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Veröffentlicht am 08.03.2026

Unterhaltsamer Märchenmix mit viel Spannung

Deadly Ever After – Blut und Schnee
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"Deadly Ever After – Blut und Schnee" von T. S. Orgel hat eine wirklich interessante Grundidee: Es zeigt, was mit Märchenfiguren passiert, nachdem das klassische „Happy End“ vorbei ist. In dieser Welt ...

"Deadly Ever After – Blut und Schnee" von T. S. Orgel hat eine wirklich interessante Grundidee: Es zeigt, was mit Märchenfiguren passiert, nachdem das klassische „Happy End“ vorbei ist. In dieser Welt existieren viele bekannte Märchenfiguren gleichzeitig – und natürlich läuft nicht alles so idyllisch weiter.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Trotz der insgesamt recht düsteren Story schaffen es die Autoren immer wieder, kleine humorvolle Momente einzubauen, die einem zwischendurch ein Schmunzeln entlocken.

Der Plot ist spannend aufgebaut. Besonders gefallen hat mir, dass hier keine klassischen Helden unterwegs sind, sondern eher „normale“ Personen, die manchmal mehr schlecht als recht durch das Abenteuer stolpern.

Der Protagonist Tristan wirkt zu Beginn noch ziemlich naiv und teilweise auch etwas nutzlos. Zum Glück bekommt er Unterstützung von einer ziemlich toughen Begleiterin und einer Wölfin. Im Laufe der Geschichte findet er nicht nur weitere, bunt zusammengewürfelte Gefährten, sondern entwickelt sich auch deutlich weiter und wird zunehmend selbstständiger.

Ein kleiner Kritikpunkt für mich:

Es tauchen sehr viele unterschiedliche Märchenbezüge auf. Die Idee dahinter ist zwar spannend, aber irgendwann habe ich ehrlich gesagt etwas den Überblick verloren. Dabei wurde mir auch klar, dass mein eigenes Märchenwissen offenbar etwas eingerostet ist.

Trotzdem ist es insgesamt ein sehr unterhaltsames Buch mit einer originellen Idee und spannender Handlung. Das Lesen hat mir Spaß gemacht.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

160 Seiten, die sich wie ein großer Roman anfühlen

The Empress of Salt and Fortune: (Die Chroniken von Chih)
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In The Empress of Salt and Fortune von Nghi Vo reist Chih, eine Person des Klerus, zu einem verlassenen Palast, um mehr über die verstorbene Kaiserin In-yo zu erfahren. Dort trifft dey auf Kaninchen, eine ...

In The Empress of Salt and Fortune von Nghi Vo reist Chih, eine Person des Klerus, zu einem verlassenen Palast, um mehr über die verstorbene Kaiserin In-yo zu erfahren. Dort trifft dey auf Kaninchen, eine ehemalige Dienerin der Kaiserin. Über mehrere Tage erzählt Kaninchen Stück für Stück die Geschichte ihrer Herrin.

Die Geschichte der Kaiserin wird nicht klassisch erzählt. Jedes Kapitel orientiert sich an Gegenständen, die Chih im Exilpalast findet. Diese bilden den Ausgangspunkt für Kaninchens Erzählungen. Anfangs fiel mir diese ungewöhnliche Erzählweise etwas schwer – doch schon nach wenigen Kapiteln war ich vollkommen gefesselt.

Mir ist besonders aufgefallen, wie wichtig Kaninchen als Erzählerin ist: Sie entscheidet, was und wie viel wir erfahren. Einiges wirkt dabei auf den ersten Blick banal und erst nach und nach merkt man, wie alles zusammenhängt.

Trotz der Kürze wachsen einem die Figuren schnell ans Herz, und man fiebert mit ihnen mit. Die Autorin schafft es, auf weniger als 160 Seiten eine Geschichte zu erzählen, die sich viel größer anfühlt.

Gerade deshalb ist das Buch allerdings nichts für „mal eben zwischendurch“. Vieles wird nicht ausführlich erklärt oder offen ausgesprochen. Stattdessen muss man aufmerksam lesen und zwischen den Zeilen verstehen, was wirklich passiert.

Fazit

Eine kurze, aber erstaunlich dichte Fantasy-Novelle, die sich langsam wie ein Puzzle zusammensetzt. Wer sich auf das subtile Storytelling einlässt und gerne zwischen den Zeilen liest, wird von Kaninchen und ihren Erinnerungen an die Kaiserin begeistert sein

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Macht hat ihren Preis

The Poet Empress
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Wei wächst als einfache Reisbäuerin auf und scheint zunächst weit entfernt von Macht und Einfluss. Doch ihr Weg führt sie an den kaiserlichen Hof, wo Intrigen, politische Machtspiele und persönliche Abgründe ...

Wei wächst als einfache Reisbäuerin auf und scheint zunächst weit entfernt von Macht und Einfluss. Doch ihr Weg führt sie an den kaiserlichen Hof, wo Intrigen, politische Machtspiele und persönliche Abgründe über Aufstieg oder Fall entscheiden. Zwischen Loyalität, Ehrgeiz und moralischen Abgründen muss Wei ihren eigenen Platz finden.

Dieses Buch hat meine Erwartungen NULL erfüllt – und mich dabei komplett zerstört.

Ich hatte mit einer eher romantisch geprägten Geschichte gerechnet: eine junge Frau niedriger Herkunft, die das Herz des Prinzen gewinnt, gemeinsam mit ihm Intrigen übersteht und sich in einer feindlichen Umgebung behauptet.

Bekommen habe ich: Machtspiele. Intrigen. Brutalität. Grausamkeit. Moralische Abgründe. Eine Geschichte, die deutlich macht, dass Macht ein schleichendes Gift ist.

The Poet Empress klingt edel und romantisch – doch hier wird nichts beschönigt. Menschen tun einander Schreckliches an. Und nicht ihren Feinden sondern der eigenen Familie. Und oft nicht aus Bosheit – sondern aus Überzeugung. Oder Angst. Oder "Notwendigkeit". Meistens jedoch weil das Umfeld es erwartet.

Weis Entwicklung von der Reisbäuerin zu einer Frau, die nicht nur Kaiserin wird, sondern Kaiserin sein will, ist beeindruckend. Ihre innere Zerrissenheit ist greifbar.
Der Zwiespalt bezüglich Terren und dem „richtigen Weg“ ist absolut nachvollziehbar.

Und genau da liegt der Kern: kann erlebtes Leid eine Entschuldigung für Grausamkeit sein?

Und Terren... Er ist beim besten Willen kein Mann, den man heiraten möchte. Grausam und brutal. Ein Monster.
Und trotzdem – auf verstörende Weise – nachvollziehbar. Was ihm angetan wurde, hinterlässt tiefe Spuren.

Und dann steht da noch die Frage im Raum: Ist der vermeintlich „gute Prinz“ wirklich die bessere Wahl?

Fazit
Ein düsteres, beeindruckendes Meisterwerk.

Dieses Buch fragt nicht, ob du dich wohlfühlst. Es fragt:
Was ist gut?Was ist böse?
Heiligt der Zweck die Mittel?

Und es gibt keine einfachen Antworten und bleibt im Gedächtnis. Ich habe jede einzelne Seite geliebt.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Wundervolle Fortsetzung

Heaven Official's Blessing
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Nachdem die Hauptcharaktere am Anfang dieses Bandes getrennte Wege gehen, erhält Xie Lian einen neuen Auftrag, der ihn in die Geisterstadt - also Hua Chengs Reich - führt.

Wir lernen einige neue Charaktere ...

Nachdem die Hauptcharaktere am Anfang dieses Bandes getrennte Wege gehen, erhält Xie Lian einen neuen Auftrag, der ihn in die Geisterstadt - also Hua Chengs Reich - führt.

Wir lernen einige neue Charaktere kennen, deren Eigen- und Besonderheiten durch die wundervollen Zeichnungen toll hervorgehoben werden. Auch die Stimmungen in den unterschiedlichen Szenen ist insbesondere durch die Farbgebung fantastisch dargestellt und fast greifbar.

Wieder eine meisterhafte Um- und Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Gelungener Auftakt

Vesselless – Mein verräterisches Herz
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Mir war leider nicht bewusst, dass ich hier einen Reihenauftakt lese, ich habe daher lange auf etwas mehr Handlung gewartet und vielleicht erklärt das auch, warum ich am Ende mehr Fragen als Antworten ...

Mir war leider nicht bewusst, dass ich hier einen Reihenauftakt lese, ich habe daher lange auf etwas mehr Handlung gewartet und vielleicht erklärt das auch, warum ich am Ende mehr Fragen als Antworten hatte.

Nichtsdestotrotz: Nizzara ist eine starke, vielschichtige Protagonistin. Ihr innerer Konflikt zwischen Liebe und Hass gegenüber ihrem Vater ist gut dargestellt, ebenso ihr Widerstand trotz drohender Konsequenzen. Gleichzeitig ist sie stellenweise fast schon frustrierend selbstaufopfernd – nach allem, was ihr angetan wird, will sie immer noch alle beschützen.

Dagen mochte ich ebenfalls, nur konnte ich ihn nie wirklich als „böse“ wahrnehmen. Dafür ist er zu reflektiert und zu bemüht, den Menschen seines Königreichs zu helfen. Das Enemies-to-Lovers-Motiv fühlte sich deshalb für mich nicht ganz stimmig an.

Das Konzept mit den Geistern in den Vessels ist spannend und atmosphärisch. Bei den Glo-Steinen und den Dimensionen blieb für mich allerdings einiges unklar. Der Perspektivwechsel zwischen Nizzara und Dagen hat den Figuren dafür spürbar mehr Tiefe gegeben.

Anfang und Ende sind packend, der Mittelteil zieht sich etwas und wiederholt sich stellenweise – ein, zwei Kämpfe weniger hätten gereicht. Zudem ist die Geschichte teils recht brutal und blutig.

Fazit:

Starke Figuren und eine spannende Grundidee, aber mit leicht holprigem Tempo und nicht ganz rundem Worldbuilding. Irgendwie gut – nur nicht komplett überzeugend

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