Profilbild von Cubi

Cubi

Lesejury Profi
offline

Cubi ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Cubi über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.07.2026

Totenfrau ist kein Wohlfühlbuch

Totenfrau - Die Rache
0

Blum ist Bestatterin, Motorradfahrerin, Mutter und eine Frau mit großem Herzen und noch größerem schwarzen Humor. Ihr Leben könnte fast zu schön sein – bis ihr Mann Mark, ein Polizist, vor ihren Augen ...

Blum ist Bestatterin, Motorradfahrerin, Mutter und eine Frau mit großem Herzen und noch größerem schwarzen Humor. Ihr Leben könnte fast zu schön sein – bis ihr Mann Mark, ein Polizist, vor ihren Augen bei einem Fahrerflucht-Unfall stirbt. Was zunächst wie ein tragischer Zufall aussieht, entpuppt sich schnell als etwas viel Dunkleres: Fünf einflussreiche Menschen wollten seinen Tod. Und Blum ist nicht der Typ, der trauert und schweigt.
Sie will Antworten. Und sie will Rache.
Was mich an Totenfrau sofort gepackt hat, ist die radikale Konsequenz, mit der Bernhard Aichner die Geschichte erzählt. Der Roman ist kurz, knackig und bleibt fast durchgehend bei den Handlungen. Es gibt kaum ausufernde Innenwelten oder poetische Bildsprache – stattdessen klare, kurze Sätze bzw. Worte. Dieser Stil ist extrem gewöhnungsbedürftig. Manche werden ihn lieben, andere damit hadern. Ich mag es, weil er perfekt zu Blum passt: Sie wirkt dadurch kühl, distanziert, fokussiert und unnahbar – genau wie eine Frau, die ihr Leben lang mit dem Tod arbeitet und nun selbst zur Totengräberin ihrer Feinde wird.
Die Distanz, die Aichners Schreibweise schafft, verhindert zwar ein tiefes emotionales Eintauchen in die Protagonistin, aber genau das macht sie glaubwürdig. Blum ist keine Figur, die man schnell ins Herz schließt. Sie ist pragmatisch, kompromisslos und erschreckend konsequent. Man beobachtet sie eher, als dass man mit ihr fühl.
Manche Wiederholungen und die sehr direkte, fast karge Sprache können auf Dauer etwas ermüdend wirken. Dennoch überwiegen die Stärken bei weitem: ein ungewöhnlicher, stimmiger Ton und eine starke, unkonventionelle Blum.
Wer blutige Rachegeschichten mit starken Frauenfiguren mag und keinen Wert auf gefühlvolle Prosa legt, wird dieses Buch mögen.Band 2 steht schon auf meinem Stapel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.07.2026

Naja…der klassische Lückenfüller

Das Reich der Klingen - Realm Breaker 2
0

Das Cover hat mich sofort wieder angesprochen. Es passt optisch super zum Auftakt der Reihe – schlicht, aber mit einer edlen Anmutung, die auch inhaltlich zur Geschichte passt.
Victoria Aveyards Schreibstil ...

