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Veröffentlicht am 28.04.2026

Verpasste Chance

The Romance Rivalry
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Als Buchbloggerin hat Irene sich dem Genre Romance verschrieben und steht dank großer Followerschaft kurz vor Abschluss eines großen Sponsorenvertrags. Um ihre Eignung zu beweisen, möchte sie sich auch ...

Als Buchbloggerin hat Irene sich dem Genre Romance verschrieben und steht dank großer Followerschaft kurz vor Abschluss eines großen Sponsorenvertrags. Um ihre Eignung zu beweisen, möchte sie sich auch im echten Leben endlich verlieben - hierfür plant sie, den bevorstehenden College-Start zu nutzen: Anhand ausgewählter Tropes geht sie auf Partnersuche. Dabei funkt ihr allerdings immer wieder der eigentlich verhasste Aiden aus dem Literaturkurs dazwischen...

Mit "The Romance Rivalry" von Susan Lee hatte ich zwar eine insgesamt unterhaltsame Lesezeit, bin aber am Ende etwas zwiegespalten/enttäuscht zurückgeblieben. Die Protagonistin Irene zeigte sich in den ersten Kapiteln noch erfrischend selbstbewusst und feministisch. Dies verlor sich jedoch, sobald sie das College besuchte. Auf mich wirkte es, als wäre Irene durch eine Schranke gelaufen, bei der ihre komplette Persönlichkeit ausgetauscht wurde. Nicht nur, dass ich ihre Handlungen und Vorgehensweisen nicht mehr nachvollziehen konnte und sie mir mit ihrer Art zunehmend unsympathisch wurde, auch die feministische Perspektive, die mich in den ersten Kapiteln so für die Geschichte eingenommen hatte, wurde nicht konsequent fortgeführt. Die Kapitel wurden zwar anhand von Tropes strukturiert, eine tiefere Auseinandersetzung erfolgte jedoch leider nicht. Statt der erhofften Hommage an das Genre Romance hatte ich zudem oft das Gefühl, dass klassische Klischees eher reproduziert als reflektiert wurden.

Die Grundidee rund um die zentrale Challenge von Irene fand ich eigentlich richtig spannend, in der Umsetzung konnte sie mich jedoch nicht überzeugen. Vieles erschien mir konstruiert und emotional zu oberflächlich. Gerade Aspekte, die der Geschichte mehr Tiefe und Dynamik hätten verleihen können, wie z.B. Irenes Dating-Prozess, blieben überwiegend im Hintergrund oder wurden passiv wiedergegeben.

Obwohl die Dynamik zwischen Irene und Aiden zunächst für Spannung sorgte, konnte mich die romantische Entwicklung trotz einiger süßer Szenen emotional nicht richtig erreichen. Denn im Verlauf offenbarten sich zwischen den beiden dermaßen große Kommunikationsprobleme, dass es mich zunehmend nervte. Zudem ging mir vieles einfach zu schnell und wirkte nicht ausreichend ausgearbeitet, sodass wichtige Entwicklungen eher passiv dargestellt als wirklich spürbar gemacht wurden (show, don't tell!).

Dennoch gab es ruhigere, persönlichere Momente, die mir sehr gefielen. Insbesondere Irenes Unsicherheiten und Selbstzweifel wurden teilweise sehr greifbar dargestellt, und auch die Nebenfiguren wie Irenes Mitbewohnerin Jeanette, die ich sehr ins Herz geschlossen habe, brachten immer wieder frischen Wind in die Geschichte. Auch der Schreibstil war durchgehend leicht und flüssig, wodurch sich das Buch schnell weglesen ließ.

Fazit: Eine unterhaltsame, schnell lesbare Romance mit guten Ideen, die ihr Potenzial leider nicht ausschöpft und sich deshalb wie eine verpasste Chance auf eine Hommage an das Genre anfühlt.

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Hinter der perfekten Fassade

Alle glücklich
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„Alle glücklich“ von Kira Mohn ist ein feinfühliger Familienroman, der hinter die Fassade einer scheinbar perfekten Familie blickt. Erzählt wird die Geschichte aus den wechselnden Perspektiven von Mutter ...

„Alle glücklich“ von Kira Mohn ist ein feinfühliger Familienroman, der hinter die Fassade einer scheinbar perfekten Familie blickt. Erzählt wird die Geschichte aus den wechselnden Perspektiven von Mutter Nina, Vater Alexander sowie den beiden Kindern Emilia und Ben – ein Stilmittel, das dem Roman eine besondere Tiefe verlieh.

Nach außen wirkt die Familie harmonisch, erfolgreich und gefestigt. Doch im Inneren sieht es ganz anders aus: Jeder der vier kämpft mit eigenen Sorgen, Sehnsüchten und Unzufriedenheiten, ohne diese wirklich miteinander zu teilen. Hierdurch entstand beim Lesen eine unterschwellige Spannung, bei der ich stets wissen wollte, wie es weiter ging. Dieser Effekt wurde durch Perspektivwechsel zwischen den Figuren noch verstärkt. Oft wünschte ich mir, die Figuren würden endlich ehrlich miteinander sprechen und insbesondere die Eltern mal ihren Kindern zuhören.

Als besonders gelungen empfand ich, wie Kira Mohn die zwischenmenschlichen Dynamiken herausarbeitete. Nina und Alexander funktionieren nach vielen Ehejahren eher nebeneinander her, während Emilia ihre erste große Liebe mit all ihren Höhen und Tiefen erlebt. Ben hingegen ringt mit Selbstzweifeln im Studium und seinem Privatleben. Die Figuren wirkten dabei sehr authentisch und nahbar aufn mich.

Der Schreibstil war angenehm und gut zu verfolgen, was auch im Hörbuch durch die gelungene Interpretation von Anne Sofie Schietzold unterstrichen wurde. Insgesamt hätte die Geschichte für meinen Geschmack sogar noch etwas länger sein können, da ich gerne noch tiefer in die Entwicklung der Figuren eingetaucht wäre.

Das Ende war dramatisch und blieb teilweise offen, was einerseits gut zur Geschichte passte, andererseits aber auch den Wunsch nach einer Fortsetzung weckte, die ich definitiv lesen würde!

Fazit: Ein emotionaler, fein beobachtender Roman über das Auseinanderdriften einer Familie, der zeigt, wie viel unausgesprochene Wahrheit in scheinbar perfekten Beziehungen verborgen liegt.

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Wenn der Traum vom Eigenheim zur Besessenheit wird

Tödliches Angebot
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Ich habe „Tödliches Angebot“ als Hörbuch gehört und muss sagen: Die Sprecherleistung war wirklich hervorragend und hat mich durch die Geschichte getragen. Inhaltlich bleibt bei mir allerdings ein gemischter ...

Ich habe „Tödliches Angebot“ als Hörbuch gehört und muss sagen: Die Sprecherleistung war wirklich hervorragend und hat mich durch die Geschichte getragen. Inhaltlich bleibt bei mir allerdings ein gemischter Eindruck zurück:

Eigentlich hatte ich einen klassischen Thriller erwartet, bei dem sich die Spannung langsam aufbaut. Stattdessen begegnet man direkt zu Beginn einer Hauptfigur, die bereits sehr unausgeglichen wirkt. Margo ist von Anfang an extrem fixiert auf den Wunsch, ein bestimmtes Haus zu kaufen und steigert sich dabei in eine regelrechte Obsession hinein.

Was mich besonders irritiert hat: Ihre Prioritäten wirken durchweg fragwürdig. Sie träumt von einem Haus für eine große Familie, obwohl sie bisher kein Kind hat und es offenbar auch Schwierigkeiten gibt, überhaupt schwanger zu werden. Gleichzeitig scheint ihre Beziehung zu ihrem Ehemann alles andere als stabil oder liebevoll zu sein. Im Laufe der Handlung werden diese Probleme immer deutlicher.

Margos Verhalten wurde im Verlauf der Handlung zunehmend extremer: Sie versucht, die Verkäufer zu manipulieren, sucht gezielt ihre Nähe und überschreitet dabei klar Grenzen bis hin zu stalkerähnlichem Verhalten. Parallel vernachlässigt sie sowohl ihren Job als auch ihre Ehe und verliert sich immer weiter in ihrer Besessenheit.

Das größte Problem für mich war, dass ich zu keinem Zeitpunkt eine echte Verbindung zur Hauptfigur aufbauen konnte. Ihre Gedanken und Handlungen blieben für mich durchgehend schwer nachvollziehbar, was dazu führte, dass ich eher distanziert auf die Geschichte geschaut habe. Sympathie? Fehlanzeige.

Erst gegen Ende zog das Tempo an und der Roman entwickelte tatsächlich Thriller-Elemente, inklusive Gänsehaut-Momenten. Das Finale empfand ich als durchaus heftig und überraschend, konnte für mich aber nicht mehr vollständig ausgleichen, wie weit die Figur Margo zuvor bereits ins Extreme und Unsympathische abdriftete.

Unterm Strich fühlte sich das Buch für mich weniger wie ein Thriller an, sondern eher wie ein psychologisch angehauchtes Drama mit einer zunehmend instabilen Hauptfigur, stellenweise fast wie ein „absurd-verrückter Frauenroman“. Spannend wurde es spät, überzeugend leider nicht durchgehend.

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Ein Sog aus Sehnsucht und Schatten

Weavingshaw
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"Weavingshaw" hat mich von der ersten Seite an vollkommen in seinen Bann gezogen. Die Atmosphäre war dabei durchgehend dicht, spannend und wurde von einer leicht mystischen, gothischen Stimmung getragen, ...

"Weavingshaw" hat mich von der ersten Seite an vollkommen in seinen Bann gezogen. Die Atmosphäre war dabei durchgehend dicht, spannend und wurde von einer leicht mystischen, gothischen Stimmung getragen, die mich sofort gepackt hat. Obwohl die Handlung inhaltlich ganz anders gelagert ist, fühlte ich mich atmosphärisch immer wieder an Alchemised erinnert - ein Vergleich, der für mich nur Positives bedeutet.

Die Welt, die die Autorin Heba Al-Wasity erschaffen hat, ist rau, düster und stellenweise brutal, ohne dabei ins übermäßig-Blutrünstige abzudriften. Für mich war es genau die richtige Balance aus intensiv genug, um zu berühren, aber nie so erschlagend, dass es unangenehm wurde.

Im Zentrum der Handlung steht Leena, eine Protagonistin mit der Fähigkeit, Geister zu sehen. Aus der Not heraus lässt sie sich auf einen Deal mit dem Saint Silas ein, der ihre Fähigkeit zu seinem Vorteil (aus-)nutzen möchte. Zunächst war St. Silas für mich eine Figur, die kalt, abweisend und kaum greifbar wirkte, doch mit fortschreitender Geschichte erfuhr ich seine Motive und sah wie Leena sein wahres Ich durch die kühle Fassade blitzen. Die Dynamik zwischen den beiden Hauptfiguren war wirklich eines der größten Highlights des Buches: ein echter Slow-Burn, der meisterhaft umgesetzt wurde. Von anfänglichem Hass und tiefer Abneigung entwickelte sich ihre Beziehung in winzigen, glaubwürdigen Schritten weiter. Jede noch so kleine Annäherung fühlte sich verdient an, und ich habe beim Lesen regelrecht darauf hingefiebert.

Besonders beeindruckt hat mich dabei die Figurenentwicklung. Sowohl Leena als auch St. Silas wurden vielschichtig angelegt und durchliefen spürbare Veränderungen. Gerade Silas entwickelte sich zu einem nahezu perfekten Book-Boyfriend, ohne dabei an Komplexität zu verlieren.

Zudem stand in "Weavingshaw" erfreulicherweise nicht die Romantik im Vordergrund, sondern der Fantasy-Plot selbst. Dieser entfaltete sich nach und nach und wurde von der Autorin geschickt und mit einem guten Gespür für Timing aufgebaut. Auch wenn viele Hintergründe erst nach und nach enthüllt wurden, entstand bei mir zu keinem Zeitpunkt Langeweile, denn die unterschwellige, lauernde Spannung zog sich konstant durch die Geschichte.

Den Schreibstil empfand ich dabei als ein weiteres großes Plus. Er war durchweg melodisch, atmosphärisch und dennoch nie überladen. Das Worldbuilding war zudem detailliert genug, um die Welt lebendig wirken zu lassen, aber nie so umfangreich, dass es meinen Lesefluss hemmte.

Auch die thematische Tiefe hat mich positiv überrascht. Aspekte wie Migration, Herkunft und Identität wurden subtil, aber wirkungsvoll in die Handlung integriert und verliehen der Geschichte zusätzliche Relevanz und Emotionalität.

Obwohl die Handlung nicht von permanenter Action lebte, blieb das Buch durchgehend fesselnd. Die leise, unterschwellige Spannung, gepaart mit intensiven Emotionen und inneren Konflikten hat mich nicht mehr losgelassen.

Nachdem ich nun die Figuren sehr ins Herz geschlossen habe, würde ich am liebsten sofort weiterlesen. Bisher gibt es leider keine Ankündigung für Band 2! Ich hoffe, ich muss nicht zu lange warten!

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Zwischen Charme und Kürze

Stolz und Vorurteil – die Graphic Novel nach Jane Austen
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Die Graphic Novel „Stolz und Vorurteil“ nach Jane Austen von Anna Opel bietet eine visuell ansprechende Neuinterpretation des Klassikers. Besonders positiv empfand ich die schönen Zeichnungen und die angenehme ...

Die Graphic Novel „Stolz und Vorurteil“ nach Jane Austen von Anna Opel bietet eine visuell ansprechende Neuinterpretation des Klassikers. Besonders positiv empfand ich die schönen Zeichnungen und die angenehme Farbgestaltung, die die Atmosphäre der Geschichte stimmungsvoll einfingen. Insgesamt las sich die Adaption sehr schnell und leicht, was sie in meinen Augen zu einer kurzweiligen Lektüre macht.

Allerdings zeigte sich gerade in der Kürze auch eine Schwäche: Die Texte waren teilweise doch sehr knapp gehalten. Ohne Vorkenntnisse der Originalgeschichte könnte es LeserInnen schwerfallen, dem Handlungsverlauf vollständig zu folgen. Besonders die berühmten Dialoge zwischen Elizabeth und Mr. Darcy waren mir persönlich zu stark vereinfacht und verloren dadurch etwas von ihrem ursprünglichen Witz und ihrer Tiefe. Zwar konnte ich die anfängliche Spannung zwischen den beiden Figuren spüren, doch die emotionale und romantische Entwicklung kam weniger intensiv zur Geltung.

Positiv hervorzuheben ist, dass die Figuren grundsätzlich gut voneinander zu unterscheiden waren. Dennoch hätte mir gerade zu Beginn eine Figurenübersicht geholfen, prompt verwechselte ich Elizabeth und Jane. Ich denke, dass man insbesondere bei Elizabeths vielen Schwestern doch leicht den Überblick verlieren könnte.

Im Vergleich zu anderen Graphic-Novel-Adaptionen des Stoffes wirkte diese Version auf mich erzählerisch etwas schwächer, vor allem in Bezug auf Texttiefe und Romantik. Dennoch bleibt sie eine schöne Ergänzung für Fans von Jane Austen, die die Originalgeschichte bereits kennen und Freude daran haben, sie in einem neuen visuellen Gewand zu erleben.

Fazit: Eine optisch gelungene, aber inhaltlich reduzierte Umsetzung und daher empfehlenswert vor allem für Kenner des Originals.

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