Zwischen Herkunft, Geschichte und innerer Distanz
AlmaAlma wächst in Triest auf – einer Stadt, in der unterschiedliche Kulturen und politische Strömungen aufeinandertreffen. Nach dem Tod ihres Vaters beginnt sie, sich intensiver mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen ...
Alma wächst in Triest auf – einer Stadt, in der unterschiedliche Kulturen und politische Strömungen aufeinandertreffen. Nach dem Tod ihres Vaters beginnt sie, sich intensiver mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen und reflektiert zugleich ihre eigene Jugend sowie die Beziehung zu Vili.
Sprachlich überzeugt der Roman mit einer dichten, atmosphärischen Erzählweise. Besonders die kulturellen und historischen Einflüsse Triests sind eindrucksvoll geschildert. Die Themen Identität und Entwurzelung werden über Generationen hinweg beleuchtet und geben der Geschichte Tiefe.
Dennoch blieb ich emotional etwas auf Abstand. Zwar fand ich mit der Zeit besser in den Lesefluss, aber eine echte Verbindung zu den Figuren stellte sich für mich nicht ein. Viele Konflikte bleiben innerlich, vieles unausgesprochen – das unterstreicht zwar die Zerrissenheit, erschwert jedoch das Mitfühlen.
Auch meine Erwartungen, die durch Cover und Klappentext geweckt wurden, haben sich nur teilweise erfüllt. Der Fokus auf politische und historische Verknüpfungen war stärker als angenommen.
Insgesamt ein literarisch anspruchsvoller Roman mit relevanten Themen, der jedoch Geduld und Interesse an historischen Zusammenhängen voraussetzt. Für mich persönlich blieb er etwas zu distanziert, auch wenn ich die Qualität des Schreibstils anerkenne.