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Veröffentlicht am 31.07.2018

Leider enttäuscht

Das Atelier in Paris
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Dieses Buch macht süchtig, sagt Marie Claire,…

…aber ich bleibe ratlos zurück.

Als großer Musso-Fan habe ich mich wieder sehr auf das neue Buch gefreut.

Er gehört für mich zu den Autoren, die stets ...

Dieses Buch macht süchtig, sagt Marie Claire,…

…aber ich bleibe ratlos zurück.

Als großer Musso-Fan habe ich mich wieder sehr auf das neue Buch gefreut.

Er gehört für mich zu den Autoren, die stets einen guten Spannungsbogen haben. Mit seinem Können Genres zu vermischen, vor allem Krimielemente mit der Liebe und Übernatürlichem zu vereinen, trifft er genau meinen Nerv. Die Geschichten spielen meistens in Paris und Manhattan, sowie auch in diesem Buch.

Bis auf das Setting habe ich all das, was ich gewohnt bin, aber leider vermisst.

Hier treffen wir übrigens auf eine alte Bekannte, aus seinem Buch „Nachricht von dir“, von 2012.

Die Polizistin Madeline möchte, nach einer schweren Krise, einfach nur noch abschalten und mietet sich deswegen in ein altes Atelier, in Paris ein.
Durch einen Buchungsfehler landet dort aber auch der mürrische Schriftsteller Gaspard.
Beide sind nicht bereit das Feld dem anderen zu überlassen. Doch als sie bemerken, wo sich beide befinden und welch Geheimnisse dieses Atelier verbirgt, versuchen sie gemeinsam hinter das Rätsel zu kommen.
Doch worauf sie sich da eingelassen haben, ahnen sie noch nicht.

Ich gebe zu, die Geschichte klingt genau nachdem, was ich an Musso so liebe, nämlich nach Krimi, Liebe, Übernatürlichem und jede Menge Spannung.
Doch der Schein trügt.

Für mich ist dies sein schlechtestes Buch. Oft hatte ich den Eindruck in einer Kunstlesung zu sitzen. Zu den Protagonisten hatte ich nie einen richtigen Zugang und stellenweise habe ich mich, durch die viel zu viel ins Detail gehenden Erklärungen, gelangweilt. Dabei erwischte ich mich selbst, wie ich anfing quer zu lesen. Das ist mir bisher bei noch keinem Musso passiert. Wobei ich aber auch sagen muss, dass ich seine Bücher von früher sowieso mehr mochte. Gerade deswegen hatte ich auf sein neues Buch gehofft. Vielleicht liegt es aber daran, dass gerade in seinen letzten Geschichten die Liebe ein bisschen zu kurz kam.

Das Reinkommen in die Geschichte lag, genau wie das Ende, noch im mittelmäßigen Bereich, doch dazwischen konnte mich Herr Musso leider nicht überzeugen. Schade -, aber so ehrlich muss ich sein!

Veröffentlicht am 22.07.2018

herrlich witzig, gefühlvoll und gnadenlos ehrlich

Tütensuppenglück
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Das Rezept zum Glück

1.Man nehme eine lustige Autorin,
2. eine super, gestresste 4-fach Muddi,
3. britischen Humor,
4. einen eingebildeten Starkoch und
5. jede Menge Fischstäbchen, aus dem Angebot.
Alle ...

Das Rezept zum Glück

1.Man nehme eine lustige Autorin,
2. eine super, gestresste 4-fach Muddi,
3. britischen Humor,
4. einen eingebildeten Starkoch und
5. jede Menge Fischstäbchen, aus dem Angebot.
Alle Zutaten jetzt kräftig schütteln und heraus kommt mein absoluter Lesetipp!

Jools, Mutter von vier Kindern ist natürlich oft gestresst, so auch an diesem Morgen, als mal wieder keine Milch im Haus ist. Die Kinder, die zur Schule müssen, am besten mit Frühstück im Bauch und ihr Mann, der ihr schnell noch aufträgt, sofort einkaufen zu müssen.
So geht sie mit Millie, der kleinsten Tochter, ungekämmt, ungewaschen und leider auch ohne BH, in den nächsten Supermarkt, als…

…Spott an…

…TOMMY MCCOY, samt Kamerateam vor ihr steht.

Schon seit Jahren hasst sie diese Koch-Show des Starkoches, der immer wieder Frauen in Supermärkten anquatscht, die seines Erachtens, falsche Lebensmittel in den Einkaufswagen packen, um sie dann zu einem Kochduell herauszufordern, weil er ihnen zu einem gesünderen ICH verhelfen möchte.

Nun hat es leider Jools getroffen, ausgerechnet, als sie für den Abend nur schnell Fischstäbchenauflauf geplant hatte.

Die zwei geraten mächtig aneinander und einen Tag später ist Jools bei YouTube, samt Nippelalarm, zu bewundern.
Da hat der Starkoch aber das Rezept ohne Jools geschrieben. Nachdem Jools und ihre Familie ziemlich zerrissen wurden, in der Presse, kommt es im Showdown dann auch tatsächlich zu einem Kochduell.
Wer macht denn nun das Rennen? Fastfood oder Healthy?

Ich werde mir diese Autorin definitiv merken, denn ihr Schreibstil ist nicht nur urkomisch, eben typisch übertriebener, britischer Humor, sondern auch herrlich unverblümt, modern und sogar auch klug.
Obwohl ich erst dachte, dass sich hinter diesem Cover eine 08/15 Story verbirgt, hat mir die am Ende, überraschenderweise, riesig Spaß gemacht, zumal ich sie auch zeitgemäß fand.
Übrigens kann die Autorin nicht nur irre witzig sein, musste tatsächlich oft laut auflachen, sondern auch sehr gefühlvoll.

Vielleicht sollte man ohnehin nicht immer alles so bierernst nehmen und wenn man das kann, dann unbedingt diese Geschichte lesen.

Klare Leseempfehlung und Guten Appetit, beim Genießen, der selbst eingebrockten Suppe!

Veröffentlicht am 19.07.2018

Ein solides Sommerbuch, mit einer schönen Kulisse und zauberhaften Charakteren

Sommerhaus zum Glück
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Das Glück liegt in Cornwall…

Vom Freund enttäuscht und somit den damit verbundenen Job aufzugeben, weil ihr Freund gleichzeitig auch ihr Chef ist, dazu gehört schon eine Menge Mut. Noch mehr Mut bedarf ...

Das Glück liegt in Cornwall…

Vom Freund enttäuscht und somit den damit verbundenen Job aufzugeben, weil ihr Freund gleichzeitig auch ihr Chef ist, dazu gehört schon eine Menge Mut. Noch mehr Mut bedarf es aber, wenn man, so wie Elodie, alle Zelte hinter sich abbricht und neu anfangen will.

Als sich ihr die Gelegenheit bietet, greift sie spontan zu. Sie kauft ein Cottage in Cornwall. Ihre Idee, ein Bed & Breakfast daraus zu machen, scheitert erstmal daran, dass das Cottage total herunter gekommen ist. All die Reparaturen würden sehr teuer werden und derzeit ohne Job, scheint alles ziemlich aussichtslos.

Was soll sie bloß tun?

Zu allem Überfluss eröffnet zeitgleich noch der arrogante Schnösel Tom seinen Coffee-Shop und macht Elodie das Leben dort nicht gerade leichter.

Kann das gut gehen? Oder siegt am Ende, „Was sich neckt, das liebt sich“?

In dieser Geschichte geht’s vor allem um Freundschaft. Denn gleich nachdem Elodie dort angekommen ist, lernt sie Helen und die alte Dame Brandy kennen, die aus ihrem Parka tröstende Dinge hervorzaubern kann. Beide wachsen ihr schnell ans Herz und ohne die Zwei, hätte sie wahrscheinlich aufgegeben. Ich fand übrigens gerade die alte Dame, als Charakter besonders gelungen.

Ich hatte einen schönen Einstieg in die Geschichte, was sich bis zur Mitte hin auch noch mal steigerte, allein schon durch die Dialoge zwischen Elodie und Tom. Jedoch nach der Hälfte plätscherte die Story dann nur noch so vor sich hin, ohne das viel passierte. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich dann das Buch auch mal gut weglegen.

Zum Ende hin, kann ich aber versprechen, gibt es noch ein paar schöne Überraschungen, die der Geschichte noch mal richtig gut getan haben, sodass ich es dann auch nicht mehr aus den Händen legen wollte.

Alles in allem ein solides Sommerbuch, mit einem schönen Setting, das man gut lesen kann.

Veröffentlicht am 16.07.2018

Leider enttäuscht

Truly Madly Guilty
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Nachdem ich mit dem Buch fertig war, war ich tatsächlich sprachlos. Daraufhin habe ich mir mal die Bewertungen für dieses Buch angeschaut und schnell festgestellt, dieses Buch trennt die Leser in zwei ...

Nachdem ich mit dem Buch fertig war, war ich tatsächlich sprachlos. Daraufhin habe ich mir mal die Bewertungen für dieses Buch angeschaut und schnell festgestellt, dieses Buch trennt die Leser in zwei Lager. Die einen, die es geliebt haben und die anderen, die es nicht mochten.

Im Wechsel aus Vergangenheit und Gegenwart erzählen die zwei Freundinnen Clementine und Erika ihre Geschichte. Dabei geht es hauptsächlich um den „Tag der Grillparty“. Denn dort fragt Erika ihre Freundin, da sie schon zwei Kinder hat, ob sie deren Eizellen haben kann. Sie selbst kann keine Kinder bekommen und nach zig künstlichen Befruchtungen möchten sie immer noch nicht die Hoffnung aufgeben.
Doch die Frage trifft die Freundin mehr als vor den Kopf. Kann so etwas eine Freundschaft überhaupt aushalten?

Das war es, was man vom Klappentext her weiß. Erwartet habe ich eine Geschichte über Freundschaft, die das Thema „künstliche Befruchtung“ gemeinsam angehen oder aber, dass die Freundschaft an dem Thema zerbricht. Außerdem habe ich die Serie „Big little Lies“, die ebenfalls von der Autorin ist, geliebt. Somit war klar, das Buch konnte nur spannend werden.
Dass es aber viel mehr um etwas Anderes geht, als die Themen Befruchtung und Freundschaft, kam mir erst nach der Hälfte in den Sinn, denn auf der besagten Grillparty geschieht noch viel mehr.

Was hat mich aber jetzt gestört?

Ich hatte keinen Draht zu eine der Beiden, geschweige denn zu deren Familienangehörigen. Folge dessen fand ich es ziemlich anstrengend mich die ganze Zeit mit deren Psyche zu befassen. Das ist auch mein Hauptkritikpunkt. Für mich wurde es dann leider langweilig und ich konnte mich nicht gegen das Querlesen währen, bis zu Stellen, die dann wieder spannender wurden.

Dass mir die Beiden so unsympathisch waren, lag unter anderem daran, dass sie so sehr mit sich selbst beschäftigt waren, versunken in Selbstmitleid und Hass. Eigenschaften, die mich beim Lesen, gefühlsmäßig runtergezogen haben.

Zugeben muss ich aber, dass die zweite Hälfte mir tatsächlich etwas besser gefiel und das Ende eine kleine Überraschung parat hielt, die dafür sorgte, dass ich nochmal einen halben Stern drauf packen konnte.

Letztendlich bin ich aber, wegen der Erwartungshaltung, eher enttäuscht. - Schade, wo ich doch auch gleichzeitig Fan, wegen der Serie bin.

Veröffentlicht am 11.07.2018

Sofort spannend und kaum aus der Hand zu legen

Das Haus der Mädchen
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Schweig um zu leben!

Die junge Leni, begibt sich als sogenanntes Landei in die Großstadt Hamburg, um dort ein Praktikum bei einem Verlag zu machen. Weil sie dort natürlich kein Geld verdient, mietet ...

Schweig um zu leben!

Die junge Leni, begibt sich als sogenanntes Landei in die Großstadt Hamburg, um dort ein Praktikum bei einem Verlag zu machen. Weil sie dort natürlich kein Geld verdient, mietet sie sich bei Bedtobed.com, einer günstigen Zimmervermittlung ein.

Gerade dort angekommen, lernt sie die quirlige und vor allem weltoffene Mitbewohnerin Vivien kennen.

Nachdem sie gemeinsam, den nächsten Tag, auf einer Party waren, ist Vivien allerdings verschwunden. Alles deutet darauf hin, dass ihr etwas passiert ist und sie nicht, wie angenommen, einfach nach Amsterdam abgereist sei.

Einen Tag vorher hat der Krankenpfleger Oliver Feierabend und fährt mit seinem Auto auf eine rote Ampel zu. Vor ihm steht ein weißer Kastenwagen. Kurz bevor die Ampel grün wird, sieht er eine blutige Hand von innen gegen das Fenster schlagen.
Oliver ist geschockt, doch nachdem auch er wieder grün hat, fährt er, ohne groß darüber nachzudenken, dem Kastenwagen hinterher.

Kurz danach ist Oliver tot.

Was haben diese beiden Fälle miteinander gemeinsam und warum musste Oliver sterben?

Selten erlebe ich so ein leichtes und vor allem spannendes Reinkommen in die Geschichte. Von der ersten Seite an, ist man mitten im Geschehen und genau, wie bei „Tief im Wald und unter der Erde“, meinem Lieblingsbuch des Autors, hat man hier auch wieder das Gefühl, man würde selbst an der roten Ampel stehen und das Geschehen verfolgen.

Großartig erzählt und spannend gestaltet durch kurze Kapitel, mit wechselnden Perspektiven, wo man immer denkt: „Ach, ein Kapitel geht noch.“

Einziges Manko ist, dass am Ende nicht nochmal ein Oha-Effekt kam, womit ich irgendwie gerechnet hatte und es mehr um die „Aufräumarbeiten“ eines Falles ging, Sprich, man also wusste, wie alles zusammen hing und man nur noch den Täter fassen musste.

Von mir gibt es hierfür eine klare Leseempfehlung…

…ab in die Katakomben von Hamburg! Gruseliger Schauplatz übrigens, so wie ich finde.