, etwas andere Story gewünscht, welche mich nicht mit so vielen Fragen und Oberflächlichkeiten zurückgelassen hat. Meine Hoffnung war groß, mal in etwas anderes eintauchen zu können. Für mich hätte man mehr aus der Handlung rausholen können.
Definitiv könnte ich mir aber vorstellen, dass es viele jüngere Leser oder Leserinnen begeistern könnte. Deswegen ist dies hier nur meine persönliche Meinung und ich möchte niemanden in seiner Denkweise oder Erwartung zu dem Buch beeinflussen.
Leider vergebe ich für dieses Buch nur 2 von 5 Sterne.
Dieses Buch hat mich weniger vom Cover, als vielmehr vom Klapptext her angesprochen. Ich erhoffte mir eine spannende postapokalyptische (NEIN Piper, das ist KEINE Dystopie, Know Your Terms!) Geschichte ...
Dieses Buch hat mich weniger vom Cover, als vielmehr vom Klapptext her angesprochen. Ich erhoffte mir eine spannende postapokalyptische (NEIN Piper, das ist KEINE Dystopie, Know Your Terms!) Geschichte mit Humor und eine Prise Liebe. Was ich jedoch stattdessen bekam, hat mir leider kaum zugesagt.
Achtung: Diese Rezension enthält Spoiler!!!!
(Das Fazit kann aber gefahrlos gelesen werden)
Jung, dumm und kein Plan
Das Szenario ist schnell erzählt: Alle Menschen auf der Welt verschwinden von der einen Sekunde zur anderen. Nur Protagonistin Ariadne und eben Sanghyun bleiben übrig. Wir haben 99% des Buches genau zwei Charaktere und beide konnte ich nicht leiden. Eine mehr als schlechte Voraussetzung für das Buch. Ariadne war mir schon auf den ersten Seiten sehr unsympathisch. Sie ist ein völlig antriebsloser, langweiliger und reizloser Mensch. Hat keine Ziele Träume oder Wünsch außer, “Nicht tun, was Daddy will”. Es ist ok, in seinen 20er in einer Orientierungsphase zu sein, sich auszuprobieren, Lebenswege zu verwerfen und auf der Suche zu sein. Aber Ariadne ist nicht auf der Suche, sie will nichts und macht einfach nichts, so gar nichts. Dass sie gleichzeitig darüber lamentiert, als Studentin nur eine 40m² Wohnung für sich allein zu haben, machte sie mir noch unsympathischer, denn mal im Ernst, an alle Studenten da draußen, wie viele Leute ohne reiche Eltern kenn ihr, die 40! m² Raum ganz für sich allein ihr Eigen nennen können. Klar sowas sind Kleinigkeiten, führten aber eben nicht dazu, dass ich Ariadne mochte.
Hinzu kommt, dass Ariadne auch nicht gerade die hellste Kerze auf der Torte ist. Für ihre 20 Jahre hat sie ein wirklich miserables Allgemeinwissen. Das zeigt sich dann überdeutlich, als sie plötzlich auf sich allein gestellt ist und null Ahnung von irgendwas hat. Auch sonst bringt sie keinerlei nennenswerte Fähigkeiten mit, weshalb ich es mit Fortschreiten der Handlung immer schwieriger fand sie zu begleiten, ohne in einem fort genervt aufzustöhnen.
Insgesamt muss man leider auch sagen, dass die beiden Charaktere auch sehr blass blieben. Sie haben kaum Hintergrund und auch keine wirklichen Ziele, Träume, Wünsche etc. Das gilt für Ariadne genauso, wie für Sanghyun, der einfach ein netter kleiner Sunnyboy ist, aber genauso unwissend wie Ariadne, was mitunter schon gefährlich wird: Als Ariadne nämlich, nachdem sie schlechtes Fleisch gegessen hat, Magenprobleme bekommt, sagt Sanghyun: “Ich weiß zwar nicht was du hast. Nimm aber sofort irgendwelche Medizin, egal was!” Ähm ja, ist klar. Es ist ein wahres Wunder, dass keiner von den Beiden Darwin Award mäßig draufgegangen ist.
It’s a Match
Kommen wir zurück zur Handlung. Ich gebe zu, die ersten 30 Seiten in denen Ariadne sich allein in einer menschenleeren Welt bewegt und zwischen Tollerei, Wahn und Verzweiflung schwankt waren noch ganz unterhaltsam, doch damit ist es dann vorbei, sobald sie online auf Sanghyun trifft. Was folgt ist eine Liebesgeschichte im Chat/Skype Style die praktisch genauso auch ohne Apokalypse funktioniert hätte. Statt spannendes Endzeitabenteuer mit einer Prise Liebe, bekam ich Liebestory im Tinderyle mit einer Prise Endzeit. Wenn denn wenigstens der Austausch zwischen den Beiden interessant gewesen wäre, hätte ich es dem Roman ja noch verzeihen können und die Schuld dem Verlag fürs falsche Marketing zugeschoben, aber sie sind es nicht. Der Großteil ist langweiliges Gesülze ohne Tiefe, gepaart mit ein paar ach so witzigen Sprüchen. Schon nach der Hälfte des Buches (ich erinnere, es sind sowieso grade mal 272) habe ich begonnen immer dann vorzublättern, wenn die Beiden sich kontaktieren und ich habe inhaltlich überhaupt nichts verloren, was nur zeigt wie belanglos und inhaltsleer diese Gespräche waren.
Logikfehler wohin man sieht
“War denn wenigstens das Endzeitszenario spannend?”, fragt ihr euch jetzt vielleicht. Naja, nicht wirklich, was vor allem daran lag, dass die Autorin es auf Kosten der Logik ihren Figuren sehr leicht machte. Bis auf eine selbst verursachte Lebensmittelvergiftung und ein paar aggressiven Hunde läuft es eigentlich ganz okay in der Apokalypse. Der Strom ist noch monatelang da und fällt nur vereinzelt aus, ein paar Brände brechen aus, aber auch das vereinzelt. Schon allein diese Schilderung ist völlig unlogisch.
Nehmen wir den Strom. Die meisten Kraftwerke haben einen automatisierten Schutz vor Überspannung der Leitungen, dieser sorgt dafür, dass Kraftwerke vom Netz gehen, sollte genügend Strom bereits vorhanden sein. Da in den Stunden vor dem Verschwinden normal produziert wurde und von einer Sekunde zu anderen der Verbrauch drastisch sank, dürften die meisten fossilen Kraftwerke schon nach einigen Stunden vom Netz gegangen sein. Auch Solar- und Windkraftwerke schalten sich nach einigen Tagen ohne Wartung ab. Nichts da also mit monatelangem Strom oder Handynetz, wie im Buch, den letzteres gäbe es ohne Strom auch nicht mehr
Noch gravierender dürften die Atomkraftwerke sein. Deren Kühlwasser dürfte nach a. einem Monat aufgebraucht sein. Hat das Kraftwerk keinen Schutz für diese Fälle überhitzt der Reaktor und es kommt zum Supergau (vereinfacht gesagt, so geschehen in Tschernobyl), heutzutage haben zwar viele Atomkraftwerke eine Automatik, die in diesem Fall den Reaktor runterfährt, allerdings durch die eben erwähnten Schutz vor Überspannung kann diese gestört werden und es kommt ebenfalls zum Supergau (so geschehen in Fukushima). Lille, die Stadt in der Ariadne lebt, liegt zwischen zwei Atomkraftwerken: Chooz (in Luftlinie ca. 136 km entfernt) und Gravelines (ca. 77 km). Das ist zwar außerhalb der jeweiligen Todeszonen, wenn aber dutzende Kraftwerke in Europa gleichzeitig ihren Gau haben, dürfte trotz der Schutzhüllen der Reaktoren so einiges an nuklearen Material entweichen. Ariadne hätte es also trotz Stromausfall mit einem strahlenden Europa zu und ich bezweifle, dass es in China besser aussähe.
Dann wären da noch die Tiere, auch in Punkt der immer wieder im Roman Erwähnung findet und völlig unrealistisch behandelt wurde. Im Roman sterben nur die Tiere, die gefangen sind. Allem, was sich befreit oder auf einer Weide stand, gehts halbwegs gut. Vom kleinen Terrier bis zum Pony. Tatsächlich wären die kleinen Hunderassen wie Chihuahua, Bulldoggen, Minipudel etc., schon nach kurzer Zeit tot, da sie sich im Kampf um Nahrung mit den größeren Tieren nicht messen könnten.
Und wenn man jetzt sagt “Ja du bist halt ein Nerd, dass du sowas weiß” Nein bin ich nicht. Alles was ich gerade genannt habe beruht auf ca. 30 min Recherche im Internet, mehr nicht. Und wenn ich das schaffe, kann man von einer Autorin ja wohl auch erwarten, wenigstens minimale Rechercheanforderungen zu erfüllen. Zumal im Roman auch so einige Fehler sind, die einfach nur zum Haare raufen sind. So wird zum Beispiel behauptet, man könne erkennen, dass jemand kein naturblondes Haar hat, weil diejenige braune Augen hat. Aha. Es gibt also nur blauäugige blonde Menschen? Das grenzt ja schon an den Quatsch vom Arier Ideal, auch wenn ich in dem Fall der Autorin nichts unterstellen möchte und eher denke, dass das “einfach” eine Ausgeburt von Unwissenheit, oder schlechter Formulierung war. Ich hoffe es zumindest.
Und das Ende vom Lied
Ich fasse also mal zusammen: Wir haben zwei Toastbrot blasse Protagonisten, die in einem unlogischen udn aufgeweichten Endzeitszenario eine 0815 Liebestory ohne Tiefe nachkommen. Als Leser schleppt man sich zwischen Süßholzgeraspel und semigefährlichen Situation dahin, denn a) ist das Buch ja nicht lang und b) will man wenigstens wissen, was mit den Menschen passiert ist und dann kommt das Ende. Ja, was soll ich dazu sagen, außer: Was für eine Zeitverschwendung. (erneute Warnung: Fetter Spoiler:) Am Ende stellt sich nämlich raus, Ätschibätsch ist alles nicht passiert. Die Uhr wird nahtlos zurückgedreht, alle Menschen sind wieder da. Nur Ariadne und Sanghyun erinnern sich an die vermeintliche menschenleere Zeit und lieben sich jetzt natürlich sehr. Wieso weshalb, warum das ganze? Wer weiß. Immerhin werden wir nicht mit einer fadenscheinigen Erklärung abgespeist, die Autorin gibt nämlich einfach gar keine. So kann man es natürlich auch machen … Nicht.
Fazit:
Im ersten Moment dachte ich: “Ok vielleicht sollte ich einfach die Jugendbücher sein lassen, ich bin zu alt dafür” Aber im nächsten dachte ich an zahlreiche Jugendbücher, die mich auch heute noch begeistern und komme zum Schluss, es liegt nicht an mir, sondern diesem Buch. Es ist einfach nicht gut. Zu flach, zu fad und voller Logikfehler. Das einzig unterhaltsame sind die Tiere und die vernünftigsten sind sie auch und das sagt doch schon alles. Ein Punkt gibt’s von mir und einen für den Fall, das ich mich irre und doch einfach nur zu alt dafür bin.