Profilbild von Belis

Belis

Lesejury Profi
offline

Belis ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Belis über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.08.2022

Warum der Blick der Unbekannten Laura so fesselt…

Aloha im Herzen
0

Zufällig entdeckt Laura während dem langersehnten Hawaiiurlaub ein altes Foto das neben der ehemaligen Königin eine Frau zeigt, die ihr selbst wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Ihre Fragen nach dem ...

Zufällig entdeckt Laura während dem langersehnten Hawaiiurlaub ein altes Foto das neben der ehemaligen Königin eine Frau zeigt, die ihr selbst wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Ihre Fragen nach dem Ursprung kann keiner beantworten. Als der plötzliche Tod ihres Ehemannes Lauras Leben komplett auf den Kopf stellt ergreift sie die Chance nochmals nach Hawaii zu fliegen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten scheint sich eine Spur zu finden. Mit Hilfe neugewonnener Freunde nähert sie sich dem Geheimnis um das Bild.
In einem zweiten Handlungsstrang begleitet der Leser parallel dazu das Leben jener Unbekannten aus der Zeit um 1887. Luise. Die junge Frau muss sich ihrem Schicksal immer wieder stellen und innere Kraft und Stärke aufbauen. Erst am Ende verflechten sich die Handlungsstränge zu einem abgerundeten Ganzen.
Die bildhafte Schilderung lässt mich eintauchen in die hawaiianische Inselwelt. Ich träume von Bilderbuchstränden und höre die Wellen rauschen. Historisch belegte Ereignisse durchziehen den Vergangenheitsstrang und lassen vergangene Tage aufleben. Der flüssig zu lesende Schreibstil lässt mich durch die Seiten fliegen.
Durch die abwechselnde Erzählperspektive und das Nebeneinander der Zeitstränge fügen sich die einzelnen Teile der Geschichte nach und nach zusammen. Überraschende Begegnungen und Wendungen bringen Spannung. Die Charaktere sind unterschiedlich stark ausgearbeitet, teils würde ich mir mehr Tiefe wünschen. Andere wiederum zeigen Facetten und Entwicklungen. Aus Spoilergründen möchte ich nicht näher darauf eingehen.
Insgesamt ein sommerlicher Wohlfühlroman um Neubeginn und Vergebung. Hoffnung, die Kraft von Freundschaft und Liebe verleiht Stärke um Verletzungen zu heilen sowie die Stürme des Lebens zu umschiffen. Ich freue mich auf weitere Erzählungen von Sabine Lay.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.07.2022

Ein Lesehighlight

Fräulein Wunder
0

Endlich etwas erleben! Brit sieht in der Klassenfahrt nach Sylt die Chance endlich dem kleinbürgerlichen Trott zu entfliehen. Die neugewonnene Freiheit und dazu die große Liebe gefunden. Doch unverhofft ...

Endlich etwas erleben! Brit sieht in der Klassenfahrt nach Sylt die Chance endlich dem kleinbürgerlichen Trott zu entfliehen. Die neugewonnene Freiheit und dazu die große Liebe gefunden. Doch unverhofft schwanger ist sie als Minderjährige ihren Eltern völlig ausgeliefert. Der werdende Vater Arne ist plötzlich spurlos verschwunden. Die Lösung der werdenden Großeltern für das Problem widerstrebt der jungen Frau zutiefst. Zunächst muss Brit sich allerdings fügen. Doch eine unverhoffte Begegnung verändert zum wiederholten Male Brits Zukunftspläne. Wie soll sie jedoch die Liebe ihres Lebens wiederfinden? Drei Jahre später verschlägt das Schicksal Brit zufälligerweise an den Ort wo alles begann. Sylt.
Der authentische Sprachstil versetzt mich umgehend ins Jahr 1959. Unterschiedliche Handlungsstränge und abwechselnde Erzählperspektiven lassen mich die Geschichte voll und ganz miterleben. Die sich immer weiter aufbauende Spannung entsteht durch überraschende Wendungen und teils dramatische Entwicklungen.
Der Autorin gelingt es mühelos die Erzählung vor meinen Augen abzuspielen, mit ausdruckstarkem Flair und bildhaften Schilderungen. Ich spüre den Wind, die Brise am Meer ebenso wie ich den Duft köstlichen Naschwerks in der Nase habe.
Thematisiert werden unter anderem das beginnende Wirtschaftswunder sowie das zeitgenössische Aufbäumen der Jugend. Geschickt eingeflochtene Geheimnisse der Vergangenheit, zufällige Schicksalsbegegnungen und noch vieles mehr ergänzen diesen Roman zu einem gelungenen Auftakt.
Charaktertiefe Protagonisten entwickeln sich im Laufe der Handlung unterschiedlich. Mal vorhersehbar, mal überraschend. Ein besonderes Augenmerk wird auf den Wertewandel der Frau gelegt. In diesem ersten Teil schildert die Autorin Begebenheiten von 1959 bis 1964.
Ich freue mich sehr auf die nächsten Teile der bewegenden Sylt-Saga, das emotionale Ende lässt viele Vermutungen zu. Ich gebe begeistert eine Leseempfehlung für diesen historisch authentischen Lesegenuss. Eine mit viel Gefühl und Herzblut erzählte geschichtlich fundierte und doch fiktive Geschichte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.07.2022

Das Herz entfaltet Flügel und die Sterne beginnen zu leuchten

Das Leuchten vergangener Sterne
0

Phönizier-Archäologie. Das schwebt Nina, einer erfolgreichen Unternehmensberaterin als soziales Förderprojekt für ihren Mandanten vor. Eine geeignete Ausgrabungsstätte befindet sich in Andalusien. Kurze ...

Phönizier-Archäologie. Das schwebt Nina, einer erfolgreichen Unternehmensberaterin als soziales Förderprojekt für ihren Mandanten vor. Eine geeignete Ausgrabungsstätte befindet sich in Andalusien. Kurze Zeit später landet sie in der sonnigen Küstenregion und macht sich mit einem spanischen Gutachter auf den Weg zum Ausgrabungsleiter Dr. Taran Sternberg.
Bereits das erste Aufeinandertreffen der Männer offenbart eine spannungsgeladene Atmosphäre. Entschlossen beginnt die 28-jährige Nina sich ihrer Aufgabe zu widmen. Diese Reise jedoch hat viel mehr zu bieten als Tonscherben. Im Laufe der Erzählung gräbt Nina viel mehr aus.
Orlando, dem spanischen Gutachter, imponiert die zielstrebige, attraktive Deutsche. Sein Arbeitseifer hingegen ist ebenso undurchsichtig wie sein Charakter. Erste Flirtversuche scheinen Erfolgversprechend.
Taran kann sich kaum vorstellen das diese Nina Winter für ihn und sein Projekt Fördermittel herausschlägt. Wie soll er seine Leidenschaft zu den Phöniziern dieser geschäftstüchtigen Frau begreiflich machen? Eine Erfolgsgarantie kann er wahrlich nicht ausstellen. Sein Freund Ramon stupst ihn an und eine Idee formiert sich in Taran.
Anfangs lerne ich die Protagonisten kennen. Diese Hintergründe werden im Laufe der Handlung vertieft und erschließen mir nach und nach Zusammenhänge. Während Tarans Erläuterungen zu den altertümlichen Phöniziern und geschichtsträchtigen Plätzen Andalusiens seine Liebe und Leidenschaft für Geschichte zeigen lässt uns die Autorin an ihrer detailreichen Recherche teilhaben.
Die Gegenwarts- Erzählung aus mehrerlei Perspektiven baut Spannung zunehmend auf, knistert und knallt letztendlich. Die Liebesgeschichte vermischt sich mit Krimi und historischen Elementen zu einem äußerst unterhaltsamen Roman. Unterschiedlich geartete Charaktere verleihen der Erzählung Tiefe. Geschickte Wendungen und fallende Mauern der Protagonisten fesseln mich zusehends. Zwar gibt es auch unglaubliche Zufälle und Ereignisse die ich jedoch der Freiheit der Autorin zugestehe.
Das Buch versetzt mich durch authentisches Flair und eindrücklich geschilderte Landschaften nach Andalusien. Ich lese zwischen den Zeilen die Liebe der Autorin zu diesem Land. Gerne empfehle ich diese Erzählung mit vier Sternen und freue mich über weitere Geschichten von Rena Fischer.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.07.2022

Gänsehautmomente....

Solange gehört das Leben noch uns
0

Ina begegnet im Teresien-Hospiz einem liebenswerten jungen Mann. Sein gefühlvolles Klavierspiel nimmt die junge Musiklehrerin sofort für sich ein. Plötzlich macht sein Satz: „Nichts ist, wie es scheint.“ ...

Ina begegnet im Teresien-Hospiz einem liebenswerten jungen Mann. Sein gefühlvolles Klavierspiel nimmt die junge Musiklehrerin sofort für sich ein. Plötzlich macht sein Satz: „Nichts ist, wie es scheint.“ Sinn.
Während Ina voll auf ihren Großvater und sein Ableben konzentriert war entging ihr das Richard ebenfalls ein Gast im Hospiz ist. Die Wahrheit über seinen Gesundheitszustand zieht Ina erst einmal die Füsse weg. Doch die Anziehungskraft ist stärker. Während eine Liebe aufblüht schwinden seine gesundheitlichen Kräfte.
Zufällig erfährt Ina von einem langgehegten Traum und nimmt jede Hilfe in Anspruch die sie kriegen kann um Richard diesen letzten Wunsch zu erfüllen. Wird sie den Wettlauf gegen den schwarzen Schattenvogel gewinnen?
Diese Erzählung beschert mir viele Gänsehautmomente. Neben dem Taschentuchverbrauch steigt auch mein Respekt vor der hingebungsvollen Arbeit in einem Hospiz. Von der Autorin einfühlsam geschildert begleite ich Ina bei ihren Besuchen, spüre innerlich ihren emotionsgeladenen Weg durch Höhen und Tiefen. Eine Kraft entfaltet sich, die aus der trauernden Enkelin eine Frau hervorbringt die ihren Weg selbstbestimmt einschlägt und zielstrebig verfolgt. Immer in dem Wissen um das unabänderliche Schicksal. Aber „Solange gehört das Leben noch uns“.
Richard war darauf vorbereitet sein Lebenslicht unauffällig erlöschen zu lassen. Doch diese Begegnung mit Ina stärkt die Flamme nochmals. Sich gegenseitig stützend erfahren Ina und Richard eine ungewöhnliche Liebe. Doch unbarmherzig zehrt die Krankheit, schwinden seine Kräfte…
Die tiefgründige Erzählung hat mich sehr berührt. Zeigt wie wertvoll Freunde sind. Hoffnung und Vergebung sind ebenso thematisiert wie der respektvolle Umgang mit dem Übergang vom Leben zum Tod. Die wortreich gezeichneten Bilder vom Garten, die Naturschilderungen… versprühen Leichtigkeit. Geben der Seele eine Auszeit.
Für mich ist diese authentische Erzählung ein Highlight. Einfühlsam und fesselnd erzählt bleibt die Geschichte noch lange lebendig, halt nach. Ich freue mich bereits auf weitere Erzählungen aus der Feder von Josefine Weiss.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.07.2022

Sehr informativ und umfangreich erklärt

Plant. Based.
0

Der Ernährungstrend – mehr pflanzliche Lebensmittel im Alltag zu integrieren geht vermutlich an keinem vorbei. Das steigende Bewusstsein mit der Nahrungsaufnahme viel für den eigenen Körper zu erreichen ...

Der Ernährungstrend – mehr pflanzliche Lebensmittel im Alltag zu integrieren geht vermutlich an keinem vorbei. Das steigende Bewusstsein mit der Nahrungsaufnahme viel für den eigenen Körper zu erreichen war der Anlass für dieses Buch.
Die Gliederung in vier Hauptteile ist sehr übersichtlich und baut aufeinander auf.
Teil 1 : Basics
Hier werden mit Hilfe wissenschaftlicher Erkenntnisse Inhaltsstoffe der Ernährung erklärt. Dabei wird erläutert was der Körper braucht und was unsere Nahrung enthält. Besonders gefallen mir hierbei die kurzen und prägnanten Abschnitte. Durch Info-Kästchen und Gegenüberstellungen werden die theoretischen Abschnitte aufgelockert.
Teil 2 : Gesund
Dieser Teil befasst sich mit den direkten Auswirkungen für die Bereiche das Immunsystem, der Darm, für Haut und Haare sowie den Hormonhaushalt. Diese Abschnitte sind mit vielen praktischen Beispielen durchsetzt. Es werden Risikofaktoren aufgezeigt und wie durch gezielte Ernährung gegengesteuert werden kann. Auch hier zeigen Tabellen kurze, einprägsame Überblicke.
Teil 3: Praxis
Die hier enthaltenen Küchentipps sind im Alltag gut umsetzbar. Welche Zutaten sind wie aufzubewahren? Die nährstofferhaltende Zubereitung wird ebenso erläutert wie die ausgewogene Zusammensetzung eines gesunden Tellers. Das Basiswissen der vorhergehenden Kapitel wird Schritt für Schritt vertieft. Die Autorinnen verweisen auf den Nutzen einer langfristigen Ernährungsumstellung im Gegensatz zu vermeintlich vielversprechenden Diäten.
Teil 4 : Rezepte
30 vegetarische Rezepte basierend auf 10 Grundnahrungsmitteln stellen die Autorinnen hier vor. Teilweise bebildert und mit Tipps zum variieren versehen. Die Rezepte sind jeweils für 2 Personen berechnet und mit detaillierten Nährwert-Angaben versehen. Abschließend gibt es noch Erklärungen zu den häufigsten Ernährungsmythen. Wie z. B. Gluten ist ungesund oder das Thema Übersäuerung des Körpers werden aufgegriffen.
Fazit : Ich empfehle dieses Hard-Cover-Buch voller interessanter Fakten und detaillierten Erläuterungen sehr. Er lässt sich für die Fülle an Informationen sehr gut lesen. Der Praxisbezug verleiht dem Buch neben Informationen auch eine gewisse Lebendigkeit. Die Gestaltung ist kurzweilig und übersichtlich.
Ein beeindruckendes Sachbuch das fünf Sterne verdient und von mir sicher noch oft in die Hand genommen wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil