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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.10.2021

Extravagante Partyspiele

Sweet Goodbye
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Superreiche Kids, die innerlich aber total kaputt sind. 4 beste Freunde seit der Kindheit, und trotzdem hat jeder sein eigenes kleines Geheimnis, das er mit niemandem teilt. Bis ein "Wahrheit oder Pflicht" ...

Superreiche Kids, die innerlich aber total kaputt sind. 4 beste Freunde seit der Kindheit, und trotzdem hat jeder sein eigenes kleines Geheimnis, das er mit niemandem teilt. Bis ein "Wahrheit oder Pflicht" Spiel so einiges zutage fördert.

Max, Liv, Anton und Martina haben es wirklich nicht leicht im Leben, trotz all dem Geld mit dem sie aufgewachsen sind und das für sie selbstverständlich ist. Richtig sympathisch sind mir die vier dennoch nie geworden, weshalb ich bis zum Ende eine emotionale Distanz zu ihnen hatte. Und dann ist dieses Ende auch noch ziemlich abrupt, ohne Nachsatz oder einem Mini-Epilog.

Ist das, was sie schlussendlich beschließen, wirklich das Richtige? Ich weiß es nicht... Aber ich war glücklicherweise auch noch nie annähernd in einer der Situationen, in denen sich die Jugendlichen wiederfinden. Dennoch wäre es nicht schlecht gewesen, wenn Camilla Läckberg dieses Finale irgendwie doch noch moralisch einordnet, denn so wirkte es irgendwie eher wie ein Dummer-Jungen-Streich.

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Veröffentlicht am 12.10.2021

"I am Legend" für Jugendliche

Allein durch die Sterne
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Von einer Sekunde auf die andere ist Ariadne komplett allein auf der Welt. Alle anderen Menschen sind spurlos verschwunden, ohne dass es dafür eine Erklärung gibt. Ariadne gibt sich aber auch nicht sehr ...

Von einer Sekunde auf die andere ist Ariadne komplett allein auf der Welt. Alle anderen Menschen sind spurlos verschwunden, ohne dass es dafür eine Erklärung gibt. Ariadne gibt sich aber auch nicht sehr viel Mühe, den Grund für dieses Phänomen herauszufinden. Stattdessen richtet sie sich in ihrem neuen Leben ein, dass ebenso viele Freiheiten wie Einschränkungen mit sich bringt. Und dann stößt sie auf noch einen 'Überlebenden' - allerdings befindet der sich im fernen Shanghai.

Ich fand die Idee der Geschichte wirklich toll. Das ist ein spannendes Gedankenexperiment, bei dem ich mich ständig gefragt habe: wie würde ich mich jetzt an dieser Stelle verhalten? Nachdem ich nicht nur "I am Legend" gelesen und gesehen habe, sondern auch "Die Wand" von Marlen Haushofer, hätte ich wohl ziemlich bald mal angefangen mir Gedanken darüber zu machen, welches Obst und Gemüse ich kultivieren könnte und welche Tiere ich mir halten würde, damit ich auch in ein paar Monaten (oder Jahren, wenn auch die letzte Dose geöffnet wurde) noch Essen habe. Darüber macht sich Ariadne komischerweise gar keine Gedanken. In anderen Situationen hingegen ist sie doch recht praktisch veranlagt und weiß sich zu helfen. Dann widerum verabsäumen Ariadne und Sanghyun es, wichtige Absprachen zu treffen. Was sie z.B. tun wenn es plötzlich keinen Strom mehr gibt und sie nicht mehr täglich telefonieren können. Eigentlich unvorstellbar, dass es keinem der beiden einfällt, da rechtzeitig vorzusorgen.

Ich habe wirklich jede Seite des Buches mit großem Interesse und teils auch Spannung gelesen. Wartete aber auch immer noch auf eine Aufklärung, was denn nun überhaupt eingangs passiert ist. Dahingehend hat mich das Buch nicht ganz überzeugt, der Rest passte aber!

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Veröffentlicht am 08.10.2021

Gnadenloses Mittelalter

Angstrichter
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Faszination und Furcht - diese Gefühle lösten die grausamen öffentlichen Bestrafungs- und Mordmethoden des Mittelalters bei der Bevölkerung aus. Und das fasst auch ziemlich gut meine Gefühlslage bei diesem ...

Faszination und Furcht - diese Gefühle lösten die grausamen öffentlichen Bestrafungs- und Mordmethoden des Mittelalters bei der Bevölkerung aus. Und das fasst auch ziemlich gut meine Gefühlslage bei diesem Buch zusammen. Ich fand den Fall, den Jan Grall und Rabea Wyler diesmal betreuen, äußerst spannend. Aber gleichzeitig war er stellenweise auch ziemlich brutal und ich bibberte mit den Opfern mit. Vor allem mit Nora (deren 'Verfehlung' allerdings mir selbst am Ende noch nicht ganz klar war, bzw. wieso das eine solche Strafe rechtfertigt).

"Angstrichter" ist bereits der 4. Teil der Serie um das Profilerpaar Grall/Wyler, und für mich war es auch der beste. Für mich passte hier die Kreativität der Geschichte/des Falls, das richtige Tempo des Erzählens, der Spannungsbogen und die Logik bei der Auflösung waren ebenfalls stimmig. Und wenn man sich immer wieder sagt "es ist ja nur ein Roman, es ist ja nur ein Roman" kann man es auch lesen, ohne Albträume zu bekommen.

Zum Abschluss eines jeden Buches heißt es ja immer wieder: das war jetzt aber das letzte Mal, wirklich! Ich bin gespannt, ob sich unsere Protagonisten diesmal daran halten, oder ob sich Lars Schütz doch wieder was einfallen lässt, zu dem sie nicht nein sagen können!

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Veröffentlicht am 06.10.2021

Toller Abschluss einer wunderbaren modernen Märchenreihe

Land of Stories: Das magische Land 6 – Der Kampf der Welten
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Für das Finale dieser tollen 6-bändigen Märchensaga hatte ich hohe Erwartungen. Schließlich sollten hier alle Fäden zusammenlaufen, noch offene Fragen geklärt werden und möglichst alle liebgewonnenen Figuren ...

Für das Finale dieser tollen 6-bändigen Märchensaga hatte ich hohe Erwartungen. Schließlich sollten hier alle Fäden zusammenlaufen, noch offene Fragen geklärt werden und möglichst alle liebgewonnenen Figuren nochmal einen Auftritt haben.

All das passiert auch, und es war für mich ein wunderbarer Abschluss. Der finale Showdown war zwar ziemlich wild, und man musste parallel zum Lesen einen kleinen Film im Kopf abspulen und mitdenken, um auf dem Laufenden zu bleiben wer da gerade gegen wen kämpfte und welche magischen Mittel einsetze. Aber es war machbar.
Und wir treffen tatsächlich (fast) alle Figuren, die wir über die Zeit hinweg kennen gelernt haben, wieder. Bei einer Figur habe ich mir seit Band 1 ja noch einen Auftritt erhofft, der jetzt endlich auch kam - wenn auch ein bisschen anders als erwartet. Aber schlussendlich hat alles so gepasst wie es sich Chris Colfer ausgedacht hat.

Mehr noch als bei den vorherigen Bänden ist es bei "Der Kampf der Welten" wichtig, den direkten Vorgänger gelesen zu haben. Denn die Geschichten schließen nahtlos aneinander an, und es hilft vor allem zu verstehen, was mit Alex passiert ist und wieso sie hier so agiert wie sie es tut. Es gibt zwar auch eine sehr kurze Zusammenfassung (aller 5 vorherigen Bände übrigens), und es wird auch ein bisschen was erklärt 'unterwegs', aber zum echten Verständnis ist es definitiv ratsam, zumindest "Die Macht der Geschichten" gelesen zu haben (selbst wenn dieser für mich der schwächste Band der gesamten Reihe war).

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Veröffentlicht am 29.09.2021

Dramatik und Feel-Good schließen sich nicht aus

Du hast mir gerade noch gefehlt
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Ein sehr dramatisches Ereignis gleich zu Beginn eines Buches, dass eher in der Ecke "leichte Frauenkomödie" zu finden ist. Ungewöhnlich! Aber dann steht da ja auch noch der Name Mhairi McFarlane drauf, ...

Ein sehr dramatisches Ereignis gleich zu Beginn eines Buches, dass eher in der Ecke "leichte Frauenkomödie" zu finden ist. Ungewöhnlich! Aber dann steht da ja auch noch der Name Mhairi McFarlane drauf, und die hat ihren ganz eigenen Stil und schreckt auch nicht vor drastischen Plot-Twists zurück. Und am Ende war auch alles stimmig und eine wirklich runde Geschichte.

Ich hab nur am Anfang einer bestimmten Paarung die Daumen gedrückt. Doch den Gesprächen zufolge, die dann gegen Ende diesbezüglich stattfinden, ist alles vollkommen richtig so wie es dann kommt. Dennoch, der echte "Hach-Seufz"-Moment fehlte mir dadurch.

Und eine Sache fiel mir noch auf: die Charaktere sind 34 Jahre alt, d.h. 1987 geboren. Sie zitieren aber Filme aus den 80ern und 90ern, die eher der Generation der Autorin selbst (geb. 1976) und auch mir geläufig wären, aber nicht Leuten, die erst in den 2000ern Teenager wurden.

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