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Lin8208

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.04.2026

Coming of age

Little Hollywood
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Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Er wirkt durch bildhafte Vergleiche, Ellipsen sowie Parataxen, die sich unter die Hypotaxen mischen, sehr natürlich und zeichnet sich durch eine umgangssprachliche ...


Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Er wirkt durch bildhafte Vergleiche, Ellipsen sowie Parataxen, die sich unter die Hypotaxen mischen, sehr natürlich und zeichnet sich durch eine umgangssprachliche Wortwahl aus. So entspricht die Geschichte literarisch genau meinem Geschmack.
Auch die Charaktere sind vielschichtig dargestellt. So bleiben sie keine flächigen Personen, sondern greifbare Menschen mit Gefühlen, Erfahrungen und Wünschen. Hierbei muss man jedoch anmerken, dass Nebencharaktere doch eher durchscheinbar sind und man tiefergehend weniger erfährt.
Die Charaktere trifft man in einer Kleinstadt in den 90ern an, was seinen nostalgischen Beitrag hat. Insbesondere die Videothek, das Little Hollywood, ruft dies in mir hervor, die der Schlüsselort der ganzen Geschichte ist. Alles dreht sich in irgendeiner Weise immer wieder um diesen Ort und dessen Bedeutung in Leos, aber auch in Jos Leben. So sind Kapitel auch passend mit Filmzitaten versehen. Die Videothek ist ein schöner Mittelpunkt und deren Name demnach auch ein gut gewählter Titel des Buches. 
Die Thematik selbst war für mich zuerst nicht ganz greifbar, auch wenn man direkt wusste,an welcher Stelle des Lebens dieses Buch ansetzt. Man ist schnell in der Geschichte versunken. Der rote Faden war klar, ohne ein richtiges Ziel zu erkennen. Und doch war mir lang nicht ganz bewusst, wo die Autorin hinmöchte. Und auch nach Beenden des Buches kann ich es nicht ganz fassen. Und doch weiß ich jetzt sicher, dass nichts dem Zufall überlassen wurde und ganz viel zwischen den Zeilen passiert ist, das jeder für sich selbst suchen und finden muss. Im Großen und Ganzen beginnt und endet alles bei Leo selbst, die ihren eigenen Weg nach dem Abi sucht, inklusiver aller Umstände, die diesen Prozess beeinflussen. In gewisser Weise geht es wohl also um Selbstfindung.

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Ein erster Schritt!

Nimm den Zwängen die Macht
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Ich bin hin- und hergerissen. Zu Beginn werden Theorien aufgestellt, wieso man als Leser das Buch in die Hand genommen hat. Vermute ich bei mir selbst eine Zwangsstörung? Oder zeigt sich reines Interesse? ...

Ich bin hin- und hergerissen. Zu Beginn werden Theorien aufgestellt, wieso man als Leser das Buch in die Hand genommen hat. Vermute ich bei mir selbst eine Zwangsstörung? Oder zeigt sich reines Interesse? Das Buch ist vor allem auf ersteres ausgelegt. Es soll also als Ratgeber dienen. So wird man als Leser direkt angesprochen und auch kleine Übersichtsseiten helfen, um mit sich selbst arbeiten zu können und Gedanken zu verschiedenen Themen/Problematiken/Herangehensweisen etc. notieren zu können.
Ich habe dieses Buch jedoch nicht aufgrund genannter Befürchtungen gewählt, sondern wegen Berührungspunkten in meinem Bekanntenkreis. Ich wollte verstehen, meinen Blickwinkel erweitern und Wissen erlangen, wie ich mit einer solchen Störung bei anderen richtig umgehe.
Nun ist dieses Buch in erster Linie ein Hilfsbuch. Wenngleich natürlich auch allgemeine Informationen herangetragen werden, ist dieses Buch nicht ganz das, nach dem ich gesucht habe. Jedoch stechen die vielen, insbesondere breit gefächerten Beispiele schön hervor und gestalten das Erzählte und Erklärte anschaulich. Dazu tragen auch Schaubilder, Zusammenfassungen und eingeschobene Passagen, die Wissenwertes kurz anmerken, bei. Die Schaubilder tauchen dabei leider mitten im Kapitel auf, meist mitten im Text eines Abschnittes. Dies stört etwas meinen Lesefluss und würde mir persönlich jeweils am Ende eines Kapitels oder eines thematischen Absatzes besser passen.
Zudem fehlt mir an der ein oder anderen Stelle etwas die Tiefe. Mehrfache Wiederholungen derselben Szenarien wirken schließlich etwas oberflächlich, obwohl dem ja nicht so ist. Da ich selbst nicht in einer Situation stecke, einen solchen Ratgeber zu benötigen, kann ich schlecht einschätzen, ob mir die Tipps, Anwendungen und Erklärungen in einer solchen Situation helfen würden oder nicht. Aber inhaltlich erscheint es mir plausibel, und mag auch ein guter Anfang sein, um sich mit dem Thema erstmals persönlich auseinanderzusetzen, zumal das Thema vor allem durch den Aufbau und Schreibstil des Buches sehr greifbar ist. Besonders das Ende des Buches hat die Thematik für mich schön abgerundet. Hier wird darauf eingegangen, wie man sein Leben achtsamer gestaltet, insb. wenn der Zwang erstmals überwunden wurde und man wieder ein selbstbestimmtes Leben führen kann. Dabei werden Methoden gezeigt, die vermutlich jeder Mensch, auch ganz ohne Zwangsgedanken, gerne anwenden kann und sich auf viele Lebensbereiche übertragen lassen. 

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Weg mit der To-Do-Liste!

Wiedersehen mit mir selbst zwischen Pasta und Limoncello
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Das Buch habe ich aufgrund der Parallelen zwischen der Protagonistin und mir selbst gewählt. Und während des Lesens haben sich da definitiv mehr als nur ein paar Ähnlichkeiten gezeigt. Durch das Thema ...

Das Buch habe ich aufgrund der Parallelen zwischen der Protagonistin und mir selbst gewählt. Und während des Lesens haben sich da definitiv mehr als nur ein paar Ähnlichkeiten gezeigt. Durch das Thema des Buches treten die Charaktere sehr durchdacht auf. Besonders Protagonistin Lena zeigt sich äußerst vielschichtig und tiefgreifend.

Schon der Klappentext besagt, dass sich die Geschichte an jeden richte, die zu viel geben und sich selbst wiederfinden wollen. Diese Problematik des Überarbeitens, des Prefektionismus, der tausend To-Do-Listen etc. zeigt sich in der Protagonistin, die sich in einer malerischen Kleinstaft in Italien wiederfinden zu versucht. Zuerst strandet sie dort widerwillig (ihre Pläne werden schließlich durchkreuzt), und doch gibt ihr genau dieses 'Missgeschick' die Chance, sich mit sich selbst zu beschäftigen und zu erkennen, dass sie sich eigentlich etwas anderes für ihr Leben wünscht als den ständigen Druck, funktionieren und leisten zu müssen.

Der Aufbau des Buches gefällt mir in der Hinsicht sehr gut. Ich war vorbereitet auf einen fortlaufenden Roman mit dem Thema, sich selbst wiederzufinden. Jedoch beginnen Kapitel zusätzlich mit wunderschönen Gemälden und werden mit Affirmationen beendet. Ersteres setzt zusätzlich den italienischen Flair frei, während die Affirmationen die Hauptbotschaften der Kapitel zusammenfassen. Dies finde ich eine schöne Möglichkeit, um mit sich selbst und seinem positiven Mindset arbeiten zu können. Wobei für mich persönlich vor allem die Geschichte selbst sehr viel ausgemacht hat und bewirken konnte. Dadurch, dass ich mich selbst in der Geschichte und Lena schnell wiederfinden konnte, hat dies einige Gedankengänge angeregt. Dazu trägt auch der Schreibstil bei. Dieser ist sehr angenehm und beteiligt sich zudem am flüssigen Lesefluss. Schön ist vor allem auch, dass die Geschichte nicht einfach nur erzählt wird, sondern dass ganz viele Gedankengänge Lenas niedergeschrieben wurden. Auch der "innere Kritiker" kommt hier für Lena häufig zu Wort, und äußert an passender Stelle Zweifel.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Angenehm

Terms of Attraction 1. The Knockout Contract
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Positiv hervorzuheben ist vor allem die Darstellung der Charaktere. Diese sind sehr gut ausgearbeitet und tiefgründig, sodass sich ein stimmiges und rundes Gesamtbild ergibt. Ihre Motivationen und Emotionen ...

Positiv hervorzuheben ist vor allem die Darstellung der Charaktere. Diese sind sehr gut ausgearbeitet und tiefgründig, sodass sich ein stimmiges und rundes Gesamtbild ergibt. Ihre Motivationen und Emotionen wirken nachvollziehbar, wodurch es leichtfällt, sich auf sie einzulassen. Auch ihr Zusammenspiel ist insgesamt unterhaltsam und harmonisch. So funktioniert die Dynamik zwischen ihnen gut. Lediglich die spicy Szenen treffen nicht ganz meinen persönlichen Geschmack, da sie teilweise von Dominanz und einer gewissen Grobheit geprägt sind.
Im Gegensatz dazu bleibt das Setting eher im Hintergrund. Orte wie das Wohnheim oder die Universität werden zwar wiederholt erwähnt, jedoch kaum detailliert beschrieben. Dadurch liegt der Fokus deutlich stärker auf den Figuren und ihrer Entwicklung als auf der äußeren Atmosphäre.
Die Handlung selbst verläuft angenehm flüssig, sodass die Zeit beim Lesen wie im Flug vergeht. Die Story schreitet konstant voran, ohne sich zu verlieren, und wirkt insgesamt stimmig aufgebaut. In diesem Zusammenhang spielt auch der Fake-Dating-Trope eine wichtige Rolle: Obwohl ich bekannten Tropes oft eher kritisch gegenüberstehe, da sie einiges vorwegnehmen können, ist dieser hier sinnvoll eingebunden. Er bildet die Grundlage für die Dynamik und den „Vertrag“ zwischen den Protagonisten und ist damit essenziell für die gesamte Geschichte. Daher ist es auch absolut passend, bereits im Vorfeld damit zu werben.
Abgerundet wird das Ganze durch einen sehr angenehmen Schreibstil, der leicht zu lesen ist und mit seiner leicht jugendlichen Note gut zum Studentenalter der Figuren passt. Auch der Kapitelaufbau mit wechselnden Perspektiven ist gelungen: Die Perspektivwechsel werden gezielt eingesetzt und stehen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Holt mich leider nicht ab

Rules of the Game, Band 1 - Offside
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Ich kannte das Buch bereits auf Englisch und erinnere mich, den Schreibstil überhaupt nicht gemocht zu haben. Auf Deutsch hat mir dieser definitiv besser gefallen, weil eben nicht die ganze Zeit so abwertend ...

Ich kannte das Buch bereits auf Englisch und erinnere mich, den Schreibstil überhaupt nicht gemocht zu haben. Auf Deutsch hat mir dieser definitiv besser gefallen, weil eben nicht die ganze Zeit so abwertend von "hot chicks" gesprochen wird, sondern eben einfach von Frauen. Trotzdem konnte mich auch der deutsche Schreibstil nicht richtig abholen. Inhaltlich hat sich das Buch gezogen, vor allem in der ersten Hälfte des Buchs habe ich mir mehr Inhalt gewünscht. Da ist mir zu wenig passiert. Leider habe ich übers ganze Buch hinweg nicht diese Tiefe gespürt, die ich bei Büchern gerne sehe. Fehlt diese, erwarte ich zumindest eine lockere Geschichte, die mich trotzdem auf irgendeine Art fesseln kann. Nun brauchen wir nicht lange drum herum reden, das hat das Buch in meinem Fall nicht geschafft.
Mit spicy Szenen habe ich normalerweise ebenso kein Problem, aber auch das war mir dann irgendwann einfach zu viel, dass ich fast schon gelangweilt dachte "nicht schon wieder". Man muss trotzdem sagen, dass die Charaktere ausgearbeitet waren und mir nicht flächig erschienen. Und das wurde alles auf Unmengen an Seiten rübergebracht, was immerhin eine eigentlich gute Sache ist.

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