Profilbild von Cubi

Cubi

Lesejury Profi
offline

Cubi ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Cubi über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.05.2026

Nicht ganz mein Geschmack. Schade!

Faye Fableheart, Band 1 - Das magische Schloss
0

Ich habe dieses Buch leider nicht ganz so genießen können, wie ich es mir gewünscht habe. Die Geschichte von Faye ist schon ganz niedlich und hat vieles, was man sich unter „zauberhafter Fantasy mit Wohlfühlgarantie“ ...

Ich habe dieses Buch leider nicht ganz so genießen können, wie ich es mir gewünscht habe. Die Geschichte von Faye ist schon ganz niedlich und hat vieles, was man sich unter „zauberhafter Fantasy mit Wohlfühlgarantie“ vorstellt könnte. Ein magisches Schloss, launische Keksdrachen, singende Orchideen und gesprächige Wasserspeier – die Welt ist liebevoll und wirklich kreativ erdacht.
Faye ist eine richtig tolle Heldin: mutig, klug, herzlich und kein bisschen perfekt. Sie wurde mit ihrer Art, als „Mädchen“ stark zu sein, gut eingearbeitet und vermittelt dadurch ein tolles Bild an die jungen Leserinnen. Die Nebencharaktere haben alle ihre eigene Tiefe und Persönlichkeit, was in Kinderbüchern leider nicht immer selbstverständlich ist.
Besonders schön ist such die wunderschöne Ausstattung: Das Cover ist ein Traum, der Farbschnitt ein absoluter Hingucker und die vielen magischen Illustrationen von Geraldine Rodríguez lassen die Geschichte noch lebendiger werden. Man blättert, staunt und fühlt sich wie mittendrin. Nur konnte es mich persönlich nicht packen. Vielleicht lag es daran, dass ich mit dem Einstieg Schwierigkeiten hatte. Ich habe lange gebraucht, um mich zurecht zu finden. Zudem waren mir zwischendurch einfach zu viele Längen vorhanden. Dennoch für junge Leser sicher ein tolles Buch.
An sich ein Buch voller Fantasie, Freundschaft, Zusammenhalt und richtig viel Herz. Perfekt für Leser ab 9 Jahren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.05.2026

Ein Buch über Zerbrechlichkeit, Verantwortung und die unglaubliche Kraft von Gemeinschaft.

Pina fällt aus
0

Wisst ihr, manchmal liest man ein Buch und merkt schon nach wenigen Seiten: Das hier berührt etwas ganz Tiefes in dir. So ging es mir mit „Pina fällt aus“.
Pina bricht zusammen – und ihr erster Gedanke ...

Wisst ihr, manchmal liest man ein Buch und merkt schon nach wenigen Seiten: Das hier berührt etwas ganz Tiefes in dir. So ging es mir mit „Pina fällt aus“.
Pina bricht zusammen – und ihr erster Gedanke gilt ihrem Sohn Leo. Leo, der in seiner eigenen Welt lebt, mit Ritualen, die für Außenstehende merkwürdig wirken, aber für ihn lebensnotwendig sind. Und plötzlich ist er allein. Die Nachbarn, die eigentlich alle genug mit ihren eigenen Baustellen zu tun haben – die abgebrochene Zola, der zurückgezogene Wojtek, die lebensmüde Inge –, werden unfreiwillig in Leos Alltag hineingezogen.
Was dann passiert, hat mich so unglaublich berührt.
Dieses Buch ist keine einfache Feel-Good-Geschichte, es geht tiefer. Es zeigt Menschen, die eigentlich mit sich selbst nicht klarkommen, und wie sie trotzdem zusammenwachsen. Jeder trägt sein eigenes schweres Päckchen – und trotzdem entsteht etwas so Schönes, Menschliches, Warmes. Ich habe jeder Figur geglaubt.
Leo… ach Leo. Für mich war er am Ende der eigentliche Schlüssel. Die Frage ist hier: Wer hat eigentlich wirklich Hilfe gebraucht. Denn im ersten Augenblick denkt man, dass Leo hier derjenige ist, der Hilfe braucht - jedoch ist das nur der äußere Anschein. Diese Ergebnis fand ich tief bewegend.
Der Schreibstil ist wunderschön klar, bildhaft und eindringlich. Man ist sofort mittendrin in diesem Haus, in diesen Leben.
(Einziger kleiner Gedanke von mir: Ich habe mich zwischendurch gefragt, warum manche Figuren so wenig Wissen über Autismus haben, gerade in der heutigen Zeit – aber das schmälert die Schönheit der Geschichte für mich kein Stück.)
Fazit: Ein Buch über Zerbrechlichkeit, Verantwortung und die unglaubliche Kraft von Gemeinschaft. Über das, was passiert, wenn jemand für dich die ganze Welt ist.
Lest es.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.04.2026

