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Veröffentlicht am 31.07.2025

~ schwarz humorig und bitterböse ~

A Serial Killer’s Guide to Marriage
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„A Serial Killer’s Guide to Marriage“ ist ein unglaublich unterhaltsamer Krimi von Asia Mackay, der [weibliche] Wut, das Versagen der Justiz, moralische Grauzonen und die Vielschichtigkeit einer Ehe thematisiert. ...

„A Serial Killer’s Guide to Marriage“ ist ein unglaublich unterhaltsamer Krimi von Asia Mackay, der [weibliche] Wut, das Versagen der Justiz, moralische Grauzonen und die Vielschichtigkeit einer Ehe thematisiert. Und das scharfzüngig, trocken und vor Sarkasmus triefend.

~ schwarz humorig und bitterböse ~

Als Nathaniel Cabot und Hazel Matthews sich kennenlernten, war es Liebe auf den ersten Stich – wo sie das impulsive, wütende Feuer war, war er das organisierte Eis. Penible Planung trifft auf ungestüme Gewalt. Zusammen hinterließ sie eine blutige Spur durch ganz Europa. Doch wie oft der Fall, änderte sich für die beiden alles, nachdem sich Bibi angekündigt hat – aus dem aufregenden Jetlagleben, dem glamourösen Ehepaar und den leidenschaftlichen „Urlauben“, die aus S*x, Champagner und Tod bestanden, wurde ein nettes Haus in einer eingestaubten, vorstädtischen Wohnanlage, uninteressante Nachbarschaftstreffen und Krabbelgruppen-Klatsch.
Abgesehen davon, dass das monotone Hausfrauen-und-Mutter-Dasein Hazel zu Tode langweilt, ist ihr größter Stressfaktor – seit nunmehr als 1169 Tagen – die Abmachung, die ihr Fox – mittlerweile Bürohengst – aufgedrängt hat: Abstinenz!
Mit ihrer Ausrüstung und ihrem – der Gesellschaft einen Dienst erweisenden – Handwerk hat die Enddreißigerin auch ihre Kreativität begraben. Kein Bild ist seitdem entstanden …
Dass Fox diesen Verlust ihrer Identität weitaus besser wegzustecken scheint, zum Vorzeige-Daddy und aufmerksamen Ehegatten mutierte, strapaziert die Nerven der einst erfolgreichen Künstlerin nur umso mehr.

Aber irgendwann ist auch mal gut – nach einer ihrer vielen Auseinandersetzungen hintergeht Hazel ihren Mann und hofft, dieses Malheur verheimlichen und selbst richten zu können … Während sich das ehemals strahlende Paar immer weiter voneinander entfremdet, sich Missverständnisse, Lügen und Geheimnisse zwischen ihnen stapeln, Fox immer häufiger Überstunden macht, nur noch gestresst ist und sein Handy mit Argusaugen bewacht, ist es eine unbemerkt geknüpfte Freundschaft und weitreichende, alles zum Platzen bringende Entwicklungen, die Haze erneut drängen, in ihrem Fachgebiet aktiv zu werden …

„Beide konnten wir kämpfen. Beide konnten wir töten. Bei uns lief ein Streit nicht so ab wie bei anderen Paaren.“

„A Serial Killer’s Guide to Marriage“ wird aus wechselnder Perspektive – und das in einem herrlich direkten, unverblümten Ton – erzählt, sodass wir einen echten Zugang zu den Cabots, ihren recht deftigen Eigenarten und dehnbaren Grenzen bekommen. Schnell wird klar: Die beiden haben aufgehört miteinander zu reden, sich wirklich zu sehen. Der aufgestaute Frust und Ärger ist in jeder Geste, in passiv-aggressiven Kommentaren und explosiven Konfrontation zu spüren. Zwei Serienkiller, dessen Liebe droht zu Hass und tödlicher Gefahr zu werden …
Da das aktuelle Geschehen von Einblicken in ihr – komplett verschiedenes, aber gleichsam belastendes und nachhaltig prägendes – Aufwachsen sowie in die Anfänge ihrer unkonventionellen Liebe und in ihre glorreichen Jahre bereichert wird, ist der Kontrast zum eintönigen, faden Heute samt den charakterlichen Veränderungen deutlich. (Ich hätte mich wohl auch nach dem Damals zurückgesehnt.) Auch schwingen im Verlauf immer wieder Zweifel bzgl. der Echtheit ihrer Gefühle mit, ergänzend zur schwelenden Wut und dem wachsenden Misstrauen – eine unberechenbare Stimmung.
Es war durchweg fesselnd in ihre Gedanken einzutauchen, die Basis ihrer Taten und ihre derzeitige Mentalität zu ergründen.
Fox’ Strang, der still eigenen Kompensationsmöglichkeiten nachgeht und alleine gegen seine Eltern kämpft, erzeugt durch allerhand Ungereimtheiten subtilere Spannung als Hazels' – deren Handlungen und Aktivitäten liegen offen. Die Frage, ob sie es wirklich schafft, mit ihrer Tat und den vertrackten Verschleierungstaktiken durchzukommen, hält das Interesse aufrecht und lädt – wie auch die letzten Kapitel – förmlich zum Mitfiebern ein. Charakterlich hat die Autorin hier auf jeden Fall mit Tiefe gearbeitet, zusätzlich sind die Szenen um und mit Bibi (später auch mit Würstchen xD) und der aufmerksame Umgang mit der ~2-Jährigen total süß. Die sich verändernde Beziehung zwischen Jenny und Haze samt den Entwicklungen gen Ende waren klasse inszeniert!

Zwar wäre es dem Krimi zugutegekommen, straffer gehalten zu werden, dennoch ist dieser skurrile Plot größtenteils abwechslungsreich, unterhaltsam und aufregend. Voll von Grauschattierungen.
Es geht um die Liebe zu dem eigenen Kind und was man bereit ist, für dessen Schutz aufzugeben und zu tun, um die Höhen und Tiefen einer Partnerschaft und um Freundschaften. Gedanken über Selbstjustiz, Rache, die Versäumnisse der Justiz und die große Überlegung »Rechtfertigt der Schutz anderer Menschen eine Straftat?« waren auf eine nachvollziehbare -und hallende Weise eingebettet.
Fox & Hazel sind eigenwillige, aber gute Menschen – sie hätten durchaus einer schrecklicheren Passion nachgehen können …
Von mir gibt's eine große Empfehlung!

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Cozy Smalltown-Romance zum, Wohlfühlen

Love me in Autumn. Eine cinnamon spiced Romance
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Kurz vor ihrem 30. Geburtstag stellt sich Hazel immer häufiger die Frage, ob sie ihre 20er verpasst hat und dabei zu einer festgefahrenen Langweilerin mutiert ist?! Als die Buchhändlerin in einem ihrer ...

Kurz vor ihrem 30. Geburtstag stellt sich Hazel immer häufiger die Frage, ob sie ihre 20er verpasst hat und dabei zu einer festgefahrenen Langweilerin mutiert ist?! Als die Buchhändlerin in einem ihrer Schätze eine Botschaft – in Form von Knicken und Markierungen – findet (die kann doch nur für sie sein?!), beschließt sie, diese unerwartete Abwechslung in ihrer Routine anzunehmen, die Augen offenzuhalten und den Hinweisen nachzugehen. Doch Hilfe und jemand, dem sie sich anvertrauen könnte, wären nett. Da kommt Noah – der zugezogene, attraktive Frauenaufreißer – gerade recht. Immerhin heißt es, der Fischer wäre für Abenteuer zu haben …

Noah ist einer der besten Kunden im „Cinnamon Bun Bookstore“ und schwärmt schon lange für die süße Besitzerin. Als diese ihn nun darum bittet, ihr bei der mysteriösen Spurensuche zur Hand zu gehen und ihm indirekt einen Sommer mit ihr verspricht, sagt er zu. Und von Treffen zu Treffen muss er sich mehr zügeln, um nicht zu viel in das Ganze hineinzuinterpretieren.

Denn Hazel ist nicht auf der Suche nach einer festen Beziehung, und auch er will nur unverbindlichen Spaß … Oder?



„Love Me in Autumn“ ist eine Cozy-Romance mit Booknerd-Vibes und Smalltown-Feeling, perfekt also, um sich die trüben Tage zu vertreiben. Dies war mein erster Besuch in Dream Harbour, aber definitiv nicht mein letzter – es war wirklich schön, durch die Küstenstadt, von der es im Print eine superniedliche Karte gibt, zu streifen, einige der ulkigen BewohnerInnen kennenzulernen und Einblicke in Freundschaften und Beziehungen zu erhaschen.

Aus wechselnder Perspektive verfolgen wir das Geschehen, sodass wir uns erstmal mit den Protagonisten und ihrer Situation vertraut machen können – Noah, der mit seinen Entscheidungen aus der Vergangenheit, Versagensängsten und Schuldgefühlen hadert, hat für seine Zeit in der Stadt, die weder Moderne noch Veränderungen offen gegenübersteht, einige Pläne. Und noch hindert ihn eine fiese Stimme daran, seine Geschäftskonzepte zu teilen und sich damit wirklich an den verschrobenen Ort zu binden. …



Laurie Gilmore erzählt in einem leichten und klaren Ton, der das gemütliche Setting umschmeichelt und das Knistern zwischen Noah und Hazel, einem Paar, das einander zuhört, sich herausfordert und gemeinsam lacht, betont. Der Fischer schafft es mehrfach, mit seiner unverblümten, charmanten Art Hazel aus der Reserve, aus ihrer Zurückhaltung zu locken. Während er seiner Traumfrau unermüdlich zeigt, wie schön und sexy sie ist, bestärkt Hazel ihn in seinen Visionen. Dieses Zusammenspiel, ihr Wachsen, war einfach wunderbar ausbalanciert.

Die Schnitzeljagd, die uns zu Blaubeeren futtern, Kirmesbesuchen und Bootsausflügen verführt, bringt Abwechslung in den Verlauf, während die Frage, wer hinter den buchigen Botschaften steckt, das Interesse aufrechterhält. Doch je mehr Zeit Noah und Hazel miteinander verbringen, umso stärker werden ihre Gefühle füreinander. Dabei kommen sie mit jedem Tag, der vergeht, auch dem Ende ihrer Abmachung näher … Könnten sie mehr werden als Abenteuerpartner und Lesekumpel?



Dass die expliziten Szenen weder die romantische Entwicklung noch die Selbstzweifel, die beide davon abhalten, sich ihren Empfindungen zu stellen, übertünchen, vertraute Momente, kleine Gesten, ernste Gespräche und der mitschwingende Humor weitaus präsenter sind, macht „Love Me in Autumn“ zu einer wärmenden Wohlfühl-Story.

Gilmore spricht in ihrem Roman von der Liebe zu Büchern, vom Spaß, den das Leben bereithält, von Selbstfindung/-akzeptanz und dem Mut, Komfortzonen zu übertreten, Neues zu wagen, stehenzubleiben und sich zu verlieben.



„Sie war die herbe Note von Blaubeeren, die auf seiner Zunge explodierte, sie war salzige Luft, Regentage und das perfekte Buch. Sie war Küsse und heimliches Lächeln. Sie war alles.“

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Eine Reihe, die ihren Hype definitiv wert ist.

Play Along
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~ 𝓥𝓮𝓰𝓪𝓼, 𝓕𝓪𝓴𝓮-𝓜𝓪𝓻𝓻𝓲𝓪𝓰𝓮 𝓾𝓷𝓭 𝓢𝓹𝓸𝓻𝓽𝓼-𝓡𝓸𝓶𝓪𝓷𝓬𝓮 ~

Die Ausgangssituation wird im Klappentext ausreichend geschildert, daher verzichte ich auf eine ausschweifende Zusammenfassung. Nur so viel:
Was würdest du ...


~ 𝓥𝓮𝓰𝓪𝓼, 𝓕𝓪𝓴𝓮-𝓜𝓪𝓻𝓻𝓲𝓪𝓰𝓮 𝓾𝓷𝓭 𝓢𝓹𝓸𝓻𝓽𝓼-𝓡𝓸𝓶𝓪𝓷𝓬𝓮 ~

Die Ausgangssituation wird im Klappentext ausreichend geschildert, daher verzichte ich auf eine ausschweifende Zusammenfassung. Nur so viel:
Was würdest du tun, wenn du zwar ohne Erinnerungen, dafür mit einem Ehering am Finger, neben einem attraktiven Menschen aufwachst?
Zum Glück ist Isaiah kein Fremder … Um den Fauxpas nicht in die Öffentlichkeit zu tragen und ihren Ruf als professionelle Sportmedizinerin zu wahren, geht Kennedy auf Isaiahs Vorschlag, dem das alles gar nichts auszumachen scheint, ein. Für Eine Saison mimt sie die Frau an seiner Seite. Doch das ist nicht das, was der Baseballer wirklich will...

„𝐏𝐥𝐚𝐲 𝐀𝐥𝐨𝐧𝐠“ ist Teil vier der »Windy City«-Reihe, jedoch mein erstes Buch von Liz Tomforde. Und ja, ich kann den Hype um die Clique, die wir hier kennenlernen, um die FreundInnen, Liebenden, die "Wahl-Familien" nun besser verstehen.
Stilistisch liest sich die Romance wirklich wunderbar – detailreich, modern und authentisch. Zudem war es leicht, sich in die bildhafte Handlung einzufinden- und zu fühlen.
Die Dialoge sind oft spritzig-witzig und direkt, doch auch ernste Themen und echte Empfindungen, Konflikte und Probleme werden angesprochen und einfühlsam dargelegt.
Während Kennedy ebenso bedacht spricht wie agiert, um Kontrolle bemüht ist und sich nach Sicherheit sehnt, nach Stabilität, leise mit Ängsten und ihrer Vergangenheit kämpft, ist Isaiah aufmerksam, geduldig und bemüht, der Medizinerin den stummen Halt zu geben, um den sie niemals fragen würde. Er ist einfach da. Und komplett, bis über beide Ohren verliebt. Ich genoss die Schlagabtausche, die Annäherung und das sich Öffnen der Figuren, während Isaiahs Obsession hier und da Skurrilität brachte.
Tomforde schuf eine Geschichte mit Tiefe, eine Beziehung mit Kanten, abwechslungsreich und nicht frei von Missverständnissen und Trubel. Einige Ereignisse und Reaktionen lösten Wut aus, Mitgefühl, Seufzer; sorgten dafür, vor allem Kennedy schütteln – Richtung Glück schubsen –, sie fest in den Arm nehmen zu wollen. Humor, große Gefühle, rührende Geständnisse und heiße Momente – ich muss dringend auch die anderen Couples, von denen es hier einen super sympathischen Eindruck gab, kennenlernen.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Mitreißend, originell und reich an Wendungen.

Girls' Trip - Vier Freundinnen. Eine Luxusjacht. Eine tödliche Reise.
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„Girls' Trip – Vier Freundinnen. Eine Luxusjacht. Eine tödliche Reise“ wird als »ungewöhnlicher Locked-Room-Krimi« bezeichnet und Jan Gangsei bediente sich tatsächlich einem ungewöhnlichen, originellen ...

„Girls' Trip – Vier Freundinnen. Eine Luxusjacht. Eine tödliche Reise“ wird als »ungewöhnlicher Locked-Room-Krimi« bezeichnet und Jan Gangsei bediente sich tatsächlich einem ungewöhnlichen, originellen Aufbau – dieser allein trägt schon zu anhaltender Spannung bei und animiert zum Miträtseln- und denken.

Es sollte der perfekte Mädels-Trip werden, die Belohnung, nach einem erfolgreichen Schulabschluss, eine kurze Auszeit bevor das wahre Leben losgeht – luxuriös, voller Partys, Genuss und Alkohol.
Für Giselle, Vivian und Emi sind solche elitären Ausflüge, dekadente Feiern und ausgewählte, kulinarische Speisen nichts Außergewöhnliches. Doch für die Neue in der Clique schon. Dass gerade Maggie die Anführerin des Trupps kurz vor der Ankunft im Zielhafen über Bord geschubst haben soll, ist für die 17-Jährige unbegreiflich. Sie hat keine Erinnerungen an die vergangene Nacht, doch auf den Überwachungsvideos der „Escape“ ist eindeutig sie die Täterin … Oder?

Gangsei rollt ihre Story von vorne nach hinten auf – heißt, der Thriller beginnt mit Maggie, die in ihre Kabine gesperrt und des Mordes verdächtigt wird. Zwei Stunden vor dem nächsten Hafen, an dem bereits die Polizei wartet.
Von Kapitel zu Kapitel kommen wir dem Anfang der Reise näher, rekonstruieren die Situationen an Deck, während der malerischen Haltestationen und unter den Mädchen, sind Teil von Exzessen und Konflikten. Denn ja, bereits am ersten Tag hängt der Haussegen schief. Diese Erzählweise bedarf Aufmerksamkeit, erhöht die Neugier und hält das Interesse aufrecht, immer auf der Suche nach Puzzleteilen, nach Verdachtsmomenten. Zusätzlich wird das Geschehen durch Verhörprotokolle, Nachrichten mit unbekannter Herkunft sowie Tagebucheinträge der Vermissten bereichert – stets die Frage vor Augen, in welche Richtung ermittelt werden muss, ob längst feststeht, wer die Schuldige ist …
Aber was ist mit dem Bordpersonal, das nicht begeistert von der herablassenden Art zu sein scheint, wie die selbsternannte Prinzessin mit ihnen umgeht? Oder mit Giselles neuer Stiefmutter? Ihrem Vater, dem sie ein Dorn im Auge ist? Den FeindInnen und Neidern an Land? Vivien und Emi – auch die beiden waren, wie sich im Verlauf mehrfach zeigt, nicht immer mit Haverfords Verhalten einverstanden. Und Giselle selbst? Nun …

Jede der Frauen hat Geheimnisse, jedoch sind es vor allem Maggie Mitchells, die hauptsächlich besprochen und nur langsam sichtbar werden. Argwohn schüren. Es war unterhaltsam, Vermutungen über ihr wahres Wesen, ihre Intentionen anzustellen, mehr über sie und ihr Leben herauszufinden. Und auch die Richkids kennenzulernen lockte eine Menge Zweifel hervor: Emi blieb durchweg unnahbar und distanziert; ihr Misstrauen war ansteckend. Vivi erschlich sich hingegen mit ihrer unkonventionellen Einstellung, ihrem überraschenden Scharfsinn und Herzlichkeit zahlreiche Sympathiepunkte. Giselle … zeigte eine Bandbreite von (widersprüchlichen) Facetten, verbarg offensichtlich einiges und war alles andere als aufrichtig wohlwollend oder gar selbstlos. Bis wir herausfinden, welche Intrigen sich klammheimlich auf der „Escape“ entsponnen haben, welche perfiden Pläne, braucht es das gesamte Buch. Der Weg gen ausgeklügeltem Ende ist reich an unerwarteten Einblicken und Offenbarungen, subtilen Anfeindungen und Dekadenz.
Tiefschürfende, kritische Themen und Gedanken finden sich hier übrigens auch – zum Beispiel über Armut/Reichtum und Loyalität.
Unabdingbar für das Funktionieren eines Locked-Room-Krimis sind Engegefühle, der Eindruck, gefangen zu sein; der mitschwingende Hauch von Bedrohung, greifbare Schwere, die (noch) nicht ersichtliche Gefahr und Figuren, denen alles zuzutrauen ist. Motivationen und Wahrheiten, die nur leise ans Licht treten … und all das findet sich in „Girls' Trip“.

Der einzige Kritikpunkt: zu einem wirklich zufriedenstellenden, runden Abschluss fehlt es an einem kurzen Danach – denn die Geschichte endet abrupt mit der Auflösung. Ohne einen Blick auf Viv und Emi. Auf die Haverfords, auf Maggie.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 22.07.2025

Kurzweilige Urban-Romantasy

When the Moon touches my Soul
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Skylar Davis ist die Leiterin der Security-Abteilung eines der erfolgreichsten Nachtclubs in Downtown, Los Angeles. In Ihren freien Nächten streift die Mittzwanzigerin über die Dächer der Stadt, genießt ...

Skylar Davis ist die Leiterin der Security-Abteilung eines der erfolgreichsten Nachtclubs in Downtown, Los Angeles. In Ihren freien Nächten streift die Mittzwanzigerin über die Dächer der Stadt, genießt die Freiheit hoch oben und den Wolf in ihr. Eines Abends stößt sie auf eine entstellte Leiche und alarmiert den Alpha – Alisha –, doch die Spuren verlaufen in nichts. Als eine weitere Tote auftaucht und ihresgleichen verschwinden, fällt der Verdacht auf die offensichtlichsten Feinde der Wölfe.
Doch das ist nicht Skylars größtes Problem. Denn noch jemand ist auf der Jagd nach Monstern und ihr verdammt nah...

Schuld und Trauer, das Wissen um die Schrecken, die L.A. verbirgt, hielten Ryan Green von der pulsierenden Großstadt, jenem Ort, an dem sein Verlust so greifbar ist, fern – bis jetzt. Denn nun, getrieben von Rache und vorbereitet, ist der ehemalige Soldat zurück.
Als neuestes Mitglied des Security Teams des Nightwings.
Bis oben hin bewaffnet.
Mit einem einzigen Ziel.

Erzählt wird die urbane Romantasy aus wechselnder Perspektive – so bringt uns die Autorin Ryans Tragik, seine unerschütterliche Intention und seine grenzenlose Wut näher. Im selben Maße werden wir Teil von Skylars Leben. Introvertiert und unabhängig geht sie in ihrem menschlichen Job auf und behält in sämtlichen Bereichen gerne die Kontrolle. Dass diese ihr nun langsam entgleitet, ist neu für die Wandlerin – genau wie die besorgniserregenden Vorfälle und die Konfrontationen mit den beiden größten Bedrohungen für sie und ihre Art …

War das erste Aufeinandertreffen der Protagonisten von Anspannung durchzogen, wird diese rasch von Anziehung ersetzt. Aber während Ryan mit einer Mission, die seinen Tod bedeuten könnte, nach L. A. kam und seine verlorenen Lieben ihn quälen, ist es vor allem Skylars Geheimnis, das es ihr unmöglich macht, sich auf einen „normal Sterblichen“ einzulassen – und gerade auch das Wissen um Ryans Hass.

Maria Winter schreibt in einem leichten Ton, eröffnet uns logisch die widernatürlichen Gegebenheiten ihrer hier geschaffenen urbanen Welt und der Wesen. Die Autorin gab ihrem Setting unbestreitbar Tiefe, indem sie nicht nur auf bildhafte Weise die Vorteile hervorhob, die Schönheit und Vielfalt, sondern auch die Missstände und den Egoismus, den Anonymität bringt. Abgesehen des ehemaligen Soldaten und seiner Vorgesetzten treffen wir weitere Figuren, die neugierig machen und – wie diverse Entwicklungen – Abwechslung bringen. So zum Beispiel Alisha und Mason, von denen ich gerne noch mehr lesen würde, oder auch Arcan.
Was mich leider nicht erreichen konnte, war die romantische Fast-Burn-Komponente und Skylar, die nur sehr selten wie eine wachsame Kämpferin wirkte.
Nichtsdestotrotz gab es actionreiche, unerwartete und unterhaltsame Szenen.
Wer für die Entführung der Wölfe und die Morde verantwortlich ist? Ob Ryan seine Pläne umsetzen und wie lange Skylar ihr Geheimnis bewahren kann?
Das solltet ihr selbst ergründen –
Fazit: „When the Moon touches my Soul“ ist eine softe Romantasy, die daran erinnert, dass die wahren Monster mitten unter uns leben!

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