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JohannaMaus

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.10.2025

Deutschland entdecken mit Spaß und Staunen

Deutschland - Das Duden Kinderlexikon
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„Deutschland – Das Duden Kinderlexikon“ ist ein großartig gestaltetes Nachschlagewerk, das Wissen auf unterhaltsame und kindgerechte Weise vermittelt. Schon beim ersten Durchblättern fällt der bunte, liebevolle ...

„Deutschland – Das Duden Kinderlexikon“ ist ein großartig gestaltetes Nachschlagewerk, das Wissen auf unterhaltsame und kindgerechte Weise vermittelt. Schon beim ersten Durchblättern fällt der bunte, liebevolle und durchdachte Aufbau des Buches auf. Roboter Dudu und Hund Schnüffel führen durch über 350 spannende Einträge zu Themen wie Natur, Geschichte, Kultur, Sprache und Alltag.

Die Texte sind leicht verständlich, sodass Kinder ab fünf Jahren vieles selbst entdecken können – und auch Erwachsene lernen beim Mitlesen noch Neues dazu. Besonders gut gefallen haben mir die Steckbriefe zu den Bundesländern, die auf spielerische Weise die Vielfalt Deutschlands zeigen. Die zahlreichen Illustrationen, Karten und Entdeckerseiten laden immer wieder zum Stöbern ein.

Ein rundum gelungenes Lexikon, das Kinder neugierig macht, Zusammenhänge erklärt und zum gemeinsamen Entdecken einlädt! Ein echtes Highlight im Bücherregal – lehrreich, liebevoll und mit ganz viel Herz gemacht!

Veröffentlicht am 04.10.2025

Ein Grenzgänger zwischen Genie und Getriebenheit.

Hochmair, wo bist du?
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Wer Philipp Hochmair schon einmal auf der Bühne gesehen hat, weiß: Dieser Mann lebt seine Rollen. Er spielt nicht, er explodiert, verschmilzt und verbrennt. Genau diese Intensität fängt „Hochmair, wo bist ...

Wer Philipp Hochmair schon einmal auf der Bühne gesehen hat, weiß: Dieser Mann lebt seine Rollen. Er spielt nicht, er explodiert, verschmilzt und verbrennt. Genau diese Intensität fängt „Hochmair, wo bist du?” ein und macht daraus kein klassisches Biografie, sondern ein kraftvolles Porträt eines außergewöhnlichen Künstlers.

Katharina von der Leyen begleitet Hochmair mit spürbarer Faszination und viel Gespür für Zwischentöne. In Gesprächen, Beobachtungen und Textfragmenten zeichnet sie das Bild eines Menschen, der sich ganz der Kunst verschrieben hat: rastlos, kompromisslos, manchmal zerrissen. Der Schauspieler, der den Jedermann als Rockstar interpretiert, Schiller in Ekstase versetzt und auf der Bühne jede Grenze sprengt, wird hier zugleich als verletzlicher Mensch gezeigt, der sich im Rausch seiner Rollen selbst zu verlieren droht.

Die Gestaltung des Buches ist ebenso eindrucksvoll wie der Inhalt: Zahlreiche Fotos, abwechslungsreiche Texte und ein hochwertiges Layout machen das Lesen zu einem Erlebnis. Besonders stark sind die Passagen, in denen Hochmair selbst zu Wort kommt – ehrlich, reflektiert und überraschend leise.

Fazit:
Eine außergewöhnliche Biografie über einen außergewöhnlichen Künstler. Voller Energie, Leidenschaft und Tiefgang. Wer verstehen möchte, was es heißt, für die Kunst zu leben – und manchmal daran zu zerbrechen –, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 30.09.2025

Ein kunterbuntes, verrücktes Abenteuer voller Fantasie und Humor

Abenteuer ohne Ende - Im Land der verlorenen Dinge
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Dieses Buch ist ein einziges, kunterbuntes Abenteuer! Schon der Einstieg reißt einen sofort mit, weil man direkt mitten in die Geschichte hineingeworfen wird. „Du“ und „ich“ stolpern ohne große Einleitung ...

Dieses Buch ist ein einziges, kunterbuntes Abenteuer! Schon der Einstieg reißt einen sofort mit, weil man direkt mitten in die Geschichte hineingeworfen wird. „Du“ und „ich“ stolpern ohne große Einleitung ins Land der verlorenen Dinge – genau das macht den Charme aus. Man hat sofort das Gefühl, Teil des verrückten Teams zu sein.
Die Ideen sind herrlich schräg und kreativ. Ob der grantige Stier, der bei „Muhnopoly“ die Beherrschung verliert, Johnny Faustdick in seiner fliegenden Badewanne oder eine Armbanduhr, die buchstäblich die verlorene Zeit verkörpert – das Buch steckt voller Fantasie. Besonders lustig fand ich die Szene mit der Katze im Pfotarium, die immer größer wird, je mehr man sie krault. Das war so absurd, dass ich laut lachen musste. Auch die Rettung über die Schildkrötenpanzer, die Begegnung mit dem Piratenhasen und die endlose Planke gehören für mich zu den Höhepunkten.
Trotz des ganzen Chaos wirkt die Geschichte am Ende rund. Jeder findet etwas Verlorenes wieder, sei es ein Gegenstand, ein Freund oder einfach der rote Faden. Damit hat das Buch nicht nur viele witzige Momente, sondern auch eine schöne Botschaft.
Ein großes Plus sind die Illustrationen. Jede Seite ist mit Zeichnungen versehen, oft mit zusätzlichen kleinen Cartoons oder Gags, die beim Lesen entdeckt werden können. Dadurch wirkt die Geschichte noch lebendiger und ist perfekt für Kinder geeignet, die nicht so gerne lange Texte lesen. Der Comic-Roman-Stil erinnert an „Gregs Tagebuch“, ist aber noch fantasievoller und durchgeknallter.
Fazit:
„Abenteuer ohne Ende – Im Land der verlorenen Dinge“ ist ein turbulentes, humorvolles und fantasievolles Kinderbuch, das garantiert für viele Lacher sorgt. Es eignet sich wunderbar zum Vorlesen und ist perfekt für Kinder, die gerade selbst Spaß am Lesen entwickeln. Ein tolles Abenteuer voller Ideen, Witz und Kreativität – von mir gibt es eine klare Empfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 24.09.2025

Verlockung, Versuchung und das Leben danach

Die Toten von nebenan
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„Die Toten von nebenan“ ist ein außergewöhnlicher Roman, der auf unterhaltsame und zugleich nachdenkliche Weise die Frage behandelt, was nach dem Tod geschieht. Nach einem Fahrradunfall merkt Frau Löffler, ...

„Die Toten von nebenan“ ist ein außergewöhnlicher Roman, der auf unterhaltsame und zugleich nachdenkliche Weise die Frage behandelt, was nach dem Tod geschieht. Nach einem Fahrradunfall merkt Frau Löffler, dass sie selbst tot ist, und entdeckt ihr Viertel voller längst verstorbener Nachbarn wieder. Auch ihre Großmutter ist zurück und erklärt ihr, wie das Leben im Jenseits funktioniert. Alles scheint zunächst vertraut und fast idyllisch, bis der geheimnisvolle und charismatische Herr Tober auftaucht. Er verspricht den Toten ein irdisches Paradies, wenn sie die Lebenden aus ihrem Viertel vertreiben. Damit zieht er Neid, Missgunst und andere dunkle Seiten der menschlichen Natur nach sich.

Herr Tober ist eine besonders faszinierende Figur: Er verkörpert das Böse, ernährt sich von den Schwächen und schlechten Eigenschaften seiner Opfer und wirkt doch auf jede Person anders – mal verführerisch, mal furchteinflößend. Durch ihn wird auch die menschliche Natur widergespiegelt und man erkennt, dass negative Gefühle wie Gier, Neid oder Eitelkeit selbst über den Tod hinaus existieren können.

Die Charaktere sind abwechslungsreich und haben viele Macken, die Kapitel sind kurz und gut lesbar. Der Schreibstil ist anfangs etwas langatmig, doch je mehr man in die Parallelwelt eintaucht, desto spannender werden die Entwicklungen, Wendungen und Intrigen zwischen den Toten. Einige Fragen bleiben offen, beispielsweise wie die nächste Stufe ins Paradies erreicht wird. Dies regt die Fantasie an und wirkt lange nach.

Fazit: „Die Toten von nebenan“ ist eine spannende und ungewöhnliche Geschichte über Versuchung, moralische Entscheidungen und die menschliche Natur, die zugleich humorvoll, nachdenklich und unterhaltsam ist. Ein Buch, das ich gerne weiterempfehle.

Veröffentlicht am 22.09.2025

Zwischen Liebe, Schicksal und Hoffnung

Jenseits der Hitze
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„Jenseits der Hitze“ von Ellis Marant ist ein Buch, das mit seiner leisen, poetischen Sprache berührt und die Leser*innen direkt in das Leben seiner beiden Hauptfiguren zieht. Amina Marzban und Julian ...

„Jenseits der Hitze“ von Ellis Marant ist ein Buch, das mit seiner leisen, poetischen Sprache berührt und die Leser*innen direkt in das Leben seiner beiden Hauptfiguren zieht. Amina Marzban und Julian Blum Brosnan stammen aus vollkommen unterschiedlichen Welten. Doch ihre Begegnung hinterlässt Spuren, die sie über Jahre nicht vergessen können. Die Geschichte entfaltet sich über mehrere Kontinente – von Kabul und Delhi über München bis nach Kapstadt, New York und Martha’s Vineyard – und verbindet persönliche Wendepunkte mit politischen Umbrüchen, ohne dabei je den emotionalen Kern zu verlieren.

Besonders beeindruckt hat mich die Fähigkeit der Autorin, Gefühle subtil, aber intensiv darzustellen. Die Zerrissenheit, die Hoffnung und die Sehnsucht der beiden Figuren werden spürbar und lassen die Lesenden innehalten. Amina als Ich-Erzählerin vermittelt ein tiefes Verständnis ihrer Entscheidungen, während Julians Perspektive die Geschichte ergänzt und erweitert. Trotz der Tragik in ihrem Schicksal entsteht eine leise Spannung, die mich beim Lesen gefesselt hat.

Die Beschreibungen der Städte und Orte sind so anschaulich, dass man sich fast selbst dorthin versetzt fühlt. Gleichzeitig gelingt es Ellis Marant, eine Liebesgeschichte abseits von Klischees und oberflächlicher Romantik zu erzählen: Es geht um Mut, Angst, Nähe, Entfremdung und die Frage, wie weit man für die Liebe gehen kann.

Ein Buch, das mich emotional mitgenommen hat, ohne laut zu sein; ein Buch, das zum Nachdenken anregt und lange nachklingt. „Jenseits der Hitze“ ist eine klare Empfehlung für alle, die poetische, tiefgründige Liebesgeschichten schätzen.