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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.11.2020

Die Realität ist grausamer als jede Fiktion

ZEIT Verbrechen
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Das Hörbuch zum Podcast Zeit Verbrechen beinhaltet 12 aufrüttelnde Kriminalfälle, die von unterschiedlichen Sprechern vorgelesen werden. Die Sprecher sind recht sachlich, bringen die Spannung der Fälle ...

Das Hörbuch zum Podcast Zeit Verbrechen beinhaltet 12 aufrüttelnde Kriminalfälle, die von unterschiedlichen Sprechern vorgelesen werden. Die Sprecher sind recht sachlich, bringen die Spannung der Fälle aber sehr gut rüber. Die Themen sind bunt gemischt und reichen von einem Mord ohne Leiche über schwere Kindesmisshandlung/-vernachlässigung bis hin zu Vergewaltigungen. Abgerundet wird das Ganze durch Einblicke in die Arbeit der Polizei, beispielsweise bei DNA-Gutachten oder Präventionsarbeit. Manche Dinge sind kaum begreifbar und regen auch nach dem Lesen zum Nachdenken an. Was mir immer wieder sehr nah ging war das Wissen, dass es wirklich so passiert ist, dass Menschen tatsächlich zu solch grausamen Taten fähig waren und diese nicht der Fiktion eines Krimi-/Thrillerautors entsprungen sind.

Der einzige Negativpunkt:
Leider gab es im Hörbuch keine neuen Fälle. Alle Fälle wurden schon im Podcast behandelt und dort sogar ausführlicher besprochen. Das finde ich schade, ich hätte mir hier zumindest einen Mix aus alten und neuen Beiträgen gewünscht.

Fazit: Das Hörbuch an sich ist gut gelungen, reicht allerdings leider nicht an den Podcast heran. Wer den Podcasr aber noch nicht kennt, den erwartet ein fesselndes Hörbuch mit spannenden Einblicken in die menschliche Psyche.

  • Erzählstil
  • Sprecher
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 02.11.2020

Ein spannungsgeladenes Wiedersehen mit Ava und Luc

Die perfekte Sünde
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Ava Turner und Luc Callanach haben es in ihrem 4. Fall mit einem besonders grausamen Täter zu tun: Eine Frau wird entführt und nach einigen Tagen sterbend am Straßenrand abgelegt. Kurz darauf verschwindet ...

Ava Turner und Luc Callanach haben es in ihrem 4. Fall mit einem besonders grausamen Täter zu tun: Eine Frau wird entführt und nach einigen Tagen sterbend am Straßenrand abgelegt. Kurz darauf verschwindet die nächste Frau. An ihrem Entführungsort lässt der Täter ein makaberes Souvenir zurück: Eine Puppe, gefertigt aus der Haut des ersten Opfers. Es besteht kein Zweifel: der Täter wird wieder morden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...

Den Leser erwartet der gewohnt angenehme Schreibstil von Helen Fields. Schon vom ersten Kapitel an ist das Buch so spannend, dass man es am Liebsten nicht mehr aus der Hand legen möchte. Auch das Privatleben der Hauptpersonen wird ausführlich beleuchtet, ohne allerdings die eigentliche Geschichte zu überlagern. Man ist mittendrin in der Story, fiebert mit den Ermittlern und leidet mit den Opfern. Immer, wenn man denkt, endlich auf der richtigen Spur zu sein, kommt die nächste unvorhergesehene Wendung und man ist so ratlos wie zu Beginn. Das verstörende (aber absolut gelungene) Ende rundet diesen sehr guten Thriller ab.

Das Buch ist Teil einer Reihe um die Ermittler Ava Turner und Luc Callanach, kann jedoch auch unabhängig davon gelesen werden. Wer allerdings alle Hintergründe der Beteiligten verstehen möchte, ist gut beraten, die anderen Bücher auch zu lesen.

Fazit: Ein weiterer, spannungsgeladener Thriller von Helen Fields und ein gelungenes Wiedersehen mit Ava und Luc! Die perfekte Lektüre für ein gemütliches Herbst- oder Winterwochenende.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Spannung
  • Charaktere
  • Handlung
Veröffentlicht am 18.09.2020

Ein Krimi mit etlichen logischen Schwächen

Die Tote von Dresden
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Die Kommissare Frank Haberking und Anna-Maria Slakow könnten unterschiedlicher nicht sein. Er ist bei der Polizei um seine Familie zu beeindrucken, macht Dienst nach Vorschrift und hat keinerlei Ambitionen ...

Die Kommissare Frank Haberking und Anna-Maria Slakow könnten unterschiedlicher nicht sein. Er ist bei der Polizei um seine Familie zu beeindrucken, macht Dienst nach Vorschrift und hat keinerlei Ambitionen seine Karriere nach vorne zu treiben. Sie ist jung, ehrgeizig und übermotviert. Beide werden nach schweren Fehlern zwangsversetzt und sollen einen 10 Jahre alten Fall lösen, an dem sich schon viele Ermittler versucht haben. Damals wurde die Familienrichterin Jennie Flagant entführt und zur Prostitution gezwungen. Kurz nach ihrer Befreiung nimmt sie sich das Leben. Hochrangige Politiker scheinen in den Fall verwickelt zu sein. Doch die Schuldigen konnten bis heute nicht gefasst werden.

Der Klappentext liest sich super und macht Lust auf mehr. Leider kann das Buch dabei nicht so recht mithalten. Der Schreibstil von Julius Kron ist zwar angenehm zu lesen, doch ist die zeitliche Abfolge im Buch an vielen Stellen unlogisch. Die Kapitel sind jeweils mit Uhrzeit-Angaben versehen und manche Treffen oder Ermittlungen werden innerhalb weniger Minuten abgehandelt, obwohl die beschriebene Fahrt zum jeweiligen Ort schon länger gedauert hätte. Dies hätte im Lektorat auffallen müssen. Ich hätte es lieber gesehen, wenn die Zeitangaben einfach weggelassen worden wären - dann wären die Diskrepanzen nicht so auffällig gewesen. Auch der Spannungsaufbau lässt etwas zu wünschen übrig. Vieles ist vorhersehbar und geht den beiden Ermittlern für einen bisher unlösbaren Fall einfach zu leicht von der Hand. Am Ende bleiben einige Fragen offen, die wohl in einer Fortsetzung beantwortet werden.

Fazit: Ein kurzweiliger Krimi mit einigen Schwächen und einem etwas zu konstruiert wirkenden Ende.

  • Cover
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Handlung