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Veröffentlicht am 14.04.2026

Emotionale Second-Chance-Romance mit starken Gefühlen, Konflikten und Ecken & Kanten

Garnet Flats | Die Edens 3 |
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Inhalt:


Ein Jahr, zwei Monate und elf Tage lang war Talia mit dem Profiboxer Foster Madden zusammen. Sie waren so glücklich, dass es Talia den Boden unter den Füßen weggerissen hat, als Foster das Beziehungsende ...

Inhalt:


Ein Jahr, zwei Monate und elf Tage lang war Talia mit dem Profiboxer Foster Madden zusammen. Sie waren so glücklich, dass es Talia den Boden unter den Füßen weggerissen hat, als Foster das Beziehungsende offiziell machte und zugleich gestand, dass er sich in ihre beste Freundin Vivienne verliebt habe.

Doch es sollte noch schlimmer kommen: Foster und Vivienne beschlossen zu heiraten, während Talia allein in ihrer Heimatstadt Quincy, einer Kleinstadt in Montana, zurückblieb.

Sieben Jahre später steht Foster plötzlich vor dem Krankenhaus, in dem Talia inzwischen als Assistenzärztin arbeitet. Er überantwortet ihr einen Schlüssel, einen Zettel mit seiner neuen Adresse in Quincy und einen Ring. Jenen Ring, den sie sich damals gemeinsam angesehen hatten, als sie noch verliebt waren. Foster erklärt, dass er sich getrennt hätte. Er behauptet, er habe Talia all die Jahre über geliebt und wolle sie zurück.

Während Talias Gefühlswelt erneut ins Wanken gerät, kauft Foster ein heruntergekommenes Gym in Quincy und beginnt, sich ein neues Leben aufzubauen. Er will zeigen, dass er der Situation gewachsen ist und durch sein Verhalten Vertrauen zurückgewinnen.
Runde 1 hat begonnen und Foster ist nicht bereit, diesen Kampf zu verlieren.



Meinung:

Nachdem ich „Shield of Sparrows“ von Devney Perry nahezu verschlungen hatte, war für mich schnell klar, dass ich bald zum nächsten Buch der Autorin greifen würde. Die Eden-Reihe wurde mir mehrfach ans Herz gelegt, und bei „Garnet Flats“ handelt es sich um den dritten Band dieser Reihe, der gerade frisch erschienen war. Ich war neugierig und wollte ihn unbedingt lesen.

Bereits bei „Shield of Sparrows“ ist mir aufgefallen, wie gekonnt Devney Perry mit Sprache umgeht, ihr schriftstellerisches Talent ist erneut nicht von der Hand zu weisen, und auch die Übersetzung liest sich tadellos. Schnell kamen mir Vergleiche mit bekannten Autorinnen wie Colleen Hoover und Brittainy C. Cherry in den Sinn. Stilistisch sehe ich hier durchaus Parallelen.

In „Garnet Flats“ erzählt Devney Perry die Geschichte von Profiboxer Foster Madden und Talia Eden. Während Foster früh lernen musste, sich durchs Leben zu kämpfen, ist Talia in einer großen, traditionsreichen Familie aufgewachsen, deren Vorfahren zu den Gründern der Kleinstadt gehören.

Schnell wird deutlich, dass zwischen Talia und Foster noch immer und trotz allem starke Gefühle bestehen. Doch Foster hat in der Vergangenheit einen gravierenden Fehler begangen: Er hat sich nicht nur für eine andere Frau entschieden, sondern ausgerechnet für Talias beste Freundin.

Ich muss sagen, dass es mir schwergefallen ist, Foster ins Herz zu schließen. Das liegt einerseits an seinem Verhalten in der Vergangenheit, aber auch in der Gegenwart sind seine Äußerungen und Verhaltensweisen oft von Empathielosigkeit geprägt. Oft wirkt er wie ein Bulldozer: Er hat ein Ziel vor Augen und versucht, dieses mit aller Macht zu erreichen. Ohne Rücksicht auf Verluste.

Allein die Tatsache, dass er nicht einfach nur nach Quincy zurückkehrt, sondern Talia direkt mit einem Haustürschlüssel, einem Zettel mit seiner neuen Adresse und einem Ring konfrontiert, erinnert an emotionale Erpressung.

Hinzu kommt, dass er weiterhin täglich mit Vivienne telefoniert und sie mittlerweile als seine beste Freundin bezeichnet. Das war für mich einfach zu viel. Und das sind nur einige Beispiele für sein Verhalten gegenüber Talia.

Auch Talia hat große Schwierigkeiten, mit der Situation umzugehen. Von Anfang an macht sie deutlich, dass sie Foster nicht mehr in ihrem Leben haben möchte. Doch Foster ist fest entschlossen, sie zurückzugewinnen und lässt sich nicht so leicht abweisen.

Als Leser erkennt man zwar schnell, dass Foster keine bösen Absichten hat. Er ist ein Kämpfer, der nicht aufgibt. Dennoch sorgt genau diese Hartnäckigkeit immer wieder für Konflikte.

Früh wird angedeutet, dass es etwas Wichtiges gibt, das Foster Talia mitteilen möchte. Doch verschiedene Umstände, vor allem Talias verständliche Abwehrhaltung, führen dazu, dass dieses Geheimnis lange zwischen den Beiden steht. Das erzeugt einerseits Neugier, andererseits eine unterschwellige Spannung.

Neben der zentralen Liebesgeschichte gibt es auch einige Nebenhandlungen. Man erhält Einblicke in das Berufs- und Privatleben beider Figuren. Während Foster versuchen muss für seinen nächsten Kampf fit zu bleiben, sein Training nicht zu vernachlässigen und gleichzeitig ein heruntergekommenes Gym renoviert, kämpft auch Talia im Berufsalltag mit Herausforderungen. Eine Kollegin schikaniert sie, und durch die Bekanntheit ihrer Familie wird sie von vielen in der Kleinstadt noch immer nicht ernst genommen.

Vor dem Lesen habe ich mich gefragt, ob sich „Garnet Flats“ auch ohne Vorkenntnisse der Reihe verstehen lässt. Diese Frage kann ich klar mit Ja beantworten: Der Band funktioniert sehr gut als Einzelband.
Dennoch denke ich, dass ich die Dynamik innerhalb der Eden-Familie noch intensiver erlebt hätte, wenn ich die vorherigen Teile gelesen hätte.
Auch so habe ich die Familie jedoch schnell ins Herz geschlossen. Die Herzlichkeit und das lebendige Chaos innerhalb der Familie werden sehr authentisch dargestellt.

Besonders gefallen hat mir, dass die Autorin ihre Figuren Fehler machen lässt und ihnen gleichzeitig Raum zur Reflexion gibt. Die Charaktere setzen sich mit ihrem Verhalten auseinander, hinterfragen sich selbst und entwickeln sich weiter. Das verleiht der Geschichte eine angenehme Tiefe.



Fazit:


„Garnet Flats“ ist eine emotional aufgeladene Second-Chance-Romance mit viel Drama, starken Gefühlen und komplexen Figuren. Devney Perry überzeugt erneut mit einem einnehmenden Schreibstil und authentischen Charakteren, die nicht perfekt sind, sondern Ecken und Kanten haben.

Auch wenn ich mit Foster als männlichem Protagonisten meine Schwierigkeiten hatte und sein Verhalten stellenweise kritisch sehe, hat mich die Geschichte insgesamt gut unterhalten und emotional erreicht. Besonders die Dynamik innerhalb der Eden-Familie und die Entwicklung der Figuren konnten mich überzeugen.

Wer gefühlvolle Liebesgeschichten mit konfliktreichen Beziehungen mag, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Das Ganze wird mit viel Lokalkolorit und ein wenig provinziellem Milieu abgerundet.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Magische Kleinstadt, düstere Geheimnisse und eine Prise Humor

Soul of Shadow
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Inhalt:

Es geschah exakt einen Tag, nachdem Robbie Carpenter offiziell als vermisst gemeldet wurde. Am Samstag, bevor der Unterricht an der Silver Shore High School wieder beginnen sollte. Die Schüler ...

Inhalt:

Es geschah exakt einen Tag, nachdem Robbie Carpenter offiziell als vermisst gemeldet wurde. Am Samstag, bevor der Unterricht an der Silver Shore High School wieder beginnen sollte. Die Schüler feierten ausgelassen auf einer Strandparty.

Auch Charlie Hudson war unter den Feiernden. Doch im Gegensatz zu ihren MitschülerInnen starrte sie nur still in das Lagerfeuer. Ihre Gedanken kreisten um ihre verstorbene Zwillingsschwester, die an diesem Tag eigentlich an ihrer Seite hätte sein sollen. Dennoch war Charlie dankbar, ihre Freundinnen bei sich zu haben.

Und dann ertönte plötzlich ein Schrei …

Eine Gruppe Jugendlicher stürmte panisch zum Lagerfeuer. Sie berichteten aufgebracht von ihrem Fund: In einer nahegelegenen Esche hatten sie ein Paar Schuhe entdeckt und es bestand kein Zweifel, wem diese gehörten: Robbie Carpenter.

Dieses Ereignis sollte jedoch erst der Anfang sein. Von diesem Tag an würde sich für Charlie alles ändern. Kurz nach diesem schockierenden Fund taucht ein mysteriöser Neuankömmling an der Schule auf.
Elias ist smart, gutaussehend und besitzt dieses verdammt charmante, schiefe Lächeln und plötzlich steht er im Zentrum von Charlies Leben.

Als Charlie und ihre Freundin beschließen, im Wald Nachforschungen zu Robbies Verschwinden anzustellen, wird alles immer rätselhafter. Unerwartet bietet Elias seine Hilfe an.

Doch irgendetwas stimmt nicht mit ihm. Etwas an Elias verursacht ein Störgefühl, wirkt beinahe unheimlich. Seine Haut fühlt sich bei flüchtigen Berührungen ungewöhnlich heiß an, er kennt Charlies Namen, ohne dass sie sich ihn ihm je vorgestellt hätte, und immer wieder taucht er scheinbar aus dem Nichts auf, nur um genauso plötzlich wieder zu verschwinden.

Dann häufen sich weitere Vermisstenfälle.
Charlie beschließt, Elias zu folgen, um herauszufinden, ob er ein dunkles Geheimnis verbirgt und macht dabei eine erschreckende Entdeckung …



Meinung:

Durch Zufall bin ich auf „Soul of Shadow“ aufmerksam geworden. Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, wollte ich sofort mehr über die Geschichte erfahren. Eine verschlafene Kleinstadt, ein geheimnisvoller, attraktiver Fremder, eine Welt voller Magie, ein Highschool-Setting und dazu noch der Vergleich mit The Vampire Diaries, einer Serie, die ich vor Jahren mit großer Begeisterung verfolgt hatte. Das klang genau nach meinem Geschmack.

Während des Lesens hatte ich tatsächlich immer wieder The Vampire Diaries im Hinterkopf. Auch wenn Emma Noyes hier eine ganz eigene Geschichte erzählt, lassen sich gewisse Parallelen erkennen: eine Protagonistin, die mit ihrer Freundesgruppe, inklusive ihres Bruders, in einer geheimnisvollen Kleinstadt lebt, mysteriöse Ereignisse rund um verschwundene Schüler und ein charismatischer Neuankömmling, der stellenweise stark an Damon Salvatore erinnert.

Auch in Bezug auf die Atmosphäre gibt es Ähnlichkeiten. Die Autorin streut immer wieder kleinere Horrorelemente ein: blutrünstige Wesen, die Menschen angreifen, vermeintlich niedliche Kreaturen, die plötzlich ihre gefährliche Seite zeigen. Nichts ist so harmlos, wie es zunächst scheint. Dennoch wird es nie wirklich beängstigend, da humorvolle Dialoge und lockere Sprüche der Figuren die düsteren Momente immer wieder auflockern können.

Besonders hervorheben möchte ich das Worldbuilding. Bereits der Klappentext deutet an, dass nordische Mythologie eine wichtige Rolle spielt und genau das setzt Emma Noyes sehr gelungen um. Wer sich heute mit nordischer Mythologie und Heldensage auseinandersetzt, findet sich hier auf seinem Feld wieder. Ihre Welt ist voller Wesen, die durch die germanische und nordische Volksmythologie geistern.

So begegnet man unter anderem goldenen Hirschen, einem seltsam anmutenden, geigespielenden Wesen oder geheimnisvollen Waldfrauen. Gleichzeitig lauert überall Gefahr, denn selbst die unscheinbarsten Begegnungen können tödlich enden.

Allerdings sind während des Lesens auch einige Fragen aufgekommen, die bislang unbeantwortet bleiben. Gerade das Zusammenspiel von realer und fantastischer Welt wirft interessante Fragen auf: Was passiert mit Menschen, die diese Kreaturen sehen oder von ihnen verletzt werden? Und was nehmen diejenigen wahr, die diese Welt nicht erkennen können?
Da es sich um den Auftakt einer Trilogie handelt, hoffe ich, dass diese offenen Punkte in den Folgebänden noch geklärt werden.

Anfangs war ich etwas skeptisch gegenüber der Mischung aus Horror und Humor. Doch im Verlauf der Geschichte hat mich genau dieser Mix immer mehr überzeugt. Besonders die Dialoge zwischen den Wikingerfiguren Björn und Vidar haben mich oft zum Schmunzeln gebracht. Auch der kleine Vätte war einfach nur liebenswert.

Die Geschichte lebt von einem schnellen Wechsel zwischen Spannung und Leichtigkeit. Actionreiche Szenen sorgen immer wieder für Tempo, während humorvolle Momente gezielt eingebaut werden und die Atmosphäre auflockern. Dadurch entsteht ein unterhaltsamer Lesefluss, auch wenn einige Reaktionen der Protagonistin recht spontan wirken und nicht immer ganz vorhersehbar und nachvollziehbar sind.

Insgesamt sollte man sich bewusst sein, dass „Soul of Shadow“ kein klassischer Horrorroman ist. Stattdessen erwartet einen eine unterhaltsame Mischung aus Spannung, Fantasy, Humor und leichten Gruselelementen.



Fazit:

„Soul of Shadow“ überzeugt vor allem durch sein kreatives Worldbuilding, die gelungene Verbindung aus nordischer Mythologie und moderner Fantasy sowie durch eine angenehme Mischung aus Spannung und Humor. Auch wenn einige Fragen offen bleiben und nicht jede Szene vollkommen ausgearbeitet wirkt, macht das Buch neugierig auf die Fortsetzung.

Wer Geschichten im Stil von The Vampire Diaries mag und Freude an magischen Welten mit einer Prise Humor hat, wird hier gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Zauberhafte Geschichte voller Magie, Herz und origineller Ideen

Maries Glücksküche – Die Schule am Meer
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Inhalt:

Es ist erst ein paar Wochen her, dass Marie mit ihrer Familie nach Frankreich gezogen ist. Genauer gesagt nach Saint Amour an der Atlantikküste, wo ihre Großmutter lebt. Während ihr Bruder sich ...

Inhalt:

Es ist erst ein paar Wochen her, dass Marie mit ihrer Familie nach Frankreich gezogen ist. Genauer gesagt nach Saint Amour an der Atlantikküste, wo ihre Großmutter lebt. Während ihr Bruder sich schnell einlebt, das Surfen liebt und die Aufmerksamkeit seiner Mitschülerinnen genießt, fühlt sich Marie fehl am Platz. Anschluss findet sie kaum.

Ihre Lage wird zusätzlich erschwert, da Maries Mutter eine Stelle als Schulköchin angenommen hat und die Sporthalle in der Folge zur Familienwohnung umgebaut wurde. Für die anderen Schüler bedeutet das: Sie müssen nun zum Sportunterricht in eine weiter entfernte Halle fahren. Dafür machen sie Marie verantwortlich.

Maries einziger Lichtblick ist ihre Oma Aveline, die mit ihrer lebensfrohen Art und ihrer Leidenschaft fürs Kochen jede freie Minute verschönert. Als Maries Mutter vorübergehend nach Deutschland reist, weiht die Großmutter sie in ein besonderes Geheimnis ein: Mit den richtigen Zutaten und etwas Geschick lässt sich beim Kochen Magie entfalten.

Marie sieht darin ihre Chance, ihre Probleme zu lösen und endlich dazuzugehören. Doch schon bald merkt sie: Zauberkochen ist alles andere als einfach und ein kleiner Fehler kann ungeahnte Folgen haben …



Meinung:

Als ich das süße Cover von „Maries Glücksküche – Die Schule am Meer“ das erste Mal gesehen habe, war ich - wortwörtlich - verzaubert. Besonders das traumhafte Setting an der Atlantikküste und die Verbindung zu magischen Gerichten haben mich sofort in die Geschichte gezogen. Da Kochen und Backen auch zu meinen persönlichen Leidenschaften zählen, fand ich die Idee einfach wunderbar: Was wäre das nicht toll, wenn ein paar magischen Zutaten kleine Zauber wirken könnten?

Claudia Schaumann erzählt eine kindgerechte, fantasievolle Geschichte voller Magie und Herz.
Marie hat es an ihrer neuen Schule nicht leicht, findet nur schwer Anschluss und fühlt sich oft ausgegrenzt. Besonders gern würde sie mehr Zeit mit dem Mädchen Coco verbringen, das von allen für seine freundliche Art und sein Selbstbewusstsein bewundert wird.

Ein ganz besonderes Highlight ist für mich die magische Küche von Oma Aveline. Als Oma Marie zum ersten Mal einweiht, begreift man schnell: Hier gelten ganz eigene Regeln. Die Zutaten dürfen nicht einfach geerntet werden. Sie müssen auf ganz besondere Weise behandelt werden.
Die Bananen zum Beispiel müssen laut lachend gepflückt werden, und beim Nachreifen muss man ihnen Witze erzählen, bis ihre Schale genau die richtige Anzahl an Sommersprossen hat. Das Salzkraut hingegen muss getanzt werden, damit es seine magische Wirkung entfalten kann. Und natürlich braucht es auch beim Kochen selbst ein ganz besonderes Talent.

Diese liebevollen und originellen Ideen machen den Zauber der Geschichte aus und verleihen ihr eine ganz eigene Atmosphäre.

Als Marie schließlich versucht, Magie für sich zu nutzen, verläuft natürlich nicht alles nach Plan. Heimlich mischt sie einige Zutaten in das Curry der Schulkantine. Das Ergebnis ist ein großes Chaos. War der Schuss Ehrlichkeitselexier vielleicht zu großzügig bemessen? Oder hat sie zur falschen Paste gegriffen? Plötzlich ist nicht nur die Situation außer Kontrolle, sondern auch der Job ihrer Mutter in Gefahr!

Doch damit ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende. Immer neue Ereignisse, spannende Kochexperimente und die Suche nach weiteren magischen Zutaten sorgen dafür, dass es nie langweilig wird. Auch das Geheimnis um die Zauberküche droht immer wieder aufzufliegen und beim Schulfest scheint ein wenig magische Unterstützung dringend nötig zu sein.

Besonders gefallen haben mir die vielen kleinen, liebevollen Details, zum Beispiel, dass die Großmutter den Kindern abends nicht aus Märchenbüchern, sondern aus ihren Kochbüchern vorliest, die dabei genauso spannend wirken wie ein Krimi. Oder die Szene, in der der Kochtopf plötzlich anfängt zu sprechen.

Abgerundet wird das Buch durch detailreiche, humorvolle Schwarz-Weiß-Illustrationen von Nadine Jessler, die perfekt zum Stil der Geschichte passen und das Leseerlebnis wunderbar begleiten.

Ein schönes Extra sind zudem zwei Rezepte am Ende des Buches, die zur Not auch ohne magische Zutaten auskommen und direkt ausprobiert werden können.



Fazit:

„Maries Glücksküche – Die Schule am Meer“ ist ein zauberhafter, fantasievoller Auftakt einer Kinderbuchreihe, der mit viel Herz, Humor und originellen Ideen überzeugt. Die heilende Kraft der Magie scheint zuweilen Wunder zu wirken und vertreibt das Graue des Alltags und die Unsicherheit des Morgen.
Das alles ist gelungen und spricht besonders junge Leser an.

Ein liebevoll erzähltes Buch, das nicht nur zum Träumen einlädt, sondern auch Lust aufs Kochen macht.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Eine warmherzige Geschichte darüber, im Kleinen das Besondere zu entdecken

Zwei ganz besondere Freunde
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Inhalt:


Theo wünscht sich ein ganz besonderes Haustier. Vielleicht eines, das groß und stark ist, eines, auf das er stolz sein kann oder das ihn sogar beschützt. Doch egal, welches Tier Theo sich auch ...

Inhalt:


Theo wünscht sich ein ganz besonderes Haustier. Vielleicht eines, das groß und stark ist, eines, auf das er stolz sein kann oder das ihn sogar beschützt. Doch egal, welches Tier Theo sich auch vorstellt: Bei genauerem Nachdenken merkt er schnell, dass jedes von ihnen auch seine Nachteile hat.

Auch Oskar hat einen großen Wunsch: Er möchte unbedingt einen Menschen an seiner Seite haben. Aber natürlich nicht irgendeinen. Es soll ein ganz besonderer Mensch sein. Einer, der stark ist, mit ihm Abenteuer erlebt oder vielleicht einfach viel Platz hat, den er mit ihm teilen würde. Doch so sehr Oskar auch überlegt, welcher Mensch zu ihm passen könnte: Irgendwie hätte auch jeder von ihnen seine Nachteile …



Meinung:


Als ich „Zwei ganz besondere Freunde“ zum ersten Mal in den Händen hielt, fiel mir sofort die wunderschöne Illustration auf dem Klappendeckel und die hochwertige Verarbeitung des Buches auf.

Das Cover hat mich direkt angesprochen. Es zeigt Theo zusammen mit einem der Tiere, von denen er träumt: einem Löwen. Sein Mut und seine Stärke machen ihn zu einem Tier, das Theo nur zu gern an seiner Seite sehen würde. Ein Löwe könnte ihn schließlich beschützen! Doch als Theo etwas genauer darüber nachdenkt, kommen ihm Zweifel. Ein Löwe ist schließlich auch gefährlich. Und was wäre, wenn plötzlich einmal kein Futter mehr im Haus wäre?

In „Zwei ganz besondere Freunde“ stellt Aline Portman in einer kindgerechten und charmanten Weise die Frage, ob es im Leben wirklich immer die großen Wünsche sein müssen. Ist es nicht manchmal gerade das Unscheinbare, das uns wirklich glücklich macht? Oft sind wir so sehr auf große Pläne fixiert, dass wir die kleinen Möglichkeiten übersehen, die sich ganz nebenbei ergeben, obwohl sie vielleicht viel wertvoller sind.

Auch die Illustrationen tragen viel zur besonderen Atmosphäre des Buches bei. Sie orientieren sich stilistisch am Cover und kommen mit nur wenigen Farben aus. Die schwarz-weißen Zeichnungen werden durch ein warmes, kräftiges Orange ergänzt, das immer wieder Akzente setzt. Die Bilder selbst sind eher schlicht gehalten, stecken dafür aber voller liebevoller Details.

Beim genaueren Hinsehen entdeckt man auf vielen Seiten kleine, wiederkehrende Elemente, wie etwa einen Vogel oder Theos Ball. Diese Details laden dazu ein, die Seiten immer wieder neu zu betrachten.

Besonders schön sind die kleinen humorvollen Szenen, die sich in den Illustrationen verstecken. Beispielgebend zeigt dies das Cover sehr schön: Theo sitzt entspannt mit einem Buch in der prachtvollen Mähne des Löwen und liest. Solche Momente sorgen beim Lesen immer wieder für ein Schmunzeln.



Fazit:


„Zwei ganz besondere Freunde“ ist ein liebevoll gestaltetes Bilderbuch, das nicht nur durch seine Geschichte, sondern auch durch seinen feinen, leisen Humor überzeugt.

Besonders die Illustrationen laden dazu ein, das Buch mehr als einmal zur Hand zu nehmen, denn auf fast jeder Seite lassen sich neue kleine Details entdecken: Ein Hase hoppelt immer wieder mal durchs Bild, der Wikinger trägt scheinbar ganz selbstverständlich einen Knochen am Gürtel, und eine Leine verwandelt sich plötzlich in einen Astronautenhelm. Diese verspielten Ideen machen das Bilderbuch zu etwas ganz Besonderem.

Gleichzeitig vermittelt die Geschichte eine schöne Botschaft: Manchmal lohnt es sich, genauer hinzusehen und im scheinbar Gewöhnlichen das Besondere zu entdecken. Denn nicht alles, was auf den ersten Blick großartig wirkt, ist automatisch perfekt. Schließlich hat auch das Beste seine kleinen Nachteile.
Und manchmal findet man das wahre Glück genau dort, wo man es zuerst gar nicht vermutet hätte.

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Veröffentlicht am 21.01.2026

Düster, komplex und gnadenlos spannend – ein intensiver Fantasyroman mit starken Krimi-Elementen

This Monster of Mine
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Inhalt:

Vier Jahre ist es her, dass Sarai in Edessa Opfer eines grausamen Attentats wurde. Ihr Körper wurde auf bestialische Weise verstümmelt, bevor ihr Peiniger sie vom Balkon des Sidranturms in die ...

Inhalt:

Vier Jahre ist es her, dass Sarai in Edessa Opfer eines grausamen Attentats wurde. Ihr Körper wurde auf bestialische Weise verstümmelt, bevor ihr Peiniger sie vom Balkon des Sidranturms in die Tiefe stieß. Nur einem unbekannten Retter hat sie es zu verdanken, dass sie überlebte und Jahre später in einem kleinen Dorf als Schankmaid ein neues, verborgenes Leben beginnen konnte. Mithilfe von Magie hat Sarai ihre Narben versteckt. Ihre Erinnerungen an den Tathergang sind lückenhaft. Eines weiß sie jedoch ganz genau: Sie will nach Edessa zurückkehren und Rache nehmen.

Als die Gutachter in dem wohl abgelegensten Dorf von Ur Dinyé eintreffen, um im Auftrag der vier Tetrarchen von Edessa neue Petitoren auszuwählen, erkennt Sarai ihre Chance. Für einen kurzen Moment lässt sie ihre Magie aufblitzen und wird prompt von einem der Gutachter bemerkt und ausgewählt.

Ob sie tatsächlich in den Dienst eines Tetrarchen aufgenommen wird, entscheidet sich jedoch erst bei der Einkleidungszeremonie. Sarai hat dabei nur einen Wunsch: keinesfalls dem einzigen Tetrarchen zugeteilt zu werden, der über Jahre hinweg keine Petitorin erwählt hat. Kadra gilt als brutal und unbarmherzig. Zwar wird er vom Volk als gerecht verehrt, doch seine Taten erzählen eine andere Geschichte.

Ausgerechnet Kadra erhebt Anspruch auf Sarai. Als seine Stimme erklingt, durchfährt sie ein eisiger Schock, denn genau diese Stimme hat sie am Tag des Attentats gehört …



Meinung:

Als ich den Klappentext von „This Monster of Mine“ zum ersten Mal gelesen habe, war mir sofort klar, dass ich dieses Buch lesen muss. Düster, geheimnisvoll und voller Spannung. Es war genau das, wonach ich gesucht habe.

Zugegeben: Die ersten Seiten erfordern Konzentration. Shalini Abeysekara entwirft eine komplexe, durchdachte Welt, in der Frauen kaum eine Teilhabe eingeräumt wird und das Recht des Stärkeren gilt. An der Spitze dieses Systems stehen vier Tetrarchen, Richter die im Falle eines Vergehens über Leben und Tod entscheiden können. Jedem von ihnen steht jeweils ein Petitor zur Seite steht. Diese sind mithilfe von Magie in der Lage, Wahrheit und Lüge zu erkennen und Tathergänge visuell offenzulegen.

Aufgrund jüngster Vorfälle gibt es jedoch kaum noch Bewerber für diese Position. Die vorherigen Petitoren sind auf grausame Weise gestorben. Offiziell soll es sich um Selbstmorde gehandelt habe. Sarai kennt diese Gerüchte, weiß jedoch mehr als die meisten: Das geheimnisvolle Mädchen vom Sidranturm, und somit der erste Todesfall in einer Reihe von mehreren, um dessen Tod sich zahllose Legenden ranken, war sie selbst. Um jeden Preis will sie verhindern, dass dieses Geheimnis ans Licht kommt. Gleichzeitig will sie herausfinden, was damals wirklich geschah und was hinter den Todesfällen der anderen Petitoren steckt.

Als Sarai schließlich ausgerechnet Kadra zugeteilt wird, ist das Entsetzen groß. Er ist ihre einzige Chance, Zugang zu den versiegelten Akten des damaligen Attentats zu erhalten, doch zugleich stellt er eine massive Bedrohung dar. Seine Stimme erkennt sie wieder, und seine brutale Vorgehensweise bei Verurteilungen bestätigt schnell die Gerüchte, die ihn umgeben. Bereits beim Auswahlverfahren wird Sarai gezwungen, entgegen ihrer moralischen Überzeugungen zu handeln und öffentlich grausame Entscheidungen zu treffen.

Mir war bewusst, dass mich eine düstere Geschichte erwarten würde, doch die Intensität hat mich dennoch überrascht. Die Triggerwarnung zu Beginn ist absolut berechtigt und sollte ernst genommen werden. Schon der Prolog gibt einen eindringlichen Vorgeschmack auf das, was folgt, und lässt erahnen, welches Leid Sarai widerfahren ist.

Sarai ist eine starke, vielschichtige Protagonistin, deren Leben früh von Gewalt geprägt wurde. Bereits als Vierzehnjährige kam sie mit Gewalt in Kontakt; ein Muster, das sich auch Jahre später fortsetzt. Als sie in Kadras Turm zieht, spitzt sich die Situation weiter zu. Als einzige Petitorin muss sie dort wohnen, täglich unzählige Fälle bearbeiten und Entscheidungen treffen.

Schnell wird deutlich, dass Kadras Methoden nicht immer gesetzeskonform sind. Sarai steht immer wieder vor der Wahl, sich ihm zu beugen oder sich ihm entgegenzustellen. Doch egal, wie sie sich entscheidet, Kadra scheint ihr stets einen Schritt voraus zu sein. Dieses Gefühl permanenter Kontrolle und Manipulation erzeugte bei mir eine konstante, beinahe beklemmende Spannung.

Gemeinsam mit Sarai versucht man als Leser, die Wahrheit hinter den Ereignissen vom Sidranturm und den mysteriösen Todesfällen der Petitoren aufzudecken. Während aktuelle Fälle verhandelt werden, zieht einen die Geschichte immer tiefer hinein in eine Welt voller Machtmissbrauch, Gewalt und moralischer Grauzonen.



Fazit:

This Monster of Mine ist weit mehr als eine düstere Fantasygeschichte. Shalini Abeysekara schreibt bildhaft und intensiv und erschafft ein komplexes, atmosphärisch dichtes Worldbuilding, das von moralischen Konflikten, struktureller Gewalt und einer deutlich patriarchal geprägten Gesellschaft durchzogen ist. Die Handlung ist schonungslos, brutal und emotional fordernd, verliert dabei jedoch nie ihre erzählerische Sogkraft.

Besonders gelungen ist die Verbindung aus Fantasy und Krimi: Die mysteriösen Todesfälle der Petitoren, die versiegelten Akten und Sarais bruchstückhafte Erinnerungen verleihen der Geschichte eine investigative Spannung. Gemeinsam mit der Protagonistin sucht man nach Wahrheit, Hinweisen und Zusammenhängen, stets begleitet von der Frage, wem man trauen kann.

Die düstere Atmosphäre, die stetige Bedrohung und die psychologische Dynamik zwischen Sarai und Kadra haben mich zunehmend in ihren Bann gezogen. Abeysekara scheut sich nicht, unangenehme Themen anzusprechen, und fordert ihre Leserinnen und Leser heraus, sich mit Macht, Schuld und Gerechtigkeit auseinanderzusetzen.

Wer eine kompromisslose, spannungsgeladene Geschichte mit starken Figuren, Krimielementen und einer beklemmenden Atmosphäre sucht, wird hier fündig, sollte sich jedoch bewusst sein, dass dieses Buch nichts beschönigt und lange nachhallt.

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