Joahr, gute Idee, die nicht sonderlich ausgearbeitet wirkt.
Eislotus. Wasser findet seinen Weg„𝐄𝐢𝐬𝐥𝐨𝐭𝐮𝐬: 𝐖𝐚𝐬𝐬𝐞𝐫 𝐟𝐢𝐧𝐝𝐞𝐭 𝐬𝐞𝐢𝐧𝐞𝐧 𝐖𝐞𝐠“ ist der erste Band der aktuellen High-Fantasy-Dilogie von Liza Grimm und lockte mich mit der vielversprechenden Idee: Menschen, die Elementarmagie beherrschen, und ...
„𝐄𝐢𝐬𝐥𝐨𝐭𝐮𝐬: 𝐖𝐚𝐬𝐬𝐞𝐫 𝐟𝐢𝐧𝐝𝐞𝐭 𝐬𝐞𝐢𝐧𝐞𝐧 𝐖𝐞𝐠“ ist der erste Band der aktuellen High-Fantasy-Dilogie von Liza Grimm und lockte mich mit der vielversprechenden Idee: Menschen, die Elementarmagie beherrschen, und Seelen, die in Bücher gebannt werden.
𝙊𝙥𝙩𝙞𝙨𝙘𝙝 𝙚𝙞𝙣 𝙃𝙞𝙜𝙝𝙡𝙞𝙜𝙝𝙩 – kann der Inhalt da mithalten?
Die hier geschaffene Welt besteht aus mehreren Reichen, in denen die unterschiedlichsten Bedingungen und die jeweiligen Völker über ein Element herrschen. Seelenbücher, die mit der Macht und dem Wissen Verstorbener gespeist werden, tragen erheblich zu den Fähigkeiten der Menschen bei. Jedoch sind es einzig die Buchbinder, die die Seelen in die Artefakte bannen können – die wichtigste Ressource der Welt. Wo die Buchbinder leben, floriert der Handel, erblüht das Leben. Um einen erneuten Krieg um diese zu verhindern, wurde vor vielen Jahren das „Ritual des Lichts“ angesetzt. Doch nur wer den harten Wettkämpfen der Akademie und den prüfenden Blicken der BewohnerInnen von Lort standhalten kann, darf sich während diesem beweisen …
32 TeilnehmerInnen, die für Ehre und ihr Volk antreten. Doch am Ende haben nur 4 von ihnen die Chance auf das kostbarste Gut der Welt.
💙 »𝘿𝙖𝙨 𝙍𝙞𝙩𝙪𝙖𝙡 𝙙𝙚𝙨 𝙇𝙞𝙘𝙝𝙩𝙨 𝙜𝙚𝙬𝙞𝙣𝙣𝙩, 𝙬𝙚𝙧 𝙨𝙠𝙧𝙪𝙥𝙚𝙡𝙡𝙤𝙨 𝙜𝙚𝙣𝙪𝙜 𝙞𝙨𝙩, 𝙪𝙢 𝙟𝙚𝙣𝙚 𝙖𝙪𝙨𝙯𝙪𝙨𝙘𝙝𝙖𝙡𝙩𝙚𝙣, 𝙙𝙞𝙚 𝙗𝙚𝙨𝙨𝙚𝙧𝙚 𝘾𝙝𝙖𝙣𝙘𝙚𝙣 𝙝𝙖𝙗𝙚𝙣.«
Nara ist die Elementgesandte ihres Volks, eine Mondgebundene, und erhofft sich von einem Sieg keinen Ruhm – aber Rettung. Denn ihre Heimat erzittert vor Armut, Kälte und Abwanderung.
Auch Katso Sano will nicht nur verhindern, dass seine Familie alles verliert, sondern auch die Zukunft Sas sichern. Dass der Sonnengebundene einen Nachteil gegenüber den anderen hat, sollte dabei möglichst nicht ans Licht kommen.
Durch diese beiden erleben wir das Geschehen. Zu Beginn bekommen wir einen Eindruck ihrer Probleme, Situationen und ihrer Intentionen. Grimm führt die LeserInnen eher bedächtig und langsam in ihre durchaus einfallsreiche und malerische Handlung, jedoch werden relevante Informationen ausgespart, maximal angedeutet, nie voll und ganz ausgeführt. Für mich bleibt das gesamte Worldbuilding daher ziemlich blass, lückenhaft und oberflächlich, was es mir schwer machte, die Gegebenheiten komplett zu verstehen und zu greifen.
Lässt man diesen Punkt außen vor, hat man eine Akademie-Story, in der Halbwahrheiten und Lügen, Geheimnisse, mysteriöse Tode und verschwundene Seelenbücher ebenso das Interesse aufrechterhalten wie das präsente Konkurrenzverhalten der verschiedenen Elementgesandten. Wenn auch der Großteil dieser blass und im Hintergrund bleibt, sorgen die aktiv im Geschehen verankerten Charaktere für Misstrauen, rufen zur Vorsicht auf. Wer ehrlich und wohlwollend ist, bleibt fraglich. Die Protagonisten wurden hingegen mit Details, Gefühlen und Fehlern ausgearbeitet, sind hilfsbereit und entschlossen. Positiv und authentisch ist, dass sich weder Nara noch Katso besonders in den Vordergrund drängen oder signifikant „talentierter“ als ihre MitstreiterInnen sind. Auch stehen romantische Entwicklungen nicht im Fokus, jedoch ist absehbar, dass zwischen den Rivalen ein »mehr« flirrt. Ebenso wie der Mix aus bekannten Elementen und neuen Ideen empfand ich diesen Umstand als ziemlich erfrischend.
Die Gestaltung von „Eislotus: Wasser findet seinen Weg“ ist außen wie innen toll gelungen, der Stil liest sich leicht und unkompliziert, auch wenn es dem Auftakt an Lebendigkeit und Tiefe fehlte. Für Witz und Bissigkeit sorgte die „gesichtslose Fußnote“ – wer diese Anmerkungen von sich gibt und die Geschehnisse beobachtet, wird (noch) nicht enthüllt, jedoch meine ich, dass es sich um etwas Altes, Wissendes handelt.
Im Verlauf finden sich Aufgaben und Prüfungen, die insgesamt interessant zu verfolgen waren, kommen wir durch diese doch den Kräften des Einzelnen nahe. Auch Verluste müssen betrauert – und kritisch beäugt – werden, Ungereimtheiten tun sich im gleichen Maße auf wie der – für die Elementgesandten unverständliche – Unmut der BewohnerInnen Lorts. Irgendetwas – oder irgendjemand – scheint in diesem Wettstreit falsch zu sein. Und zu all der Vorsicht, die jedeR Auserwählte innerhalb der Mauern walten lassen muss, wenn er/sie überleben will, sind auch die ‚Unversehrten' – eine Rebellengruppierung, die gegen den Bund zwischen Mensch und Seelenbuch agiert – nicht zimperlich...
Das Ende war für mich nicht sonderlich überraschend, was nicht heißt, dass ich trotz aller Kritik nicht dennoch wissen möchte, wie es weitergeht. Welche Elementgesandten werden am ‚Ritual des Lichts' antreten und weshalb sind die Buchbinder eine Rarität? Was hat es mit den seltsamen Vorkommnissen an der Academy, der gesamten Welt und der Magie wirklich auf sich? So viele Fragen, auf die wir (hoffentlich) im Herbst eine Antwort bekommen.
Fazit: Spannende Idee, die mMn nur halbgar ausgearbeitet wurde.