Profilbild von Franci

Franci

Lesejury Star
offline

Franci ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Franci über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.09.2025

Gute Story

Carnal Urges
0

Als Sloane Keller erwacht, befindet sie sich in den Fängen der irischen Mafia – und schlittert mitten hinein in einen blutigen Krieg. Statt mit verängstigtem Blick, tränennassen Wangen und zitternder Stimme ...

Als Sloane Keller erwacht, befindet sie sich in den Fängen der irischen Mafia – und schlittert mitten hinein in einen blutigen Krieg. Statt mit verängstigtem Blick, tränennassen Wangen und zitternder Stimme um ihre Freiheit zu betteln, stellt sich die Yogalehrerin ihrem Entführer Declan O’Donnell mit bissigem Humor und saftigen Sprüchen. Die furchtlose Gefangene schafft es sogar, mit ihrem bezaubernden Charme seine Truppe aus gestandenen, skrupellosen Männer zu ihrer zu machen.
Während Sloane den berüchtigten Mafiosi zur Weißglut treibt, wird sie zu seiner kostbarsten Eroberung … Doch in Declans Welt bedeutet Liebe Risiko …

Auch der zweite Teil der Romance-Reihe „Queens and Monsters“ besticht durch eine Menge Witz und eine taffe Protagonistin. Ehrlich, ich musste so oft herzlich lachen! Wir werden in eine Welt gezogen, die aus Gefahren und Bedrohungen besteht, aus Leidenschaft und Mordlust.
Erzählt wird aus wechselnder Perspektive, was uns die Figuren und ihre Situationen, ihr Zueinanderfinden näherbringt. Zwar spielt die Mafia-Komponente nur eine hintergründige Rolle, fokussiert sich J.T. Geissinger merklich auf die zwischenmenschliche, romantische Entwicklung, und der Spice-Anteil gewinnt erst ab der Hälfte der Story an Gewicht, jedoch ist „Carnal Urges“ reich an Überraschungen – sowohl den Iren als auch Keller betreffend. Beide haben Eigenheiten und Vorlieben, unsichtbare Narben, denen auf den Grund gegangen wird, sodass Gefühle, Verhalten und Reaktionen stimmig sind. Bereichert wird die Handlung durch die Männer unter O’Donnells Führung und durch Kage und Natalie – das Paar, das wir bereits aus „Ruthless Creatures“ kennen. Gekonnt und aufregend verknüpft die Autorin die Schicksale der Freundinnen und ihrer konkurrierenden, von Hass getriebenen Partner miteinander.

Stilistisch lesen wir eine locker-flockige, von Misstrauen und Vorsicht durchzogene Romance, die amüsiert und unterhält. Es warten Wendungen und Hürden, Action, Blut wie auch gefühlvolle und heiße – sehr anschauliche – Sequenzen. Eine wichtige Rolle spielen Themen um Selbstwert, Vertrauen, Loyalität und Freundschaft.
Ohne das „Bonuskapitel“ wäre „Carnal Urges“ rund abgeschlossen, jedoch schlägt Geissinger mit diesem einen unerwarteten Bogen zur Fortsetzung, in der Natalie und Sloane sowie die Rivalität zwischen Kage und Declan mit Sicherheit eine Rolle spielen werden. Verrat, Intrigen, Geheimnisse – ich bin bereit!


„No. I think you look like Rockefeller Center at Christmas, Japan in cherry blossom season, and the thousand vivid shades of green in the wild moors of Northern Ireland, all rolled into one.”

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.09.2025

Schwächster Teil der Reihe

My Dark Prince
0

»𝗕𝗮𝗯𝘆, 𝗶𝗰𝗵 𝗹𝗶𝗲𝗯𝗲 𝗱𝗶𝗰𝗵 𝗺𝗲𝗵𝗿 𝗮𝗹𝘀 𝗣*𝗿𝗻𝗼𝘀, 𝗣𝗶𝘇𝘇𝗮 𝘂𝗻𝗱 𝗲𝗶𝗻 𝗸𝗮𝗹𝘁𝗲𝘀 𝗯𝗲𝗹𝗴𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲𝘀 𝗕𝗶𝗲𝗿 𝗮𝗻 𝗲𝗶𝗻𝗲𝗺 𝗔𝘂𝗴𝘂𝘀𝘁𝗻𝗮𝗰𝗵𝗺𝗶𝘁𝘁𝗮𝗴 (…)«

Willkommen zurück auf der 𝗗𝗮𝗿𝗸 𝗣𝗿𝗶𝗻𝗰𝗲 𝗥𝗼𝗮𝗱 – hier ist das Wetter kalt und die Männer noch kälter ...

»𝗕𝗮𝗯𝘆, 𝗶𝗰𝗵 𝗹𝗶𝗲𝗯𝗲 𝗱𝗶𝗰𝗵 𝗺𝗲𝗵𝗿 𝗮𝗹𝘀 𝗣*𝗿𝗻𝗼𝘀, 𝗣𝗶𝘇𝘇𝗮 𝘂𝗻𝗱 𝗲𝗶𝗻 𝗸𝗮𝗹𝘁𝗲𝘀 𝗯𝗲𝗹𝗴𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲𝘀 𝗕𝗶𝗲𝗿 𝗮𝗻 𝗲𝗶𝗻𝗲𝗺 𝗔𝘂𝗴𝘂𝘀𝘁𝗻𝗮𝗰𝗵𝗺𝗶𝘁𝘁𝗮𝗴 (…)«

Willkommen zurück auf der 𝗗𝗮𝗿𝗸 𝗣𝗿𝗶𝗻𝗰𝗲 𝗥𝗼𝗮𝗱 – hier ist das Wetter kalt und die Männer noch kälter – eigentlich …

15 Jahre sind vergangen, seit Oliver wortlos aus dem Leben von Briar verschwunden ist und ihre Selbstzweifel gefüttert, ihre Abscheu geschürt hat. Bis heute blieb ihr der unverschämt reiche Unternehmer-Sohn sowohl eine Erklärung als auch eine Entschuldigung und einen endgültigen Abschluss schuldig.
Dem milliardenschweren Partyhengst war immer bewusst, dass das erste Aufeinandertreffen mit seiner Rose kein kuscheliges Wiedersehen wird, aber dass Briar prompt durch einen Unfall ihr Gedächtnis verliert und er binnen weniger Augenblicke von der verhassten Jugendliebe zum besorgten Verlobten aufsteigt, ist eine Wendung, die vor allem seine besten Freunde köstlich amüsiert – ganz im Gegensatz zu Oli selbst. Denn sein Anwesen, verborgen in den hintersten Winkeln, teilt er sich bereits mit etwas – oder jemandem –, der jeden Funken Glück absorbiert …

Schon in den vorigen Bänden haben wir Oliver von Bismarck, seine anzüglichen Sprüche und seine unbeschwerte Einstellung kennenlernen und genießen dürfen. Nun zeigt sich, dass hinter dem Image des „unterbelichteten, ziellosen Playboys“ weitaus mehr steckt: von einer arbeitsintensiven Karriere über ein nicht überwundenes Trauma bis hin zu zerfressenden Schuldgefühlen und Angst.
Während er alles versucht, um seine Scharade, die Briars Amnesie erfordert, glaubhaft zu inszenieren und aufrechtzuerhalten, ahnt er nicht, dass das Mädchen seiner Jugend – getroffen von der Hinterlist, erschüttert vom Lügengerüst – im Begriff ist, zurückzuschlagen.
Der Klappentext von 𝐌𝐲 𝐃𝐚𝐫𝐤 𝐏𝐫𝐢𝐧𝐜𝐞 verspricht eine düstere, perfide, von Abscheu getragene Story – letztlich ist der dritte Band der Billionaire-Romance-Reihe von L. J. Shen & Parker S. Huntington im Vergleich zu 𝐌𝐲 𝐃𝐚𝐫𝐤 𝐑𝐨𝐦𝐞𝐨 und 𝐌𝐲 𝐃𝐚𝐫𝐤 𝐃𝐞𝐬𝐢𝐫𝐞 deutlich softer und seichter, weniger prickelnd und aufregend. Kein ernstzunehmender Funke von Enemies-to-Lovers. Das heißt nicht, dass die Wortgefechte keinen Spaß machen, die Figuren langweilig sind oder die Schicksale und Themen nicht berühren. Jedoch hinterlassen inkonsequente Aussagen und Vorhaben, die nicht umgesetzt werden und den Protagonisten ihre Glaubhaftigkeit nehmen, einen faden Geschmack. Aufgrund von unnötigem Hin und Her kam es mehrfach zu Längen und Stillstand. Es wird von Verlassen und Loslassen gesprochen, um im nächsten Satz zu bleiben und einen Versuch zu wagen, von Rache, die nie serviert wird. Lässt man irrelevante Überlegungen und Augenblicke außen vor, findet man hinter der detailverliebten Aufmachung eine amüsante, gefühlvolle Second-Chance-Liebesgeschichte über zwei Menschen, die Schweres ertragen mussten, deren Vergangenheit Narben hinterlassen hat. Schmerz, Schuld und Bürden.

„𝗘𝘀 𝘄𝘂𝗲𝗿𝗱𝗲 𝗺𝗲𝗶𝗻 𝗧𝗼𝗱 𝘀𝗲𝗶𝗻, 𝗱𝗶𝗲𝘀𝗲𝗻 𝗠𝗮𝗻𝗻 𝗹𝗼𝘀𝘇𝘂𝗹𝗮𝘀𝘀𝗲𝗻.“

Shen und Huntington führen uns in einem modernen, direkten und bildhaften Ton durch ihre Romance, die mit einem traumhaft dekadenten Setting zum Schwärmen verführt. Durch die wechselnden Perspektiven in der Gegenwart und die Einblicke in das Damals zeigt sich deutlich, dass sich beide verändert und weiterentwickelt haben. Nicht mehr die sind, die sich einst liebten.
Musste Briar Rose durch ihr Aufwachsen als unerwünschtes Anhängsel, zahlreiche Tiefschläge und zuletzt durch Olis Verrat auf die harte Tour lernen, allein klarzukommen, ist sie heute eine Frau mit Prinzipien, die sich ihren Erfolg hart erarbeitet hat; stets darauf bedacht, keine Schwäche zu zeigen. Dass die Intimitätskoordinatorin in der Lage ist, für sich einzutreten und jedem/r die Stirn zu bieten, werden schon bald ihre vermeintlichen Freundinnen aus der „Nachbarschaft“, der Mann, der ihr das Herz gebrochen, und die Frau, die sie geboren hat, am eigenen Leib erfahren.
Oli hingegen kam nie über das hinweg, was er seiner ersten Liebe und seiner Familie angetan hat, quält sich des Nachts und vermeidet es, echte Freude zu empfinden. Festgefahren in dem Versuch, Buße zu tun, erhofft er sich täglich Vergebung, ohne sich selbst zu verzeihen; trägt eine Fassade zur Schau, die die Wahrheit und sein echtes Selbst verbirgt.
.
Im Verlauf kristallisiert sich nach und nach heraus, was vor anderthalb Jahrzehnten geschah, welchen Einfluss ein tragischer Unfall auf die Bismarcks und Briar hatte. Fragen werden beantwortet und eine nachvollziehbare Basis geschaffen. Auch Briars erschütternde, berührende (Familien)Geschichte wird näher beleuchtet und hält (Un)Erfreuliches bereit. Zusätzlich wird das Geschehen durch die Nebenfiguren und deren Eigen- und Besonderheiten bereichert: Frankie, Dallas, Romeo, Zachary und Farrow sowie Sebastian sind ein tragender, wichtiger Bestandteil der Story. Diesen ungewöhnlichen GesellInnen verdanken wir allerhand unterhaltsame, skurrile und interessante Momente und Dialoge. Der rege, trockene Schlagabtausch zwischen Oliver und seiner „Knuddelmaus“, die „Entwicklung ihrer Beziehung“, das erwachsene, neue Kennenlernen sorgen für einige Lacher, Romantik und Spaß. Anstelle von Spice, moralischer Verwerflichkeit und Dunkelheit, wie von einer Geschichte aus der 𝗗𝗮𝗿𝗸 𝗣𝗿𝗶𝗻𝗰𝗲 𝗥𝗼𝗮𝗱 erwartet, fokussieren sich die Autorinnen auf Themen wie Vergebung, Wachstum, Kompromisse und die Anerkennung der eigenen Relevanz. Billionaire-Boys, Found-Family und Second-Chance statt deepe Dark-Romance.

Insgeheim hoffe ich darauf, dass L. J. Shen & Parker S. Huntington auch für Frankie und Sebastian noch eine Liebe (er)finden und „My Dark Prince“ nicht unser letzter Besuch in der von Dekadenz und ungewöhnlichen Persönlichkeiten durchzogenen Straße war …

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.09.2025

Klingt spannender als es ist

Garden Girls
0

„Garden Girls“ ist definitiv ein Thriller, der aufgrund seiner Themen und der Vorgehensweise des Täters das Zeug hätte, zu fesseln – jedoch gelang dies Jessica R. Patch meiner Meinung nach nur bedingt.

Lange ...

„Garden Girls“ ist definitiv ein Thriller, der aufgrund seiner Themen und der Vorgehensweise des Täters das Zeug hätte, zu fesseln – jedoch gelang dies Jessica R. Patch meiner Meinung nach nur bedingt.

Lange war es still in der »Stranger Crime Unit« – eine Spezialeinheit, die sich u. A. auf Fälle mit religiösem Hintergrund fokussiert. Nun wird die Truppe um Tiberius Granger an die Küste in North Carolina gerufen, an der ein Serienkiller für Aufmerksamkeit sorgt – entführte Frauen, mit Blumen tätowierte Körper, öffentlich präsentierte Leichen. Vieles deutet darauf hin, dass der Täter bereits Bekanntschaft mit der SCU gemacht und sich und seine Methoden weiterentwickelt hat. Und Rache an Ty – der ihn einst vor laufender Kamera verhöhnte – nehmen, sich beweisen will. Als eine der vermissten Frauen eine Verbindung zum Agent aufweist, muss sich dieser seiner traumatischen Vergangenheit, seinen Ängsten und seiner verlorengeglaubten Liebe stellen …

Weckte der Prolog noch meine Neugier, die perfiden Morde Gänsehaut, war das Drumherum – von den ErmittlerInnen bis hin zu persönlichen Dramen und Beziehungen – lediglich nervig und anstrengend. Wobei dies vielleicht auch am monotonen, einfachen Stil lag. Gerade den Dialogen fehlte es an Authentizität, die ellenlangen Monologe brachten die Story nur selten voran und der willkürliche Wechsel der im Fokus stehenden Person sorgte mehrfach für Verwirrung. Emotional konnte ich mich deswegen nur schwer in die Situationen und Befindlichkeiten versetzen, mitfühlen oder -fiebern. Auch mangelte es mir hier und da an Logik (Bsp.: Zwei Frauen, die sich für tot erklären lassen/als tot gelten und nicht gefunden werden wollen, behalten ihren nahen Wohnsitz und ihre Namen?! Im Leben nicht.). Trotz dieser Kritik hielt mich die Frage, wer hinter den Verbrechen steckt, welche Intentionen als Antrieb gelten, die Gänsehaut verursachenden Gräuel und die Kapitel, in denen wir Teil „seiner“ Gedanken werden, davon ab, „Garden Girls“ abzubrechen.

Obgleich streckenweise temporeiche und spannende Kapitel warten, es Überraschungsmomente und schlüssige Zusammenhänge gibt, ich die Themen um religiöse FanatikerInnen, Sekten sowie die Darstellung der Morde als originell und interessant betrachte, ist die Geschichte hinter dem hübschen Cover keine, die mMn gelesen werden muss.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.09.2025

Band eins hatte schon Schwächen, aber diese Fortsetzung...

Fox and the Falcon
0



„𝗜𝗰𝗵 𝘄𝘂𝗲𝗿𝗱𝗲 𝗹𝗶𝗲𝗯𝗲𝗿 𝗺𝗶𝘁 𝗱𝗶𝗿 𝘀𝘁𝗲𝗿𝗯𝗲𝗻, 𝗮𝗹𝘀 𝗼𝗵𝗻𝗲 𝗱𝗶𝗰𝗵 𝘇𝘂 𝗹𝗲𝗯𝗲𝗻.“

Nachdem Marlow Thorson in „𝐓𝐡𝐞 𝐃𝐞𝐞𝐫 𝐚𝐧𝐝 𝐭𝐡𝐞 𝐃𝐫𝐚𝐠𝐨𝐧“ realisierte, dass ihre schrecklich schöne Halluzination, die sie seit ihrer Kindheit ...



„𝗜𝗰𝗵 𝘄𝘂𝗲𝗿𝗱𝗲 𝗹𝗶𝗲𝗯𝗲𝗿 𝗺𝗶𝘁 𝗱𝗶𝗿 𝘀𝘁𝗲𝗿𝗯𝗲𝗻, 𝗮𝗹𝘀 𝗼𝗵𝗻𝗲 𝗱𝗶𝗰𝗵 𝘇𝘂 𝗹𝗲𝗯𝗲𝗻.“

Nachdem Marlow Thorson in „𝐓𝐡𝐞 𝐃𝐞𝐞𝐫 𝐚𝐧𝐝 𝐭𝐡𝐞 𝐃𝐫𝐚𝐠𝐨𝐧“ realisierte, dass ihre schrecklich schöne Halluzination, die sie seit ihrer Kindheit – und durch vergangene Leben – begleitete, genauso real ist wie die Mächte, zu denen sie einst beten musste, und die Wesen, mit deren Interpretationen sie es als ,Merit Finnegan' auf die Bestsellerlisten schaffte, änderte sich nicht nur ihre Weltanschauung – auch jeder andere Funke ihres Daseins geriet in Schieflage, stürzte die 26-Jährige ins (mentale) Chaos. Statt endlich die Sicherheit der starken Arme von Caliban genießen zu können, war es ein unbedachter Befehl, der ihr ihren Seelenverwandten entrissen hat. Eine beschwerliche Reise samt etlicher Unglaublichkeiten später schaffte es Marlow mit der Unterstützung und dem Wissen von Fauna, ihrer neuen, durchgedrehten besten Freundin, und deren Lover, den Sohn des ,Herrschers der Hölle' aufzuspüren und sich im Zuge dessen Feinde wie Aufmerksamkeit zu sichern und einen Stein gen Krieg zu werfen. Nur durch einen berechnenden Engel gelangte Mar zurück in die trügerische Sicherheit der Menschenwelt. Doch ohne Azrames und ihren gerade erst wiedererlangten Fürsten …

In „𝐓𝐡𝐞 𝐅𝐨𝐱 𝐚𝐧𝐝 𝐭𝐡𝐞 𝐅𝐚𝐥𝐜𝐨𝐧“ machen sich zwei Frauen nordischer Abstammung erneut auf, um ihre Männer zu finden und aus feindlichen Gefilden zu retten. Marlow und Fauna durchstreifen verschiedene Pantheons auf der Suche nach Verstärkung im Kampf gegen die Phönizier. Dafür nutzen sie Lügen und Täuschungen, nehmen die Götterdämmerung, den Zorn der Mächtigen und Anarchie in Kauf, provozieren den Fall der bestehenden Ordnung.
Dass Marlow in diesem Lebenszyklus nichts weiter ist als eine Schachfigur, die endlich all das mitbringt, worauf die Göttlichen epochenlang allerorts gewartet haben, wird ihr am Ende, nachdem sie blind geglaubt, ihre Mauern fallen gelassen und alles für die zuckersüchtige Nymphe und deren dämonischen Gefährten, für Gerechtigkeit und die Liebe riskiert hat, selbst ihr eigenes Leben, schmerzlich bewusst …

„No other Gods“ hätte eine packende Story sein können, aufregend und witzig, bewegend und mysteriös, jedoch wirkt die Geschichte insgesamt sehr unausgereift – zähe Wiederholungen, Stillstand, verschachtelte Ausschweifungen, angefüllt mit Nonsens, machten es schwer, dem wirren Verlauf zu folgen und die Ereignisse, die fragwürdigen Erkenntnisse und angeblichen Zusammenhänge zu verstehen oder zumindest nachzuvollziehen. Der Erzählung fehlte es nicht nur an Fokus, sondern auch an Logik. Dabei war der Stil von Piper CJ durchgängig detail- und bildreich wie spritzig-flapsig. In den letzten Kapiteln ist es gerade Silas, der Marlow mit kryptischen Andeutungen zu einer wenig sinnig dargelegten „Auflösung über ihre Rolle“ führt, sodass ich insgesamt doch enttäuscht bin. Denn die mythologische Komponente und die Verstrickungen mit verschiedenen Pantheons waren ziemlich cool und meines Empfindens nach auch – in Teilen – recherchiert. Die Interpretation des „Antichristen“, der Krieg zwischen den Reichen, ausgelöst durch eine Revolution der „Unteren“ und eine ahnungslose Sterbliche, bis hin zum Weg gen Götterdämmerung, basiert auf einer erfrischenden, unterhaltsamen Idee. Die sich aber scheinbar keiner Überarbeitung unterzog.
𝗜𝗰𝗵 𝗳𝗿𝗮𝗴𝗲 𝗺𝗶𝗰𝗵, ob jemand vor der Veröffentlichung objektiv über diese unrunde Fantasy-Serie drübergeschaut hat?! Wo sind die – im Buch nicht aufgeführten – KorrektorInnen und LektorInnen gewesen? Gerade von einem Publikumsverlag erwarte ich jedenfalls ein gewisses Maß an inhaltlicher Qualität.
Über diese groben Fehler trösten auch nicht der Kern – Selbstbestimmung und freier Wille –, nicht der Found-Family-Aspekt und die ,Liebe über Zeiten' hinweg. Apropos: Was ich im Auftakt sehr schätzte, waren die tragischen, emotionalen Sequenzen – diese fehlen nun vollkommen. Genau wie die Probleme aus Marlows „irdischem Leben“.
Nichtsdestotrotz sind die Figuren, wenn auch so wankelmütig und sprunghaft wie der Plot, facettenreich ausgearbeitet – es war mir unmöglich, Fauna, Az, Caliban, Silas oder die neu Dazugestoßenen einzuschätzen. Zwischen all dem, worauf meine Kritik basiert, finden sich Wendungen und Spannung, unglaublich viel Verrat, Misstrauen, Manipulationen und gebrochene Herzen. Wenige Antworten, dafür neue Fragen.
Statt einer Dilogie scheint es sich nämlich um eine Trilogie zu handeln – sollte Band drei übersetzt werden, weiß ich nicht, ob ich wirklich noch eine Runde dieser in großen Teilen verwirrenden Geschichte durchleben möchte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.09.2025

Wunderbar gemütliche Geschichte für stürmische Herbstage.

A Dark and Secret Magic
0

Hecate Goodwin wurde – entgegen der Traditionen – bereits kurz nach ihrer Geburt zu einer Heckenhexe ernannt. Über die Gründe dafür hat Kates Mutter nie ein Wort verloren. Mittlerweile lebt die junge Frau ...

Hecate Goodwin wurde – entgegen der Traditionen – bereits kurz nach ihrer Geburt zu einer Heckenhexe ernannt. Über die Gründe dafür hat Kates Mutter nie ein Wort verloren. Mittlerweile lebt die junge Frau gemeinsam mit Merlin in einem abgeschiedenen, urigen Cottage und geht ihrer Pflicht – zu heilen, zu schützen und zu helfen – gewissenhaft nach. Dieser ist es nun zu verdanken, dass sie einem alten Bekannten Unterschlupf gewähren muss. Matthew Cypher, Magier vom „Tor des Pazifiks“ und Erbe seines geächteten Zirkels. Nicht nur sein Verhalten bei ihrer letzten Begegnung stößt der eigentlich warmherzigen Hexe bitter auf, auch ein kryptischer Traum, der sie vor einem Dunklen König gewarnt und aufgefordert hat, Antworten im Buch ihrer Mutter zu suchen, hängt Hecate nach.
Da sie zusätzlich mit der Ausrichtung des Samhain-Festes für die Mitglieder des „Schlüssel des Atlantiks“ beauftragt wurde und ihre Eindämmung kurz bevorsteht, nimmt sie Matthews Angebot, ihr unter die Arme zu greifen, widerwillig an.
Als der Heckenhexe tatsächlich ein Grimoire ihrer Mutter in die Hände fällt, dessen Inhalt mit blutiger, verbotener Magie versiegelt ist, verwandelt sich ihr ruhiges, geordnetes Leben in pures Chaos. Was verbirgt sich auf den verfluchten Seiten und wieso verwehrt ihr die Oberste des Zirkels sämtliche Antworten?

„𝐀 𝐃𝐚𝐫𝐤 𝐚𝐧𝐝 𝐒𝐞𝐜𝐫𝐞𝐭 𝐌𝐚𝐠𝐢𝐜“ ist, wie schon das wunderschöne Cover verspricht, eine perfekte Geschichte für stürmische Herbsttage und cozy Stunden – gewürzt mit einer Prise Spannung, dunklen Geheimnissen und einem Hauch Gefahr. Da uns einige Leckereien begegnen, wartet im Anhang sogar eine Auswahl an magischen Rezepten.🥧

Wallis Kinney führt uns in einem detailreichen, sehr atmosphärischen Ton aus der Sicht von Hecate durch ihre dichte Storyline, in der sich Mystik und herbstliche Melancholie mit Geheimnissen, Dunkelheit und subtiler Bedrohung vereinen.
Im durchdachten und einnehmenden Verlauf sind relevante Informationen über (magische) Gegebenheiten, die kreativen Hexenarten, Traditionen und Rituale angenehm verteilt, sodass es leicht war, sich in die geschaffene Welt einzufinden – und Zusammenhänge sowie aufkommende Zweifel nachzuvollziehen. Denn die Wahrheiten, die am Ende der diesjährigen Halloweenzeit ans Tageslicht dringen, erklären und ändern so einiges …

Neben Kate und ihrem ungebetenen Besucher sind es Nebenfiguren, die die Handlung, in der es gleichermaßen bedrückend wie amüsant zugeht, bereichern – Ginny und Winifred beispielsweise. Auch Celeste und Miranda nehmen einen wichtigen Platz ein. Zwar sind die drei Schwestern grundverschieden, ihre Beziehung hin und wieder angespannt, von Konflikten getrübt, doch bilden sie letztlich eine sich stärkende und unterstützende Einheit.
Matthew, der Kate nicht nur mit seinem Talent, Kürbisse zu schnitzen, zur Seite steht, sondern ihr mit seinem Wissen über dunkle Magie – jene, die augenscheinlich im starken Kontrast zu ihrer eigenen steht – hilft, das Grimoire ihrer Mutter und das Ausmaß ihrer Kräfte zu entschlüsseln, ist charmant, aufmerksam und liebenswürdig. Und doch umgibt ihn eine kühle Distanz ... etwas verschweigt er …

Die romantische Entwicklung schmiegt sich wunderbar in das Geschehen, war leicht, zart und animierte zur Vorsicht.
Besonders den Schlussakt habe ich sehr gefühlt: Hier überschlagen sich nochmal die Ereignisse, während die Autorin mit Offenbarungen schockiert, Fäden zusammenführt und zeigt, dass selbst Magier und Hexen alles für die Liebe opfern und jeden verraten würden … Tragik und Lügen, Geister und Untote, Veränderungen und Umarmungen – davon hat Hecate Goodwin an ihrem 31. Geburtstag jedenfalls erstmal genug.

„A Dark and Secret Magic“ ist eine stimmungsvolle Fantasy-Geschichte, die durch magische, gemütliche Elemente und warme Augenblicke getragen wird. Düstere, aufregende Sequenzen sowie bewegende Momente vermischen sich mit Geheimnissen und bilden eine packende Lektüre für den Herbst.



🍵„𝘐𝘤𝘩 𝘴𝘪𝘵𝘻𝘦 𝘢𝘶𝘧 𝘥𝘦𝘮 𝘍𝘦𝘯𝘴𝘵𝘦𝘳𝘣𝘳𝘦𝘵𝘵 𝘶𝘯𝘥 𝘴𝘦𝘩𝘦 𝘻𝘶, 𝘸𝘪𝘦 𝘥𝘪𝘦 𝘵𝘪𝘯𝘵𝘦𝘯𝘴𝘤𝘩𝘸𝘢𝘳𝘻𝘦 𝘕𝘢𝘤𝘩𝘵 𝘦𝘳𝘴𝘵 𝘪𝘯𝘥𝘪𝘨𝘰𝘣𝘭𝘢𝘶 𝘶𝘯𝘥 𝘥𝘢𝘯𝘯 𝘥𝘶𝘯𝘬𝘦𝘭𝘨𝘳𝘢𝘶 𝘸𝘪𝘳𝘥. 𝘚𝘵𝘶𝘯𝘥𝘦𝘯 𝘷𝘦𝘳𝘨𝘦𝘩𝘦𝘯. 𝘞𝘦𝘯𝘯 𝘪𝘤𝘩 𝘮𝘦𝘪𝘯𝘦𝘯 𝘉𝘭𝘪𝘤𝘬 𝘷𝘰𝘮 𝘏𝘪𝘮𝘮𝘦𝘭 𝘢𝘣𝘸𝘦𝘯𝘥𝘦, 𝘬𝘰𝘦𝘯𝘯𝘵𝘦 𝘥𝘪𝘦 𝘛𝘳𝘢𝘶𝘦𝘳 𝘮𝘪𝘤𝘩 𝘶𝘦𝘣𝘦𝘳𝘳𝘰𝘭𝘭𝘦𝘯.“

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere