Profilbild von Elohym78

Elohym78

Lesejury Star
offline

Elohym78 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Elohym78 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.06.2026

unbarmherziger Mars

Red Star Rebels
0

Hunter ist gerade auf der Mars Station angekommen, als der Evakuierungsalarm los geht. Er hetzt zu einer Rettungskapsel, doch er wird nicht mitgenommen. Er ist noch nicht registriert und somit steht ihm ...

Hunter ist gerade auf der Mars Station angekommen, als der Evakuierungsalarm los geht. Er hetzt zu einer Rettungskapsel, doch er wird nicht mitgenommen. Er ist noch nicht registriert und somit steht ihm kein Platz zu.
Cleo hingegen ist auf so ein Szenario vorbereitet. So wie sie auf alles vorbereitet ist. Oder besser gesagt: Sein muss! Denn sie ist eine Anhalterin und somit illegal auf der Station. Auch sie ist nicht registriert.
Für beide zählt der Countdown unbarmherzig runter...
Doch nicht mangelnd Luft macht den beiden Gestrandeten Sorgen, sondern die Piraten, die die Station entern. Und der Plan, den sie umsetzen wollen.

Das Cover zeigt Cleo in einem Raumanzug. Allerdings nur ihren Kopf, umrahmt von einem Helm. Das Visier ist durchsichtig, so dass man ihr verschmitztes Lächeln sehen kann. Die Szenerie ist in einem Rotton gehalten, der mich sofort an das Rot des Mars denken lässt, auf dem das Buch spielt.

Amie Kaufman hat einen lockeren und gut zu lesenden Schreibstil. Ich kam gut in die Situation und die Geschehnisse hinein und versetzte mich auf eine abgeschottete Mars Station. Amie Kaufman spielt gekonnt mit den erschreckenden Geschehnissen, die eine Evakuierung einer Station in einer lebensfeindlichen Umgebung mit sich bringt. Im Inneren lauert der Tod. Außen ist der Tod. Es scheint kein Entkommen, keine Alternativen zu geben.
Besonders gut gefielen mir die Schilderungen der Station. Ihr Aufbau und wie das Leben dort ist. Alles ist wertvoll und wird benötigt. Was muss das für ein Schlag für die Menschen sein, diese, ihre neue Heimat verlassen zu müssen, weil es einen Unfall gab? Alles stehen und liegen lassen und flüchten. Nichts von den wenigen Habseligkeiten mitnehmen zu können. Alles zurück zu lassen.

Und doch ist das Buch alles andere als beklemmend oder gar Angst einjagend. Vielmehr stehen die Geschehnisse der beiden Protagonisten im Vordergrund.
Hunter, reicher Erbe eines Imperiums auf der einen und auf der anderen Seite Cleo, die vor Kopfgeldjägern auf den Mars geflohen ist und dort als Anhalterin illegal lebt. Unterschiedlicher kann ein Lebensweg nicht sein. Und doch sind die beiden sich sehr ähnlich: Weder Reichtum noch Armut können etwas gegen Einsamkeit tun. Kein Geld der Welt kann einen vor dem Verrat der eigenen Familie schützen. Umso bemerkenswerter ist es, dass Cleo und Hunter charakterlich so stark sind und aneinander noch zu wachsen scheinen.
Die beiden versuchen sich gegen die Piraten und deren Machenschaften zu behaupten, was ein sehr spannendes Katz und Maus Spiel ist und mich gut unterhalten hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.06.2026

ziemlich technisch

Code Null. Dieses Spiel kennt keine Regeln
0

Als an zwei Tagen jeweils um 16:05 Uhr Computersysteme ausfallen, wird die Computerexpertin Charlie Engel hellhörig. Schnell findet sie die Ursache und kann mit ihrem Fachwissen die Behörden unterstützen. ...

Als an zwei Tagen jeweils um 16:05 Uhr Computersysteme ausfallen, wird die Computerexpertin Charlie Engel hellhörig. Schnell findet sie die Ursache und kann mit ihrem Fachwissen die Behörden unterstützen. Doch ganz so einfach wie es ursprünglich scheint, ist die Jagd auf die Terroristen nicht. Verrat, Mord und Verfolgungsjagten reihen sich aneinander.

Keiner ist mehr sicher.
Keiner ist mehr ehrlich.

Das Cover ist sehr dunkel gehalten. Codes scheinen über eine nachtschwarze Wand zu flimmern; zu verworren, als das etwas erkennbar ist.
Ich finde es interessant und ansprechend gestaltet. Zusammen mit dem Klapptext hat es mich neugierig auf das Buch gemacht.

Florian Schwiecker schreibt technisch versiert. Ich merkte deutlich, dass er für das Thema Cyber-Crime brennt und seine Hintergrundrecherchen intensiv und ausführlich waren. Für mich als Thriller-Liebhaber leider viel zu technikverliebt. Der Autor verliert sich schnell im Cyber-Metier und mich als nicht technikaffine Person verlor er im gleichen Maße. Auch wenn ich täglich Laptop, Tablet, Smartphone und Co nutze, kann ich mit den meisten Begriffen wie Hashwert, Air-Gapped System, Dump-Modul, Debug-Datei usw. absolut nichts anfangen. Zu Beginn des Buches habe ich alles noch versucht nachzulesen, dann leider jedoch mehr und mehr den Bezug zum Buch verloren.
Dabei fand ich es mehr als spannend mein Hintergrund Wissen im Bezug auf Galileo zu vertiefen und auch den ein oder anderen Zusammenhang zu verstehen. Ob diese Zusammenhänge mit Börse, Navigation und Flugdaten wirklich stimmen, weiß ich nicht, vermute es aber stark. Und wenn hier etwas ausfällt, oder eher manipuliert wird und die Auswirkungen davon zu verstehen, fand ich extrem spannend! Hier hätte ich mir eine wesentlich deutlichere Ausarbeitung und Beschreibung gewünscht, statt nur kurze Randnotizen. Und damit den Thriller-Teil des Buches mehr in den Vordergrund zu rücken.

Die Protagonisten fand ich zu beginn recht interessant. In der Kennenlernphase versuchte ich Florian Schwiecker zumindest hier zu folgen, wenn ich es technisch schon konnte. Doch leider konnte ich auch hier keine Beziehung aufbauen. Nach anfänglicher Neugierde folgte schnell das Desinteresse auf meiner Seite.

Um es kurz zu machen, für mich stand in diesem Cyber-Thriller eindeutig das Cyber im Vordergrund. Da ich den Ausführungen nicht folgen konnte, war Code Null leider nicht mein Buch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.06.2026

gelebte, geliebte, gefühlte Worte

Die Manufaktur der magischen Worte
0

Monica wuchs bei ihren Großeltern auf. Als ihre Oma an Demenz erkrank, gibt es für sie nur eins: Schnell zurück in das Haus ihrer Kindheit! Rührend kümmert sie sich um ihre Großeltern und begleitet die ...

Monica wuchs bei ihren Großeltern auf. Als ihre Oma an Demenz erkrank, gibt es für sie nur eins: Schnell zurück in das Haus ihrer Kindheit! Rührend kümmert sie sich um ihre Großeltern und begleitet die beiden in ihrem Alltag.
Wong führt Monica in die magische Welt der Restaurierung von Bleistiften ein. Ein geheimes Können, welches Wong und ihre Cousine Meng durch Kriege und schließlich nach Amerika brachte.

Das Cover ist sehr schlicht und einfach gehalten. Es ist in einem warmen Gelbton, fünf angespitzte Bleistifte in der Mitte. Der Hintergrund der Bleistifte ist blutrot, während die Stifte nachtschwarz sind.
Ich finde das Bild sehr aussagekräftig in seiner Schlichtheit, da es den gesamten Inhalt des Buches widerspiegelt.

Allison King hat einen sehr ruhigen Schreibstil, der mich tief berührt hat. Sie schildert die Leben von Monica und ihrer Großmutter Wong parallel.
Im Mittelpunkt steht eindeutig Monica, die noch auf der Suche nach dem Sinne des Lebens ist. Auf dem Sinn in ihrem Leben. Wie ein Papierschiffchen scheint sie auf dem Ozean des Lebens dahin zu gleiten und ich hatte starke Bedenken, ob sie einen Sturm aushält. Und ja, ich war etwas neidisch, in was für einer behüteten Kindheit Monica aufwachsen durfte. Trotz, dass ihre Eltern sie bereits als Kleinkind im Stich gelassen habe, kennt sie nur Geborgenheit und Liebe. Deshalb trifft es sie so hart, dass das Leben ihrer Großmutter plötzlich endlich ist.

Während Monica sich um Wong kümmert, erfahren erst wir als Leser und später dann Monica, wie sich Wongs Leben gestaltete. Trotz Kriegswirren, Verrat und Bedrohung, blieben die Schilderungen von Allison King ruhig und besonnen. Die Autorin gab mir dadurch Halt und Zuversicht. Ich kenne mich in der Geschichte von China, Taiwan und Japan nur sehr rudimentär aus und bin fast froh darüber, dass ich mich nicht in die Kulturrevolution Chinas hineinversetzen kann. Leid und Angst beherrschten die Bevölkerung und der Arm des Geheimdienstes reichte sogar bin in die USA.
In diesen Wirren wachsen Wong und Meng heran. Schnell ahnen sie, dass ihre Mütter ein Geheimnis bewahren, während ihre Väter in den Krieg ziehen müssen. Ein Geheimnis, das mit den Bleistiften zu tun hat, die ihre Familie herstellen. Denn jedes Wort, jedes Gekritzel, jede Zeichnung ist in den Minen der Stifte verewigt. Und nur die Frauen in ihrer Familie besitzen die Macht, die Minen in ihrem Blut zu absorbieren und in einem Strom aus Blut wieder zu Papier zu bringen. Ein unglaubliches Geheimnis! Ein Geheimnis, dass die Mächtige kennen und für sich nutzen. Denn ein Bleistift ist der absolute Geheimnisträger!

Ich hätte ewig den Schilderungen der Autorin folgen und mich in diese magische Welt begeben können! Und während Wong Monica das Familiengeheimnis anvertraut, nahm mein Staunen sogar noch zu. Denn mittlerweile beherrschen Smartphones, Tablets und Computer unsere Welt und es gibt kaum noch Platz für Bleistifte. Wahrscheinlich ist genau dies der Punkt, der mich so an das Buch fesselte. Alt und neu. Jetzt und damals. Ich kann nicht behaupten, dass das Buch spannend war. Es war faszinierend, warmherzig und voller staunenswerter Überraschungen. Ich habe mich gerne in eine für mich völlig fremde Welt und Zeit entführen lassen.

Mein Fazit

Ein Buch für die Seele. Magische Worte, die mich bis ins Innerste berührten!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.05.2026

Overlook meets Hummer

Das Event
0

Hauptkommissarin Leandra Kern sucht auf Helgoland Ruhe. Ruhe vor den Morden und den brutalen Ermittlungen einer Großstadt. Ruhe, um endlich ihrem Wunsch nach einem Kind folgen zu können.
Im Gegensatz zu ...

Hauptkommissarin Leandra Kern sucht auf Helgoland Ruhe. Ruhe vor den Morden und den brutalen Ermittlungen einer Großstadt. Ruhe, um endlich ihrem Wunsch nach einem Kind folgen zu können.
Im Gegensatz zu ihrer Kollegin Maxi, die alles andere als Ruhe sucht und nur nach Helgoland gekommen ist, um eine Familienangelegenheit zu regeln. Sie wünscht sich nichts sehnlicheres, als nach Berlin zurück kehren zu können.
Und dann wird es aufregender, als beide Frauen sich vorstellen konnten: Ein Mord geschieht. Und das ausgerechnet im Hotel Hummer, in dem ein Live Adventure alla Stepehen Kings Overlook Hotel inszeniert wird.

Das Cover zeigt ein einsames Haus an einem See. Die Zimmer sind hell erleuchtet. Mich hat das Bild zwar zusammen mit dem Klapptext direkt angesprochen, einen Bezug zum Buch habe ich allerdings nicht erkennen können.

Antje Zimmermann lässt ihren Krimi vor der traumhaften Kulisse Helgolands spielen, was mir wahnsinnig gut gefiel. Eine große Insel, viele Menschen und gleichzeitig das beklemmende Gefühl, nicht weg zu können; eingesperrt zu sein, denn von einer Insel kommt man eben nicht mal eben schnell runter. Und dann dieses Hotel! Der Hummer steht leer, Erbstreitigkeiten verzögern die Wiedereröffnung. Direkt an der Klippe gelegen, jedes Zimmer mit Meerblick. Ein Traum! Der plötzlich zum Alptraum wird. Antje Zimmermann gestaltet das so mitreißend, dass ich mich förmlich in die Gänge hineinversetzt fühlte.

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf bekamen die Ermittlungen einen interessanten Beigeschmack. Besonders spannend fand ich, dass für mich sofort der Täter feststand. Das Motiv lag mir klar vor Augen, der Fall war gelöst! Und dann doch nicht. Alles wieder auf Anfang. An jeder Ecke tauchten plötzlich Möglichkeiten auf, die das Lesen für mich spannend gestalteten!

Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Im Mittelpunkt natürlich die beiden Ermittlerinnen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Und genau das gefällt mir so wahnsinnig gut! Jung und ungestüm, trifft auf alten Haudegen. Und doch ist dieser Haudegen dank der Hormontherapie nicht mehr sie selbst. Oft musste ich schmunzeln über die Konstellation!

Das Event ist ein richtig guter Zeitvertreib! Die Seiten fliegen wie nichts und ich fühlte mich prächtig unterhalten!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.05.2026

paradiesische Alpträume

Guilty Pleasure
0

Auf einer paradiesischen Tropeninsel wurde für die Reichen, Schönen und Berühmten ein Luxusressort erbaut. Ein Ressort, das nicht nur abgeschieden ist, sondern auch absolute Privatsphäre garantiert. Zudem ...

Auf einer paradiesischen Tropeninsel wurde für die Reichen, Schönen und Berühmten ein Luxusressort erbaut. Ein Ressort, das nicht nur abgeschieden ist, sondern auch absolute Privatsphäre garantiert. Zudem gibt es keine Grenzen, den Gästen wird jeder, wirklich jeder Wunsch erfüllt, sei er auch noch so intim oder gar mörderisch.
Denken die Gäste zumindest. Denn in Wirklichkeit wird ihr Tun und Handeln in alle Welt live gestreamt.

Das Cover ist absolut paradiesisch. Es zeigt Palmen und eine einsame Hütte im Sonnenuntergang, Eine Kulisse, wie sie schöner nicht sein könnte! Mein erster Gedanke war, dass ich sofort alles stehen und liegen lassen möchte, um dorthin zu reisen!

Linda Schipp hat einen wunderbar spannenden und mitreißenden Schreibstil! Durch den Klapptext war ich perfekt auf die Geschehnisse eingestimmt und konnte mich sofort ins Abenteuer stürzen! Dank der wunderbaren Stimmen, gelang es mir sofort, mich auf die Insel zu versetzen und mit den Charakteren vertraut zu machen. Es ist zwar kein Hörspiel, sondern ein Hörbuch, dass von unterschiedlichen Sprechern vorgelesen wird, trotzdem fühlte es sich für mich wie ein Hörspiel an, da die Sprecher alles so lebendig rüber brachten!

Wenn die Örtlichkeit schon beeindruckend war, so sind es die Protagonisten um so mehr! In der absoluten Traumkulisse kämpfen, leiden und planen die Charaktere.
Im Mittelpunkt steht unter anderem Zoe. Eine verzweifelte Mutter, die mit ihrem kleinen Kind Haley auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann ist. Sie flüchtet sich in das Luxusressort, um dort einen Neuanfang zu wagen, um sich und ihr Kind zu schützen. Doch sie gerät in den Blick eines Psychopathen, der Zoe zu Tode foltern will. Und Haley, ihrem zwei Jähriges Kind droht ebenfalls ein mörderisches Schicksal.

Währenddessen sucht Denver nur eins: Rache. Rache für den gewaltsamen Tod seiner innig geliebten Schwester. Er kennt den Täter. Er ist ihm nah. Und doch gibt es keine Beweise für die grausame Tat. Beweise, die Denver in Guilty Pleasure finden und der Welt offenbaren will.

All dies und noch viel mehr geschieht unter den wachsamen Augen kleiner FlyEyes. Minidrohnen, die nur so groß sind wie Fliegen. Und genauso unauffällig. Gesteuert von einem Hackerkollektiv, deren Ziel es ist, die menschlichen Abgründe an die Öffentlichkeit zu zerren.

Ich fand es sehr spannend zu lesen, wie Linda Schipp nicht nur die unterschiedlichen Charaktere zusammenführt, sondern auch die unterschiedlichen Antriebe. Ob düster, brutal oder voller Hoffnung, alles ist im Hotel Guilty Pleasure vertreten. Und genau das, macht das Buch für mich so spannend!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere