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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.07.2025

Ein entlarvender Blick in die Zukunft, wie sie sein wird oder könnte

Gesellschaftsspiel
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Drei unterschiedliche Frauen, Isabelle, Annika und Dagmar - Schwestern und Tante - treffen am Krankenhaus von Gabi, die nur noch mit Maschinen am Leben erhalten wird, aufeinander. Isabelle ist alleinerziehende ...

Drei unterschiedliche Frauen, Isabelle, Annika und Dagmar - Schwestern und Tante - treffen am Krankenhaus von Gabi, die nur noch mit Maschinen am Leben erhalten wird, aufeinander. Isabelle ist alleinerziehende Mutter des Grundschülers Alexanders und Lehrerin. Ebenso wie ihre Tante Dagmar, Soziologiedoktorin an der Uni, lebt sie in Weimar, während Annika nach Amerika ausgewandert ist und dort mit Wang zusammenlebt, den sie bald heiraten wird. Zum gleichen Zeitpunkt, als sich die drei Frauen in Weimar treffen, hat ein Tech-Milliardär Weimar als Stadt für seine eigene visonäre Idee einer neuen Gesellschaft ausgesucht und will dies über eine App schaffen, in dem er die Menschen auffordert sich dort anzumelden.
Während ich zunächst gedacht habe, dass die drei Frauen bzw. die Trauer und ihre Familie im Vordergrund stehen, geht es vielmehr um den Milliardär, der in Weimar sein Projekt ins Rennen schickt und damit uns den Spiegel vorhält. Bekannte Namen aus der Realität tauchen auf und Brandenburg wird erwähnt. Es wird schnell klar, wie schnell und unterschiedlich die Menschen beeinflussbar sind.
Tief mitten drin stecken die drei Frauen und richtig nahe sind sie mir persönlich nicht gekommen. Gefallen hat mir auf jeden Fall jedoch Isabelle, die eine sehr amitionierte Lehrerin ist und ihre Schülerschaft mit einer Aufgabenstellung dazu bringt, sehr genau diese neue App zu untersuchen, so dass sie sich selber mit viel Wissen eine Meinung bilden können.
Solche Lehrer würde ich mir mehr wünschen!
Der Roman war herausfordernd, was mir gefällt und legte abwechselnd den Fokus auf die einzelnen Frauen, Interneteinträgen mit Chatverläufen und Interviews, was ich ziemlich anstrengend fand.
Ein sehr besonderer Roman - nicht leicht zu lesen - der mich sehr nachdenklich gestimmt hat.

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Veröffentlicht am 25.06.2025

Ein sehr persönlicher Ratgeber

Unperfekt ist genau richtig
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Die Autorin Lucinde Hutzenlaub hat ein sehr persönliches Buch geschrieben, denn nach 25 Jahren Ehe mit vier gemeinsamen Kindern hat sie ihr Leben umgekrempelt. Wie ist es auf einmal wieder alleine zu leben? ...

Die Autorin Lucinde Hutzenlaub hat ein sehr persönliches Buch geschrieben, denn nach 25 Jahren Ehe mit vier gemeinsamen Kindern hat sie ihr Leben umgekrempelt. Wie ist es auf einmal wieder alleine zu leben? Sie erzählt sehr offen und authentisch darüber, wie es dazu gekommen ist und was sie alles erkannt hat. Einiges habe ich bei mir selber oder im Leben von Freundinnen wiedererkannt, anderes war mir unbekannt, aber ich bin ja auch nicht Lucinde, doch ich konnte mich stets gut einfühlen. Das Buch hat mich nachdenklich gestimmt, mich zum Schmunzeln gebracht und ich musste mir auch ein paar Tränen verdrücken. Ich mag Lucinde und wünsche ihr nun, dass der richtige Mann für sie auftauchen wird. Ich habe mich insgesamt gerne auf das Philosophieren mit Lucinde über das Leben, die Liebe, einen selbst etc. eingelassen. Obwohl ich Lucinde ja nur aus Büchern kenne, kommt sie mir so vertraut vor, als ob ich sie "in echt" kennen würde. Manches hat sich wiederholt oder war mir schon aus einem anderen Buch von ihr bekannt.

Vier Sterne

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Veröffentlicht am 25.06.2025

Sehr spannender Thriller

Ausgespielt
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Bei einer Partnervermittlung werden kurz hintereinander Frauen, die sich dort angemeldet hatten und auf Partnersuche gewesen sind, bestialisch ermordet aufgefunden. Der Chef von Liv Dorn beschließt, dass ...

Bei einer Partnervermittlung werden kurz hintereinander Frauen, die sich dort angemeldet hatten und auf Partnersuche gewesen sind, bestialisch ermordet aufgefunden. Der Chef von Liv Dorn beschließt, dass die BKA- Beamtin sich dort als Suchende einscheusen soll.

Nicht nur das Cover sondern auch die Kurzbeschreibung haben mich sofort angesprochen und als ich das Buch einmal in Händen hielt und anfing zu lesen, konnte ich nicht mehr aufhören. Die Story wird sehr temporeich erzählt in kurzen Kapiteln, die zeitweise in der Vergangenheit spielen, was aber jeweils zu Beginn des Kapitels in der Überschrift angezeigt wird, ebenso auf wen der Fokus gerade liegt. Während der Ermittlungen zeigt sich nämlich, dass es Übereinstimmungen zu alten Fällen gibt. Somit erscheint auch Alice, die damals ermittelt hat und eigentlich schon längst im Ruhestand ist, wieder auf der Bildfläche, da sie eine anonyme nachricht erhalten hat.

Die Protagonisten des Thriller werden sehr gut beschrieben und ich kann sie mir sehr gut vorstellen, einige habe ich direkt liebgewonnen, bei anderen bin ich zwiegespalten. Ich gehe gemeinsam mit Liv und Alice unterschiedlichen Spuren nach und oft laufen mir kalte Schauer über den Rücken, alleine nur desehalb weil die Autorin es schafft, eine Atmosphäre zu schaffen, in denen ich meine beobachtet zu werden bzw. die Protagonisten dies wahrnehmen etc. Am Ende ist nichts wie es am Anfang scheint, teilweise ist die Fülle an Entwicklungen und Hintergründen mir zu viel, doch hat der Thriller hat mich sehr gut unterhalten. Die Frage, wer ist gut und wer ist böse, erhält hier eine völlig neue Dimension.

Sehr gerne würde ich einen neuen Fall mit Liv Dorn lesen.

Fünf Sterne

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Veröffentlicht am 24.06.2025

Spannender, verzwickter, zweiter Fall

Eisenblume
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Mir hat der erste Teil mit den beiden Ermittlern und ihrem Team schon sehr gut gefallen, so dass ich sofort als ich das Cover und den Namen der Autorin las, mich daran zurückerinnert habe und den zweiten ...

Mir hat der erste Teil mit den beiden Ermittlern und ihrem Team schon sehr gut gefallen, so dass ich sofort als ich das Cover und den Namen der Autorin las, mich daran zurückerinnert habe und den zweiten Teil unbedingt lesen wollte.
Dieses Mal steht der Fund einer eingemauerten Leiche in einer psychiatrischen Klinik im Vordergrund. Vor vielen Jahren sind dort zwei junge Menschen verschwunden und das Rätsel um ihr Verschwinden ist nie gelöst worden. Jestzt nach dem Fund der einen Person wird der Druck der Öffentlichkeit auf die Polizei noch größer und Frederika , Henry und ihr Team stehen vor einen sehr schwierigen Aufgabe. Die damaligen Mitarbeiter oder Menschen, die die beiden kannten bzw. Polizisten sind teilweise unbekannt oder verzogen oder todkrank und die, die das Team ermittelt haben alle dieselbe Erinnerung an den Tag.
Ich mag den Schreibstil und fühlte mich direkt wieder als Teil des Ermittlerteams. Ich bin aber froh gewesen, dass ich die Menschen schon im ersten Fall kennengelernt habe, denn sonst hätte ich das Gefühl gehabt, dass ich mich nicht so gut in sie und ihr Umfeld hineinfühlen könnte. Bis zum Ende habe ich gerätselt und die Auflösung hat mich dann überrascht, doch war sie in sich schlüssig. Gelungen fand ich, dass das Ende neugierig auf einen weiteren Fall macht, weil ich wissen möchte, wie es im Privatleben der Ermittler weiter geht.
Verdiente fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Grandioser Roman

Eine Welt nur für uns
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Beim Cover verspüre ich Urlaubsgefühle und doch ist die Welt an der Côte d'Azur im Roman kein Urlaubsort mehr, denn am Ende des zweiten Weltkrieges bzw. kurz davor, gibt es hier sehr viel vermintes Land ...

Beim Cover verspüre ich Urlaubsgefühle und doch ist die Welt an der Côte d'Azur im Roman kein Urlaubsort mehr, denn am Ende des zweiten Weltkrieges bzw. kurz davor, gibt es hier sehr viel vermintes Land und dazu zählt auch der Strand. Im Roman stehen die Thematik der Minensuche und die Männer, die dies tun, im Mittelpunkt. Hier treffen Franzosen mit ganz unterschiedlichen Vorgeschichten auf deutsche Kriegsgefangene, die sich "freiwillig" gemeldet haben, denn neben mehr Essen ist ihnen auch eine frühere Freilassung in Aussicht gestellt worden.
Fabien, der französische Widerstandskämpfer, leitet das Minenräumkommando und ist ein guter Menschenkenner. Er vereint die sehr unterschiedlichen Charaktere zu einer Gruppe, denn das Leben hängt von jedem einzelnen ab. Die Männer haben unterschiedliche Motivationen. Einer der Franzosen agiert unter falschem Namen und sucht seine große Liebe Ariane, die hier im Ort verschwunden ist. Er erhofft sich Auskünfte von den deutschen Kriegsgefangenen. Auch eine Rolle spielt Saskia, eine jüdische junge Frau, die das Konzentrationslager überlebt hat und nun versucht wieder zu Hause anzukommen. Dazu gibt es sehr viele weitere Bewohner des Ortes, die die Geschichte sehr bildhaft und authentisch werden lässt.
Einen Roman, der sich mit verminten Gebieten und der Beseitigung der Minen beschäftigt, habe ich bisher noch nicht gelesen. Zu allererst sei gesagt, was sich gefährlich und gleichzeitig aber auch ein wenig trist anhört - denn mir machen Minen nur Angst, entpuppt sich als ein ganz besonders grandioser Roman. Ja, er enthält ziemlich viele Details über sehr unterschiedliche Minen, wobei ich mir der Vielzahl und der sehr unterschiedlichen Eigenschaften, nicht bewusst war, aber gleichzeitig zeigt er auch wie unter einer Lupe das damalige Leben der Menschen. Ich lerne sehr viele Personen kennen und erfahre manchmal mehr, manchmal weniger über deren Leben. Gleichzeitig erfahre ich auch etwas über die Bürokratie, damals wie heute, über Liebe, Freundschaft, Schuld, Rache,Verzeihen, Weiterleben, Traumata, Hoffnung...... Die Verminung eines Chateaus durch die Deutschen und die Entschärfung der Minen, ließ mich frösteln. Dies ist nur eine der sehr bewegenden Szenen. Zusätzlich gefällt mir der Sprachstil und auch die Lebensklugheit, die an vielen Stellen insbesondere durch Fabien zu Tage tritt.
Am Ende und das ist wichtig, erwähnt die Autorin, dass dem Roman nicht nur eine Recherchearbeit der damaligen Ereignisse zugrunde liegt, sondern auch Erlebnisse aus ihrem eigenen familären Umfeld.
Ich kann diesen Roman nur empfehlen und würde gerne mehr als fünf Sterne vergeben.

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