Leises Leuchten
Ein Herz aus Papier und SternenEin Herz aus Papier und Sternen hat mich genau in der Stimmung erwischt, in der ich Geschichten brauche, die nicht beweisen wollen, wie groß sie sind, sondern mich sanft anstoßen. Cecelia Ahern hat diesen ...
Ein Herz aus Papier und Sternen hat mich genau in der Stimmung erwischt, in der ich Geschichten brauche, die nicht beweisen wollen, wie groß sie sind, sondern mich sanft anstoßen. Cecelia Ahern hat diesen stillen Zauber, bei dem Alltägliches plötzlich schimmert: ein Zettel am Kühlschrank, ein Satz im falschen Moment, ein Blick nach oben, wenn man ihn am wenigsten erwartet. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, jemand hätte meine zerknitterten Gedanken glattgestrichen und ihnen kleine Sterne aufgeklebt.
Ich mochte, wie spürbar Nähe hier wird – nicht durch große Gesten, sondern durch Dinge, die man leicht übersieht. Die Figuren wirken nahbar und unperfekt; sie stolpern, schweigen, sagen zu spät „Entschuldigung“ und manchmal gar nichts. Gerade diese Unebenheiten machen sie für mich echt. Immer wieder gibt es Sätze, die sehr einfach sind und genau deshalb treffen. Ich habe mehrfach innegehalten, weil ein Bild so leise und gleichzeitig so präzise war.
Aherns Mischung aus Realität und einem Hauch Magie funktioniert für mich besonders in den Zwischenräumen: wenn Papier nicht nur Papier ist, sondern Erinnerung; wenn Sterne nicht nur funkeln, sondern Richtung geben. Die Geschichte trägt mich, ohne zu ziehen – mit kleinen Wendungen, die nicht mit Trommelwirbel kommen, sondern wie ein warmer Luftzug durchs Fenster.
Ganz ohne Wünsche ist es nicht. Manche Zufälle fügen sich sehr glatt, und an zwei, drei Stellen ist der Ton einen Tick süßer, als ich ihn gebraucht hätte. Auch das Tempo in der Mitte hätte für meinen Geschmack einen Hauch straffer sein dürfen. Aber das sind Randnotizen zu einem Buch, das mir insgesamt genau das gegeben hat, was ich gesucht habe: Trost, ein bisschen Leuchten und das Gefühl, dass selbst aus zerknittertem Papier etwas Schönes werden kann.