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Veröffentlicht am 15.02.2026

Salz und Schatten

Oceanburn | Im Griff der Jäger
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Oceanburn hat mich schneller gepackt, als ich erwartet hatte. Schon nach den ersten Kapiteln war ich komplett in dieser rauen, gefährlichen Welt gefangen, die gleichzeitig faszinierend und bedrohlich wirkt. ...

Oceanburn hat mich schneller gepackt, als ich erwartet hatte. Schon nach den ersten Kapiteln war ich komplett in dieser rauen, gefährlichen Welt gefangen, die gleichzeitig faszinierend und bedrohlich wirkt. Die Atmosphäre ist dicht, fast greifbar – man spürt das Salz in der Luft, die ständige Anspannung und das Gefühl, dass hinter jeder Entscheidung Konsequenzen lauern.

Die Hauptfigur hat mich besonders überzeugt. Sie ist stark, aber nicht unverwundbar, mutig und gleichzeitig voller Zweifel. Genau diese Mischung macht sie für mich greifbar. Ich habe mit ihr gezittert, gehofft und manchmal auch gehadert, weil ihre Entscheidungen nicht immer einfach oder eindeutig sind. Gerade das hat die Geschichte für mich so intensiv gemacht.

Auch die Dynamik zwischen den Figuren mochte ich sehr. Beziehungen entwickeln sich nicht über Nacht, sondern wachsen durch Konflikte, Vertrauen und gemeinsame Erfahrungen. Es knistert, ohne kitschig zu werden, und die emotionalen Momente fühlen sich verdient an.

Der Schreibstil ist bildhaft und flüssig, ohne sich in Details zu verlieren. Besonders gefallen hat mir das Tempo: Die Handlung bleibt spannend, ohne gehetzt zu wirken, und es gibt immer wieder ruhige Passagen, die Raum zum Durchatmen lassen. Diese Balance hat mich komplett im Lesefluss gehalten.

Wenn ich überhaupt etwas anmerken müsste, dann vielleicht, dass ich mir an ein paar Stellen noch etwas mehr Hintergrundwissen zur Welt gewünscht hätte. Manche Aspekte bleiben bewusst geheimnisvoll, was neugierig macht, aber auch Fragen offenlässt.

Unterm Strich ist Oceanburn für mich eine intensive, atmosphärische Geschichte mit starken Figuren und einer Welt, die noch lange nachhallt. Ich habe das Buch mit dem Gefühl geschlossen, dass ich unbedingt wissen will, wie es weitergeht – und genau das macht für mich einen richtig gelungenen Auftakt aus.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Still unterwegs

Der Himmel ist mein Meer
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Der Himmel ist mein Meer hat mich leise abgeholt – nicht mit großen dramatischen Momenten, sondern mit einer ruhigen, fast schwebenden Atmosphäre, die mich nach und nach tiefer in die Geschichte gezogen ...

Der Himmel ist mein Meer hat mich leise abgeholt – nicht mit großen dramatischen Momenten, sondern mit einer ruhigen, fast schwebenden Atmosphäre, die mich nach und nach tiefer in die Geschichte gezogen hat. Schon nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, dass hier weniger die Handlung im Vordergrund steht, sondern vielmehr das Innenleben der Figuren und das, was zwischen den Zeilen passiert.

Besonders die Hauptfigur hat mich berührt. Sie wirkt suchend, manchmal verloren, aber gleichzeitig stark genug, sich immer wieder neu auszurichten. Ich mochte, wie ehrlich ihre Gedanken beschrieben werden – ohne Pathos, ohne künstliche Dramatik. Viele ihrer Zweifel und kleinen Hoffnungen fühlten sich sehr nah an, fast so, als würde man ihre Gedanken mitdenken.

Liis Jahns Schreibstil ist ruhig und poetisch, aber nicht überladen. Es gibt viele schöne Bilder, die lange nachklingen, besonders wenn Natur und Emotion miteinander verwoben werden. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, kurz innehalten zu wollen, einfach um einen Satz wirken zu lassen. Genau diese leise Intensität hat für mich den Reiz des Buches ausgemacht.

Gleichzeitig braucht die Geschichte ein bisschen Geduld. Das Tempo ist bewusst langsam, was gut zur Stimmung passt, mich aber an manchen Stellen etwas ausgebremst hat. Ich hätte mir dort gelegentlich etwas mehr Dynamik gewünscht, ohne dass die ruhige Grundstimmung verloren geht.

Am Ende bleibt für mich ein sehr persönlicher, nachdenklicher Roman über Aufbruch, Selbstfindung und die Frage, wohin man gehört. Der Himmel ist mein Meer fühlt sich wie ein langer Blick über den Horizont an – still, weit und voller leiser Hoffnung.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Nicht geplant

Not My Type
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Not my type als Hörbuch hat mich schneller abgeholt, als ich erwartet hatte. Ich bin mit der Erwartung an eine leichte RomCom gestartet – geblieben bin ich wegen der Mischung aus Humor, ehrlichen Momenten ...

Not my type als Hörbuch hat mich schneller abgeholt, als ich erwartet hatte. Ich bin mit der Erwartung an eine leichte RomCom gestartet – geblieben bin ich wegen der Mischung aus Humor, ehrlichen Momenten und Figuren, die sich nicht perfekt anfühlen, sondern lebendig. Lucy Score schafft es für mich immer wieder, diese Balance zu finden: locker und witzig, aber mit genug Herz, damit es nicht oberflächlich wirkt.

Was mir beim Hören besonders gefallen hat, war die Dynamik zwischen den Hauptfiguren. Das typische „eigentlich nicht mein Typ“-Trope bekommt hier eine charmante, glaubwürdige Entwicklung. Die Dialoge wirken spontan und oft herrlich schlagfertig, sodass ich mehr als einmal laut schmunzeln musste. Gleichzeitig gibt es ruhige Szenen, die zeigen, dass hinter der Fassade mehr steckt – genau diese Momente haben die Geschichte für mich emotional gemacht.

Die Stimmen passen zu den Figuren, und besonders die kleinen Nuancen – ein ironischer Unterton, ein leises Zögern – geben den Szenen zusätzliche Tiefe. Dadurch fühlte sich vieles unmittelbarer an, fast wie ein Gespräch, bei dem man selbst daneben sitzt.

Ein kleiner Punkt, der mich minimal ausgebremst hat: Manche Passagen ziehen sich ein wenig, gerade wenn Missverständnisse länger ausgespielt werden als nötig. Ich habe verstanden, warum das für die Charakterentwicklung wichtig ist, hätte mir aber stellenweise etwas mehr Straffung gewünscht.

Trotzdem hat mich das Hörbuch sehr gut unterhalten. Es ist perfekt für unterwegs oder für Abende, an denen man einfach abschalten will, ohne auf Gefühl zu verzichten. Not my type ist für mich eine romantische Geschichte mit Witz, Herz und genau der richtigen Portion Chaos – eine, die mich immer wieder grinsen ließ und am Ende ein wohliges Gefühl hinterlassen hat.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Leises Leuchten

Ein Herz aus Papier und Sternen
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Ein Herz aus Papier und Sternen hat mich genau in der Stimmung erwischt, in der ich Geschichten brauche, die nicht beweisen wollen, wie groß sie sind, sondern mich sanft anstoßen. Cecelia Ahern hat diesen ...

Ein Herz aus Papier und Sternen hat mich genau in der Stimmung erwischt, in der ich Geschichten brauche, die nicht beweisen wollen, wie groß sie sind, sondern mich sanft anstoßen. Cecelia Ahern hat diesen stillen Zauber, bei dem Alltägliches plötzlich schimmert: ein Zettel am Kühlschrank, ein Satz im falschen Moment, ein Blick nach oben, wenn man ihn am wenigsten erwartet. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, jemand hätte meine zerknitterten Gedanken glattgestrichen und ihnen kleine Sterne aufgeklebt.

Ich mochte, wie spürbar Nähe hier wird – nicht durch große Gesten, sondern durch Dinge, die man leicht übersieht. Die Figuren wirken nahbar und unperfekt; sie stolpern, schweigen, sagen zu spät „Entschuldigung“ und manchmal gar nichts. Gerade diese Unebenheiten machen sie für mich echt. Immer wieder gibt es Sätze, die sehr einfach sind und genau deshalb treffen. Ich habe mehrfach innegehalten, weil ein Bild so leise und gleichzeitig so präzise war.

Aherns Mischung aus Realität und einem Hauch Magie funktioniert für mich besonders in den Zwischenräumen: wenn Papier nicht nur Papier ist, sondern Erinnerung; wenn Sterne nicht nur funkeln, sondern Richtung geben. Die Geschichte trägt mich, ohne zu ziehen – mit kleinen Wendungen, die nicht mit Trommelwirbel kommen, sondern wie ein warmer Luftzug durchs Fenster.

Ganz ohne Wünsche ist es nicht. Manche Zufälle fügen sich sehr glatt, und an zwei, drei Stellen ist der Ton einen Tick süßer, als ich ihn gebraucht hätte. Auch das Tempo in der Mitte hätte für meinen Geschmack einen Hauch straffer sein dürfen. Aber das sind Randnotizen zu einem Buch, das mir insgesamt genau das gegeben hat, was ich gesucht habe: Trost, ein bisschen Leuchten und das Gefühl, dass selbst aus zerknittertem Papier etwas Schönes werden kann.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Wild und wahr

Rabid
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Rabid hat mich von der ersten Seite an gepackt – nicht wegen eines gigantischen Twists, sondern wegen dieser rohen, atemlosen Energie, die durch jede Szene läuft. Es fühlt sich an, als würde man mit bloßen ...

Rabid hat mich von der ersten Seite an gepackt – nicht wegen eines gigantischen Twists, sondern wegen dieser rohen, atemlosen Energie, die durch jede Szene läuft. Es fühlt sich an, als würde man mit bloßen Füßen über kalten Boden rennen: gefährlich, befreiend, ganz nah dran. Ich liebe Geschichten, in denen eine Heldin nicht „perfekt stark“ ist, sondern furchtlos und verletzlich, wütend und voller Herz. Genau so wirkt sie hier: ungezähmt, aber niemals kopflos. Ich habe jede ihrer Entscheidungen mitgefühlt – auch die unbequemen.

Die Welt ist hart, körperlich, manchmal brutal, und trotzdem gibt es diese leisen Momente, in denen Nähe möglich wird: ein Blick, eine Hand, die kurz länger bleibt, als sie sollte. Die Dynamik zwischen den Figuren hat für mich exakt den Sweet Spot getroffen: Spannung, Reibung, Humor – und ein Knistern, das nicht mit Paukenschlag kommt, sondern unter der Haut wächst. „Found Family“ schimmert durch, ohne je zur Floskel zu werden.

Sprachlich spielt das Buch auf zwei Ebenen: kantig und direkt, wenn es um Kampf, Flucht, Überleben geht; beinahe poetisch, wenn Schuld, Sehnsucht und Selbstbehauptung verhandelt werden. Ich mochte, wie viel gezeigt und wie wenig tot-erklärt wird. Action hat Gewicht, Konsequenzen bleiben nicht theoretisch.

Kleiner Wunsch für mich persönlich: Im ersten Drittel prasseln Begriffe und Regeln teils sehr schnell aufeinander – ich hätte mir hier einen Hauch mehr Orientierung (oder eine kompakte Übersicht) gewünscht. Und an zwei Stellen wiederholt sich die innere Stimme minimal. Nichts, was mich rausgeworfen hätte, eher Notizen am Rand.

Unterm Strich ist Rabid für mich genau das: eine wilde, kompromisslose Romantasy, die nicht um Erlaubnis bittet, sondern ihre Spur zieht. Ich habe mitgefiebert, die Zähne zusammengebissen – und mich dabei erwischt, wie ich langsamer gelesen habe, um länger in dieser Welt zu bleiben. Der nächste Band? Bitte sofort.

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