Leider viel zu langatmig

Die Stockholm-Protokolle
0

Ich war echt gespannt auf das Buch – ein Politthriller mit brisantem Thema, Machtstrukturen, Geheimnissen und einer investigativen Journalistin im Mittelpunkt.
Und ich habe dem Buch auch eine faire Chance ...

Ich war echt gespannt auf das Buch – ein Politthriller mit brisantem Thema, Machtstrukturen, Geheimnissen und einer investigativen Journalistin im Mittelpunkt.
Und ich habe dem Buch auch eine faire Chance gegeben. Die erste Hälfte habe ich gelesen, durchgezogen, gehofft, dass der Knoten platzt. Aber leider ist genau das nicht passiert.
Der Einstieg ist sehr politisch geprägt, mit vielen Informationen und Hintergründen, die durchaus interessant sind, aber auch fordern. Man merkt, dass hier viel Insiderwissen steckt und der Inhalt eine gewisse Tiefe hat. Der Schreibstil ist dabei wirklich gut – flüssig, durchdacht und auf einem guten Niveau.
Trotzdem hatte ich zunehmend das Gefühl, dass die eigentliche Spannung auf der Strecke bleibt. Über weite Teile hinweg passiert schlicht zu wenig. Statt eines mitreißenden Plots stehen oft die Konflikte zwischen Julia und Alfred im Vordergrund – wer arbeitet, wer sich um die Kinder kümmert – und genau das ist mir zu sehr in den Fokus gerückt.
Gerade für einen Thriller hat mir die Dynamik gefehlt. Nach rund 150 Seiten ohne wirklichen Fortschritt oder packende Wendungen habe ich das Buch schließlich abgebrochen – etwas, das ich wirklich ungern tue. Aber hier hatte ich das Gefühl, dass es einfach keinen Sinn mehr macht weiterzulesen.
Ich glaube, dass in der Geschichte viel Potenzial steckt und dass Leser, die sich stark für politische Themen interessieren, hier mehr herausziehen können. Für mich persönlich war es jedoch zu langatmig und zu wenig fesselnd. Wirklich schade.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.03.2026

Mein bisher liebster Band

Sörensen geht aufs Haus
0

Endlich wieder Sörensen – und dieses Mal trifft es mich besonders.
In „Sörensen geht aufs Haus“ holt die Vergangenheit den grantigen, ängstlichen und gleichzeitig so liebenswerten Kommissar mit voller ...

