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Alesia

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Der Weg des schönen Garns

Heimkehr nach Morioka
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Die 17-jährige Mio geht nicht mehr zur Schule, nachdem sie dort gemobbt wurde. Eingewickelt in ein Tuch, das ihre Großeltern für sie gewebt hatten, wird deren Heimatstadt Morioka für Mio zum Sehnsuchtsort. ...

Die 17-jährige Mio geht nicht mehr zur Schule, nachdem sie dort gemobbt wurde. Eingewickelt in ein Tuch, das ihre Großeltern für sie gewebt hatten, wird deren Heimatstadt Morioka für Mio zum Sehnsuchtsort. Nach einem Streit mit ihrer Mutter flieht Mio dorthin zu ihrem Großvater, den sie bisher nie kennengelernt hat. Mit dem Ziel, sich ein eigenes Tuch zu weben, beginnt Mios Leidenschaft für das Wollhandwerk.

Heimkehr nach Morioka von Yuki Ibuki ist ein eher zarter, aber tiefgründiger japanischer Coming of Age Roman. Das Buch wird abwechselnd aus der Sicht von Mio und ihrem Vater Hiroshi erzählt. Mio ist eine sehr schüchterne Protagonistin, der es auf jeden Fall an Selbstvertrauen fehlt. Während der gesamten Geschichte merkt man dies, und sie muss an sich arbeiten, um ihre Ziele zu erkennen und für diese einzustehen. Bei Mios Vater steht die Thematik des Scheiterns von zwischenmenschlichen Beziehungen im Vordergrund. Zu seinem Vater baut er nach langen Jahren wieder Kontakt auf, während seine Ehe ein bloßes Nebeneinanderherleben ist. Schulverweigerung, familiäre Sprachlosigkeit und Demenz sind insgesamt keine leichten Themen, derer sich das Buch annimmt. Trotzdem bleibt es dabei größtenteils hoffnungsvoll. Wie beim Weben des Tuches, dessen Herstellungsschritte ausführlich beschrieben werden, nimmt sich die Autorin für ihre zarte Geschichte viel Zeit. Stellenweise empfand ich das Erzähltempo dadurch als zu niedrig. Aspekte, auf die das Buch eingeht, wie der gesellschaftliche Leistungsdruck und familiäre Verpflichtungen, dürfen in der japanischen Gesellschaft stärker ausgeprägt sein. Gerade im Hinblick darauf fand ich die Geschichte sehr interessant. Insgesamt ein feinfühliger Blick auf eine japanische Familie und eine junge Frau, die zu ihren Wurzeln und zu sich selbst findet.

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Geister und Geheimnisse

Weavingshaw
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Leena hat ein Geheimnis: Sie sieht Geister. Um ihrem Bruder das Leben zu retten, verkauft sie dieses Geheimnis an Saint Silas, den Saint der Stille, der jedes echte Geheimnis großzügig vergütet. Tatsächlich ...

Leena hat ein Geheimnis: Sie sieht Geister. Um ihrem Bruder das Leben zu retten, verkauft sie dieses Geheimnis an Saint Silas, den Saint der Stille, der jedes echte Geheimnis großzügig vergütet. Tatsächlich will Silas Leenas Gabe für sich selbst nutzen, um Kontakt zu einem Toten aufzunehmen, und zwingt sie zu einem weiteren Pakt.

Weavingshaw von Heba Al-Wasity ist ein herausragendes Buch aus dem Bereich der gothic Romantasy. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen. Es ist eins dieser Bücher, in denen man noch ein Kapitel lesen möchte, und dann die halbe Nacht um ist. Die Autorin legt viel Wert auf Stimmung und Setting der Geschichte. Morland erinnert mich an das historische England zur Zeit der industriellen Revolution. Leena hat als Migrantin mit Ungerechtigkeiten zu kämpfen. St. Silas ist geheimnisvoll, undurchschaubar hat durch die Geheimnisse, die er sammelt, eine gewisse Macht. Seine Handlungen sind tatsächlich morally grey. Welches Ziel er hat und welches Geheimnis er verbirgt, offenbart sich im Laufe der Geschichte. Das Verhältnis zwischen Silas und Leena ist zunächst von Machtungleichgewicht geprägt, und geht dann Richtung Slow Burn Romance. Mir hat die Anziehungskraft zwischen beiden gut gefallen. Als Auftaktband ist die Geschichte nicht in sich abgeschlossen, weshalb ich aufgrund des offenen Endes auf die Fortsetzung gespannt bin.

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Veröffentlicht am 25.04.2026

Als Arielle ertrank

Unter Wasser
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Marissa ist sechs, als sie ihre Mutter verliert und mit ihrem Vater nach Thailand geht. Bald lernt sie die gleichaltrige Arielle kennen. Eine starke Freundschaft entsteht. Beide wachsen zwischen Hotel ...

Marissa ist sechs, als sie ihre Mutter verliert und mit ihrem Vater nach Thailand geht. Bald lernt sie die gleichaltrige Arielle kennen. Eine starke Freundschaft entsteht. Beide wachsen zwischen Hotel und der meeresbiologischen Forschungsstation ihres Vaters auf, tauchen mit Mantarochen und erkunden die tropische Natur. Ein Paradies, nicht ganz ohne Schattenseiten gezeichnet, bis am 26. Dezember 2004 eine gigantische Welle beide erfasst und nur Marissa lebend wieder auftaucht. New York wird im Oktober 2012 von einem Hurrikan bedroht. Arielles Schicksal und die Trauer um sie haben Marissa nie losgelassen. Die erneute drohende Naturkatastrophe ist Ausgangspunkt für Marissas Geschichte.

Unter Wasser von Tara Menon ist ein nicht ganz leicht zu lesendes Buch über Freundschaft, Trauer und gefühlte Schuld. Den Tsunami von 2004, bei dem etwas 230.000 Menschen das Leben verloren, habe ich aus den Medien noch in Erinnerung. Gerade die Unmittelbarkeit und Chancenlosigkeit waren erschreckend. Tara Menon nimmt sich in dem doch eher kurzen Buch viel Zeit für die Beschreibung der Natur Thailands und der Atmosphäre New Yorks. Das geschieht mitunter so anschaulich, dass man beispielsweise die Mantarochen an sich vorbeiziehen sieht. Gleichzeitig wechseln die zwei Zeitebenen stetig. Man muss sich darauf konzentrieren, wo Marissa gerade ist. Neben Naturbeschreibungen steht ganz klar die Freundschaft von Marissa und Arielle, sowie Marissas unverarbeitete Trauer im Vordergrund. Einfühlsam und emotional, aufgrund ihrer schweren Thematik und des erzählerischen Aufbaus nicht ganz einfach zu lesen, konnte mich diese Geschichte von Freundschaft und Verlust insgesamt überzeugen.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Trial of Thieves

The Crane and the Nightjar
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Zara Nightjar, verurteilt wegen Diebstahls, wartet in den Kerkern von Raspa auf ihren Tod. Der Gewinn eines gefährlichen Trials könnte ihre Rettung sein. Da sie allerdings keine Diebin ist, stellt ihre ...

Zara Nightjar, verurteilt wegen Diebstahls, wartet in den Kerkern von Raspa auf ihren Tod. Der Gewinn eines gefährlichen Trials könnte ihre Rettung sein. Da sie allerdings keine Diebin ist, stellt ihre einzige Chance zum Überleben eine Allianz mit Crane dar. Dem Mann, der die Schuld an ihrer Verhaftung trägt. Undurchschaubar, gefährlich und viel zu attraktiv. Wie weit kann sie ihm trauen?

The Crane and the Nightjar von Ada Bailey ist düstere Romantasy in einer Welt voller Nebel und tödlicher Gefahren. Ich lese unglaublich gerne Romantasy und Trials, aber nicht nur deswegen konnte mich das Buch begeistern. Das Setting ist sehr düster, allein schon weil durch Nebel kein Sonnenlicht mehr auf Raspa fällt. Die Nutzung von Magie macht aus Magiebegabten über kurz oder lang tödliche Monster. Der König des Landes ist grausam und brutal. Entsprechend tödlich sind auch die Wettkämpfe. Zara ist keine Diebin, muss sich aber gegen solche im Stehlen und Schlösser knacken durchsetzen. Ich mochte ihren Charakter, auch weil sie Mitgefühl zeigt. Auch die Romanze mit Crane hat gut gepasst. Man spürt die Anziehungskraft, aber auch Zaras Misstrauen. Lange habe ich gehofft, dass Crane besser ist, als er sich selbst darstellt. Zum Ende gibt es einen unerwarteten Twist, der mich neugierig auf die Fortsetzung zurücklässt.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Mörderische Klippe

Meeresdunkel
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Henrike will mit ihrer Familie auf Mallorca einen Herbsturlaub verbringen, auch um ihrer Ehe nochmal eine Chance zu geben. Samuel möchte, dass sich seine Frau Marie mehr Zeit für die Familie nimmt. Beide ...

Henrike will mit ihrer Familie auf Mallorca einen Herbsturlaub verbringen, auch um ihrer Ehe nochmal eine Chance zu geben. Samuel möchte, dass sich seine Frau Marie mehr Zeit für die Familie nimmt. Beide Familien haben die gleiche heruntergekommene Finca am Rand einer Klippe gebucht. Der Grund des Aufeinandertreffens liegt in der Vergangenheit, und am Ende gibt es eine stürmische Nacht und eine Leiche.

Meeresdunkel von Till Raether ist ein spannendes Buch, das ich praktisch in einem Rutsch weggelesen habe. Die Geschichte wird hauptsächlich aus Henrikes und Samuels Perspektive erzählt. Daneben gibt es in der zweiten Hälfte vermehrt auch Rückblenden und kurze Kapitel aus Juris (Samuels Sohn) Sicht. Gerade weil im Laufe des Buches viel aus der Vergangenheit aufgedeckt wird, fand ich diese Erzählweise gut gewählt. Die Figuren fand ich nicht unbedingt sympathisch, aber interessant. Das Setting, das herbstliche Mallorca, die stark renovierungsbedürftige Finca, in die es stellenweise hineinregnet und deren Pool ungefüllt bleibt, hat mir gut gefallen. Die Atmosphäre rund um die mehr oder weniger unfreiwillig zusammenlebenden Familien wird spätestens mit dem starken Gewitter und dem abgeschnittenen Kontakt zur Außenwelt unheimlich. Dass der Plot nicht ganz realistisch ist, hat mich beim Lesen nicht gestört. Natürlich gibt es auch eine Leiche. Insgesamt ist das Buch größtenteils eher Familien- und Ehedrama als Thriller. Trotzdem hat es mich hervorragend unterhalten, weshalb ich es weiterempfehle.

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