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Veröffentlicht am 07.03.2026

Magisch, mystisch und mitreißend

Das White Octopus Hotel
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„Das White Octopus Hotel“ ist ein außergewöhnlicher Roman, der eine tragische Realität mit magischen Elementen verbindet – und mich dabei total in seinen Bann gezogen hat!

Eve ist unglücklich. Was hat ...

„Das White Octopus Hotel“ ist ein außergewöhnlicher Roman, der eine tragische Realität mit magischen Elementen verbindet – und mich dabei total in seinen Bann gezogen hat!

Eve ist unglücklich. Was hat sie schon zu verlieren, wenn sie sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen „White Octopus Hotel“ macht, in dem man angeblich magische Objekte finden kann? Niemals hätte sie gedacht, dass die Begegnungen dort ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen würden.

Alexandra Bells Schreibstil hat mich regelrecht in die Geschichte hineingezogen: Ich habe mit den Protagonisten Eve und Max gesucht, gelitten und gelacht. Warum gesucht? Weil Eve etwas Besonderes finden will, um einen Fehler aus ihrer Vergangenheit rückgängig zu machen. Und auch Max ist auf der Suche nach etwas, das ihm in seinem Leben fehlt – und doch so greifbar scheint. Übrigens ist Max ein Komponist – und Alexandra Bell hat seine Musik so faszinierend und emotional aufgeladen beschrieben, dass ich nun wünschte, ich könnte eins seiner Stücke hören!

Zeitreisen spielen in diesem Roman eine bedeutende Rolle, sodass wir Geschehnisse aus verschiedenen Jahrzehnten hautnah miterleben. Und es wird emotional, denn es geht um Schuldbewusstsein, Wut und Trauer. Die Frage „Was wäre, wenn?“ ist dabei allgegenwärtig und ich konnte die Verzweiflung und Hoffnung der Hauptfiguren regelrecht spüren. Eine Triggerwarnung für das Thema Krieg wäre hier wahrscheinlich angebracht, auch wenn es keine großen Anteil einnimmt.

Das Ende hat mich komplett überrascht, war für mich aufgrund der Zeitreise-Thematik aber auch etwas verwirrend. Hier habe ich auf jeden Fall noch Redebedarf!

„Das White Octopus Hotel“ war für mich ein ungewöhnliches Leseerlebnis zum Wegträumen und Miträtseln. Die Geschichte steckt voller magischer Details, mystischer Figuren und herzergreifender Momente. Wenn du bereit bist für ein unvergessliches Abenteuer, solltest du schon bald im Hotel einchecken!

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Komplex und gewaltig

Alma
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„Alma“ ist ein Roman, der aufgrund seines Klappentexts bei mir leider falsche Erwartungen geweckt hat. Statt eines Schattens des Krieges stehen der Krieg und seine Auswirkungen klar im Mittelpunkt. Ich ...

„Alma“ ist ein Roman, der aufgrund seines Klappentexts bei mir leider falsche Erwartungen geweckt hat. Statt eines Schattens des Krieges stehen der Krieg und seine Auswirkungen klar im Mittelpunkt. Ich hatte einen Roman über die Schönheiten Triests erwartet und bekam stattdessen ausführliche Schilderungen der geschichtlichen Entwicklung der Stadt und ihrer Umgebung.

Zu Beginn lernen wir Alma und ihre familiäre Situation kennen. Die Mutter wirkt unglücklich und scheint sich selbst und ihre Tochter zu vernachlässigen – bis der Vater plötzlich wieder auftaucht, den Familienalltag durcheinanderbringt und nach wenigen Tagen erneut verschwindet. Lange bleibt unklar, was er dann eigentlich treibt und womit er sein Geld verdient. Eine entscheidende Wendung erfährt Almas Leben, als Vili, ein Junge mit geheimnisvoller Vergangenheit, vom Vater kurzerhand zum neuen Familienmitglied erklärt wird. Zwischen Alma und Vili entsteht eine ungewöhnliche, vielschichtige Beziehung, die sich über Jahrzehnte hinweg entwickelt.

Der Roman ist sehr detailreich und intensiv recherchiert, insbesondere in geografischer und historischer Hinsicht. Einige real wirkende Fotografien verleihen der Erzählung zusätzliche Authentizität. Während ich zu Beginn noch bemüht war, Ort und Zeit einzuordnen, verlor ich im Verlauf zunehmend den Überblick, da konkrete Angaben oft fehlen. Geografische und geschichtliche Vorkenntnisse sind daher enorm hilfreich, um der Handlung besser folgen zu können.

Auch der Schreibstil fordert Aufmerksamkeit: Die Sätze sind häufig komplex und dicht, sodass sich das Buch weniger für zwischendurch eignet. Gleichzeitig finden sich viele poetische und nachdenkliche Passagen, die mich berührt und zum Nachdenken angeregt haben. Besonders interessant sind die Momente, in denen deutlich wird, wie stark Familie, Herkunft und vielleicht sogar Gene unser Verhalten prägen.

Wer sich für die Geschichte Triests und die Auswirkungen des Krieges in dieser Region interessiert, erhält mit „Alma“ umfangreiche Einblicke. Und wer die Macht der Sprache liebt, wird mit diesem Schreibstil ebenfalls vieles für sich entdecken. Für einen genaueren Eindruck empfehle ich einen Blick auf den italienischen Original-Klappentext, der deutlich konkreter ist als die deutsche Übersetzung.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Spannung auf jeder Seite

Liars all around me
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Im Mittelpunkt stehen Teenager, doch begeistern wird das Buch garantiert jede Altersgruppe: „Liars All Around Me“ von Clara Blais nimmt uns mit auf eine Achterbahn der Gefühle. 

Avery und Ryle könnten ...

Im Mittelpunkt stehen Teenager, doch begeistern wird das Buch garantiert jede Altersgruppe: „Liars All Around Me“ von Clara Blais nimmt uns mit auf eine Achterbahn der Gefühle. 

Avery und Ryle könnten unterschiedlicher kaum sein – und doch versuchen sie gemeinsam herauszufinden, wer ihre Mitschülerin Sheila ermordet hat. Dabei offenbart sich mehr, als die beiden jemals hätten ahnen können. 

Ich liebe Claras Schreibstil einfach! Ihre Geschichten werden in einem flotten Tempo erzählt, ohne dabei zu sehr zu hasten oder Gefühle und zwischenmenschliche Erlebnisse außer Acht zu lassen. Vielmehr beweist Clara mit diesem Thriller ein Gespür für fesselnde Spannung und berührende Feinfühligkeit – ich hätte beispielsweise niemals gedacht, dass mir allein bei der Beschreibung einer Umarmung so warm ums Herz werden kann.

Avery und Ryle sind quasi Grumpy vs. Grumpy: Sie kommen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten, scheinen unglücklich zu sein, und doch verbindet sie die Sehnsucht nach etwas, das in ihrem Leben fehlt. Die Entwicklung der beiden im Laufe der Geschichte fand ich unglaublich schön, und ich war ständig hin- und hergerissen zwischen “Bitte lass es nicht enden” und “Ich möchte endlich wissen, was passiert ist”. 

Besonders mochte ich, wie jeder Verdächtige nacheinander ins Visier genommen wurde, sodass man mit den Namen nicht durcheinanderkommt. Und die Auflösung war genial! Ich hatte eine Vermutung, habe aber nicht mit diesem Ausmaß gerechnet. Und ganz wichtig: Wenn ihr (wie ich) manchmal die Angewohnheit habt, in einem Buch den letzten Satz zu lesen – solltet ihr das hier auf gar keinen Fall tun! 

Ich kann diesen All-Age-Thriller jedem empfehlen, der Lust auf Nervenkitzel und sanftes Bauchkribbeln hat. Macht euch bereit für einen Ausflug an die Highschool, der euch bestens unterhält und verblüfft zurücklassen wird. 


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Veröffentlicht am 17.02.2026

Dramatisch, düster, Dorn

Dorn. Hotel der Angst
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„Dorn. Hotel der Angst“ von Jan Beck hat mich auf vielen Ebenen überrascht: Es wird komplex, faszinierend und tragisch.

Der Kriminalpsychologe Simon Dorn lebt allein in einem verlassenen Hotel. Als seine ...

„Dorn. Hotel der Angst“ von Jan Beck hat mich auf vielen Ebenen überrascht: Es wird komplex, faszinierend und tragisch.

Der Kriminalpsychologe Simon Dorn lebt allein in einem verlassenen Hotel. Als seine einzige Kontaktperson zur Außenwelt ermordet wird, ermittelt er widerwillig mit der jungen Polizistin Lea Wagner gegen einen grenzüberschreitenden Serientäter. 

Jan Becks Stil hat mir von Beginn an gefallen: schnörkellose, präzise Sätze und angenehm kurze Kapitel sorgen für einen regelrechten Lesesog. Dieses Buch ist ein Paradebeispiel für „Ach, ein Kapitel geht noch“ – und plötzlich ist eine Stunde vergangen. 

Im Mittelpunkt steht Simon Dorn mit seiner tragischen Vergangenheit und seinem noch ungewöhnlicheren jetzigen Leben. Ich hab ein Faible für grummelige und eigenwillige Ermittler – und Dorn ist genau so einer. Beck gelingt hier eine spannende und ausgewogene Mischung aus Mordermittlung und der Geschichte eines renommierten Kriminalpsychologen.

Die Geschehnisse werden aus verschiedenen Perspektiven und an unterschiedlichen Schauplätzen erzählt. Trotzdem bin ich nie durcheinandergekommen, denn jede Perspektive ist deutlich erkennbar. Besonders spannend war es zu beobachten, wie nach und nach alles zusammenläuft und sich offenbart, wie alles miteinander verbunden ist – eine meisterhafte Konstruktion!

Puh, das Ende: einer dieser Plottwists, den man erst einmal sacken lassen muss und bei dem man plötzlich alles bisher Gelesene infrage stellt. Ich war kurzzeitig verloren und dann umso froher, dass auf den letzten Seiten noch weitere Details zur Auflösung geliefert wurden.  

Aufgrund des Klappentexts erwartete ich mehr Einblicke in die anderen Zimmer und deren Fälle – das passiert allerdings nicht. Vielleicht gibt’s ja mehr dazu in der Fortsetzung.

Der Auftakt der Dorn-Reihe ist eine klare Empfehlung für Thriller-Liebhaber, die ungewöhnliche Ermittlungsmethoden mögen, schockierende Plottwists lieben und nicht vor Komplexität zurückschrecken – das Durchhalten lohnt sich!  

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Eine ruhige Wucht

Moosland
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„Moosland“ ist ein ruhiger und atmosphärischer Roman, der die Schönheit und Rauheit Islands perfekt einfängt. Die Protagonistin Elsa versucht, sich in diese Umgebung einzufügen, und kämpft gleichzeitig ...

„Moosland“ ist ein ruhiger und atmosphärischer Roman, der die Schönheit und Rauheit Islands perfekt einfängt. Die Protagonistin Elsa versucht, sich in diese Umgebung einzufügen, und kämpft gleichzeitig gegen die Dämonen ihrer Vergangenheit.

Im Sommer 1949 reist Elsa mit rund dreihundert deutschen Frauen nach Island, um auf Bauernhöfen zu arbeiten. Ihre Herausforderung ist nicht nur die Unkenntnis der Sprache, sondern auch die Trauer um ihre Freundin Sola. Auf dem abgelegenen Hof verändert Elsas Anwesenheit zunehmend die Dynamik der Familie, und das Schweigen über die verschwundene Tochter zieht sie immer stärker in den Bann.

Katrin Zipses Schreibstil würde ich eher als nüchtern bezeichnen: Die Sätze sind knapp und sachlich gehalten. Zu Beginn fand ich den prägnanten Stil toll, denn er passt hervorragend zur kargen Landschaft Islands und der eher schweigsamen Bauernfamilie. Mit der Zeit fiel mir allerdings auf, dass ich mir zwar die Umgebung und die Aufgaben auf dem Hof gut vorstellen kann, mir jedoch die Nähe zu den Charakteren fehlt. Das liegt zum einen daran, dass Elsa immer nur „das Mädchen“ oder „sie“ genannt wird. Umgekehrt bezeichnet Elsa die Bauersfrau und ihren Mann ebenfalls nur über ihre Rollen. Lediglich die drei Söhne werden regelmäßig per Namen unterschieden. Hierzu gibt es später im Buch noch eine clevere, gut gelungene Überraschung.

Im Laufe der Geschichte erfahren wir, warum Elsa schweigt und was mit Sola passiert ist. Die Ereignisse werden häppchenweise mitten in einer Handlung oder einem Gedankengang preisgegeben. Hier hätte ich mir eine andere, für mich übersichtlichere Struktur gewünscht, um nicht von einem Moment zum nächsten verwirrt zu sein. Gleichzeitig verstehe ich, dass diese Einschübe auch gut zu Elsas Zustand passen und den verstörenden Einfluss der Ereignisse betonen.

Die Einblicke in das isländische Leben mit all seinen Herausforderungen sowie die Geschehnisse in Deutschland bis 1949 waren ebenso interessant wie erschreckend. Man erfährt einiges über die Hoffnungen und Ärgernisse der Isländer und die Verzweiflung der Deutschen. All dies wird dezent erwähnt und hallt dennoch nach.

Insgesamt bietet „Moosland“ einen lehrreichen Ausflug nach Island – mit grandiosen Naturbeschreibungen, eindrucksvollen Einblicken in das Leben der Bauern und der Bedeutung von Gemeinschaft. Wer ruhige und atmosphärische Romane mag, wird hier bestimmt auf seine Kosten kommen.

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