Endlich wieder Sörensen – und dieses Mal trifft es mich besonders.
In „Sörensen geht aufs Haus“ holt die Vergangenheit den grantigen, ängstlichen und gleichzeitig so liebenswerten Kommissar mit voller Wucht ein. Sein kranker Vater zieht bei ihm ein, plötzlich steht ein alter Schulfreund vor der Tür und hinter dem Haus werden menschliche Überreste gefunden. Aus einem alten Cold Case wird ganz schnell ein sehr aktueller Fall.
Was ich an der Reihe so sehr liebe: Hier steht nicht der große Action-Krimi im Vordergrund, sondern die Menschen. Die zwischenmenschlichen Momente, die kleinen Alltagsneurosen, die wunderbar trockene norddeutsche Art und dieser feine, intelligente Humor, der einen immer wieder schmunzeln lässt. Sven Stricker schreibt so klug, verschachtelt und gleichzeitig herzerwärmend, dass man das Gefühl hat, man sitzt selbst in Katenbüll mit am Tisch.
Der sechste Band ist für mich bisher der persönlichste und – komischerweise – mein absoluter Favorit der gesamten Reihe. Sörensen darf noch mehr Mensch sein, noch mehr hadern, noch mehr wachsen. Und genau das macht ihn so unvergesslich.
Tipp von Herzen: Hört unbedingt die Hörbücher! Sven Stricker spricht sie selbst ein und der Hamburger Dialekt plus seine tolle Stimme passen einfach perfekt. Es fühlt sich an, als würde Sörensen persönlich mit einem reden.
Danke, Sven, für diese wunderbare Reihe. Wer Sörensen noch nicht kennt: unbedingt nachholen. Ihr verpasst was. ❤️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.03.2026

Wer außergewöhnliche Bücher sucht kauft Knüwer!

Giftiger Grund
0

„Giftiger Grund“ ist wieder einmal ein Beweis dafür, dass Thomas Knüwer zu den Autoren gehört, die man einfach nicht ignorieren kann. Sein Schreibstil ist außergewöhnlich – fast poetisch, bildstark, faszinierend. ...

„Giftiger Grund“ ist wieder einmal ein Beweis dafür, dass Thomas Knüwer zu den Autoren gehört, die man einfach nicht ignorieren kann. Sein Schreibstil ist außergewöhnlich – fast poetisch, bildstark, faszinierend. Die Sätze sitzen, die Wortwahl malt Bilder, und die Kapitel sind perfekt portioniert.
Der Roman erzählt aus drei unterschiedlichen Perspektiven: Joran, der frisch entlassene Ex-Häftling mit geballter Verzweiflung; Edda, das kleine Mädchen im Schlafanzug, das viel zu viel sieht; und Charu, die Lost-Places-Fotografin auf der Suche nach dem perfekten Bild. Zu Beginn wirken diese drei Leben wie drei völlig fremde Planeten – und genau das ist der Clou. Man fragt sich ständig: Wie zum Teufel sollen die je zusammenkommen und warum? Knüwer lässt einen lange im Dunkeln tappen, webt die Fäden aber mit großer Erzählkunst irgendwann doch zusammen. Das ist spannend, erschütternd und psychologisch vielschichtig.
Der eigentliche Kriminalfall – die Leiche im Kanalschacht – steht dabei gar nicht so sehr im Vordergrund. Die Morde und die Gewalt passieren eher in Nebensätzen, fast beiläufig. Der wahre Kern des Buches liegt in den zwischenmenschlichen Abgründen, in Trauma, Schuld, Einsamkeit und den winzigen, grausamen Momenten, in denen Menschen einander zerbrechen oder retten. Wer klassische Whodunit-Action oder rasante Ermittlungen sucht, wird hier enttäuscht sein. Wer jedoch Lust auf einen düsteren, introspektiven Psychothriller hat, der mehr über die Seele als über die Tat handelt, der bekommt hier etwas wirklich Besonderes.
Trotzdem: Ein kleiner Stern Abzug. Mir hat am Ende ein bisschen mehr … das kribbeln / die Spannung gefehlt. Die Auflösung ist stimmig und konsequent, aber sie hat mich nicht so richtig gepackt oder überrascht. Die psychologische Tiefe ist grandios, doch der Krimi-Anteil bleibt dadurch etwas blass.
Fazit: Kein „klassischer“ Krimi, sondern ein intensives, sprachlich brillantes Drama mit Verbrechen im Hintergrund. Wer Knüwers besondere Erzählkunst schon kennt und liebt, wird auch „Giftiger Grund“ feiern. Für mich ein starkes, ungewöhnliches Leseerlebnis.

Und ja, ich lese trotzdem jedes seiner Bücher sofort.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere