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Veröffentlicht am 02.02.2026

Romancesuspense die bewegt

The Storm in Our Hearts
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Ein Jahrzehnt ist vergangen, seit Jane McCaffrey ihre Heimatstadt und damit auch ihren besten Freund, ihre erste Liebe, wortlos verlassen hat. Statt den perfekten Neuanfang inmitten der Großstadtanonymität ...

Ein Jahrzehnt ist vergangen, seit Jane McCaffrey ihre Heimatstadt und damit auch ihren besten Freund, ihre erste Liebe, wortlos verlassen hat. Statt den perfekten Neuanfang inmitten der Großstadtanonymität zu erhaschen, sich als Musikerin einen Namen zu machen, verfängt sie sich schon bald in einem Netz aus Angst und Gewalt – etwas, das sie doch so dringend hinter sich lassen wollte …

♡ „𝘝𝘪𝘦𝘭𝘭𝘦𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘸𝘢𝘳 𝘴𝘪𝘦 𝘻𝘶 𝘦𝘪𝘯𝘴𝘢𝘮 𝘶𝘯𝘥 𝘷𝘦𝘳𝘻𝘸𝘦𝘪𝘧𝘦𝘭𝘵 𝘨𝘦𝘸𝘦𝘴𝘦𝘯, 𝘶𝘮 𝘮𝘦𝘩𝘳 𝘻𝘶 𝘦𝘳𝘸𝘢𝘳𝘵𝘦𝘯 𝘢𝘭𝘴 𝘥𝘢𝘴, 𝘸𝘢𝘴 𝘴𝘪𝘦 𝘢𝘮 𝘌𝘯𝘥𝘦 𝘣𝘦𝘬𝘢𝘮. 𝘝𝘪𝘦𝘭𝘭𝘦𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘴𝘤𝘩𝘪𝘦𝘯 𝘦𝘴 𝘪𝘮𝘮𝘦𝘳 𝘯𝘰𝘤𝘩 𝘣𝘦𝘴𝘴𝘦𝘳 𝘻𝘶 𝘴𝘦𝘪𝘯 𝘢𝘭𝘴 𝘥𝘢𝘴, 𝘸𝘢𝘴 𝘴𝘪𝘦 𝘷𝘰𝘯 𝘻𝘶 𝘏𝘢𝘶𝘴𝘦 𝘬𝘢𝘯𝘯𝘵𝘦.“

Jetzt sieht Jane endlich die – womöglich einzige – Chance, zu flüchten, hoffentlich zum letzten Mal. Raus aus der Isolation, raus aus dem Leben auf Zehenspitzen. Sich der Risiken ihres Plans bewusst, setzt die heute 28-Jährige alles daran, Scarlett vor Trauma und Schmerz, vor jenen Erfahrungen zu bewahren, vor denen ihre eigene Mutter sie nie beschützen konnte. Linden Falls wird zu einer Zwischenstation – die Jane mit einer Flut aus Erinnerungen und Gefühlen willkommen heißt. Mit verdrängten Momenten voller Pein, Vorsicht und Tränen. Aber auch mit Augenblicken, an die sie sich so lange verboten hat, zu denken: Erdnussbutter Brownies. Auftritte im Grassroots Café. Abende auf der Aussichtsplattform. Ali, Hannah, Nik. Schmetterlinge und Küsse. Dass Jane trotz ihrer damaligen Entscheidungen auch Herzlichkeit entgegenschwappt, Umarmungen von alten FreundInnen, ist für die junge Mutter ebenso überraschend, wie sie die Liebe, die noch immer in Nik Andinos Augen liegt, überfordert …

„The Storm in Our Hearts“ ist ein bewegender Roman, in dem wir mit sensiblen Themen, lückenhaften Systemen und realen Situationen konfrontiert werden. Mit Szenarien und Emotionen, die wehtun. Mit Figuren, deren Gedanken, Empfindungen und Verhaltensweisen so nahbar gezeichnet waren, so schmerzhaft echt, dass es mir den Hals zuschnürte. Denn wo Zärtlichkeit sein sollte, ein Gemeinsam und Verbundenheit, herrschen bei den McCaffrey Frauen Unsicherheit und Schrecken. Sozial abgeschieden, unterdrückt und in Abhängigkeit gezwungen, erpresst und auf verschiedene Arten misshandelt … – Ergebnisse, die Narben hinterlassen, falsche Scham und Vorsicht. Aber auch Wut.

Erzählt wird hauptsächlich aus Janes Perspektive, sodass wir Teil ihres inneren Aufruhrs werden, ihres Chaos, ihrer Zweifel und ihres Plans. Da uns Melissa Wiesner in einem einfachen, schnörkellosen Stil – aber durchaus in bildreichen Worten – durch die Handlung führt, war es leicht, sich mit Jane in Linden Falls zu verlieren, sich zu erinnern. Inmitten von Angst, Melancholie und Schwermut flimmern nach und nach Hoffnung auf, begrabene Leidenschaft. Aufgrund intensiver Schilderungen und Einblicke in die Zeit vor und während Los Angeles waren der stete Schulterblick zurück, das Misstrauen, Sorge und Unruhe ein präsenter Bestandteil der Protagonistin und der Storyline, genau wie Janes Distanz, ihre Kälte. Wie die still in ihr brodelnden Vorwürfe, wenn sie ihrer Mutter in die Augen sieht – dieselben, die auch in ihr toben, wenn sie ihrem eigenen Spiegelbild entgegenblickt. Denn eigentlich wollte die Flüchtige, die alles und jeden verlassen hat, um dem Kreislauf zu entfliehen, nie so sein, nie so werden …

Durchbrochen werden Janes Vergangenheit und Gegenwart von Nik, dessen Träume mit den Jahren andere wurden, der seine Bestimmung fand, aber nie aufhörte, seine beste Freundin zu suchen, sie zu vermissen, sich nach ihr zu sehnen. Jane McCaffrey jetzt zu begegnen, reißt dem Assistenzarzt den Boden unter den Füßen weg und doch ist er nicht gewillt, Jane noch einmal ohne Antworten gehen zu lassen.
Als er ihren Geheimnissen näher kommt, taucht plötzlich eine weitere Frage in seinem Kopf auf. Eine, dessen Antwort er vielleicht nicht ertragen kann.

Wiesner hat hier eine aufwühlende Geschichte geschrieben, die das Denken und Fühlen, den Alltag, zu vieler Menschen aufgreift und damit mitten ins Herz trifft. Eigenen Zorn entfacht. Das winterliche Setting einer Kleinstadt wurde im Heute gemütlich inszeniert, während dem Elternhaus der Protagonistin ein Stillstand, Trostlosigkeit, anhaftet. Obgleich die Stimmung angespannt ist, wankend, subtil von Bedrohung durchtränkt, sorgt Scarlett – einerseits mit unbedarfter Kindlichkeit, andererseits zu erwachsen, sich der Umstände bewusst – für Leichtigkeit. Für Normalität. Auch Janes Mom ist relevant, eine Frau, die ihr Leben in die Hände eines Monsters gelegt hat. Bereut. Und so ambivalente Emotionen diese Figur auch auslöst, so … authentisch ist sie. Zerbrochen, aber nicht am Boden. Frei, jedoch nicht losgelöst von den ihr über Jahre hinweg eingebläuten (Denk)Mustern.

Nik ist ein absoluter Greenflagboy, einer, der trotz der Tatsache, dass er mit einem gebrochenen Herzen und vielen, vielen nagenden Fragen zurückblieb, zugänglich, verständnis- und rücksichtsvoll agiert. Fürsorglich. Und Jane … die jetzt für so viel mehr kämpft als für sich. Mut, Bewunderung und Mitgefühl sind Dinge, die ich ihr auf ihrem beschwerlichen Weg, während der unerwarteten Veränderungen, entgegenbrachte. Ihr Halt in Linden Falls entwickelt sich vollkommen anders als von der Endzwanzigerin, von dieser starken Mutter, erhofft – der Verlauf spitzt sich zu, schlägt Haken und mündet in eine unerwartete Richtung.

Melissa Wiesner widmet sich in „The Storm in Our Hearts“ ungemein wichtigen Themen, generiert Aufmerksamkeit für die Opfer von häuslicher Gewalt und bannt Empfindungen und Handlungsweisen realistisch auf Papier. Zudem weist die Autorin in ihrer Romance darauf hin, dass sich selbst unter dem Deckmantel eines Retters, eines Charmeurs, ein Ungeheuer verbergen kann … und ein ganzes Dorf täuscht. Du bist nicht allein und du hast mehr verdient.

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Neuauflage Rezension

Von Blut & Magie
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So viel habe ich von Melanie Lanes „Anderswelt-Serie“ gehört, dass ich jetzt, wo die Neuauflage erschienen ist, selbst einen Blick wagen musste.



Lilly ist eine attraktive, introvertierte Kellnerin – ...

So viel habe ich von Melanie Lanes „Anderswelt-Serie“ gehört, dass ich jetzt, wo die Neuauflage erschienen ist, selbst einen Blick wagen musste.



Lilly ist eine attraktive, introvertierte Kellnerin – und allein. Schon immer hat sich die Mittzwanzigerin eine Familie gewünscht, gab es doch immer nur sie und ihre Mum, die eher einer Freundin gleichkam.

Als sie eines Nachts plötzlich von zwei Männern entführt wird, in einem luxuriösen Zimmer erwacht und einer der Übeltäter gar nicht so fremd ist, kann sie nicht glauben, was diese von sich geben: Sie soll Lillianna Callahan sein? Thronfolgerin Alliandoans und der sieben Welten? Herrscherin über ein Paralleluniversum, das es eigentlich nur in Büchern gibt? Tz … (Un-)Glücklicherweise sind die Beweise hierfür beängstigend real. Das Knistern von Magie in der Luft, blaue Flammen, die auf ihrer Haut tanzen, die Verbundenheit zu Nickolas, der ihr Bruder ist, und die überirdisch attraktiven Unsterblichen um sie herum. Vor allem Lucan Vale, der zwar nicht das Haupt vor ihr senkt, sie aber stetig mit einem herablassenden, intensiven Blick mustert, und seine dunkle Kriegerschar ziehen Lilly in ihren Bann.

Je mehr die vermeintlich „einfache Sterbliche“ über ihre Herkunft und die tragische Geschichte der Anderswelt erfährt, umso sicherer ist sich die Prinzessin, dass sie hier richtig ist, dass das ihre Bestimmung, ihr Platz ist. Denn sie sieht, was jenen, die schon immer in einem System aus Unterdrückung, Ausbeutung und Gewalt gefangen sind, nicht sehen. Fokussiert nicht ihre eigenen Vorteile, Annehmlichkeiten und den Prunk, sondern gräbt in Abgründen, in Sklavenhandel, in Hass und Niedertracht. Hinterfragt altbackene, ideologische Gedankenmuster, archaische Strukturen und eine Regentschaft, die sich bereichert, alles hat und nichts gibt. Dass es gerade der Engelsadel, ihre Spezies, ist, der an der Spitze der Unsterblichen steht, hält Lillianna nicht davon ab, ihre Wut zu zeigen, sich Gehör zu verschaffen und die Veränderungen einzuleiten – schon bald werden die ersten Bündnisse geschlossen, Buße getan, Opfer befreit. Lilly wirbelt mit ihrer taffen Art und dem frischen Blick, mithilfe von neuen FreundInnen und Kriegern, die Anderswelt auf. Sehr zum Verdruss der snobistischen Minister. Aber weder die Vorbehalte aus dem engsten Kreis, Feinde, die nicht einzig aus dämonischen Reihen stammen, noch die Anschläge auf ihr Leben, halten den Halbengel davon ab, verstehen zu wollen und nach Lösungen zu suchen.

Während die Magie Lilly noch im Stich lässt, widmet sich die junge Frau mit Euphorie und Tatendrang ihrem körperlichen Training, lebt sich in die Politik der Reiche und in ihre Verantwortung ein. Immer an ihrer Seite, immer in ihrem Kopf: Lucan Vale – König der Assassinen, der gefürchtetste und geächtetste Mann der Anderswelt. Gefährlich für ihr Herz.



„Von Blut & Magie“ ist Band 1 einer sechsteiligen Urban-/High-Fantasy-Serie und der Beginn eines komplexen, aufregenden Abenteuers. Die Geschichte geht sofort los und bleibt in großen Teilen bis zum Schluss unterhaltsam und interessant. Mir persönlich fehlte es aber stellenweise an Ereignissen und Abwechslung. Viele ausführliche (oder sich wiederholende) Monologe, Beobachtungen und Zweifel der Protagonistin sowie Stillstand ziehen die Story in die Länge. Zudem geschehen etliche zwischenmenschliche Entwicklungen im Off, sodass es schwierig war, Resultate – wie Freundschaften oder romantische Gefühle – wirklich nachzuvollziehen. Zwar wirkt Lilly – abgesehen von ihren politischen Ambitionen und ihrem Verständnis – nicht immer wie die 27-Jährige, die sie ist, schafft es aber dennoch, mit Mut, Stärke und Schlagfertigkeit einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Denn Alliandoans Thronfolgerin hat Feuer, bietet dem Adel die Stirn, ist sich der Vorurteile und Gegenwinde bewusst und schreckt trotzdem nicht davor zurück, Altes auszuhebeln und für sich und die unterdrückten Unsterblichen einzustehen.

Schon in diesem Band vollzieht die Protagonistin eine deutliche Entwicklung. Wir dürfen also gespannt sein, womit uns Lillianna Callahan in den weiteren Büchern überrascht.


Lucan ist der geheimnisvolle Bad-Boy – kühl, harsch und abweisend. Obgleich ich ihn als mysteriösen Loveinterest anziehend fand, blieb er lange ein nicht zur Gänze einschätzbares Hintergrundrauschen, ebenso konturlos wie Lillys aufkeimende Empfindungen für ihn. Nur stückchenweise entsteht aus heimlichen Informationen, harten Wahrheiten, kleinen Gesten, Fürsorge und Rückhalt ein konturiertes Bild dieses Mannes. Eines, das sein Verhalten, seine Distanz erklärt und ihn gleichzeitig zugänglicher und weicher macht.


Was mich besonders faszinierte, war das ausgefeilte, aufwendige Worldbuilding; der Fokus deutlich auf den Missständen, die gleichzusetzen sind mit denen, die wir in unserer Welt finden. Melanie Lane beschäftigt sich in ihrer Serie viel mit Politik, dem Patriarchat und mit der Ausgrenzung von „Minderheiten“, von Wesen, deren Wert ihnen von der herrschenden Rasse abgesprochen wird. Allein dieser ernste und detailreich ausgearbeitete Aspekt und die Botschaft, die die Autorin durch das Handeln ihrer Protagonistin ausdrückt, heben die Story auf ein komplett anderes Level. Denn manchmal braucht es nur einen anderen Blickwinkel, nur eine Person, um Veränderungen zu generieren. Weil Stillstand nie besser ist als Wandel. Weil „das war schon immer so“ selten „gut“ ist. Dementsprechend ereilen uns in „Von Blut & Magie“ zahlreiche Informationen über die Anderswelt, um die Strukturen – und Lillys Zorn, ihr Bestreben – zu verstehen. Einige Reiche lernen wir in diesem Band bereits genauer kennen – und es war ein Erlebnis, die Thronfolgerin bei ihren Erkundungstouren zu begleiten; mächtigen Gelehrten, Ausgestoßenen, Dämonen und Harpyien, Ghoulen und Formwandlern zu begegnen.

Lane lässt uns bildreich in die Welten eintauchen, die Wunder samt den Flecken hinter dem glänzenden Schein sehen, Wut und die Faszination fühlen. Abgesehen von diesen Ortswechseln, den königlichen Verpflichtungen und Lillys Einfinden in ihre neue Rolle sind es die Nebenfiguren, die Abwechslung bringen, für Leben sorgen, Vielfalt symbolisieren. Vor allem ins Herz geschlossen habe ich Duncan, aber auch King, Alina, Malik, Olli und Nick sind stets an der Seite der zukünftigen Regentin und wurden mit Feinheiten gezeichnet, mit Tiefe und Entwicklung. Gerade Nick, festgefahren und glatt, wächst durch Lillys Sichtweise. Und Cora, Drake und Odile? Die wirbelten die Handlung mit Individualität und Direktheit gehörig auf.


Durch Misstrauen, allerhand Fragen und die erwarteten Bedrohungen ist der Verlauf oft angespannt. Hingegen sind spritzige Geplänkel, wagemutige Pläne, Trotz und offene Gespräche der Leichtigkeit zuträglich, während die Schlagabtausche und Flirts zwischen Lilly und Lucan eine gewisse Reibung bringen. Es warten actionreiche Szenen, bewegende Momente, erschütternde Offenbarungen und einiges an Humor, wunderschöne Freundschaften und nötige Konflikte. Aufgrund des authentischen, direkten und klaren Stils von Melanie ist es unproblematisch, sich in die Story einzufinden und alles zu verstehen. Lillys Ängste und Verzweiflung, ihren Schmerz und ihre Enttäuschung zu spüren. In den letzten Kapiteln nehmen Tempo und Spannung nochmal Fahrt auf, Entdeckungen und Ereignisse überschlagen sich und münden in einem Ende, dem unbedingt weiter nachgegangen werden muss. Aber auch die Neugier auf die übrigen Teile der Anderswelt, die scheinbar aussichtslose Romance und Lilliannas Pläne animieren dazu, diese Geschichte weiterzuverfolgen.


Kritisch anmerken möchte ich die Fehlerzahl, die in der überarbeiteten Neuauflage zu finden ist. Und den nicht durchweg optimalen Buchsatz.

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Emotional, aufregend, komplex und düster

The Dark Is Descending
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„The Dark is Descending“ ist das Finale der „Nytefall-Trilogie“ – und was für eines!

»Die Dunkelheit kann lernen, das Licht zu lieben.«

Nach dem herzzerreißenden Cliffhanger geht es aufregend und emotional ...

„The Dark is Descending“ ist das Finale der „Nytefall-Trilogie“ – und was für eines!

»Die Dunkelheit kann lernen, das Licht zu lieben.«

Nach dem herzzerreißenden Cliffhanger geht es aufregend und emotional weiter. Astraea ist nicht bereit, den Verlust ihrer Liebe zu akzeptieren, und stürzt sich in die Suche nach Heilung, nach einer Lösung. Bereit, alles und jeden zu zerstören, der sich ihr, der Sternenmaid, der wahren Königin Solanis, in den Weg zu stellen versucht. Ihr Ziel: die Unendlichkeit mit ihm, mit Nyte. So wie es immer sein sollte … Doch schon bald läuft die Zeit gegen Astraea, gegen Nyte, gegen die Welt: Das Gleichgewicht gerät immer mehr aus den Fugen, die Nacht ist allgegenwärtig, Sterne fallen vom Himmel, und die Schläge der Götter sind tückisch. Denn selbst sie blicken neidvoll auf Lightsdeath und Nightsdeath, auf das, was Dunkelheit und Licht teilen.

So viel vorab: Ihr solltet diese Serie unbedingt selbst erleben, selbst fühlen.
Ja, der Auftakt war lückenhaft, irgendwie unausgereift und öfter holprig. Aber der tragische Kern, der dem Ganzen innewohnt, war bereits in „The Stars are Dying“ zu erahnen. Von Anfang an wurde gekämpft, miteinander und gegeneinander, wurde sich verloren, wiedergefunden und neu erschaffen, es wurde getrauert, gelitten und gebangt. Und nun ist er gekommen, jener Moment, auf den alles hinauslief – jedes Leid, jede Trennung, jeder Verrat, den Nyte und Starlight im Laufe ihrer Leben ertragen mussten.

„The Dark is Descending“ ist angefüllt mit Dramatik, Leidenschaft und Freundschaften, mit verlorenen Kämpfen und kleinen Siegen. Mit Aufbegehren und dem erbarmungslosen Durst nach Vergeltung. Mit noch mehr Opfern, Abschieden, Intrigen und Wahrheiten, die alles, was war, woran geglaubt wurde, in Grauschleier hüllen. Endgültige Entscheidungen, unerwartete Bedrohungen und gewagte Bündnisse, Flüche, Prüfungen, Machtdemonstrationen und actionreiche Schlachten ebnen die Seiten, die schwer sind, von Wut, Verzweiflung und Blut.

Wieder verankern uns die wechselnden Perspektiven mitten in der Handlung, die dunkel und bedrückend ist. In einem System, in dem Gier, Neid und Ausbeutung regieren, das von Hetze, Furcht und realer Ungerechtigkeit durchzogen ist. Peñaranda spart nicht an bildhaften Beschreibungen und malerischen Details, sodass die komplexen Entwicklungen schlüssig, das Setting und die Figuren vorstellbar inszeniert waren.
Von Band zu Band wurden Solanis und die einzelnen Gebiete greifbarer – durch Mythen und Sagen um die Entstehung der Welt, aufgrund der Präsenz von Gottheiten und Erschaffern. Abwechslungsreich bevölkert, gleichermaßen mit Magie und Wundern besprenkelt wie mit Hass und Krieg. Wir stoßen auf Drachen und den Tod, auf Vampire, Magier, Celestials und Fae (…), die dem düsteren, oftmals aussichtslos erscheinenden Treiben eine fantastische, ehrfurchtgebietende Note verleihen.

Durch erneute Rückblenden wird auch die wankende, allseits als Bedrohung angesehene Beziehung von Astraea und Nyte weiter konturiert. Die Autorin zeichnete in gefühlvollen, poetischen Worten eine starke, bedingungslose Liebe, jedweder Hürde und Vorbehalte zum Trotz. Zwei Charaktere, die nie mehr wollten als ein Gemeinsam, als eine Veränderung; in denen so viel mehr verborgen liegt – Wunderbares und Beängstigendes … Diese Hintergründe, verteilt als Puzzle in der kompletten Trilogie, haben mich ungemein bewegt, Mitgefühl ausgelöst – zeigen sie doch Schrecken und Manipulationen, Gewalt und eine schiere Flut aus Verlusten. Konträr hierzu sind es Humor, spritzige Schlagabtausche, hitzige Diskussionen und damn heißer Spice, die den Schleier der Anspannung an passender Stelle heben.

Auch Darstellung und Entwicklung von Astraea und Nyte haben mich nachhaltig beeindruckt. Chloe C. Peñaranda schaffte es, ihre Protagonisten im Laufe der Serie wachsen zu lassen, ihnen stückchenweise, mit jeder Erkenntnis, jedem Rückschritt, jedem Opfer, mehr Stärke, mehr Facetten zu verleihen. Gerade Nyte ist in seinem Denken, Handeln und Fühlen ambivalent. Seine – frisch entdeckten – Empfindungen sind stets in Bewegung. Hin- und hergerissen zwischen dem Unheil, für das er steht, das er jederzeit entfachen kann, und seiner Liebe, einer ihm fremden Weichheit. Sehr interessant und clever: Chloe C. bringt uns in diesem Buch „Nightsdeath“ – die personifizierte Dunkelheit des Kriegers – losgelöst von Nyte näher. Aus Astraea, der erinnerungslosen Tänzerin, die ihrer Autonomie und Freiheit beraubt wurde, wurde eine Waffe – Hoffnungsträgerin und Untergang. Empathisch, gütig und doch bereit, für ihr Volk, ihre Prinzipien, ihre Verbündeten zu töten. Die Autorin erweckte ihre Hauptcharaktere zum Leben, gab ihnen im Angesicht der Finsternis und des Sturms um sie herum Menschlichkeit und Schwächen, ließ sie für wenige Augenblicke vergessen, um sich ineinander zu verlieren. Um sich zu erinnern. Explizite Szenen fügen sich trotz der hierfür gewählten derberen Sprache stimmig ein.

Diverse Intentionen samt aufwallender Zweifel und Befürchtungen waren nachvollziehbar herausgearbeitet, mit Trauma und Schmerz unterlegt, sodass selbst die Grausamkeit Verständnis entfacht. Niemand in diesem Geschehen ist nur gut, nur böse, handelt einzig selbstlos oder der allgemeinen Norm entsprechend. Überall finden wir Grau und Schatten, Authentizität inmitten Verderben.
Neben Astraea und Nyte bereichern Nebenfiguren die Storyline auf vielfältige Weise: Rosalind, Drystan, Zathrian, Nadia, Davina, Lilith und all die anderen waren ein Teil des Plots, fest integriert. Wir treten den Feinden entgegen, lernen neue Verbündete kennen, müssen alte gehen lassen, werden von Intrigen überrascht, von Offenbarungen erschüttert …
Und das Ende? Das ist nahezu perfekt. Stimmig. Bittersüß. Lässt wehmütig auf die „Nytefall-Trilogie“ blicken und hoffen, dass Peñaranda vielleicht irgendwann noch mehr Geschichten aus Solanis für uns bereithalten wird.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Tolle Idee, aber die inhaltliche Qualität lässt zu wünschen übrig

Petals in my Heart
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Die Averys waren schon immer ein fester Bestandteil der Kleinstadt Sidhehollow und haben den BewohnerInnen über Generationen hinweg stets geholfen, wo sie nur konnten.
Das Geheimnis der Familie ist ein ...

Die Averys waren schon immer ein fester Bestandteil der Kleinstadt Sidhehollow und haben den BewohnerInnen über Generationen hinweg stets geholfen, wo sie nur konnten.
Das Geheimnis der Familie ist ein unausgesprochenes und wird nur im engsten Kreis praktiziert … Denn in ihrem Blut fließt Magie. Aber wie jede/r weiß: Wunder haben ihren Preis …

Jeanne Avery ist leidenschaftliche Bäckerin und Autorin von Rezeptbüchern. Um ihre Kreationen zu verbessern und zu testen, hilft sie regelmäßig im Bookish Brews aus – sehr zur Freude von Keira, Aidan und der Kundschaft. Viel Zeit verbringt die junge Frau im Anwesen ihrer Familie und im ewigen Garten, wunderschön und zugleich ein Mahnmal. Hier, unter prachtvollen Blüten, liegen jene, die dem Fluch der Liebe zum Opfer fielen. Zwar kreierten die Averys über die Jahrzehnte hinweg etliche Schutzmaßnahmen – doch auch diese verlangen ein Opfer. Jeanne, die sich gegen die Eindämmung ihrer Emotionen entschieden hat und stattdessen raffiniert verzauberte Köstlichkeiten verteilt, um dem schweren Schicksal ihrer Linie zuvorzukommen, wird sich nun gewahr, eine Sache nicht bedacht zu haben …

Dorian Winslow ist ein renommierter Botaniker, der der mysteriösen Flora in Sidhehollow auf den Grund gehen soll. Schnell zeigt sich, dass diese irische Einöde tatsächlich vor einer bisher unbekannten und unentdeckten Artenvielfalt strotzt. Mit diesem zeitlich begrenzten Aufenthalt will Dorian nicht nur seinen Forschungen gerecht werden, sondern auch vor Dublin und seinem gebrochenen Herzen fliehen. Und die hier herrschende Stille, die urige Atmosphäre des Dörfchens und die eigentümlichen BewohnerInnen samt Ziegen scheinen ihm wirklich gut zu tun. Vor allem die Gesellschaft einer bestimmten Nachbarin, die ihm bei seiner Eingewöhnung und seiner Arbeit eine willkommene Hilfe ist – Jeannes Küchenexperimente sind ein wahrer Genuss und auch ihr Wissen über Pflanzen und deren (heilende) Eigenschaften treffen in Dorian einen Nerv, schaffen eine gemeinsame Basis und wecken sein Interesse. Schade, dass er nicht vorhat, sich jemals wieder zu verlieben …

„Petals in my Heart“ ist die neueste Romantasy von Melissa Ratsch, in der ein charmantes Städtchen, tratschende Einheimische und entlaufene (verfressene) Ziegen sowie vielfältige Leckereien für Gemütlichkeit sorgen.
Die Idee hinter der Geschichte fand ich spannend und originell, jedoch wirkte gerade zu Beginn alles sehr steif und auch die folgende Handlung – zumindest relevante Teile wie die romantische Entwicklung, der Fluch oder die magische Komponente – bleibt eher oberflächlich. Wann sich verliebt wurde und wie es zu „Liebe über alles“ kam?
Abgesehen von den nicht nachvollziehbaren Gefühlen fiel es mir schwer, die Charaktere zu greifen, lag über allem doch eine gewisse Distanz. Dabei lässt uns Ratsch das Geschehen aus wechselnder Perspektive verfolgen. Dorians Wunsch, Abstand von seiner Heimat zu erlangen, wurde schlüssig begründet, ebenso wie Jeannes Angst vor der Liebe, geht diese für ihre Familie doch nur sehr selten gut aus. Im Verlauf erhalten wir durch Verlust, Rituale, Bekanntschaften mit einzelnen Mitgliedern der Averys und Jeannes Situation nach und nach einige Informationen über die Hintergründe, die Bürde und die Auswirkungen, die der Fluch mit sich bringt. All dem fehlte es dennoch an Tiefe und Zeit, so wie es dem Stil an Abwechslung und Raffinesse mangelte und dem Buch insgesamt an einem Korrektorat – fehlende, zu viele oder sich wiederholende Worte und falsche Endungen sind jedenfalls rege gegeben.

„Petals in my Heart“ basiert auf einer tollen, frischen und dramatischen Idee. Die Umsetzung konnte mich nicht überzeugen, aber ich bin sicher, dass diese Fastburn-Romantasy mit Smalltown-Setting ihre LeserInnen findet.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

So aufwühlend wie die tosende See – und genauso tröstlich.

Ella - Sprünge über Schatten | Mit wunderschönem limitierten Farbschnitt
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Mit Ella, der ältesten Niehaus-Schwester, führt Lene Jansen ihre rührende Trilogie fort.
Wieder schlägt uns der raue Wind, der salzige Geruch der Nordsee entgegen, der Sand unter unseren Füßen fast spürbar. ...



Mit Ella, der ältesten Niehaus-Schwester, führt Lene Jansen ihre rührende Trilogie fort.
Wieder schlägt uns der raue Wind, der salzige Geruch der Nordsee entgegen, der Sand unter unseren Füßen fast spürbar. Die Emotionen, still am Brodeln, die Worte, zu lange unausgesprochen, schmecken bitter. Und doch ist dieses Buch Heilung, eine Umarmung und „Ich verstehe dich!“ Ein leises „Gib nicht auf!“.

„Sprünge über Schatten“ löst Jonnas Erleben ab, lässt uns anders in die problematische Beziehung der drei Schwestern eintauchen. Intensiviert das wankende Verhältnis, zeigt Splitter auf, unkittbare Brüche und Gräben, die sich erst vertiefen müssen, bevor sie – endlich – überwindbar werden.

Ella ist zurück und stehen geblieben, in Routine, Lebenstrott, Schuld und Schweigen. Blieb auf der erinnerungsschwangeren Insel, bei ihrer Mutter, die nur noch ein blasses Abbild ihrer selbst ist. Kontrolle, Pragmatismus und To-do-Listen sind Alltag, sind sie. Ella muss funktionieren, schon immer …
Aber Jonna schaffte es, aufzuwühlen und hochzuholen, Vergrabenes zu entdecken und Fragen zu stellen – solche, deren Antworten die Macht haben, das fragile Band der Geschwister endgültig zu kappen. Genau wie Ellas Wahrheiten …

Lene Jansen erzählt wiederholt mit poetischen, ergreifenden Worten eine nahbare Geschichte, die trotz Melancholie und Wehmut zu keiner Zeit monoton oder gar trostlos wirkt. Eine, die bewegt und nachdenklich stimmt, ohne zu dramatisieren, die mit subtiler Anspannung Neugier entfacht und mit realitätsnahen Themen und Problemen Menschen trifft, für die die Vergänglichkeit des Seins, nie überwundene Trauer und „Nicht-dazugehören“ allgegenwärtig sind. Es geht um die quälende Frage „Was wäre, wenn …“, um „Hätte ich doch …“, wo es längst kein Zurück mehr gibt, um Reue über vierzig, verpasste Chancen und einen Anfang, ein „Jetzt endlich!“. Ellas Geschichte handelt vom Fehler machen, vom Veränderungen akzeptieren und vom Aufhören, zu funktionieren. Denn das Leben ist so unberechenbar wie Gefühle, wie das tosende Meer, wie brechende Wellen. Lene spricht vom Älterwerden, vom Abschiednehmen und vom „Sich neu finden“. Von Familie, über Biologie hinaus. Und versichert: Für (Selbst)Liebe ist es nie zu spät.
Im Verlauf sehen wir Ella ringen, kämpfen und verzweifeln, sehen ihre kleinen und großen Sprünge – über Stolz, Gewohnheit und die gewählte Einsamkeit hinweg. Über Hemmungen, Scham und die sie auffressende Distanz. Denn ja, Schuld ist nie leicht zu tragen, nie leicht zu verstecken, doch viel schwerer, härter ist es, um Vergebung zu bitten. Und sich dabei auch selbst zu verzeihen.

Wie schon in „Jonna. Tage wie Glaswolle.“ sind es Rückblicke gen Kindheit, hin zu der tragischen Nacht, die den damaligen Verlust und die heutigen Schwierigkeiten greifbar scheinen lassen. Zusätzlich der durchweg angespannten Stimmung zwischen den ungleichen Frauen – von Unsicherheiten durchzogen, immer wieder rantastend, abwägend – und der Geheimnisse, die endlich ans Licht kommen, liegt diesem Roman eine bedeutungsvolle Note inne.
Und trotz Alleinsein, dem Wunsch nach Aufgeben, der Bitterkeit; hinter all den grauen Nuancen und dem Wanken – ist da plötzlich Tom. Der Fremde. Der Ella zeigt, dass stilles Verständnis so oft mehr gibt, fester hält als Floskeln. Dass ehrliche Aufmerksamkeit und echte Sorge in kleinen Gesten zu finden sind. Tom, Altenpfleger, der etwas in Ella regt, bewegt. Sie endlich atmen lässt. Mit jedem neuen Tag, mit jedem neuen Satz, mit jeder Entscheidung freier fühlen lässt.

Das Inselfeeling samt der urigen Pension verleiht der Geschichte eine sogartige Atmosphäre, immer präsent das Meer, die Küste. Und obgleich der Ton ein malerischer war, Gedanken und Ereignisse auf ihre Art harsch, nur von Poesie ummantelt, bilden die Dialoge einen angenehmen Kontrast – locker und echt.
Weiter geht's mit Hanna, der Jüngsten, mit ihrem festgezurrten Päckchen, das langsam ausgepackt werden muss. Um weiterzugehen, um zu wachsen, um alles zu verstehen und zu vergeben …

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