Das Cover hat mich sofort wieder angesprochen. Es passt optisch super zum Auftakt der Reihe – schlicht, aber mit einer edlen Anmutung, die auch inhaltlich zur Geschichte passt.
Victoria Aveyards Schreibstil ist wie gewohnt sehr anschaulich und voller feiner Details. Das liebe ich. Andererseits muss hier gesagt werden, dass es sehr ausufernd ist, sodass ich nur sehr gemächlich vorangekommen bin.
Der Einstieg war für mich ziemlich holprig. Es hat ewig gedauert, bis ich richtig in der Handlung angekommen bin und die vielen Figuren auseinanderhalten konnte. Phasenweise musste ich mich echt durchkämpfen, weil die Geschichte lange Zeit kaum Fahrt aufnahm und viele Abschnitte sich endlos hinzogen. Dadurch blieb die Spannung leider größtenteils aus, und ich habe öfter den roten Faden verloren.
Positiv ist die Erzählweise aus wechselnden Perspektiven. Dadurch bekommt man als Leser einen guten Überblick über das große Ganze in dieser weitläufigen und komplexen Welt. Besonders faszinierend fand ich Eridas Kapitel – zusammen mit Tristan bildet sie ein absolut starkes, kompromissloses Team, das richtig Spaß macht. Die beiden harmonieren hervorragend und sorgen für einige der besten Momente.
Die übrigen Charaktere bleiben leider eher blass und entwickeln sich nur wenig weiter. Eine Ausnahme ist Corayne, die mit den Herausforderungen tatsächlich wächst. Insgesamt hat die Autorin einfach zu viele Figuren ins Spiel gebracht, denen sie nicht genug Raum geben kann. Schön ist dafür die unterschiedlich tiefe Verbundenheit zwischen den Protagonisten.
Das Worldbuilding ist wirklich herausragend. Die Schauplätze werden so lebendig und detailliert beschrieben, dass man sie fast vor Augen sieht. Die beigefügte Karte ist ein tolles Extra und hilft wunderbar, der Reise zu folgen.
Trotzdem war der zweite Band für mich insgesamt zu langatmig. Viele Landschafts- und Kampfbeschreibungen fühlten sich überflüssig an und haben die Geschichte eher gebremst. Erst ganz zum Schluss wird es etwas spannender und temporeicher – nur um dann etwas zu hastig abzuschließen. Ich denke es war das typische mittlere Buch!
Fazit: „Das Reich der Klingen“ ist eine eher durchwachsene Fortsetzung, die mich nicht richtig mitreißen konnte. Wer das grandiose Worldbuilding und ein paar starke Figuren schätzt, findet hier trotzdem schöne Momente. Für mich war es aber kein Highlight.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.07.2026

Schade! Aber manchmal passt es einfach nicht

Home Story
0

Ich hatte mich wirklich auf Home Story gefreut, weil ich Cleo Konrads bisherige Bücher sehr gern gelesen habe. Umso enttäuschter bin ich, dass mich dieser Thriller leider überhaupt nicht abholen konnte.
Der ...

Ich hatte mich wirklich auf Home Story gefreut, weil ich Cleo Konrads bisherige Bücher sehr gern gelesen habe. Umso enttäuschter bin ich, dass mich dieser Thriller leider überhaupt nicht abholen konnte.
Der Einstieg hat mir noch ganz gut gefallen. Die Atmosphäre auf dem Steingruberhof ist schon recht geheimnisvoll, und ich war neugierig darauf, welche Geheimnisse dieser Ort verbirgt. Komischerweise fiel die sich anbahnende Spannung ausgerechnet mit dem Mord nach unten – dabei hätte sie an diesem Punkt eigentlich erst richtig beginnen sollen. Das lag an vielen Dingen. Für mich waren z.B. die unglaublich vielen Figuren ein großes Problem. Neben den zahlreichen Hofbewohnern tauchen zudem immer wieder weitere Personen auf, die jedoch keine Relevanz inne haben. Tatsächlich war mir am Ende keine Figur sympathisch. Zum anderen die vielen Themen: Klima, Proteste, Drogen, Gewalt, Morde, Ökohof…Ein Ökohof der keiner sein möchte, jedoch voll Klischeehaft eben so dargestellt wird.
Der Schreibstil war leider sehr anstrengend für mich. Die Satzkonstruktionen wirkten auf mich oft ungewöhnlich und teilweise so verdreht, dass ich einige Sätze mehrfach lesen musste.
Mit den kursiv geschriebenen Zwischenkapiteln konnte ich ebenfalls nichts anfangen. Anfangs habe ich noch versucht, ihre Bedeutung zu erkennen, später habe ich sie nur noch überflogen. Rückblickend hätte ich sie sogar komplett überspringen können.
Erst zum Ende, als die Kapitel deutlich kürzer wurden, nahm das Buch endlich etwas Fahrt auf. Leider wurde dieser positive Eindruck durch die Auflösung wieder zunichtegemacht. Sie wirkte auf mich völlig überzogen um damit einen Mord zu erklären. Auch einige rechtliche Aspekte hätten meiner Meinung nach sorgfältiger recherchiert werden können.
Schade! Aber manchmal passt es einfach nicht. Trotzdem werde ich Cleo Konrads nächstem Buch wieder eine Chance geben, denn ihre bisherigen Bücher haben mir gefallen. Home Story war für mich leider einfach nicht das richtige Buch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.06.2026

Ein Jahreshighlight für mich!

Im Morgengrauen (Art Mayer-Serie 4)
0

Seit Ewigkeiten hat mich kein Thriller mehr so sehr gepackt. Ich habe das Buch super schnell durchgesuchtet. Ich konnte das Buch einfach nicht lange weglegen. Virale Videos, eine skandalöse Kanzler-Affäre, ...

Seit Ewigkeiten hat mich kein Thriller mehr so sehr gepackt. Ich habe das Buch super schnell durchgesuchtet. Ich konnte das Buch einfach nicht lange weglegen. Virale Videos, eine skandalöse Kanzler-Affäre, eine entstellte Leiche tief unter dem Alexanderplatz und politische Abgründe, die erschreckend echt wirken. Der Schreibstil ist unglaublich flüssig und modern – man ist sofort mittendrin in dem Geschehen.
BKA-Ermittler Art Mayer und Nele Tschaikowski stecken mittendrin – und dann kommt auch noch Juli ins Spiel, die Frau des Kanzlers und Arts große Jugendliebe. Ich liebe jeden einzelnen Charakter. Sie haben alle ihre eigene Tiefe und verborgene Geheimnisse - für mich absolut starke gezeichnete Protagonisten.
Die politischen Machenschaften wirken erschreckend realistisch, die Intrigen sind clever verflochten, es gibt Tote und Twists, die man nicht kommen sieht. Bis zur letzten Seite bleibt die Spannung auf höchstem Niveau – und dieses Ende? Das klingt nach einem hoffentlich nächsten Band! Achtung! Diese Reihe unbedingt von Anfang an lesen, da sehr viel aufeinander aufbaut.
Tolle Settings, ein wahnsinnig gutes Tempo und das Gefühl, live dabei zu sein. Für alle, die intelligente Polit-Thriller mit Suchtpotenzial lieben, ist dieses Buch und die Reihe ein absolutes Muss.
Für mich schon jetzt ein Jahreshighlight.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.05.2026

Ein toller Auftakt einer neuen Reihe!

Moorland. Die Zwillinge
0

Man riecht den nassen Torf, hört das leise Schmatzen der Schritte im Morast und spürt, wie die Kälte unter die Jacke kriecht. Als Nike und Jana im Moor verschwinden, beginnt für Kommissarin Malia Gold ...

Man riecht den nassen Torf, hört das leise Schmatzen der Schritte im Morast und spürt, wie die Kälte unter die Jacke kriecht. Als Nike und Jana im Moor verschwinden, beginnt für Kommissarin Malia Gold ein Abstieg in eine verschworene Gemeinde, in der niemand wirklich unschuldig scheint.
Wenn dich dieser Auftakt für die neue Moorland-Reihe von Winkelmann anspricht, dann solltest du dieses Buch auf deine WuLi setzen.
Winkelmann hat einen richtig flüssigen, bildhaften Schreibstil, der die Stimmung und die Umgebung perfekt einfängt. Die Kapitel haben eine tolle Länge, werden zudem mit dem jeweiligem Tag begonnen. Der Fall war für mich sehr realistisch auf wenige Tage verteilt.
Die Geschichte ist clever aufgebaut: viele Spuren, jede Menge Verdächtige und bis kurz vor Schluss hat man wirklich keine Ahnung, wer eigentlich welches Spiel spielt. Genau so muss für mich ein Thriller sein.
Aber genau das ist auch ein Hindernis. Für mich war es schon grenzwertig mit den vielen Figuren in dem Buch. Am Anfang tauchen echt sehr viele nacheinander auf, welches erstmal etwas unübersichtlich erscheint. Aber irgendwann hatte ich sie verinnerlicht und ich kam besser zurecht. Die Hauptcharaktere, besonders Malia und Ruth, haben trotzdem etwas Tiefe inne gehabt. Ich freue mich auf mehr Charakterentwicklungen in dem nächsten Band.
Trotz kleiner Schmunzel-Fehler hat mich das Buch super unterhalten. Spannend, düster - anders kann ich diesen Pageturner nicht beschreiben.
Winkelmann hat es geschafft, aus einer normalen Suche nach zwei vermissten Mädchen einen beklemmenden Sog zu machen. Absolut empfehlenswert für alle, die Thriller mit echter Atmosphäre lieben. Ich freue mich schon riesig auf Band 2!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere