Humor, Moral und eine große Portion Märchen
Der Fluch des DrachenprinzenDie „Ein Märchen für 1001 Nachmittage“-Reihe besteht aktuell aus sieben Büchern, die man unabhängig voneinander lesen kann. Jedes davon befasst sich insbesondere mit einem Märchen, das einige Twists erhält ...
Die „Ein Märchen für 1001 Nachmittage“-Reihe besteht aktuell aus sieben Büchern, die man unabhängig voneinander lesen kann. Jedes davon befasst sich insbesondere mit einem Märchen, das einige Twists erhält und greift mit vielen Andeutungen auch noch andere Klassiker mit auf. Sechs der bisher erschienenen Bände habe ich bereits gelesen und „Der Fluch des Drachenprinzen“ gehört definitiv mit zu meinen Favoriten.
Natürlich konnte dieser Roman schon bei mir extra punkten durch viele Parallelen zu meinem Lieblingsmärchen „die Schöne und das Biest“. Nur, dass es keine Verwandlung zu einem Biest gibt, sondern ein Drache zum Dasein eines schwachen Menschen verflucht wird und statt Belle ist Gretel in der Hauptrolle.
Doch lebt dieses Buch zusätzlich von interessanten Charakteren, spannenden Abenteuern und grandioser Charakterentwicklung. Wie immer mischt Jacqueline auch moralische und psychologische Aspekte mit ins Geschehen und eine gehörige Portion Humor.
Ein absolutes Highlight war auf jeden Fall Gretel, die mit ihren 18 Jahren endlich die Vormundschaft für ihren jüngeren Bruder Hänsel übernehmen konnte. Als Leserin habe ich sie als sehr reflektierte, belesene und moralisch korrekte Person kennengelernt. Sie trägt extrem viel Wissen mit sich herum und hält in einigen brenzligen Situationen eine intelligente Lösung bereit. Mit der Kombination aus hoher Moral und viel Wissen, konnte mich Gretel direkt von sich überzeugen.
Im starken Kontrast dazu steht Doragon, der schwarze Drache voller Vorliebe für sein Gold. Aufgrund seiner Habgier wurde er verflucht und versucht mit Gretels Hilfe sich vom Fluch zu lösen. Seine Pläne beinhaltet jedoch ein Opfer von Gretel, das sie bei Gott nicht bereit ist zu geben.
Bei den „Nebencharakteren“ (- sie sind eigentlich zu gut ausgearbeitet für diesen Begriff) wurde mit Hänsel und Kobold Luchi ein absolutes Traumgespann geschrieben. Durch Umwege enden die Zwei als gemeinsame Wegbegleiter und sticheln, witzeln und foppen sich was das Zeug hält. Wenn man bei den Zweien nicht permanent am Grinsen ist, weiß ich nicht wo sonst.
Gretel habe ich als kleinen Moralapostel wahrgenommen, Hänsel und Doragon eher in der Lernposition. Durch Abenteuer, vielen Erfahrungen und Erlebnissen lernen sie dazu hinter die Fassade zu blicken und werden immer wieder ermutigt zu überlegen, was wirklich von wert ist. Am Ende wächst aber jeder Charakter ein wenig über sich hinaus, was mir sehr gut gefallen hat.
Fazit:
Mir gefiel die Moral hinter dieser Geschichte besonders gut und mein Highlight im Humorbereich waren definitiv die Frotzeleien zwischen Luchi und Hänsel. Unter den Charakteren hat mich Gretel mit ihrer Art und ihrem Wissen absolut begeistert, während bei Doragon insbesondere die authentische Charakterentwicklung heraussticht. Insgesamt ist das Buch an jeder Ecke eine Glanzleistung.
Eine absolute Empfehlung für jeden „die Schöne und das Biest“-Fan sowie Märchenliebhaber, die auf einen Mehrwert in der Geschichte aus sind.