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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.04.2025

Wer anderen eine Grube gräbt

Die Nacht (Art Mayer-Serie 3)
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Art sucht bereits anderthalb Jahre seine Nachbarin Dana. Seit dieser Zeit kümmert er sich auch intensiv um deren Tochter Milla. Bei seiner Suche setzt er auf höhere Kreise und bekommt einen geheimen Tipp, ...

Art sucht bereits anderthalb Jahre seine Nachbarin Dana. Seit dieser Zeit kümmert er sich auch intensiv um deren Tochter Milla. Bei seiner Suche setzt er auf höhere Kreise und bekommt einen geheimen Tipp, der ihn und seiner Partnerin Nele, die eigentlich in Elternzeit ist, zur Leiche eines bekannten Richters führt. Als schließlich auch noch Milla verschwindet, weitet Art seine Suche aus und betritt dabei verbotene Pfade.

„Die Nacht“ ist Teil drei der „Art Mayer“-Serie von Autor Marc Raabe.
Für mich war es der erste Band der Reihe, sodass mir nicht bekannt ist, was bereits in den Vorgängerromanen von Art oder Nele preisgegeben wurde. Ich hatte aber auch nicht das Gefühl, dass mich das in meinem Hör- bzw. Leseerlebnis einschränkt.
Gesprochen wird das Ganze von Peter Lontzek. Auch ihn kannte ich bisher nicht. Er hat sich jedenfalls wunderbar in die Charaktere eingefügt und jeden mit eigenen Besonderheiten rübergebracht.
Die Story hat mir wirklich gut gefallen. Was aber, wie in irgendwie allen Polizeigeschichten, wieder prägend war, dass die leitenden Ermittler immer ein Familienproblem haben - so auf jeden Fall bei Art und auch bei Nele scheint die Situation nicht so viel besser zu sein.
Art ist ein sehr verschlossener Typ Mensch. Aber sein Charakter hat rundherum gepasst und auch zur Geschichte gepasst. Trotz allem ist er ein sehr fürsorglicher Mensch, was man vor allem an seinem Verhalten Nele und Milla gegenüber merkt.
Bei Nele bin ich nicht ganz durchgestiegen, was es mit ihrem Privatleben auf sich hat. Da könnte ich mir vorstellen, dass es vielleicht in den vorherigen Bänden Infos gab.
Die Geschichte der Karraschs war erstklassig dargestellt und während ich so manche Wendung erahnt habe, haben mich viele andere doch überrascht. Das Gleiche gilt für die leitenden Ermittler Buchwald und Sühle.
Damit war der Spannungsbogen wirklich von der ersten bis zur letzten Minute vorhanden. Es war alles plausibel erklärt und gerade was das letzte Gespräch zwischen Sühle und Art betrifft, ist eine klasse Zusammenfassung der Ereignisse gewesen.
Auch die Geschichte der Lissy ist interessant, traurig, aber dient auch der Aufklärung einer Krankheit, die oft unterschätzt oder verschwiegen wird.

Alles in allem hat mir dieses Hörbuch wirklich super gefallen und ich kann es allen, die spannende Thriller mögen, nur ans Herz legen!

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Veröffentlicht am 12.04.2025

Lass uns spielen

Mörderfinder – Die Spur der Mädchen
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Max hat nach einem einschneidenden Erlebnis seinen Job als Polizist an den Nagel gehangen und unterrichtet nun an der Hochschule. Dabei erhält er einen Anruf von Robert Benz, dessen Tochter Leni seit sechs ...

Max hat nach einem einschneidenden Erlebnis seinen Job als Polizist an den Nagel gehangen und unterrichtet nun an der Hochschule. Dabei erhält er einen Anruf von Robert Benz, dessen Tochter Leni seit sechs Jahren verschwunden ist. Leni scheint wieder zurück zu sein und Robert bittet Max um dessen Hilfe bei der Suche nach Leni.
Dann kommt es zu zwei weiteren Entführungen. Max sucht nach eventuellen Verbindungen zum Fall Leni Benz.

„Mörderfinder-Die Spur der Mädchen“ von Arno Strobel ist der erste Band und damit der Einstief in die Reihe um den Ermittler Max Bischoff.
Für mich war es das erste Hörbuch aus dieser Reihe, gelesen habe ich bereits den vierten Band. Damit war es auch interessant zu erfahren, wie überhaupt es zur Situation von Max gekommen ist.
Als absoluter Gilmore Girls-Fan ist mir die Stimme von Dietmar Wunder, der dort den Jackson spricht, sofort aufgefallen. Ich fand es grandios, wie er das Buch gelesen hat. Seine eindringliche, aber nicht aufdringliche Stimme hat mich von der ersten Sekunde mitgenommen und gefesselt.
Das lag sicher auch an der Geschichte selber. Das Verhältnis der beiden Ermittler, Max und Bernd ließ mich am Anfang zweifeln. Doch Arno Strobel hat die beiden in einer spannenden Art und Weise zusammenfinden lassen, die für mich fast interessanter zu verfolgen war, als die Geschichte selbst.
Der Spannungsbogen war von der ersten Sekunde an da und dauerte bis zur letzten an.
Das Ende überraschte mich wirklich. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet, weil es nicht mal annähernd Anzeichen dieser Art gab. Genau das finde ich wirklich fesselnd, da eine Vorhersehbarkeit nicht gegeben war.
Auch die Nebencharaktere wie Böhme und Max’ Schwester waren super in die Geschichte integriert. Sie waren für mich Max’ heimliche Berater.

Fazit: Ein toller und unwahrscheinlich spannender Einstieg in die Geschichten um einen außergewöhnlichen Ermittler, der aber trotz allem Mensch geblieben ist. Die Krönung des Ganzen war für mich die tolle Leseweise Dietmar Wunders.
Eine Empfehlung für alle Krimiliebhaber!

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Veröffentlicht am 08.04.2025

Post für St. Peter-Ording

Nordseefunkeln
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Nachdem Lucia während ihres Jobs als Moderatorin einen Zusammenbruch erleidet und dieser durch die sozialen Medien ging, flüchtet sie nach St. Peter-Ording. Durch einen Wohnungstausch mit Felke kümmert ...

Nachdem Lucia während ihres Jobs als Moderatorin einen Zusammenbruch erleidet und dieser durch die sozialen Medien ging, flüchtet sie nach St. Peter-Ording. Durch einen Wohnungstausch mit Felke kümmert sie sich liebevoll um deren Großmutter und hat auch hin und wieder mit deren Nachbar Wilko zu tun. Dabei findet sie nicht nur dessen Schweine süß.

„Nordseefunkeln“ von Tanja Janz reiht sich wunderbar in deren liebevolle St. Peter-Ording Reihe ein. Dabei fällt auch bei diesem Cover die gewechselte Gestaltung auf, die mir sogar besser gefällt als die der älteren Bücher.
Lucia ist eine lebensfrohe, junge Frau, die an einer Stelle im Leben ist, an der sie ihr Leben hinterfragt. Man spürt nach und nach, wie Gelassenheit von ihr Besitz ergreift und sie sich den wichtigen Dingen des Lebens widmet. Gerade Havaneserin Tiffy unterstreicht das wunderbar. Ich finde diese kleine Hündin einen wunderbaren, begleitenden Charakter.
Die Figur der Felke fand ich auch super interessant. Hier hätte ich mir gerne mehr Infos über ihr vergangenes Leben gewünscht, aber vielleicht kommt das ja in einer anderen Geschichte einmal.
Was mir besonders gefallen hat, war die Geschichte um das alte Postamt. Die Idee darum eine Geschichte zu stricken, finde ich sehr kreativ.
Ansonsten muss man sagen, dass die Romane ja alle ähnlich aufgebaut sind und es somit keinen Überraschungseffekt über den Verlauf der Geschichte gibt. Ich hätte mir sogar eine intensivere Erzählung um die Geschichte von Lucia und Wilko gewünscht.

Alles in allem wieder ein schöner St. Peter-Ording Roman zum Wohlfühlen, ohne Überraschungseffekt, aber mit viel liebevoller Atmosphäre.
Wer Tanja Janz mag und St. Peter-Ording liebt, ist hier richtig.

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Herausforderungen

Fighting Through Deep Waters
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Eisherz, so lautet Lukas’ Spitzname für seine beste Freundin Henriette aus Kindertagen. Doch die beiden gehen schon einige Jahre getrennte Wege. Nachdem Lukas ohne ein Wort von München nach Hamburg zog, ...

Eisherz, so lautet Lukas’ Spitzname für seine beste Freundin Henriette aus Kindertagen. Doch die beiden gehen schon einige Jahre getrennte Wege. Nachdem Lukas ohne ein Wort von München nach Hamburg zog, hatten die beiden keinen Kontakt mehr. Doch nun begegnen sie sich auf dem Unischiff Sapient Sailor und bilden ausgerechnet ein Forschungsteam. Grund und Zeit vergangene Dinge aufzuarbeiten und ganz neue Seiten zu entdecken.

„Fighting Through Deep Waters“ ist Band 1 der „Deep Waters-Reihe“ von Julia Hausburg.
Auffallend ist schon das wunderschöne Cover und der dazu passende Farbschnitt dieses Buches. 
Auch die Klappengestaltung ist wunderbar gelungen, so kann man die Aufteilung der Sapient Sailor hier nachvollziehen und sich somit besser den Handlungsort vorstellen.
Auch die Kapitelgestaltung gefiel mir. So werden die Kapitel mit dem Namen des jeweils erzählenden Protagonisten und der Zeichnung eines Großseglers eingeleitet. Als Erzählperspektive dient dabei die Ich-Perspektive. Auch findet hin und wieder ein Zeitsprung in die Vergangenheit statt, um die Geschichte nachvollziehen zu können.
Ich habe immer an Bücher mit Farbschnitten einen besonders hohen Anspruch und ich muss sagen, Julia Hausburg hat diesen problemlos erfüllt.
Schon die Idee ein Schiff zu einer Art schwimmender Universität zu gestalten, gefällt mir wirklich gut. Auch die durchdachte Gestaltung des Schiffs und die Beschreibung des Unterrichtsablaufs fand ich klasse und bewundernswert, wie sie auf solche Ideen gekommen ist.
Auch die Charaktere haben mir ausnehmend gut gefallen. Ich konnte einige Charakterzüge Henriettes absolut nachvollziehen, da sie mir sehr bekannt vorkamen. Aus diesem Grund war ich von der ersten Seite an ihr Fan. 
Lukas ist ein Draufgänger. Aber das macht ihn nicht unsympathisch, da man sofort merkt, dass sich unter der harten Schale ein anderer Kern verbirgt. 
Schon die vergangene und auch die gegenwärtige Beschreibung der Beziehung der beiden ist etwas besonderes. Der Autorin ist es gelungen, diese Besonderheit in feinfühliger Art und Weise darzustellen.
Auch die anderen Charaktere sind sehr bunt dargestellt, aber wirken nicht so als müssten Klischees bedient werden, so wie es in vielen anderen Romanen ist. Das erkennt man sehr gut an Kai und Abi.
Am Anfang war ich etwas skeptisch gegenüber Henriettes Schwester. Aber das Ganze klärt sich im Laufe des Buches auf und wirkt dabei auch aufklärend.

Fazit: Ein wunderschöner Liebesroman, der sich aber nicht in einer kitschigen oder typisch vorhersehbaren Geschichte entwickelt. Für mich eine absolute Empfehlung für all jene, die Liebesgeschichten mögen und an Fernweh leiden.

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Veröffentlicht am 06.04.2025

Schatten der Vergangenheit

Das Kurhotel auf Norderney - Wellen der Hoffnung
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Zurück auf Norderney ist nun der zweite Weltkrieg vorbei und die Insel seit Kriegsende in den Händen der Briten. Das Kurhotel am Meer beherbergt ebenfalls britische Soldaten, die den Alltag des Hotels ...

Zurück auf Norderney ist nun der zweite Weltkrieg vorbei und die Insel seit Kriegsende in den Händen der Briten. Das Kurhotel am Meer beherbergt ebenfalls britische Soldaten, die den Alltag des Hotels und der Hoteliersfamilie Washeimer prägen.
Im Mittelpunkt stehen die Kinder der Familie und deren Freundin Lotte, die im Hotel als Dienstmädchen arbeitet. Während Lotte unsterblich in den Sohn Paul verliebt ist, empfindet Rita Washeimer etwas für den Spätheimkehrer Peter.

„Das Kurhotel auf Norderney - Wellen der Hoffnung“ ist Band drei der Saga um das Kurhotel von Claudia Schirdewan.
Während in den ersten Bänden die Grundsteine für das Kurhotel gelegt werden, ist es nun in Betrieb, hat jedoch seine goldenen Zeiten hinter sich aufgrund der politischen Lage.
Die Stimmung im Buch ist durchwachsen. Sie ist geprägt von einer Aufbruchstimmung, aber auch von Melancholie und einer gewissen Traurigkeit. Ich finde das sehr gut getroffen, da es sich speziell am Alter der Protagonisten festmachen lässt. Während die junge Generation für Aufbruch steht, ist die mittlere Generation eher die, die von Trauer, aber auch etwas Konservatismus geprägt und die ältere Generation, die Clara und Arthur darstellen, zeigen Stärke und Zusammenhalt.
Die Geschichte enthält auch so manches Spannungsmoment, sodass es an einigen Stellen auch kurze Teile einer Krimiatmosphäre annimmt.
Gut erzählt, finde ich auch den Alltag mit den Briten. Dies war nach dem 2. Weltkrieg ein prägender Teil der Norderneyer Geschichte, den man nicht unter den Tisch fallen lassen sollte und das hat Claudia Schirdewan im richtigen Maß geschafft.
Gleiches gilt für die weiteren verschieden geprägten Menschen, die durch den Verlauf der deutschen Geschichte ihren Charakter verändert oder angepasst haben. Das betrifft speziell Peter und seinen Onkel. Davon gab es damals vermutlich auch viele und es spiegelt die Probleme der damaligen Zeit wider, dass es keine, mit heute vergleichbare, psychologische Hilfe gab. Ein sehr ernstes Thema!

Alles in allem ein wunderbarer Abschluss dieser Trilogie und ich bin traurig, dass ich Norderney schon wieder verlassen muss. Einzig hätte mich noch ein bisschen mehr interessiert, wie die Zeit zwischen Band 2 und 3 abgelaufen ist. Das ist mir etwas zu kurz gekommen.
Eine tolle Leseempfehlung für all jene, die Band 1 und 2 kennen, aber auch für jene, die Norderney lieben!

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